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Bild: KEYSTONE

Jobs bis zum Abwinken: In den Spitälern fehlen so viele Fachkräfte wie nie

Noch nie gab es im Schweizer Gesundheitswesen so viele Vakanzen. Es fehlt vor allem an Pflegepersonal und an Spezialärzten.



Wer sich auf der Website des Berner Inselspitals durch die Stellenanzeigen ackert, muss fleissig scrollen und klicken. Auf 21 Seiten finden sich über 200 freie Jobs. Von der Analytikerin über den Logopäden bis hin zur Psychoonkologin. Damit sucht die Berner Inselgruppe so viel Personal wie sonst kein Schweizer Spital, wie der neuste Jobradar der Firma X28 AG zeigt.

Doch auch bei der Hirslanden Gruppe, beim Universitätsspital Zürich oder beim Kantonsspital St.Gallen gibt es freie Jobs bis zum Abwinken. So viele, dass es für einen neuen Rekord reichte, wie das Portal Medinside schreibt. Ende 2017 gab es im Schweizer Gesundheitswesen 7673 freie Stellen. So viele Vakanzen hat keine andere Branche.

Offene Stellen Ende 2017

1) Insel Gruppe: 219 
2) Hirslanden Gruppe: 174
3) Universitätsspital Zürich: 167
4) Kantonsspital St. Gallen: 121
5) Tertianum Gruppe: 108
6) Universitätsspital Basel: 75
7) Luzerner Kantonsspital: 72

Quelle: Jobradar

In den letzten vier Jahren stieg die Zahl der offenen Stellen stetig. Beispiel: Ende 2014 waren 1130 Ärzte-Stellen ausgeschrieben, Ende 2017 waren es gemäss Jobradar bereits 2700. Gesucht sind gemäss der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) vor allem Kinder- und Hausärzte, aber auch Psychiater und Gynäkologen. 

Noch krasser steht es um die Pflegefachleute. Wie gefragt sie sind, zeigt auch die Umfrage von watson. So hat das Universitätsspital Zürich alleine im Pflegebereich 100 freie Stellen.

Der Grund für den Mangel an Pflegefachpersonen sei simpel, sagt Helena Zaugg, Präsidentin des Schweizerischen Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK): «Wir bilden seit zehn Jahren zu wenige aus.» Und zwar halb so viele wie eigentlich nötig wären.

Denn: «Die Ausbildung und die Anstellungsbedingungen sind schlicht unattraktiv», sagt Zaugg. Wer sich zur Pflegefachperson ausbilden lässt, verdient rund 1000 Franken im Monat. Und nach abgeschlossener Ausbildung leidet er unter dem Fachkräftemangel. Im Klartext: Verantwortung für viele Patienten und hohe zeitliche Flexibilität, um auch kurzfristig einspringen zu können.

Die Spitäler selber machen neben den vielen Beschäftigten, die hohe Fluktuationsrate für die vielen freien Stellen verantwortlich.  Zudem nehme die Zahl Patienten stetig zu – durch den steigenden Altersdurchschnitt und neue medizinische Möglichkeiten. Dies führt zu einem Mehrbedarf an Personal und damit zu einer Verschärfung des Fachkräftemangels.

Die Verantwortlichen der fünf angefragten Spitäler beschwichtigen jedoch: So viele offene Stellen sei nichts ungewöhnliches und mache sich im Alltag nicht bemerkbar. Zumindest für die Patienten. «Natürlich wird das Personal aufgrund von Vakanzen teilweise zusätzlich gefordert», gibt das Kantonsspital St.Gallen Auskunft. Und das Universitätsspital Basel meint: «Sämtliche Wechsel stellen gewisse Anforderungen an die Flexibilität der Mitarbeitenden.» Doch da die Stellen meist innert nützlicher Frist besetzt werden können, gebe es keine grösseren Auswirkungen. 

«Wir können uns nicht nur auf Fachkräfte aus dem Ausland verlassen.»

