Schweiz

Spitäler sind empfindliche Ziele: Bei der Verwendung von Daten und Instrumenten geht es nicht selten um Leben und Tod. Bild: Shutterstock

Hacker erpressen Schweizer Spitäler

Computer und medizinische Geräte von Kliniken sind schlecht geschützt. Das macht auch Schweizer Spitäler zur leichten Beute für Hacker.

05.02.17, 14:31 05.02.17, 15:58

Ein Computervirus beginnt, interne Daten zu verschlüsseln, sodass der Zugriff nicht mehr möglich ist, eine Lösegeldforderung der Hacker folgt prompt: Wie Urs Achermann, Chef-Sicherheitsexperte bei der Hint AG in Lenzburg gegenüber der NZZ am Sonntag sagt, es komme zwei- bis dreimal im Monat allein bei ihren eigenen rund 15 Schweizer Kunden zu einer Hackerattacke. Sowohl Pflegeheime mit 50 Mitarbeitern als auch Kantonsspitäler mit 4000 Angestellten würden attackiert werden.

Im Gesundheitsbereich wolle niemand Klartext reden, sagt Achermann, man schweige das Problem tot.

Die Hacker gehen nach einem bestimmten Muster vor: Sie schicken Verschlüsselungsviren per Link, zum Beispiel getarnt in einer Bewerbung, und fordern von ihren Opfern dann per Monitor-Meldung, Lösegeld auf einer Website in einer schwer verfolgbaren elektronischen Währung zu überweisen. 

Die Schweizer Melde-. und Analysestelle Informationssicherung (Melani) erfasst Cyberangriffe lediglich auf freiwilliger Basis. In ihrem letzten Halbjahresbericht weist sie auf die Erpressbarkeit der Kliniken hin. Immerhin geht es beim Zugriff auf die Daten um Leben und Tod, wie ein Beispiel aus Deutschland zeigt: Während des Karnevals im rheinischen Neuss musste ein Spital seine Computer und Server abstellen, weil sie gehackt worden waren. Neben einem Schaden von einer sechs- bis siebenstelligen Summe könnte die Klinik keine Schwerverletzten mehr aufnehmen – tagelang. Auch Therapien und Massnahmen fielen aus. 

Etablierte Schutzmöglichkeiten würden in Spitälern oft ungenutzt bleiben, schreibt die NZZ am Sonntag weiter. Leistungsfähige Back-Up-Systeme fehlen. Das mache Spitäler extrem empfindlich. (dwi)

Das könnte dich auch interessieren:

Amerika ist verloren – und YouTube der Beweis dafür

6 Argumente der No-Billag-Ja-Sager, die wir nicht mehr hören können

15 Retro-Cocktails, die schleunigst ein Comeback verdienen

Das Flintenweib der NRA: Dana Loesch ist das Gesicht der US-Waffenlobby

So sähe es (etwa) aus, wenn wir unser echtes Leben wie das im Internet leben würden

Kanada holt Eishockey-Bronze +++ Wenger gibt zu früh Gas und wird 4.

Hier werden zwei Olympia-Skicrosser spektakulär durch die Luft geschleudert

Rumantsch, du hast die schönsten Fluchwörter! Errätst DU, was sie bedeuten?

Apple veröffentlicht Notfall-Update für iPhone, Mac und Watch (und TV)

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

Levrat: SP als Partei des nationalen Zusammenhalts

Leuthard verlangt Strafuntersuchung

Die Reaktionen dieser Basler Fussball-Reporter nach ihrer falschen Prognose? Unbezahlbar

«Vorwärts Marsch!» – hier findest du die schönsten Laternen des Morgestraichs

Die irische Rebellin, die lieber stirbt, als auf die britische Krone zu schwören

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
9
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rendel 05.02.2017 18:33
    Highlight Das sind aber keine Hacker die per Emailanhang einen Virus einschleusen. Hacken ist offenbar gar nicht nötig, weil es kaum ein Sicherheitssystem gibt in den KH's .
    6 0 Melden
  • pamayer 05.02.2017 17:55
    Highlight Da liegt ein grosses Terrorpotential. Allerhöchste Zeit, für sämtliche Spitäler, Verwaltungen, Steuerungen etc im edv Bereich solide abzusichern.
    Kostet wesentlich weniger, als Ausfälle und Reparaturen.
    8 0 Melden
  • Ridcully 05.02.2017 16:54
    Highlight Spitäler sind keiner anderen Bedrohung ausgesetzt, wie andere Firmen auch. Vielleicht liegt es an einem typisch schweizerischen Problem? Man hört zu wenig auf die IT.
    Warum sind viele IT-Abteilungen immer noch den Finanzen angehängt (untergeordnet). Alle jammern wegen der Digitalisierung - Hey, habt Ihr schon mal Eure IT gefragt, was man da tun kann? Aber eben: IT kostet ja nur, Redundanz = herausgeworfenes Geld, etc.
    Jede Firma hat die IT, die sie verdient!
    49 3 Melden
  • Nomade 05.02.2017 15:45
    Highlight Lösungsvorschlag?
    7 3 Melden
  • Deverol 05.02.2017 15:31
    Highlight WIe kommt man auf die Idee, solch kritische Infrastruktur ans Internet zu hängen? Und danach verwundert tun, wenn etwas passiert, obwohl jeder Experte schon seit Jahren davor warnt.
    23 4 Melden
    • The Origin Gra 05.02.2017 17:17
      Highlight Mit eHealth werden Spitäler nicht mehr drumherum kommen. Natürlich wird es da DMZ-Architekturen usw. geben.
      Aber es ist dann ein weiteres Einfallstor.
      Zudem müssen auf Workstations oft neben dem KIS auch andere Software wie z.B. einen Mailclient Installiert sein. Die Spitäler werden sensibler, doch auch Ambulante wie z.B. Hausärzte sollen ein hervorragendes Einfallstor sein, trotz Teilweise verschlüsselten Mails usw.
      Zudem wird es für Spitäler Finanziell immer schwieriger, der Kosten- und Konkurenzdruck steigt.
      11 1 Melden
  • flugsteig 05.02.2017 15:14
    Highlight Es braucht einen ganz speziell niederträchtigen Menschen um Menschen anzugreiffen, die nur Anderen helfen.
    Eine Schande so etwas.
    39 1 Melden
  • Madison Pierce 05.02.2017 15:06
    Highlight Das sind keine Hacker, sondern ganz gewöhnliche Kriminelle, welche sich moderner Mittel bedienen.
    28 3 Melden
  • Calvin WatsOff 05.02.2017 14:41
    Highlight Wie Krank ist das denn!!? 👎🏻
    15 2 Melden

Preisüberwacher sagt Gesundheitskosten den Kampf an

Wer nach einem Herzinfarkt in einem Berner Spital behandelt wird, bezahlt rund 30 Prozent mehr als im Tessin. Dies zeigt eine neue Website, mit welcher der eidgenössische Preisüberwacher Transparenz über die unterschiedlichen Kosten in Spitälern schaffen will.

«Das Ziel ist eine Diskussion darüber, wieso die Unterschiede so gross sind», sagte Stefan Meierhans, der eidgenössische Preisüberwacher, am Freitag an einer Medienkonferenz in Bern. Die neue Website …

Artikel lesen