Schweiz

Brennelemente werden im AKW immer unter Wasser ausgetauscht Bild: KEYSTONE

Beschädigte Brennstäbe: Das Ausmass beim AKW Leibstadt ist grösser als gedacht

Brennstäbe, die erst ein Jahr im Reaktor sind, weisen oxidierte Stellen auf. Wie diese entstanden sind und was Ersatz und Reparatur kosten, ist noch unbekannt.

23.11.16, 07:19 23.11.16, 10:52

Fabian Hägler / az Aargauer Zeitung

Bei der Jahresrevision im AKW Leibstadt wurden im August an acht Brennelementen oxidierte Stellen entdeckt. Rund zwei Monate länger als geplant werde der Reaktor deshalb stillstehen, teilten die Kraftwerksverantwortlichen damals mit. Anfang Oktober teilte die Kernkraftwerk Leibstadt AG mit, dass mehr Brennelemente betroffen seien und die Untersuchungen mehr Zeit in Anspruch nehmen: Erst im Februar 2017 sollte das leistungsstärkste und neueste Atomkraftwerk der Schweiz wieder ans Netz gehen, hiess es.

An diesem Termin halte man weiterhin fest, sagt Karin Giacomuzzi, Leiterin Kommunikation beim Kernkraftwerk Leibstadt. Dies, obwohl die Probleme mit den Brennelementen offenbar deutlich grösser sind als ursprünglich angenommen. Giacomuzzi sagt auf Anfrage, von rund 200 bisher untersuchten Elementen hätten deren 45 kritische Befunde aufgewiesen. Der Reaktor in Leibstadt enthält 648 Brennelemente mit jeweils 96 Brennstäben. Mehr als jedes fünfte Brennelement wies also beschädigte Brennstäbe auf – auf den gesamten Reaktor lasse sich dieses Verhältnis jedoch nicht übertragen, sagt Giacomuzzi: «Wir haben Elemente an allen Positionen im Reaktorkern untersucht und festgestellt, dass nur diejenigen Befunde aufweisen, die an den hochbelasteten Positionen im Kern stehen.» Die Inspektion habe sich in der Folge auf die Überprüfung dieser Elemente konzentriert. Deshalb geht man in Leibstadt von insgesamt 45 Brennelementen mit Befunden aus.

Das Kernkraftwerk Leibstadt vor einem Spielplatz in Szene gesetzt. Bild: KEYSTONE

Nur jüngste Elemente betroffen

Die Korrosion von Brennstabhüllrohren ist laut einem Bericht der Atomaufsichtsbehörde ENSI ein normaler Prozess, der in jedem Reaktor stattfindet. Die Oxidation sei unter anderem von der Herstellungsart der Brennelemente, der anlagespezifischen Wasserchemie, der Leistungsgeschichte und der Einsatzzeit der Elemente abhängig.

Erfahrungsgemäss sei in den vier bis sechs Einsatzjahren eines Brennelements mit Oxidschichten von 0.1 Millimeter Dicke zu rechnen. Bereits 1997 wurden laut einem Bericht der Atomaufsichtsbehörde in Leibstadt Schäden bei Brennelementen festgestellt. Betroffen waren damals ältere Elemente, die drei Jahre und länger im Einsatz standen. Um das Problem zu lösen, wurden diese durch neue Elemente ersetzt. So einfach ist die aktuelle Situation nicht: In Leibstadt geht man davon aus, dass es sich um «ein lokales Kühlungsdefizit in hochbelasteten Brennelementen handelt», wie Giacomuzzi sagt. Die Oxidationen, die sich an den Brennstäben als verfärbte Stellen zeigen, wurden allerdings gerade nicht an den ältesten Elementen festgestellt.«Die bisher gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass ausschliesslich einjährige Brennelemente betroffen sind», sagt Giacomuzzi.

Sie könne derzeit keine abschliessenden Aussagen dazu machen, «wie viele Brennelemente instand gestellt oder ausgetauscht werden müssen». Eine erste Schätzung gibt es aber: «Wir rechnen heute mit rund 15 Brennelementen, die repariert werden müssen.» Dabei würden die Brennstäbe mit einem Befund durch Zirkonium-Stäbe ohne Uranpellets ersetzt. Das heisst: Anstelle von Stäben, die mit Uran gefüllt sind und Energie liefern, werden leere Stäbe eingesetzt. Dadurch dürfte sich die Leistung des Reaktors reduzieren – wie stark, lässt sich noch nicht sagen. Giacomuzzi versichert aber: «Das Vorgehen des Kernkraftwerks Leibstadt ist stets sicherheitsgerichtet.»