Helena Zaugg, Präsidentin des Schweizerischen Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK)

Um dennoch den Bedarf an Fachkräften zu decken, suchen die Spitäler auch im Ausland nach Ärzten und Pflegepersonal. So handhaben es beispielsweise die Universitätsspitäler Zürich und Basel. Ihre Bedingung: Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen über gute Deutschkenntnisse verfügen. 

«Sowohl bei Grundversorgern als auch bei einzelnen Spezialistendisziplinen sind wir auf die Zuwanderung ausländischer Ärzte angewiesen, um die Versorgung sicherzustellen», sagt Dr. med. Jürg Schlup, Präsident der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH). Durch die Verdoppelung der Anzahl Studienplätze zwischen 2008 und 2018 werde sich die Situation bis in zehn Jahren verbessern, ist er überzeugt. 

Helena Zaugg, vom Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, sieht weniger optimistisch in die Zukunft. «Die Bedingungen müssen sich verbessern. Wir können uns nicht nur auf Fachkräfte aus dem Ausland verlassen.» Darum hat der Verband jetzt das Heft in die eigenen Hände genommen. Die sogenannte Pflegeinitiative will Massnahmen herbeiführen, die den Pflegeberuf wieder attraktiver machen. Bereits wurden über 120'000 Unterschriften gesammelt und die Volksinitiative eingereicht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • shamrock 18.01.2018 01:20
    Highlight Highlight 1000.- im Monat???? Woher habt ihr denn diese Angabe? Stimmt mit Garantie nicht, außer ein Spital würde Dumpinglöhne im großen Stil zahlen... Eine Dipl Pflegefachoerson HF verdient je nach Region/Spital ca. 4500.- frisch ab LAP!
    • Lami23 18.01.2018 08:14
      Highlight Highlight Eine dipl Pflegefachperson macht keine LAP, das ist eine Ausbildung auf HF Stufe. Du meinst die FaGe.
    • Lami23 18.01.2018 08:15
      Highlight Highlight Ausserdem meint man hier den Lohn während der Ausbildung. Lies genau!
  • bebby 17.01.2018 22:15
    Highlight Highlight Dank der Langlebigkeit wird der Pflegeberuf noch lange boomen wie sonst kaum ein Sektor. Und hoffentlich wird dann auch eingesehen, dass ein „Frauenlohn“ da ev. zuwenig attraktiv ist, um genügend Angebot zu schaffen. Wir brauchen weniger Banker und dafür mehr Pfleger und trotzdem verdient ein Banker mit fremdem Geld immer noch ein vielfaches als ein Pfleger. Komische Welt...
  • Lonzia 17.01.2018 19:04
    Highlight Highlight Die kurze Verbleibdauer ist ein grosses Problem. Viele meiner Kolleginnen sind und waren frustriert weil sie in dem veralteten und hierarchischen System keine Pflege anbieten konnten die wirksam war, sondern nur die wichtigsten Verordnungen ausführen konnten.

