Schweiz
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Noe Bouissoux aus Bern wirft den Abstimmungszettel seines Vaters in die Wahlurne im Abstimmungslokal

Geht es nach der Denkfabrik Avenir Suisse, sollen Kinder das Stimmrecht erhalten. Bild: KEYSTONE

Stimmrecht für Kinder: Wie Avenir Suisse die «Gerontokratie» verhindern will

19.06.16, 06:10 19.06.16, 08:04


Das Schweizer Stimmvolk altert. So weit, so altbekannt. Aus Angst vor einer drohenden «Gerontokratie», einer Herrschaft der Alten, bringt die Denkfabrik Avenir Suisse Massnahmen ins Spiel, um dem jüngeren Teil der Bevölkerung an der Urne mehr Gewicht zu verleihen.

Einerseits altert die Gesellschaft und anderseits beteiligen sich Seniorinnen und Senioren häufiger an Urnengängen als Junge. Die nackten Zahlen zeigen laut der «Zentralschweiz am Sonntag», die über die Pläne berichtet, dass sich bis 2035 das Alter des statistischen Durchschnittswählers von heute 56 auf 60 Jahre erhöhen wird.

Rentner und kurz vor der Pensionierung stehende Personen werden damit erstmals die arbeitende Bevölkerung überstimmen können. Daher schlägt Avenir Suisse vor, Kindern das Stimmrecht zuzugestehen, das von den Eltern stellvertretend ausgeübt würde.

Lukas Ruehli, Projektleiter Avenir Suisse, an einer Medienkonferenz in Zuerich, am Dienstag, 7. April 2015. Avenir Suisse orientierte ueber ihr neuestes Diskussionspapier

Lukas Rühli von Avenir Suisse. Bild: KEYSTONE

Es sei davon auszugehen, dass Eltern die ferne Zukunft stärker gewichten würden als Personen ohne Kinder, sagte Lukas Rühli von Avenir Suisse der Zeitung. Zudem seien Eltern minderjähriger Kinder jünger als der Durchschnitt der stimmberechtigten Bevölkerung.

Weiter sollen Ausländer, die während fünf bis acht Jahren Steuern gezahlt haben, auf Kantons- und Gemeindeebene das Stimmrecht erhalten, weil diese im Durchschnitt jünger sind als Schweizer. Zudem soll das Stimmrechtsalter auf 16 Jahre gesenkt werden. (kad)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kookaburra 19.06.2016 17:00
    Highlight Also ich sehe keinen Vorteil in der Mitbestimmung von Ausländern. (Und auch Doppelbürgern.)

    Überlegt doch. Wer entscheidet nachhaltiger. Jemand der mit den Konsequenzen leben muss (und dessen Kinder), oder jemand, der noch eine Alternative hat.

    Besonders, da Immigranten ja eben den schlechten wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten sofort entfliehen, sobald sie anderswo Vorteile sehen.