Greenpeace-Experte ist besorgt

Stefan Füglister, AKW-Experte bei Greenpeace, hält die Erkenntnisse aus Leibstadt für bedenklich. «Dass gerade die jüngsten Brennelemente betroffen sind, wirft Fragen auf», sagt er. Füglister geht nicht von einer mangelhaften Produktion aus, sondern sieht mögliche Ursachen eher bei der hohen Reaktorleistung. «Möglicherweise kommt es in gewissen Bereichen zu einem Siedezustand, bei dem die Brennelemente nicht mehr vollständig mit Wasser in Kontakt sind und schneller oxidieren», vermutet er. Füglister, der sich seit Jahren mit Atomkraftwerken befasst, sagt weiter, ihm sei in diesem Ausmass kein ähnlicher Problemfall bekannt. Möglicherweise führe die Leistungserhöhung des AKW Leibstadt dazu, dass die Elemente stärker beansprucht würden als ursprünglich vorgesehen «und deshalb früher Schäden auftreten». (aargauerzeitung.ch)

Atomausstieg – Ja, Nein? Mehr zum Thema hier:

Von der Energielösung zur Bedrohung: So eroberte der Atomstrom Europa

Solides Ja oder Trend zum Nein? Umfrage-Chaos beim Atomausstieg

Stehen Atomkraftwerke «nutzlos herum»?

«Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?» 7 Politiker und der Atomausstieg 

Atomausstiegs-«Arena»: Alarm, Licht aus und eine siegreiche Bundesrätin

Sie rentieren nicht mehr – Alpiq will AKW Leibstadt und Gösgen verschenken

Die 6 «Swing States» der Schweiz – hier könnte der AKW-Entscheid fallen

Umfrage zeigt: Schweizer wollen immer noch den raschen Atomausstieg

Chance für die Wirtschaft: Weshalb der Atomausstieg 5700 Arbeitsplätze schaffen könnte 

Beschädigte Brennstäbe: Das Ausmass beim AKW Leibstadt ist grösser als gedacht

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
81
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
81Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • (M)eine Meinung 24.11.2016 00:09
    Highlight Leute geht abstimmen anstatt hier rumzutexten... glaubt mir, das bewirkt mehr ;)
    11 0 Melden
  • Froggr 23.11.2016 19:04
    Highlight Also erstens werden wir überhaupt NICHT damit bewirken. Wir helfen weder uns noch irgendjemanden sonst. Frankreich hat immernoch zahlreiche Atomkraftwerke an der Schweizer Grenza. Darunter auch gefährliche Blüter. Weiter finde ich es absolut minderwertig von der Linken, dass sie alles zum Scheitern bringen versuchen. Winkraftwerke verwüsten das Naturbild. Atomkraftwerke sind zu gefährlich. Kohlekraftwerke sind zu umweltverschmutzend. Gaskraftwerke auch. Wasserkraftwerke schaden der Tierwelt.
    9 24 Melden
    • zialo 24.11.2016 10:38
      Highlight Frankreich hat meins erachtens eine streng durchgreifende Atomaufsicht (trotz Zwischenfällen, die es auch dort leider gibt).
      Das Emsi hingegen MUSS es allen Recht machen, auch den Kantonen, welche zuviel Steuergelder in den AKWs verlocht haben. Übrigens bestrahlt ein GAU nahe Bern die Schweiz stärker als einer in der Ferne im Ausland.
      7 2 Melden
  • Holla die Waldfee 23.11.2016 11:30
    Highlight Weg mit dem Dreck!
    Und damit mein ich die ganzen AKWs!
    60 13 Melden
    • kurier 23.11.2016 14:16
      Highlight Sehr fundiert, bravo! Und im Gegenzug her mit dem Kohlestrom-Dreck aus dem Ausland.
      15 42 Melden
    • ZH27 23.11.2016 14:37
      Highlight Und mit was würdest du die AKWs gerne ersetzten? Gaskombikraftwerke, Kohlekraftwerke oder doch lieber AKW-Strom aus Frankreich? Das Solar- und Windkraftpotential ist (auch wenn noch lange nicht voll ausgeschöpft) beschränkt.
      11 38 Melden
    • amore 23.11.2016 19:52
      Highlight Bitte informieren und danach kommentieren:
      10 4 Melden
    • ZH27 23.11.2016 23:10
      Highlight @amore
      Was man jetzt mit diesem Fyler anfangen? Erklär mir das doch bitte kurz, wenn du so gut informiert bist. Wie willst du Kernkraft in Europa gesamthaft ersetzten ohne einen massiv erhöhten CO2 Ausstoss und/ oder Preis? Klar können wir die AKWs in der Schweiz abschalten. Italien hat auch keine Kernkraftwerke, ist aber auch der grösste Stromimporteur überhaupt (und importiert auch im grossen Stil Atomstrom). Bitte argumentieren oder nicht kommentieren, amore ;)
      3 5 Melden
  • zuercher123 23.11.2016 11:20
    Highlight Wieder typisch, sowas kurz vor einer Wahl zu publizieren.
    14 54 Melden
    • plaga versus 23.11.2016 13:29
      Highlight Ja, das ist typisch für die heutige Zeit, bei dieser Abstimmung, beim Klimawandel oder beim Fremdenhass zum Beispiel!