    Hier kann die Akademisierung helfen, weil sie Perspektiven bietet und die Wirksamkeit der Pflege belegt werden kann.
  • Koppsi 17.01.2018 16:14
    Highlight Highlight "...Wer sich zur Pflegefachperson ausbilden lässt, verdient rund 1000 Franken im Monat..."
    Sry, aber Frau Zaugg kann ich nicht ernst nehmen.
    1977 begann ich mit meiner KrPflg-Lehre an den Univ.-Kliniken Freiburg/Breisgau. 1. Lehrjahr: 721 DM . Heute sind 1000 Franken via EURO in DM 1658,54 !!!
    Als stellv. ltd. Anästhseipfleger habe ich zwar aktuell einen Überstundenstand von 426,5.
    Aber ich beschwere mich trotzdem nicht. Was mich erwartet? Ich hatte 3 Jahre Zeit während der KrPflg.-Lehre, um damit klarzukommen.
    • Lami23 18.01.2018 08:17
      Highlight Highlight Die HF ist eine Zweitausbildung. Viele sind zwischen 18 und 25 Jahre alt, wen man nicht mehr zu Hause wohnt ist der Lohn ein Problem.
    • Billy the Kid 18.01.2018 11:50
      Highlight Highlight @Koppsi
      1. Von Inflation haben Sie anscheinend noch nie was gehört. 1977 war eine DM punkto Kaufkraft zig mal mehr Wert als der heutige Euro oder Franken.
      Dies übrigens auch dank der "Mauer", da dadurch jegliche Billigkonkurrenz im "Osten" ausgeschaltet war.
      2. Jeder, der heute in der Schweiz lebt, kommt mit 1000 CHF nicht über die Runde. Alleine die Miete für eine günstige 1 Zimmerwohnung in Zürich kostet so viel!
      3. Es interessiert hier wirklich niemanden wieviel Überstunden Sie gemacht haben.
    • Billy the Kid 18.01.2018 16:36
      Highlight Highlight @Koppsi
      Und noch was: Gerade die Babyboomergeneration des Westens sollte mal kleinere Brötchen backen was Kritik an der heutigen jungen Generation anbelangt. Ihr hattet es auf so vielen Ebenen einfacher als die heutigen Jungen (vor allem punkto Arbeitsmarkt und Konkurrenz) und jetzt kauft ihr Aktienpakete und glaubt, dass ihr der "verweichlichten Jugend" Ratschläge punkto Lebenshaltung und Durchhaltevermögen geben müsst.

