Schweiz

Anschuldigungen

Schweizer Entwicklungs-Millionen in Afrika versandet? SECO weist Vorwürfe zurück

30.01.15, 15:22

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat am Freitag tags zuvor erhobene Vorwürfe gegen die von der Schweiz mitfinanzierte Entwicklungsorganisation PIDG zurückgewiesen. Das SECO sieht keinen Anlass, die Zusammenarbeit mit der PIDG in Frage zu stellen.

Die Entwicklungsorganisation geriet am Donnerstag aufgrund des Berichts des Rechnungsprüfungsausschusses des britischen Parlaments unter Beschuss. Demzufolge sollen unter anderem Gelder an eine Firma mit Verbindungen zu einem verurteilten nigerianischen Ex-Politiker geflossen sein.

Das Gremium kritisierte auch die Vergabe eines Gas-Projekts in Nigeria an eine Unternehmen, das der Veruntreuung von Öleinnahmen beschuldigt worden war. Zudem verfolge die PIDG eine «verschwenderische» Spesenpolitik. 

200'000 Arbeitsplätze geschaffen

Mehrere Untersuchungen, darunter eines Ausschusses des britischen Parlaments, hätten «keinerlei Hinweise zu suspekten Verbindungen» im Rahmen der erwähnten zwei PIDG-Projekte ergeben, teilte das SECO am Freitag auf Anfrage in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Die Zusammenarbeit mit der «Private Infrastructure Development Group» (PIDG) unterliege einer laufenden Überwachung durch die neun Geber, darunter das SECO. Überwacht werden die Projekte durch ein Aufsichts- und Kontrollsystem.

Schweiz zweitgrösster Geldgeber

Dieses ermögliche die zielgerichtete Verwendung der Ressourcen. Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass die PIDG gute Resultate erziele. Die PIDG-Investitionen hätten zur Schaffung von rund 200'000 Arbeitsplätzen beigetragen, hiess es von Seiten des SECO weiter.

Die Schweiz hatte die PIDG 2002 zusammen mit Grossbritannien, den Niederlanden und Schweden ins Leben gerufen. Sie soll private Investoren für Infrastrukturprojekte in Entwicklungsländern mobilisieren. Grossbritannien ist mit einem Beitrag von insgesamt 662 Millionen Dollar seit der Gründung der mit Abstand grösste Geldgeber. Darauf folgt die Schweiz mit 76,6 Millionen Dollar. (whr/sda)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 02.02.2015 07:24
    Highlight Gut, dass endlich über den Einsatz der 3 Milliarden Entwicklungshilfe-Gelder diskutiert wird!

    Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie hoch der Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe am jährlichen Bruttonationaleinkommen (BNE) sein soll. Kaum diskutiert wird, wie diese Gelder effektiver und effizienter eingesetzt werden könnten. Wenn rund drei Milliarden Franken jährlich ins Ausland vergeben werden, müssen wir sicherstellen, dass diese Gelder zweckmässig ausgegeben werden. Wie gross sind z.B. die langfristigen Resultate von getätigten Entwicklungshilfe-Investitionen in verschiedenen Ländern?
    0 0 Melden

Verteidiger im Tamil-Tiger-Prozess wollen Rückweisung der Anklage

Zum Auftakt des Tamil-Tigers-Prozesses vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona haben die Anwälte der 13 Angeklagten am Montag eine grosse Zahl von Anträgen gestellt. Diese zielen darauf ab, die Anklageschrift an die Bundesanwaltschaft zurückzuweisen.

Würde man Seite an Seite des gesamten Anklagedossiers aneinanderreihen, ergäbe die Papierschlange eine Länge von 3250 Kilometern. Dieses Bild zeichnete der Zürcher Anwalt Marcel Bosonnet, der Verteidiger des Hauptverantwortlichen des World …

Artikel lesen