      ZUM GLÜCK IST DAS NOCH SO!!!
      27 4 Melden
    • zuercher123 23.11.2016 14:16
      Highlight Nunja, mir ists langsam egal. Freut euch schon auf Kohlekraftwerke und so.
      Die Linken werden ja auch Windkraft und Wasserkraft zu verhindern wissen. Stichwort VerhinderungsClub Schweiz.
      10 26 Melden
    • plaga versus 23.11.2016 16:18
      Highlight Windkraft wollen die aufrechten Bauern nicht... Zugespitzt würde ich auch sagen: Lieber ein bisschen Kohle als ein Fukushima in der CH.
      Und schon mal daran gedacht: Wohin mit dem Atommüll? In drei Generationen haben verstrahlten Abfall für 30'000 (!) Generationen geschaffen.
      25 6 Melden
    • zuercher123 23.11.2016 17:12
      Highlight Mein Vater ist Bauer, Atomgegner. Er würde liebend gerne ein grosses Windrad auf einem seiner Felder auf einem Jurahügel aufstellen. Die Lage wäre perfekt. Aber er will sich die Mühe gar nicht erst machen das zu planen, weil er weiss, dass zig tausende Einsprachen kommen würden.
      8 9 Melden
    • zuercher123 23.11.2016 17:14
      Highlight Dass Kohlekraftwerke die mehr Radioaktivität freisetzen als Atomkraftwerke ist auch noch eine lustige Sache. Perfide aber wahr.
      7 10 Melden
  • Adam Gretener (1) 23.11.2016 10:51
    Highlight Also, es wurden 200 Brennstäbe von knapp 700 untersucht. Und man fand bis dato 45 defekte Brennstäbe. Aber gleichzeitig sagt man, dass man nach der kompletten Untersuchung aller Brennstäbe von 45 Defekten ausgehe. Aha, auch optimistisch, die gute Frau.
    38 6 Melden
    • Maett 23.11.2016 19:48
      Highlight @Adam Gretener (1): es ist auch blöd gerechnet. Für die Öffentlichkeit hätte man ruhig auf den Faktor 100 genau runden können und wäre dann bei einer überaus beruhigenden Null.
      7 0 Melden
  • DasSchaffenWir 23.11.2016 10:48
    Highlight Auch dieser Beitrag zeigt: Im Vorfeld zur Abstimmung zur Atomausstiegsinitiative werden immer wieder Themen mit Angstmacherei, Halbwahrheiten und selbst gebastelten Schlussfolgerungen «ausgeschlachtet», um die Initiative positiv zu beeinflussen. Siehe dazu auch den Kommentar auf NZZ online. http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/fruehzeitiger-akw-ausstieg-nicht-der-optimale-weg-ld.130034#kommentare Eine qualitative Beschreibung dieser Art von Journalismus erspare ich mir.
    22 47 Melden
    • meine senf 23.11.2016 11:49
      Highlight Im Grossen und Ganzen zitiert dieser Artikel bloss die Mediensprecherin des AKWs Leibstadt.