    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 17.01.2018 14:29
    Highlight Highlight Auch im Gesundheitswesen ist es wie in vielen Bereichen des Lebens. Die Unterschiede bei der Entlohnung sind zu gross. Zu gross die Anforderungen an die Anpassung und Flexibilität des Pflegepersonals.
    Die unteren Lohnklassen müssen erhöht werden, mehr Personal muss eingestellt werden um den Druck etwas zu mindern. Um dies zu erreichen braucht es viel mehr finanzielle Mittel und zumindest zur Dämpfung dieser Kosten ein klarer Abbau der oberen Lohnklassen. Keine
    Gleichmacherei aber eine flachere Pyramide. Dies wird nicht genügen, dazu kommt dass der Staat einen erhöhten Sockelbeitrag zahlt.
  • Namenloses Elend 17.01.2018 12:09
    Highlight Highlight Meine Freundin ist gerade fertig mit ihrer Ausbildung zur Pflegfachfrau mit höherer Fachschule. Die Spitäler haben ihr Briefe nach Hause geschickt, um sich bei ihr zu bewerben. Als Fage ist man ja schon gefragt, aber als Dipl. Kannst du dir aussuchen wo du arbeiten willst. Das Gehalt ist auch (zurecht) ziemlich gut.
    • Es ist Nachgerichtet 17.01.2018 19:43
      Highlight Highlight Könnte im Einzelfall auch ein Hinweis sein dass das Spital "es nötig hat", weil die Angestellten verheizt/ausgepresst werden.
      Soll da so Privatkliniken geben deren Besitzer gleichzeitig mit Zigaretten und Krebsbehandlungen Geld verdient. Dort ist man vielleicht gerne Aktionär, aber nicht angestellt.
  • nass 17.01.2018 10:52
    Highlight Highlight Als Pflegefachfrau mit einigen Jahren Berufserfahrung muss ich auch sagen kein Wunder. Immer mehr Zeugs das neben der wirklichen Pflege "am Bett" erledigt werden muss. Studien, Umfragen, veraltete Systeme zum dokumentieren, vieles läuft mehrgleisig und die Verantwortung steigt. Oftmals intensivpflegebedürftige PatientInnen auf der Station, mit 21 akut medizinischen PatientInnen alleine nachts, dazu Notfälle etc... Hilfe anfordern kann man ja versuchen, nutzt dann doch nichts. "Arbeite an deiner Belastbarkeit"heisst es dann in der Quali. Und immer wieder einspringen aus dem Frei...
    • Lami23 17.01.2018 11:11
      Highlight Highlight Und warum kündest du nicht? Eine neue Stelle finden ist ja kein Problem. Und zum einspringen kannst du auch nicht gezwungen werden.
    • Lami23 17.01.2018 12:50
      Highlight Highlight Blitzer, erklärt euch.
    • nass 17.01.2018 17:35
      Highlight Highlight @Lami23
      Hab nicht geblitzt, aber es ist überall dasselbe. (plus/minus) Und wenn man gute TeamkollegInnnen hat und weiss "was man hat" bringts nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dominik Treier (1) 17.01.2018 10:51
    Highlight Highlight Ich muss die Leute bewundern die bei den miesen Anstellungsbedingungen wie Lohn und Flexibilität bis zum Kaputtgehen, sowie der ständigen emotionalen Doppelbelastung durch krankem Patient und Anspruch von oben arbeiten können. Ich habe immer gesagt, dass man schon enorm gefestigt sein muss um den Job überhaupt machen zu können und das sind nicht alle im nötigen Masse, die ihn momentan machen (Stichwort aufkommende Gleichgültigkeit bei Überlastung von allen Seiten)... Also verbessert die Arbeitsbedingungen! Den Angstellten und den Patienten zuliebe.
  • NurEineMeinung 17.01.2018 10:30
    Highlight Highlight Ich hoffe slle die Schweizer, die keine Arbeit haben und finden, dass wir zuviel Ausländer haben, melden sich jetzt hier sofort!!!
    • Tomjumper 17.01.2018 11:48
      Highlight Highlight Ich habe scho oft erlebt, dass älteren Arbeitslosen mit Rücken oder psychischen Problemen empfohlen wurde, es doch in der Pflege zu versuchen. Das Resultat war dann meist eine IV Anmeldung nach ein zwei Jahren. Die Geringschätzung und Unwissenheit der Belastung dieses Berufs ist unglaublich.
    • RETO1 17.01.2018 15:05
      Highlight Highlight auch Ausländer benötigen Spitalbetten und nicht knapp, darum der Personalmangel
  • Herbert Anneler 17.01.2018 09:24
    Highlight Highlight Wir müssen Gesundheit ganz neu denken! Das total ökonomisierte und vernaturwissenschaftlichte Denken klammert den wichtigsten Gesundheits- und Heilungsfaktor aus: die Selbstheilung und die zwischenmenschliche Beziehung - und damit auch die Wertschätzung der und für die Pflegenden. Ein Gesundheitswesen, welches die wichtigsten Gesundheitsfaktoren brach liegen lässt, ist krank! Es ist hoch effizient, aber nicht effektiv: Es tut das Falsche und tut dies immer „besser“ - letal! Mehr dazu u.a. unter www.psim.ch
    • Tikvaw 17.01.2018 10:44
      Highlight Highlight Ach darum waren immer alle so gesund und lieb zueinander als das Gesundheitswesen noch nicht "vernaturwissenschaftlicht" war.
      Und Blutegel waren halt auch noch günstiger als Magnetresonanztomographie
      Die Webseite klingt übrigens wie die "Anti-Psychiatrie"-Sektion von Scientology.
    • Herbert Anneler 17.01.2018 15:06
      Highlight Highlight Dank der heutigen Medizin sterben alleine in 4000 pa.a Personen wegen in Spitälern entstandenen Antibiotika-Resistenzen, sparen Uni-Spitäler bei der Desinfektion der medizinischen Geräte, werden Tausende unnötiger Eingriffe gemacht (im Tessin verzeichnen Frauen von Gynäkologen eine unterdurchschnittliche Kaiserschnitt-Rate), wird nach Interventionen abgerechnet und nicht nach dem Gesundheitsstand der PatientInnen etc. etc. Die heutige Medizin dient bloss noch der Selbstbereicherung des Pharma- und Medizin-Filzes. Gesunde Menschen sind schlecht fürs Geschäft! Total krankes "Gesundheits"-Wesen!
    • Lonzia 17.01.2018 16:26
      Highlight Highlight Auf der Intensivstation ist alles möglich, alles wird finanziert. Sobald der Patient austritt kämpft die Spitex darum, ihre pflegerischen Leistungen abrechen zu dürfen.
  • blablup 17.01.2018 09:09
    Highlight Highlight Bei der Bezahlung, den Arbeitsplänen und teilweise echt miesen Planungsfähigkeit ist es kein Wunder, dass die überwiegend weiblichen Pflegerinnen den Job hinschmeissen, sobald sie Kinder kriegen
  • Scaros_2 17.01.2018 09:02
    Highlight Highlight Ich habe im Jahr 2008 aufgrund der Finanzkriese als frischer ausgebildeter in meinem Jobumfeld keinen JOb gefunden. Also habe ich das Jahr als Pflegepraktikant überbrückt.

