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Sexuelle Belästigung im Bundeshaus – jetzt gibt's einen Ratgeber für Politiker

13.12.17, 10:47 13.12.17, 12:10

Bundesparlamentarier und -parlamentarierinnen können sich mit Fragen zu sexueller Belästigung ab kommendem Jahr an eine spezialisierte und unabhängige Fachstelle wenden. Das hat die Verwaltungsdelegation der Räte entschieden und ein Mandat vergeben.

Der Entscheid, Beratung von aussen anzubieten, fiel in Absprache mit den Chefs der Fraktionen, wie die Verwaltungsdelegation am Mittwoch mitteilte. Die Fachstelle Mobbing und Belästigung bietet den Rätinnen und Räten in Bern und Zürich oder telefonisch Beratungen in Deutsch, Französisch und nach Voranmeldung auch in Italienisch an.

Und so soll das aussehen:

Vorläufig für ein Jahr

Die Kosten trägt das Parlament. Für «Basisdienstleistungen» erhält die Fachstelle 3600 Franken für ein Jahr. Gemeint sind ein Bereitschaftsdienst und acht Beratungen, wie bei den Parlamentsdiensten zu erfahren war. Sollten mehr Beratungen nachgefragt werden, werden diese zusätzlich verrechnet.

Zahlen oder Anhaltspunkte zum konkreten Bedarf nach Beratungen liegen der Verwaltungsdelegation nicht vor, wie es bei den Parlamentsdiensten hiess. Auch aus diesem Grund sei das Mandat für vorläufig ein Jahr erteilt worden. Danach werde die Situation neu beurteilt.

Die Verwaltungsdelegation hatte sich an einer Sitzung am Dienstag mit dem Thema sexuelle Belästigung befasst und als Massnahme das Beratungsangebot beschlossen. Es sei an den Fraktionschefs, dafür zu sorgen, dass in den Räten eine Kultur herrsche, in der Belästigungen keinen Platz hätten, schrieb die Delegation weiter.

In einem im Internet aufgeschalteten Merkblatt zu den Beschlüssen verurteilt die Verwaltungsdelegation sexuelle Belästigung in allen Formen. Sexuelle Belästigung sei eine Diskriminierung auf Grund des Geschlechts und stelle eine Persönlichkeitsverletzung dar, oft mit schwer wiegenden Folgen für Betroffene, heisst es darin.

Flirt und sexuelle Belästigung

Der Unterschied zwischen Flirt und sexueller Belästigung ist im Schreiben ebenfalls ein Thema. Flirts beruhen demnach auf Gegenseitigkeit, lösen Freude aus und stärken das Selbstwertgefühl, sind von beiden Seiten erwünscht und respektieren persönliche Grenzen. Bei Belästigung ist genau das Gegenteil der Fall.

Nachdem in den vergangenen Wochen Stalking-Vorwürfe gegen CVP-Nationalrat Yannick Buttet (VS) bekannt geworden waren, verlangten Parlamentarierinnen die Schaffung einer professionellen Anlaufstelle für Opfer von sexuellen Belästigungen.

Der Ratgeber ist bei der SVP nicht sonderlich beliebt...

Es brauche professionelle Unterstützung, wenn Parlamentarier respektlosen Handlungen ausgesetzt seien, forderte etwa die Berner GLP-Nationalrätin und Co-Präsidentin der Frauenorganisation Alliance F, Kathrin Bertschy, im «Blick» und der Westschweizer Zeitung «Le Temps». Frauen seien in der Politik exponierter als Männer. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 14.12.2017 01:42
    Highlight Jesses Gott! Und sowas haben wir gewählt!
    1 0 Melden
  • Tornado 13.12.2017 13:36
    Highlight 'Der Unterschied zwischen Flirt und sexueller Belästigung...'
    Das ist doch genau der springende Punkt. Am Anfang jedes Flirt steht die Kontaktaufnahme. Dass dabei nicht jeder gleich Taktvoll und geschickt vorgeht ist selbstredend. Wenn aber jeder verbal gescheiterte Versuch gleich als sexuelle Belästigung durchgeht, dann gute Nacht Menscheit. (per Definition steht da sexuelle Belästigung ist unter anderem eine einseitige Annäherung).
    13 1 Melden
    • rodolofo 13.12.2017 17:51
      Highlight Ich glaube, heutige Frauen sind durchaus in der Lage, zu zeigen, wenn ihnen ein Flirt, oder eine Annäherung lästig wird!
      Aber ob alle heutigen "Männchen" in der Lage sind, das was das "Weibchen" signalisiert, auch richtig zu deuten?
      Nun, da bin ich mir gar nicht sicher!
      Denn unter Männern geistert immer noch die Vorstellung herum, dass Frauen nur so tun, als ob sie nicht wollten, damit der Mann so richtig zeigen kann, wie er dominant er sein kann.
      Aber ich bin mir da trotzdem nicht ganz sicher.
      Bei gewissen "Frauelis" dürfte es eher umgekehrt sein, was ich aber nie merken werde...
      4 1 Melden
  • IMaki 13.12.2017 12:29
    Highlight Wer sich einmal die Qualität und Relevanz der in jeder Session von den Parlamentsmitgliedern produzierten Vorstösse ansieht (wer's nicht glaubt soll sich auf der Parlaments-Website die Liste anschauen), wundert sich nicht, wenn dieser Art Therapieangebote nötig werden. Wenn sich die Intelligenz der Durchschnittsparlamentarier auf Anstand und Respekt ausweiten, sackt offenbar die Gürtelhöhe auf die Knie ab.
    3 2 Melden
  • rodolofo 13.12.2017 11:11
    Highlight Haben nicht mal Luzerner Behörden vor Neujahr einen Prospekt herausgegeben und an Asylanten verteilt, mit illustrativen Bildchen darüber, was sich in unserem Kulturkreis gehört und was nicht?
    Die könnte man doch in einer zweiten Auflage nochmals drucken und an unsere Parlamentarier verteilen!
    14 2 Melden

Liebe Baslerinnen und Basler, das passiert jetzt mit eurer BaZ ...

Das Zürcher Verlagshaus Tamedia hat die «Basler Zeitung» gekauft. Wer die neue Besitzerin ist, wer sie steuert und was das für ihre Leserinnen und Leser heisst. 

Liebe Baslerinnen und Basler 

Eines vorneweg, damit es nachher nicht heisst, es sei nicht deklariert gewesen: Mein Vater ist der Chef von TeleBasel, der Vater meines Chefs ist der oberste Chef der «bz Basel», ich bin seit vier Jahren bei watson und zuvor habe ich acht gute Jahre bei der Tamedia verbracht. 

Ich bin also in alle Richtungen gleich befangen. Dafür weiss ich, wovon ich euch in diesem offenen Brief berichte.

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