      Die "Lügenpresse"-Schiene wird wirklich langsam lächerlich.
      46 9 Melden
    • kurier 23.11.2016 14:19
      Highlight Spricht nicht für eine ausgewogene Diskussion, wenn man als Gegenstimmen nur noch die zuständigen Pressesprecher zitieren kann, weil alle anderen nichts sagen wollen oder können. Bei der Energiedebatte geht es in erster Linie um Ideologie und um gaaanz viel Geld. Ein Versachlichung täte der Diskussion gut. AKW sind etwa so gefährlich wie ein Pappbecher.
      3 15 Melden
    • meine senf 23.11.2016 15:54
      Highlight Man wirft den anderen das Totschlagsargument "Unsachlichkeit" oder "Ideologie" vor, um sie in die Träumer- oder Fundi-Ecke zu stellen, bringt aber selber nur hanebüchene Argumente ohne weitere Begründung ("sicher wie ein Pappbecher").

      Ich glaube oder hoffe zumindest, dass das nicht mehr funktioniert.
      14 3 Melden
    • Maett 24.11.2016 01:49
      Highlight @meine senf: dass es bei diesem Thema primär um Ideologie stimmt aber. "AKW sind etwa so gefährlich wie ein Pappbecher" ist doch auch eine ideologisch getriebene Aussage, da AKWs nun mal in sehr ungünstiger Konstellation sehr gefährlich sein können, aber ansonsten eigentlich ein guter Ansatz zur Stromerzeugung sind (was eben viele - aus ebenfalls ideologischen Gründen - nicht sehen).

      Ich bin immer noch für Reaktor-Typen die einem nicht um die Ohren fliegen können, davon gibt's auch einige - Bandenergie ohne AKW ist nicht möglich, wenn man gleichzeitig auf Kohle und Gas verzichten will.
      2 3 Melden
  • helios 23.11.2016 10:27
    Highlight Bizzeli WD-40 drauf und weitermachen.
    Irgendwie muss sich doch endlich beweisen lassen, dass Kernenergie günstig und zuverlässig ist.
    66 10 Melden
  • zialo 23.11.2016 09:48
    Highlight Falsch funktionierendes AKW bitte für immer ausgeschalten lassen.
    65 17 Melden
  • reader187 23.11.2016 09:25
    Highlight Müsste man so eine Abweichung vom Betriebszustand nicht entdecken? wenn das Wasser im Reaktor siedet müsste man das doch theoretisch messen können oder an der Schwankung der thermischen Leistung erkennen können?
    34 5 Melden
    • E. Edward Grey 23.11.2016 10:35
      Highlight Diese siedestellen sind Lokal sehr begrenzt. An Stellen wo sonst kaum was überlebt.
      5 0 Melden
  • atomschlaf 23.11.2016 09:22
    Highlight Just in time für ein wuchtiges JA am Sonntag!

    Man hat keinen Blassen, weshalb die Brennelemente so rasch oxidieren, aber selbstverständlich besteht keine Gefahr für die Sicherheit...
    129 17 Melden
    • Töfflifahrer 23.11.2016 10:42
      Highlight Es sind ja schliesslich Experten die das kompetent sagen , dass die zwar keinen blassen Schimmer haben was da passiert, aber Sicherheit relevant ist das ja nicht. Bitte, bitte glaubt doch denen endlich mal was! (Ironie aus)
      21 9 Melden
  • Valentin Ziegler 23.11.2016 09:20
    Highlight Das ist Meckern auf sehr hohem Niveau! Ein Brennelemenschaden besteht, wenn die Hülle nicht mehr gasdicht ist. Es sind aber alle verfärbten Hüllen in Leibstadt gasdicht geblieben! Gerne könnt ihr noch Bildli von Siedewasser-Brennelementen reinstellen oder ein Lieferant von solchen interviewen.