    Ganz ehrlich. Was das Personal leisten muss und wissen muss ist auf dem Niveau eines Arztes. Ich würde sogar sagen, das diese Teils mehr wissen als so mancher frischer "Doktor" ab Stange einer Universität. Trotzdem werden diese schlecht behandelt, die bezahlung ist dürftig und die Last und Verantwortung gross.

    Im Vergleich zu meinem Job (digitalisierung sei dank) kein Vergleich. Mehr Lohn, weniger Last/Druck usw.
    • Lami23 17.01.2018 09:55
      Highlight Highlight Das stimmt nicht. Das ist nicht das gleiche Niveau. Soll es auch nicht sein, es sind zwei unterschiedliche Berufe, die nicht verglichen werden können. Natürlich weiss eine PP mit zehn Jahren Erfahrung mehr in gewissen Bereichen als ein AA ab Staatsexamen. Das macht aber nur ihre Erfahrung aus. Wenn er auch zehn Jahre Erfahrung hätte, sähe dass wieder ganz anders aus. Was aber wahr ist: Pflegefachpersonen müssen ein grosses medizinisches Wissen haben, das wird unterschätzt.
      Und schlecht behandelt wurde ich bisher an keiner meiner Stellen. Wenn es so wäre, würde ich künden.
    • Xapillon 17.01.2018 10:23
      Highlight Highlight Ich unterstütze Ihren Kommentar weitgehend. Bitte bedenken Sie aber, dass unsere Ärzte mindestens genau so viel leisten müssen wie das Pflegepersonal und dabei noch mehr Verantwortung tragen. Ich denke auch, dass man nach einem 6 jährigen Studium mehr weiss als nach einer 3-jährigen Lehre.
    • Lami23 17.01.2018 10:48
      Highlight Highlight Xapillon: Absolut. Was aber auch gesagt werden muss: Eine Pflegefachfrau hat sechs Jahre Ausbildung, nicht drei.
  • Berick 17.01.2018 08:32
    Highlight Highlight Eventuell liegt es auch an den unflexiblen Spitälern? Bekannte würde gerne wieder arbeiten, aber Teilzeit und ohne Nachtschichten, da Sie ein kleines Kind zu Hause hat. Spital will das nicht.. Also geht Sie nicht arbeiten und dem Spital fehlt wieder 1 Person.
    • öpfeli 17.01.2018 09:26
      Highlight Highlight Naja, dies verstehe ich irgendwie. Dann muss für die Nachtschicht jemand extra gesucht werden. Man kann nicht die anderen Mitarbeiter einfach vermehrt in der Nacht einteilen.


