Schweiz

Stärkere Kostenbeteiligung – Parlament erhöht Franchisen der Krankenversicherung

08.12.16, 12:48 08.12.16, 17:25

Kranke müssen sich künftig stärker als bisher an den Kosten beteiligen. Das Parlament will insbesondere die tiefste Franchise von 300 Franken regelmässig nach oben anpassen – je nach Kostenentwicklung in der Krankenversicherung.

Der Nationalrat hat am Donnerstag als Zweitrat eine entsprechende Motion gutgeheissen, mit 129 zu 54 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Der Bundesrat wird somit beauftragt, das Krankenversicherungsgesetz anzupassen.

Im Visier hat das Parlament vor allem die tiefste Franchise von heute 300 Franken, die sogenannte Standardfranchise. Eine Erhöhung führe dazu, dass Versicherte in Bagatellfällen mit einem Arztbesuch eher zuwarten und weniger häufig unnötige medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, zeigte sich eine Ratsmehrheit überzeugt. «Wer sich in einem höheren Umfang an den Kosten beteiligen muss, überlegt es sich eher, ob der Gang zum Arzt nötig ist, oder ob bei einer Bagatelle auch Abwarten und Teetrinken eine Möglichkeit wäre», sagte Kommissionssprecherin Regine Sauter (FDP/ZH).

Auf diese Weise könne das Kostenwachstum in der obligatorischen Krankenversicherung gebremst werden, zeigte sich eine Ratsmehrheit überzeugt. Jeder Beitrag zur Dämpfung des Kostenwachstums sei zu begrüssen und rasch umzusetzen. «Damit die Krankenkassenprämien bezahlbar bleiben, müssen wir die Eigenverantwortung stärken», sagte Kommissionssprecher Raymond Clottu (SVP/NE).

Zweifel an Wirksamkeit

Eine Minderheit zweifelte daran, dass höhere Franchisen zu mehr Eigenverantwortung führten – und lehnte den Vorstoss ab. Stattdessen würden niedrige und mittlere Einkommen stärker belastet. Es sei verheerend, wenn Menschen aus Kostengründen auf einen Arztbesuch verzichteten, sagte Barbara Gysi (SP/SG). Zudem sei die Eigenbeteiligung der Versicherten an den Gesundheitskosten im europäischen Vergleich bereits am höchsten.

Auch der Bundesrat hat sich gegen die neue Regelung ausgesprochen. Die Regierung sei ebenfalls für mehr Eigenverantwortung, betonte Gesundheitsminister Alain Berset. Aber der Vorschlag der Motion bringe nichts. Denn schon heute überprüfe der Bundesrat die Franchise regelmässig. Seit 1996 habe sich die tiefste Franchise mehr als verdoppelt.

Systemwechsel in Planung

Das Franchisen-System wird die Politik auch nach dem Entscheid vom Donnerstag noch weiter beschäftigen. Der Nationalrat hat gleichentags als Erstrat einer weiteren Motion zugestimmt, die mehr unternehmerische Freiheit bei der Festlegung der Franchisen verlangt. Die Motion verlangt, dass die Wahlmöglichkeiten für Versicherte erhöht werden und die Krankenkassen mehr Versicherungsmodelle anbieten dürfen.

Darum solltest du nicht die mittlere Franchise wählen: 

Einen weiteren Vorschlag haben die Gesundheitskommissionen von National- und Ständerat ins Spiel gebracht: Kurzfristige Änderungen der Franchise sollen nur noch eingeschränkt möglich sein.

Wer sich für eine hohe Krankenkassen-Franchise, ein Hausarzt- oder HMO-Modell entscheidet, soll künftig mindestens drei Jahre dabei bleiben müssen. Damit wollen die Kommissionen vor allem verhindern, dass Versicherte zur tiefsten Franchise wechseln, wenn sich höhere Krankheitskosten abzeichnen.

Abklärungen laufen

Der Bundesrat seinerseits wollte einen Teil der Wahlfranchisen streichen und die Prämienrabatte für hohe Franchisen senken. Nach Kritik der Krankenkassen legte er aber das Vorhaben auf Eis.

Nun laufen zusätzliche Abklärungen. So soll etwa der Zusammenhang zwischen gewählter Franchise und in Anspruch genommenen medizinischen Leistungen ermittelt werden. Zudem soll der Bericht aufzeigen, welche Gründe zum Wechsel der Franchise führen. Die Ergebnisse sollen 2017 vorliegen. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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63Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 10.12.2016 21:32
    Highlight Diese untaugliche Absicht die Franchise zu erhöhen, wird mehrheitlich die Armen treffen und zu Opfern dieser undurchdachten und unsozialen Massnahme stempeln. Und wenn dann jemand weniger den Arzt aufsuchen wird (kann), dann sie 🤔!