    So kurz vor der Abstimmung so einseitig Angst zu machen samt Greenpeace-Experte finde ich keine ausgewogene Berichterstattung. #informationsauftrag
    40 109 Melden
    • D(r)ummer 23.11.2016 09:59
      Highlight #blickgegenpol #blickausmfenster
      28 4 Melden
    • Tilman Fliegel 23.11.2016 10:25
      Highlight Totschweigen wäre besser?
      PS: bitte vorherigen Autokorrektur Fehler löschen.
      30 4 Melden
    • E. Edward Grey 23.11.2016 10:33
      Highlight Die Pro-AKW Bewegung informiert derzeit ebenfalls, hat sich die Trump Strategie zu eigen gemacht mit massenhaft maschinell generierten Meinungs-Behauptungs-Angstmacherei-Meldungen auf diversen Social-Media Kanälen.
      30 9 Melden
    • Maragia 23.11.2016 11:00
      Highlight Also ich lese nur Angstmacherei von den Gegnern...
      Jammern werden nachher eh die weniger gut verdienenden, wenn dann für die 5-köpfige Familie die Stromrechnung pro Jahr nicht mehr nur 1500.- ist sondern halt 2500.-
      14 28 Melden
    • TheDan 23.11.2016 11:17
      Highlight Was wollen die Blitzer hier sagen? Die Aussage dass kein Brennelementschaden vorliegt und keine radioaktiven Stoffe in den Wasserkreislauf geraten sind ist absolut korrekt. Und selbst wenn ein Brennelementschaden vorliegen würde bedeutet das noch nicht den Super GAU.
      Diese Geschichte bedeutet nur dass das ENSI extrem kritisch ist. In anderen Ländern stellen Brennelementschäden kein Problem dar und der Zyklus wird zu Ende gefahren.
      13 11 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 23.11.2016 12:22
      Highlight @Maragia: Hast du in deinem Kommentar ernsthaft gesagt, dass nur die AKW-Gegner Angstmacherei betreiben, um dann im nächsten Satz Angst bezüglich höheren Stromkosten zu schüren? Bizzli Scheinheilig, nicht?
      20 2 Melden
    • Posersalami 23.11.2016 12:35
      Highlight @Maragia: Mal abgesehen davon, dass ihr Beispiel mit 25% höheren Preisen recht "windig" ist weil von EE erzeugter Strom einiges günstiger ist als AKW Strom. Ihre 5 köpfige Familie wird noch viel mehr jammern, wenn sie im Tessin oder in Österreich in einer Turnhalle leben darf weil das Mittelland unbewohnbar geworden ist infolge eines Unfalls. Auch werden sich die nächsten paar 1000 Generationen bedanken, weil sie die Kosten für unseren Müll tragen müssen, falls man das Problem der Endlagerung irgendwann mal löst.
      10 2 Melden
  • sentir 23.11.2016 09:19
    Highlight Spart euch die Reparatur. Ihr könnt schon mal mit dem Rückbau beginnen.
    94 19 Melden
  • Gelöschter Benutzer 23.11.2016 09:12
    Highlight Ja.
    45 2 Melden
  • Tubel500 23.11.2016 09:09
    Highlight Das ist doch toll! So stelle ich mir meine Zukunft vor, ein paar hundert Kilometer von einer Zeitbombe entfernt.. Lieber bezahle ich ein paar Franken mehr für sicheren Strom als mich diesem Risiko auszusetzen. Verstehe wirklich nicht, wieso Atomkraftwerke für so viele Menschen eine "Gute" Lösung sind..
    72 16 Melden
    • Bowell 24.11.2016 00:02
      Highlight Ein paar hundert Kilometer entfernt? Wo wohnst denn du?
      4 0 Melden
  • Döst 23.11.2016 09:09
    Highlight Und jetzt? Viel transparenter kann man ja kaum informieren. Zeigt nur, dass man die Sicherheit in der CH sehr ernst nimmt.
    Der Greenpeace Experte mutmasst nur, die Ursache wird auch ohne Greenpeace herausgefunden.
    31 39 Melden
    • kleiner_Schurke 23.11.2016 10:28
      Highlight Was nutzt uns Transparenz? Die eingesetzten Uranpellets stammen aus La Hague oder Salfield die beide Plutonium in den Atlantik ableiten seit Jahrzehnten. Die Westküste von England ist grossflächig mit Plutonium verschmutzt. Eine Sauerei unglaublichen Ausmasses. Die Abfälle aus Atomkraftwerken wurden zum Teil im Ärmelkanal versenkt, sinnigerweise genau dort wo auch grosse Teile der Munition aus den Weltkriegen versenkt wurden. Atomabfälle und Bomben zusammen. Kann es noch besser kommen? Wozu brauche ich also noch Transparenz in Leibstadt?
      34 4 Melden
    • E. Edward Grey 23.11.2016 10:31
      Highlight Es ist ja nicht so dass man Greenpeace für eine Analyse an den Reaktor gelassen hätte.
      26 3 Melden
  • meine senf 23.11.2016 08:55
    Highlight Fünf kleine AKWs wollten Kerne spalten
    Bei einem gibts auch im Mantel Spalten
    Deshalb sind's bald nur noch vier

    Vier kleine AKWs wollten Geld verbrennen
    Bei einem war beim Behälter-Schweissen am pennen,
    da waren's nur noch drei.