    • Lami23 17.01.2018 09:56
      Highlight Highlight Entweder willst du diesen Job, dann gehört Nacht dazu oder sonst arbeitest du in einem ambulanten Bereich, wie es viele Mütter tun, auch Teilzeit, kein Problem.
    • Berick 17.01.2018 10:47
      Highlight Highlight Wieso nicht? Es gibt sicher Leute die bereit sind das zu machen? Dann hätte man die Stelle besetzt, weil man flexibel ist. So ist die Stelle weiterhin offen und die anderen müssen so oder so vermehrt einspringen weil das Personal fehlt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Don Alejandro 17.01.2018 08:19
    Highlight Highlight Der Lohn für das Pflegepersonal ist zu tief. 7/24, verschiedene Schichten auch am Weekend und hohe emotionale Absorption. Kaum eine Mutter kann so Vollzeit arbeiten.
    • Wilhelm Dingo 17.01.2018 08:41
      Highlight Highlight @Don Alejandro: auch kaum Teilzeit...
    • Lester McAllister 17.01.2018 08:51
      Highlight Highlight Was verdient man in der Pflege mit 3 jähriger Ausbildung?
      Kann es mir schlecht vorstellen?
    • Lami23 17.01.2018 09:03
      Highlight Highlight Als Pflegefachfrau HF im TG 5800 nach der Ausbildung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • saukaibli 17.01.2018 08:19
    Highlight Highlight Und jetzt das Ganze mit SVP-Logik gelöst: Es gibt so viele Arbeitslose ab 50, setzen wir die doch einfach in der Pflege ein. Spielt doch keine Rolle, dass die nicht ausgebildet sind. Hauptsache wir müssen keine ausländischen Fachkräfte einstellen.
    • Wilhelm Dingo 17.01.2018 08:43
      Highlight Highlight @saukaibli: Besser wäre es allerdings, den Beruf wieder attraktiver zu machen. Damit kommt der Arbeitsmarkt wieder in Balance. Solange die Grenzen offen sind für Arbeitskräfte wird nichts passieren im Gesundheitswesen. Es besteht ja kein Druck.
  • ....ich weiss nicht aber: 17.01.2018 08:18
    Highlight Highlight Das Problem liesse sich lösen....
    Nur, wo ist denn unsere gescheite Jugend? Am Handy, am wiedersprechen gegen Eltern und Lehrpersonen und zu oft am Cillen.

    Warum weiss ich das? Weil meine Frau zum Glück der Schule den Rücken gekehrt hat, denn Lehrprsonen welche ultimativ unter anderem: Disziplin, Anstand und Lernen fordern, werden von den Eltern, dem Schulleiter - er will bloss seinen Job behalten, mukst nicht auf - gnadenlos im Stich gelassen. Was tut der oberste Lehrer Hr. Zemp dagegen? Nichts. Im TV ist er eine sprechende Wetterfahne.
    • nor 17.01.2018 08:25
      Highlight Highlight Du schweifst ab.
    • Merida 17.01.2018 08:33
      Highlight Highlight Es gäbe mehr Jugendliche, die eine Lehre im Gesundheitswesen anstreben. Leider finden viele keine Lehrstelle...
    • Roman h 17.01.2018 08:42
      Highlight Highlight Also sind die Lehrer und faule jugendliche schuld das der pflegeberuf so unbeliebt ist?

      Ihre Frau ist nicht in der Pflege, heisst das jetzt sie hatte faule Lehrer und war früher nur am Handy?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Herbert Anneler 17.01.2018 07:58
    Highlight Highlight Zu wenig Pflegepersonal: Genau deshalb ja die Anti-PFZ-Initiative von SVP/Auns: Kranke verursachen nur Kosten. Am billigsten, wenn sie raschmöglichst den Schirm zutun. Ausländisches Pflegepersonal? Verusacht doch nur mehr Pflegekosten und verunmöglicht Steuersenkungen (für die Milliardäre im Strategieausschusd der SVP)!
  • Eron Thiersen 17.01.2018 07:55
    Highlight Highlight Nicht überraschend nachdem die Linken die theoretische Aufwertung der Pflegeberufe durch Akademisierung ohne zusätzlichen Lohn nstalliert hat, fehlt es natürlich an Personal! Dazu noch regionale Spitäler die a) nicht ausgelastet sind, b) durch fehlende Anzahl Operationen ein Qualitätsrisiko darstellen und c) einer Ärzteschaft die nicht mehr dem hypokratischen Eid sondern dem ökonomischen Maximierungsprinzip folgt - die Verlierer sind wir, die Patienten, die immer mehr bezahlen für immer weniger qualitative Leistung. Das hat die CH nicht verdient!
    • Herbert Anneler 17.01.2018 08:45
      Highlight Highlight Kein Thema zu weit hergeholt fürs Linken-Bashing. Am Schluss werden Sie denen noch vorwerfen, es sei die Schuld der Linken, dass Sie gezeigt wurden und zur Welt gekommen sind😆
    • Wilhelm Dingo 17.01.2018 08:49
      Highlight Highlight @Eron Thiersen: Ich bin selber Akademiker muss aber ebenfalls feststellen, dass die Akademisierung in diesem Beruf tatsächlich lächerlich und schädlich ist.
    • Trasher2 17.01.2018 09:07
      Highlight Highlight Ah, wenn wir schon am links rechts Bashen sind...