    Kommt hinzu, dass Angehörige des Mittelstands sich dadurch nicht davon abhalten lassen werden, so oft sie es für angezeigt halten, einen Arzt oder Spezialisten zu konsultieren und alle für sie relevant scheinenden medizinischen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

    Um das absehbar zu finden, muss man weiss Gott weder Politiker noch begnadeter Hellseher sein.

    12 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.12.2016 19:50
    Highlight Nicht schlimm.
    1 14 Melden
  • Homes8 09.12.2016 11:44
    Highlight Eine Sensation wäre folgender Titel:

    Stärkere Kostenbeteiligung –
    Parlamentarier erhöhen Ihre Beiträge an die Krankenversicherungen
    20 2 Melden
  • gnp286 09.12.2016 02:12
    Highlight Lieber mal überdenken, ob die Kantone in Belangen Spitäler das sagen haben sollen. Vielleicht mal eine Art System mit Versorgungsregionen ins Auge fassen anstatt an den Finanzen rumbasteln.
    10 2 Melden
  • NumeIch 08.12.2016 22:06
    Highlight Steuererleichterungen für Unternehmen und die Reichen und höhere Kostenbeteiligung bei der Krankenversicherung für alle, die vor allem die kleinen und mittleren Einkommen trifft.
    Das ist die Folge der letzten Wahlen. Ich wollte es nur sagen.
    52 9 Melden
  • teufelchen7 08.12.2016 21:40
    Highlight das haben wir davon, wenn die bürgerlichen in der mehrheit sind! die armen müssen halt selber schauen. wenn es so weiter geht, haben wir sehr bald die zwei-klassen-medizin. zeit für eine einheitskasse. bei der unfallversicherung haben wir auch geschafft, die kosten zu senken! ein modell ähnlich wie die SUVA wäre gut...
    35 11 Melden
  • sowhat 08.12.2016 21:15
    Highlight Krebserkrankung - unerwartet schneller Tod - nicht verwendete, teure Medikamente MÜSSEN in die Apotheke zur ENTSORGUNG. Sie sind nicht abgelaufen, ein Altersheim darf sie nicht annehmen. Ein Arzt der im Ausland untentgeltlich hilft, darf sie nicht annehmen. Aber unsere Gesetzgebung verlangt die Ensorgung der Medikamente. Ein Schelm der denkt die Pharmalobby hätte da einen Einfluss gehabt.
    Warum ist unser Gesundheitswesen schon wieder so teuer? Ach ja, weil die Kranken zum Hausarzt gehen wg einer Erkältung statt arbeiten zu gehen und die anderen anzustecken.
    Ergo Wahlverhalten überdenken.
    46 6 Melden
  • Dewar 08.12.2016 21:01
    Highlight Ein besserer Lösungsansatz wäre meiner Ansicht nach, die Leute zu sensibilisieren. Das HMO ist auch ein gutes Modell, um unnötige Besuche beim teuren Spezialisten zu vermeiden. Vlt. könnte man MedGate für alle obligatorisch machen, bzw. die Patienten vor die Wahl stellen: Entweder sie gehen nur mit "Erlaubnis" von MedGate zum Arzt, oder sie haben eine höhere Franchise. Und was wohl gerade in der Grippezeit die meisten unnötigen Arztbesuche verursacht sind die Arbeitgeber, die bereits für den 1. oder 2. Arbeitstag ein Zeugnis verlangen.
    24 2 Melden
  • Dewar 08.12.2016 20:56
    Highlight Diese Massnahme schiesst total am Ziel vorbei. Für diejenigen, die es sich leisten können, ist es bloss ein Ärgernis, führt aber wohl kaum dazu, dass man seltener zum Arzt geht. Die Armen und Kranken hingegen trifft es richtig hart. Man beobachtet ja schon, dass Leute mit schmalem Budget nicht mehr zum Zahnarzt gehen, weil sie es nicht leisten können. Wenn sie dann krank sind, und aus finanziellen Gründen nicht zum Arzt gehen, führt das langfristig zu viel höheren Kosten (nicht zuletzt weil die Früherkennung schlimmer Erkrankungen schlechter gewährleistet ist).
    27 6 Melden
  • philosophund 08.12.2016 20:09
    Highlight Das ist nicht gut und ist heftig für Leute mit bescheidenem Einkommen. Es erstaunt mich immer wieder, dass die nahe "Volkspartei" genau bei diesen Themen den Schwnz einzieht und nicht beim Volk ist. ....aber andersum wenns um Stofffetzen und Asyl geht soviel Lärm gemacht wird.
    30 6 Melden
    • Fabio74 09.12.2016 06:51
      Highlight Als ob es dieser Partei ums Volk ginge
      23 7 Melden
  • Süffu 08.12.2016 19:53
    Highlight Wie man lesen konnte, wäre bei den Provisionen der Makler auch einiges zu holen. Wäre besser als chronisch kranke noch mehr zu bestrafen.