    Drei kleine AKWs wollten Müll produzieren
    Bei einem sind die Brennstäbe am korrodieren,
    da waren's nur noch zwei ...
    85 16 Melden
  • reaper54 23.11.2016 08:51
    Highlight Und das ein Bericht von anfang Oktober ende November vor der Ausstiegsinitiative publiziert wird ist reiner Zufall 🤔.
    Sorry und danach wider Artikel in denen Gejammert wird weil die Presse nicht mehr ernst genommen wird. Euer ernst?
    11 34 Melden
  • MaxHeiri 23.11.2016 08:40
    Highlight Ich verstehe diese Aufregung bei Atomenergie nie. Ansonsten gebildete Leute werden hysterisch und anti-wissenschaftlich wenns um Nuklearenergie geht. Hat es damit zu tun, dass man Radioaktivität nicht sehen kann? Weil messbar ist es ja sehr einfach.
    23 55 Melden
    • E. Edward Grey 23.11.2016 10:29
      Highlight Messbar ja. Beherrschbar nein.
      48 5 Melden
    • R&B 23.11.2016 10:32
      Highlight @MaxHeiri: Wer sich wissenschaftlich verhält, erkennt, dass der Schaden eines GAU zu gross ist, als dass man ein AKW selbst mit der grösstmöglichen Sicherheit betreiben darf. Statistisch kann ein GAU genau jetzt in der Schweiz passieren und dann ist die halbe bewohnbare Schweiz für lange Zeit unbewohnbar.
      35 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.11.2016 10:44
      Highlight Naja ... ...

      In aller Seelenruhe, beobachte ich seit 50 Jahren, zurückgelehnt im Sessel, wie die Atomlobby erzählt, dass für das Abfallproblem bald eine Lösung gefunden ist; de facto wird "zwischengelagert".

      Erst ganz kürzlich erfahre ich - und ich bin ganz ruhig dabei, denn persönlich betrifft es mich ja nicht - , dass die AKW-Betreiber nur 50 Jahre nach Abschalten für den Abfall verantwortlich sind. Danach geht der "Unterhalt" an den Staat.

      Seelenruhig bin ich bei letzterem nicht, denn ab und zu blickt man auch einem Kind ins Gesicht, das zu Lebzeiten dieses Atom-Erbe antreten wird.
      29 4 Melden
  • beaker 23.11.2016 08:34
    Highlight Die Story genau zum richtigen zeitpunkt gebrach...
    27 5 Melden
    • SeKu 23.11.2016 10:17
      Highlight Nein, viel zu spät (und das wohl absichtlich), 99% haben schon brieflich abgestimmt.
      22 5 Melden
    • E. Edward Grey 23.11.2016 10:29
      Highlight AKW Stories kommen sowieso im 3-Monats-Rhythmus weil immer wieder etwas ist.
      23 3 Melden
  • _kokolorix 23.11.2016 08:34
    Highlight Wenn eine derart sensible technische Anlage nachträglich um 15% stärker belastet wird als geplant kann es halt zu unerwarteten Efekten kommen.
    Aber die Verantwortlichen tun so als ob sie alles im Griff hätten, dabei kann so etwas im Fall einer Schnellabschaltung zu einem GAU führen.
    Obwohl immer behauptet wird, dass die Sicherheit an oberster Stelle rangiert, erleben wir hier einmal mehr genau das Gegenteil. Hier wird die wirtschaftliche Ausbeute bedenkenlos über die Sicherheit gesetzt.
    Nicht ein Gedanke wird an eine Rücknahme der Leistung verschwendet!
    47 9 Melden
  • E. Edward Grey 23.11.2016 08:31
    Highlight Das Problem mit dem Siedezustand ist doch dass die Brennstäbe dann nicht nur oxidieren und dadurch in ihrer Struktur geschwächt werden, sondern auch dass wegen der Luftblasen die Kühlung wegfällt, die Temperatur in einem Lawineneffekt weiter ansteigt und der Brennstab schmilzt, richtig?

    Wenn die geschmolzenen Brennelemente dann nicht in den Sicherheitsbehälter fallen (sofern es einen hat) ist die Kernspaltung nicht mehr kontrollierbar.