      Die Sache liesse sich einfach lösen, wenn die, welche für die MEI gestimmt haben nur noch von Schweizern behandelt werden dürften und dann halt warten müssen, bis so ein „pro MEI Platz“ frei wird...

      Bei Regionalspital Schliessungen wage ich zu behaupten, dass da stramme SVP Wähler mindestens so dagegen sind wie linke...

      Die Akademisierung die du den linken vorwirfst, hat wohl mehr damit zu tun, dass man ohne Weiterbildungen finanziell relativ schwer durchkommt.

      20 Jahre SVP als stärkste Partei, das hat die CH selbst gewählt und verdient!
    Weitere Antworten anzeigen
  • ND_B 17.01.2018 07:50
    Highlight Highlight Als Pflegefachkraft braucht man meiner Meinung nach eine immense intrinsische Motivation um beispielsweise in einer Klinik für Viszeralchirurgie oder einer Kinderklinik zu arbeiten. Beschissene Arbeitszeiten, meist schlechte Bezahlung, psychisch sowie physisch harte Arbeit und Chirurgen mit Gottkomplex.
  • Donald 17.01.2018 07:43
    Highlight Highlight Selbst Schuld. Man bildet selbst nicht genug Leute aus und Leute aus dem Ausland unterstützt man nicht bei der Anerkennung von Diplomen sowie beim Sprachen lernen. Schade eifach, dass vor allem das Personal darunter leidet...
  • SuicidalSheep 17.01.2018 07:39
    Highlight Highlight Ich arbeite selber in der Pflege... Das Problem ist, dass der Job einfach nicht attraktiv ist. Praktikanten werden an vielen Orten ausgenützt und sie entscheiden sich nach dem Praktikum für was anderes. Als FaGe oder HF sammelt man Überzeit bis zum abwinken, die man nicht abbauen kann, und der Lohn ist für die Verantwortung die man trägt und unregelmässigen Arbeitszeiten einfach nicht gerechtfertigt.

    Hinzu kommen sehr anspruchsvolle Situationen mit Patienten, sei dies in der Akut-, Spitex- oder Langzeitpflege.
    • Lester McAllister 17.01.2018 09:01
      Highlight Highlight Grössten Respekt für Dich und alle, die diesen Job machen.
      Habe grösstenteils gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht. Als Patient und als Besucher.
      Nur bitte nenne mir eine Berufsgattung, die nicht findet ihre Entlöhnung sei zu tief und genau mit den selben Argumenten mehr Lohn fordert. Stress, Flexibilität, Verantwortung.
      Fahrlehrer, Security, Köche usw...
      Recht haben alle und verdient hätten vielleicht alle auch mehr, aber aufgehen kann es trotzdem nicht
    • SuicidalSheep 17.01.2018 10:19
      Highlight Highlight Danke erstmals :)