    (Mit der Einheitskasse hätten wir bei der Üppigen Werbung der Versicherungen und gleichzeitig bei den Provisionen der Makler und vielen weiteren Punkten gespart.. jä nu - wollten "wir" ja nicht.)
    21 5 Melden
  • Gigi,Gigi 08.12.2016 19:20
    Highlight Mal abgesehen, dass es wieder einmal mehr die bedürftigsten trifft, erreicht diese Massnahme genau das Gegenteil von dem, was beabsichtigt ist. Denn schon jetzt hat es viele, die, wenn sie schon zwei, drei mal in einem Jahr zum Arzt mussten, gleich noch für alle möglichen und unmöglichen Untersuchungen weiter zum Arzt gehen. Weil, ja weil, die Franchise ist eh schon bezahlt und für die vielen tausend Franken, die die Krankenkasse kostet, will ich möglichst viel davon haben. Da schrecken auch die 10 Selbstbehalt nicht ab.
    16 2 Melden
  • Momo_1 08.12.2016 18:47
    Highlight Und wehe, du hast eine chronische Erkrankung und kannst den Arztbesuch nicht unterlassen- von den Medikamentenpreisen nicht zu sprechen! Bestraft wird der, der auf Ärzte und Medis angewiesen ist!
    Ein 👎an unser doch so tolles Gesundheits- und Sozialwesen!
    57 6 Melden
  • fax 08.12.2016 18:29
    Highlight Die Franchise hat mit Bagatellbesuchen einfach nichts zu tun! Ich zahle jetzt schon CHF 9'000.- / Jahr für die Grundversicherung für mich und meine Tochter. Plus 600.-Selbstbeteiligung? Ehrlich: Da brauch ich keine Versicherung mehr!! Versicherungspflicht aufheben!!
    23 14 Melden
    • lucasm 08.12.2016 20:42
      Highlight Viel spass wenn deine tochter mal krebs hat und es 100 tausende von franken kostet
      7 11 Melden
    • Jaing 09.12.2016 16:25
      Highlight So ein Unsinn. Die Versicherungspflicht muss bleiben. Sie werden nur einmal im Leben richtig krank und dann werden sie glücklich sein, versichert zu sein.
      9 0 Melden
    • bebby 13.12.2016 14:26
      Highlight Das ist genau das Problem: eine KK sollte nur die wirklich teuren Behandlungen bezahlen, dann wären die Prämien auch tiefer. Allerdings stellt sich schon die Frage ob teure Behandlungen ohne Aussicht auf Gesundung wirklich Sinn machen, aber das muss jeder für sich entscheiden können, der Arzt kann da nicht neutral beraten.
      0 0 Melden
  • Rendel 08.12.2016 17:27
    Highlight Zu wenig Hausärzte, zu viele Spezialisten, zu hohe Medikamentenpreise. Und die Parlamentarier dökterlen an den Patientenprämien rum, statt Lösungen zu finden.
    72 3 Melden
    • Sille 08.12.2016 17:58
      Highlight Rendel...es ist viel einfacher einfach die Franchise zu erhöhen als sich ernsthaft mit der Materie auseinander zu setzen.
      Die wissen definitiv nicht mehr was sie tun und die Folgen von solch bürgerfeindlichen Entscheiden sind nicht absehbar.
      Ich gehe einmal mit Lowend einig das wird zur statlich verordneten Eutanasie und ich weiss wovon ich schreibe, mein Vater konnte sich den Arzt nicht leisten und der Krebs wurde schlussendlich zu spät entdeckt...aber so kann man ja auch AHV sparen...sorry aber das welches in Bern abgeht ist nur noch himmeltraurig und sowas von Bürger-und Schweizfeindlich
      50 1 Melden
  • Sille 08.12.2016 17:09
    Highlight Die Schweiz welche als Sozial Staat in der Welt bekannt war, schafft sich selbst ab und Bern hilft wacker mit...
    64 4 Melden
  • Posersalami 08.12.2016 16:31
    Highlight Neoliberale Politik in Reinkultur. Aber, jedes Land hat die Regierung, die es verdient. Wir haben diese Vollpfosten ja selbst gewählt.