    Richtig soweit?
    40 13 Melden
    • SeKu 23.11.2016 10:18
      Highlight Sie ist auch in einem sogenannten "Sicherheitsbehälter" nicht mehr kontrollierbar.
      12 5 Melden
    • TheDan 23.11.2016 10:22
      Highlight Ich empfehle Dir bei Gelegenheit mal ein Informationszentrum zu besuchen. Z.B. in Leibstadt wird auch technisch weniger begabten einfach vermittelt wie ein KKW funktioniert.
      Beim Siedewasserreaktor führen Dampf- oder Luftblasen wie Du schreibst zur Leistungsreduktion da die Moderation (Neutronen auf die richtige Geschiwndigkeit bringen damit Kerne gespaalten werden können) abnimmt.
      Das Problem was Du siehst existiert nicht und mit deinen Phantasien machst Du anderen Leuten nur Angst. Bleib doch bitte bei Dingen die Du auch verstehst.
      15 23 Melden
    • Madison Pierce 23.11.2016 15:22
      Highlight Das stimmt so nicht. Wie TheDan schon geschrieben hat, ist Leibstadt ein Siedewasserreaktor. Das Wasser ist der Moderator, bremst also schnelle Neutronen auf thermische Geschwindigkeit ab, da schnelle Neutronen nur selten weitere Kerne spalten.

      Durch mehr Dampfblasen sinkt also die Leistung, der Reaktor reguliert sich quasi selbst.

      Wenn man die Korrosion zu lange nicht bemerken würde, könnten die Pellets aus den Stäben fallen und das wäre dann ein Problem.
      6 1 Melden
  • Scenario 23.11.2016 08:28
    Highlight hier noch ein guter Artikel auf heise.de über einen belgischen reaktor: https://www.heise.de/tp/news/Alarmierende-Wahrscheinlichkeit-eines-Supergaus-in-belgischen-Atomkraftwerken-3494478.html
    20 3 Melden
  • adma 23.11.2016 08:25
    Highlight Zitat aus dem Text: Die Korrosion von Brennstabhüllrohren ist laut einem Bericht der Atomaufsichtsbehörde ENSI ein normaler Prozess, der in jedem Reaktor stattfindet.