      Ja, viele Berufe hätten mehr verdient. Iwie ists aber schon komisch verdient meine Partnerin als Fleischverkäuferin im Coop rund 200 mehr als ich als FaGe. Ich mag es ihr gönnen, aber... na ja...
    • Makatitom 17.01.2018 10:29
      Highlight Highlight Marlon: Und wieso spielt da nicht das hochheilige Marktgesetz von Angebot und Nachfrage? Flop-manager. von denen wir eh zu viel haben, verdienen sich dumm und dämlich und Pflegende mache sich kaputt für einen Hungerlohn. Pflegende sollten Millionen kassieren, und nicht Flop-Manager (Gilt übrigens auch für Spitalräte, die nur die Zahlen sehen und deshalb keine neuen Stellen bewilligen)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Eskimo 17.01.2018 07:32
    Highlight Highlight Offenbar haben uns die offenen Grenzen vorallem mehr Patienten anstatt mehr "Fachkräfte" gebracht.
    • Posersalami 17.01.2018 08:54
      Highlight Highlight Ja es weiss doch jeder, dass ab 2008 hauptsächlich ältere Menschen und Rentner in die Schweiz übergesiedelt sind (wegen dem Wetter!). Die verstopfen jetzt unsere schönen Spitäler! Zumindest am SVP Stammtisch weiss man das!
    • Trouble 17.01.2018 09:00
      Highlight Highlight @Eskimo: Du darfst die Gänsefüsschen beim Wort Fachkräfte auch weglassen. Stell dir vor, auch im Ausland werden die Leute gut ausgebildet.
    • Fly Baby 17.01.2018 09:28
      Highlight Highlight Natürlich! Meine Mutter ist mitschuld, 1951 eingewandert und lag vor 2 Jahren 4 Wochen im Spital, wie konnte sie das dem Schweizer Volk antun.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jonas Schärer 17.01.2018 07:26
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man damit beginnen:
    A) die Pflegefachkräfte in Spitälern nicht wie Sklaven zu behandeln
    B) die Entlöhnung der Knochenarbeit anpassen
    C) endlich damit ahfhören unser Gesundheitswesen zu Privat- und Kapitalisieren!
    • Wilhelm Dingo 17.01.2018 08:40
      Highlight Highlight D) Allgemeinmediziner, Kinderärzte attraktiver machen
      E) Spezialisten schelchter entlöhnen
      F) Spezialistenleistungen gezielter einsetzen
      ...
    • Hierundjetzt 17.01.2018 08:46
      Highlight Highlight Wievele Privat- und Vertragsspitäler gibts den? Schweizweit 10? 20?

      Wieviele staatliche? 200, 300? Alleine 134 Akutspitäler gibts

      Andersrum: wo genau ist der Gesundheitsmarkt privatisiert? Mir fällt nur die KK spontan ein.
    • #bringhansiback 17.01.2018 09:30
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Hier mache ich es mir (zugegebenermassen) etwas einfach. Sobald ein Spital eine gewinnorientierte Firma wie eine AG oder GmbH ist, ist es privatisiert und kapitalisisert. Die GmbH ist etwas weniger schlimm, da keine Aktionäre da stehen die steigende Kurse und Dividenden sehen wollen.

      Alternativen wären Genossenschaften, Stiftungen, Vereine. Diese müssen nicht gewinnorientiert sondern lediglich kostendeckend arbeiten und haben trotzdem eine gewisse Absicherung gegenüber dem Privatvermögen im Fall einer Pleite (siehe z.B FIFA).
  • Wilhelm Dingo 17.01.2018 07:15
    Highlight Highlight Die Misere in den Spitälern ist nur zum Teil ein wirklicher Fachkräftemangel. Das Problem sind die Arbeitsbedingungen, welche sehr oft miserabel sind. Dort muss man ansetzen und zwar sehr schnell. Und es wird auch nicht billig.
    • Lami23 17.01.2018 09:06
      Highlight Highlight Noch finde ich die Zustände nicht miserabel (kenne natürlich auch nicht alle Bereiche). Aber das wird kommen, wenn nicht gegengesteuert wird. Wenn ich von den deutschen Kollegen höre, wie dass bei ihnen aussieht, wird einem bange. So kann keine Sicherheit gewährleistet werden.

Bald könnte die 5. Initiative gegen Tierversuche kommen

Das Schweizer Stimmvolk dürfte erneut über ein Tierversuchsverbot entscheiden können. Eine entsprechende Volksinitiative ist auf der Zielgeraden.

Das Komitee der Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» sammelte bereits über 111'000 Unterschriften, wie dessen Website zu entnehmen ist. 100'000 sind für das Zustandekommen nötig.

Die Sammlung soll indessen weitergehen, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» …

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