    Ich denke unser Abstimmungsverhalten ist weit kurzsichtiger und weniger nachhaltig (und mehr auf eine kapitalistische Raubbausicht) ausgerichtet, je mehr Immigranten mitbestimmen dürfen.
    6 8 Melden
  • Simon Kopp 19.06.2016 13:12
    Highlight Man muss das wählen für die jungen einfach wieder attraktiver machen! Das Abstimmigsbüechli durch zu lesen und dann auch noch zu verstehen ist für viele junge schon zuviel verlangt. Und dann muss man das Teil auch noch zur Post/Urne bringen... Ich denke an eine App, wo man seine Stimmabgabe direkt auf dem Weg zur Arbeit oder in der Pause machen kann. Und mit einfachen, kurzen Videos die das gleiche erzählen wies im Abstimmigsbüechli drinn steht, könnte man über die Themen informieren.
    Das Abstimmen ist im Vergleich zum modernen Leben einfach total umständlich und zurückgeblieben..!
    6 9 Melden
    • Utopiot 19.06.2016 14:53
      Highlight Solche Videos findet man schon jetzt auf Youtube und zwar zu jeder Abstimmung. Und wer, um sich zu informieren, bloss das Abstimmungsbüchlein liest, informiert sich schon recht spärlich.
      10 1 Melden
    • Simon Kopp 20.06.2016 07:31
      Highlight Dann haben sie darauf aber echt toll aufmerksam gemacht.. 😐
      Item, mag sein dass das Abstimungsbüchlein allein nicht umfassend informieren kann, doch benutze ich es trotzdem gerne um mir eine erste objektive Meinung zu verschaffen, bevor ich mich den einzelnen Meinungen von Medien und Freundeskreis aussetze.
      Doch find ich kann man nicht von jedem erwarten, dass er sich für Politik zu intressieren hat. Trotzdem sollten auch diese Leute die Chance haben ihre Meinung zu sagen. Mein Mitbewohner stimmt inzwischen auch jedesmal ab. Aber nur weil ich ihn jeweils über die Vorlagen informieren kann..
      0 0 Melden
  • Sapere Aude 19.06.2016 10:46
    Highlight Solange die Jungen nicht abstimmen gehen, ändern solche Massnahmen nichts.
    Einzige sinnvolle Massnahme ist das Ausländerstimmrecht für Menschen mit C Bewilligung welche schon länger in Schweiz arbeiten.
    9 9 Melden
    • atomschlaf 19.06.2016 11:02
      Highlight Warum sollte man Personen, die sich genau so gut einbürgern lassen könnten, das Stimmrecht schenken?
      13 3 Melden
    • Utopiot 19.06.2016 14:55
      Highlight @atomschlaf
      Ist halt einfach im Moment so, dass ein Viertel der Bevölkerung nicht mitbestimmt. Was nicht gerade sehr demokratisch ist.
      5 5 Melden
    • Sapere Aude 19.06.2016 15:48
      Highlight Weil man sich eben nicht genau so gut einbürgen lassen kann. Muss man aufgrund der Arbeit den Wohnkanton wechseln, bevor man min 10 Jahre dort gelebt hat, kann man sich nicht einbürgern lassen und man muss weitere 10 Jahre warten. Ausserdem ist es kein Geschenk. Diese Leute Arbeiten hier, Zahlen steuern und dürfen nicht entscheiden was mit ihrem Geld passiert. Wir verwehren diesen Menschen jegliche demokratische Rechte.
      3 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 19.06.2016 10:43
    Highlight Untaugliche Lösung. Es ist nicht einzusehen, weshalb Menschen mit Kindern bessere Entscheidungen fällen sollten, als solche ohne Kinder. Hinzu käme bei diesem System der Effekt, dass Menschen mit mehreren Kindern ein stärkeres Stimmrecht hätten als solche mit nur einem Kind, was völlig absurd ist.

    Sinnvoller wäre ein mit dem Alter abnehmendes Gewicht der Stimme, z.B. in 3 Stufen (18-40, 40-Pensionsalter, Ältere) oder schlicht eine Reduktion des Gewichts der Stimme einer Person nach Eintritt des Pensionsalters.
    13 6 Melden
  • SoOderSo 19.06.2016 09:44
    Highlight Man sollte besser Massnahmen ergreifen um die Jungen zum Abstimmen zu bewegen und Jugendliche besser zu informieren, statt Minderjährige als willige Stimmenbringer zu missbrauchen
    33 4 Melden
  • sowhat 19.06.2016 09:18
    Highlight Ich weiss nicht, aber derzeit habe ich eher den Eindruck, dass die jüngere Generation mehr nach rechts tendiert als die ältere. Sich mehr einigelt als öffnet und erst recht mehr an ihre eigene momentane Situation denkt als an die Zukunftsgestaltung für das Land. Ob das die sind denen wir mehr Gewicht geben sollten?
    4 21 Melden
    • atomschlaf 19.06.2016 10:44
      Highlight Was führt Dich zur Annahme, dass eine verstärkte Linkstendenz besser für die Zukunft des Landes sei?
      11 4 Melden
  • DonPedro 19.06.2016 08:38
    Highlight Die Idee erinnert mich ein bisschen ans Kastenwesen!
    Eltern mit Kindern erhalten mehr Stimkraft in der Annahme, ihr Abstimmungsverhalten sei langfristiger geprägt!
    Avenir Suisse könnte sich täuschen!
    39 4 Melden
  • Ürsu 19.06.2016 07:23
    Highlight Ist mal ein Denkanstoss. Aber ich fände es wichtiger zuerst die Stimmpflicht einzuführen und die Jungen in den Schulen besser zu sensibilisieren.
    45 12 Melden
  • Yottaemmentaler 19.06.2016 06:34
    Highlight ein längst überfälliger schritt. mir graut es wenn ich daran denke wohin uns die babyboomer sonst politisch noch führen werden - leider ist nur ein bruchteil der menschheit zum elder statesman geboren und lässt die partikular interessen an zweiter stelle.
    11 33 Melden
  • who cares? 19.06.2016 06:25
    Highlight Wenn schon mit absurden Vorschlägen um sich werfen, würde ich eher den 65+ das Stimmrecht wegnehmen, dann würde die junge Bevölkerung gleichmässiger bevorzugt und nicht nur die mit Kindern.
    16 34 Melden
  • Klaus K. 19.06.2016 06:17
    Highlight Avenir Suisse fördert seit jeher die Herrschaft des globalen Kapitals. Das scheint mir in unserer Gesellschaft viel eher das Problem zu sein als, äh, Gerontokratie.
    37 5 Melden

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