    Abgesehen von erhöten Kosten dürfte dies also überhaupt kein Problem sein.
    15 27 Melden
    • E. Edward Grey 23.11.2016 10:27
      Highlight Wenn es kein Problem ist, warum denn die unerwartete Verzögerung?
      15 4 Melden
  • Domino 23.11.2016 08:15
    Highlight Diese Reaktortypen sind Schrott und dienen nur den Briten, Amis und Franzosen Waffenfähiges Plutonium herzustellen. Kontrolliert runterfahren und verschrotten. Verbauen wir uns aber nicht die Zukunft, es gibt neue Ansätze und völlig sichere Reaktoren in ca 15 Jahren.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_IV_International_Forum?wprov=sfsi1
    20 11 Melden
    • TheDan 23.11.2016 10:25
      Highlight Mit dem Reaktortyp in Leibstadt wird kein Plutonium erbrütet. Dafür gibt es geeignetere Reaktortypen welche sich Brutreaktoren nennen. Auf Wikipedia hättest Du das auch rausgefunden...
      10 1 Melden
    • Jellyfish 23.11.2016 10:50
      Highlight Und wohin mit dem müll? Auch in 15 jahren...
      8 4 Melden
    • Domino 23.11.2016 10:58
      Highlight Stimmt, da wird kein Plutonium erbrütet, es wird bei der Wiederaufbereitung der Brennstäbe entfernt. Und diese Wiederaufbereitungsanglagen stehen eben in Frankreich und England.
      Mir gehts damit um Grundsätzlicheres: Man auf die Uran-Zerfallsreihe gesetz, wo eben auch Plutonium vorkommt. Bei der Thorium-Reihe ist das nicht der Fall.
      5 1 Melden
    • Domino 23.11.2016 12:53
      Highlight @ Jellyfish: beim Flüssigsalzreaktir gibts praktisch keinen Abfall mehr. Er kann selbst den bisher entstandenen Abfall verwerten. Die Argumente sind auf einem Stand von 1980...
      4 0 Melden
  • pulcherrima* 23.11.2016 08:14
    Highlight Das kommt ja passend zur Abstimmung
    9 2 Melden
  • Peace.Nik 23.11.2016 08:12
    Highlight Wenn nur einmal etwas in diesen Atomkraftwerken schief läuft – wir sind ja Menschen und machen Fehler, Maschinen machen auch welche – dann können wir unsere Koffer packen und auswandern. Ich jedenfalls möchte nicht in einer mit Strahlen verseuchten Umwelt leben. Vielleicht gehen dieses Risiko (auch wenn es klein ist) die Initiativgegner ein? Das reicht für mich persönlich als Argument, für den Atomausstieg zu stimmen. Je früher wir diese los sind, desto besser. Bei allem Respekt vor den Kraftwerkbetreibern. Die machen ihren Job trotzdem gut, aber eben.
    45 6 Melden
  • Samln 23.11.2016 08:12
    Highlight Zufall, dass dies heute, einen Tag nach der spätest empfohlenen Briefstimmabgabe, publiziert wird? 😉
    17 7 Melden
  • Gelöschter Benutzer 23.11.2016 08:11
    Highlight Oxidierte Stellen ... haben wir die nicht alle? Naja, sind scheinbar mal etwas auf dem Trockenen gelegen ... passiert uns auch.
    3 19 Melden
  • TrueClock 23.11.2016 08:10
    Highlight Wenn das mal nicht perfektes timing ist.
    11 3 Melden
  • ändu66 23.11.2016 08:08
    Highlight Unsere AKWs sind sehr sicher und verdienen eine unbeschränkte Betriebsbewilliung... #IronieOff
    Probleme ohne Ende, Entsorgung ungelöst, massives "Restrisiko".
    Es muss uns offenbar wirklich hier in Mitteleuropa ein AKW um die Ohren fliegen bis wir endlich gescheiter werden!
    45 6 Melden
  • kleiner_Schurke 23.11.2016 08:08
    Highlight ABSCHALTEN! und zwar sofort!
    44 11 Melden
  • Triumvir 23.11.2016 08:07
    Highlight Mein Ja zum Ausstieg aus dieser Killerenergie ist schon lange unterwegs!
    43 9 Melden
  • klugundweise 23.11.2016 08:02
    Highlight Alles kein Problem. Fragt NR Wasserfallen, der hat bestimmt eine Lösung!
    29 4 Melden
  • Granini 23.11.2016 07:52
    Highlight Klare Botschaft: watson ist für den atomausstieg.
    21 4 Melden
    • Radesch 23.11.2016 09:49
      Highlight Natürlich, die Vorteile eines Atomausstiegs übertreffen die Nachteile um vielfaches.
      35 5 Melden
    • DasSchaffenWir 23.11.2016 10:24
      Highlight Genau: Die Kernkraftwerke werden von den Medien in Szene gesetzt, so wie es Watson in der obigen Bildunterschrift selbst sagt. Tendenziös!
      6 6 Melden
    • R&B 23.11.2016 10:35
      Highlight @Granini: Watson hat eine Meinung und steht dazu. Das ist Transparenz
      9 3 Melden
  • Judge Dredd 23.11.2016 07:46
    Highlight Ein Schelm wer denkt, dieser Artikel ist nicht zufällig jetzt erschienen 😁
    8 8 Melden
    • SeKu 23.11.2016 11:30
      Highlight Ja, man hat abgewartet, bis die Frist für die briefliche Stimmabgabe abgelaufen ist. 99% stimmen brieflich.
      4 1 Melden
  • Wehrli 23.11.2016 07:39
    Highlight Ha! Eben, sehr ihr! Brennelemente Oxidiert! Schrecklich oder? Ich spühr die Strahlung schon in meinen Zehen ....
    7 33 Melden

Ganz ohne Plastiksäckli: In Zürich öffnet der erste Zero-Waste-Laden der Deutschschweiz

In Zürich eröffnet der erste Laden ganz ohne Abfall. Wer was kaufen will, muss seinen eigenen Behälter mitnehmen, auch für Nudeln, Reis oder Alkohol. «Zero Waste» heisst die Philosophie und steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft. 

Rüebli, Kartoffeln, Nudeln oder Seife, im Foifi, dem ersten Zero-Waste-Lasten in Zürich, findet man eigentlich alles – ausser eben Plastiksäckli. Der neue Laden steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft und setzt sich zum Ziel, keinen Abfall zu produzieren. Der Durchschnittsschweizer produziert im Jahr 344 Kilogramm Abfall – viel zu viel, finden die Betreiber des «Foifi». Der Name ist ein Vermerk auf die fünf Axiome von Zero Waste, aber auch eine Liebeserklärung an den Zürcher …

Artikel lesen