    86 8 Melden
    • Königspinguin 08.12.2016 23:19
      Highlight Was für eine Frechheit. Wer zwingt denn die Versicherungen alle Ärzte zu akzeptieren? (SP) Die Krankenkasse ist das beste Beispiel, wie ein fehlender Markt uns allen schadet. Also gib gefälligst nicht den Liberalen die Schuld.
      5 24 Melden
    • Fabio74 09.12.2016 06:55
      Highlight @Pinguin Wer hat die Mehrheit in Bern? Sicher nicht die SP.
      Es gibt eine satte bürgerliche Mehrheit, die das Gesetz anpassen könnte.
      Aber lieber Schuldige suchen um vom eigenen Versagen ablenken
      15 1 Melden
    • Posersalami 09.12.2016 07:36
      Highlight @Königspinguin: Wir haben nun seit Jahrzehnten (!!!) eine bürgerliche Mehrheit im Parlament. Wahrscheinlich ist dad schon seit Beginn der Demokratie in der Schweiz so. Also lassen sie die SP da raus, die macht hier nicht die Politik auf Bundesebene.
      12 1 Melden
  • Bau Mol Ain 08.12.2016 16:14
    Highlight Aber die Prämien steigen trotzdem...
    60 1 Melden
  • VileCoyote 08.12.2016 14:29
    Highlight Ihr habt Sie gewählt und ich wage noch zu behaupten, dass ihr sie in Zukunft nochmals wählen werdet.
    112 8 Melden
    • jjjj 08.12.2016 20:52
      Highlight Natürlich. Alle 4 Jahre wieder... die da oben machen das ja schon gut! Die schauen auf den kleinen Mann und das Volch...
      17 2 Melden
    • Fabio74 09.12.2016 07:01
      Highlight @jjjj solange der gut dressierte Schweizer SVP wählt weil Keine Minarette und keine Burkas die Lösungen sind und alles andere übles Linked Gefankengut, solange ändert sich rein gar nichts
      16 1 Melden
    • jjjj 09.12.2016 10:10
      Highlight traurig aber wahr... :(
      9 1 Melden
  • Lowend 08.12.2016 14:10
    Highlight Die bürgerlichen und die reaktionären Vertreter der Pharmalobby und der Krankenkassen haben anscheinend beschlossen, dass man die Armen und chronisch Kranken schröpfen muss, damit ihre Auftraggeber weiter satte Gewinne einfahren und mit ein wenig Glück verrecken sogar die Menschen, die sich das Ganze nicht mehr leisten können, ein wenig früher, so dass die Kassen nur noch gute Risiken, die sich teure Zusatzversicherungen leisten können, versichern müssen. So sieht soziale Euthanasie über das Portemonnaie aus!
    117 16 Melden
  • EvilBetty 08.12.2016 14:04
    Highlight Tja, ich würde ja in den wenigsten Fällen zum Arzt rennen, aber mein Arbeitgeber braucht ein Arztzeugnis... also...
    118 3 Melden
    • trio 08.12.2016 17:04
      Highlight @evilbetty und die Versicherung will genau dieses Arztzeugnis vom Arbeitgeber, damit die deinen Lohn weiterzahlen. Also nicht unbedingt ein Problem des Arbeitgebers. Sondern ein Problem, das uns alle Betrifft. Immer diese tausende Untersuchungen kosten und alle ein heiden Geld.
      12 11 Melden
  • subreena 08.12.2016 14:04
    Highlight Um die Preistreiberei bei den Kosten zu senken, würde man gescheiter mal die (horrenden) Provisionen für Vermittler verbieten und die Werbetätigkeit der KK einschränken... was da jeweils pro Jahr in Prozent von meiner Prämie für Provisionen und Marketing drauf geht möchte ich lieber nicht wissen...
    110 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.12.2016 14:32
      Highlight Man hätte ja bei der Einheitskassenabstimmung "ja" sagen können....
      92 8 Melden
    • RedWing19 08.12.2016 16:23
      Highlight Laut Branchenvereinbarung werden pro vermittelte Person lediglich CHF 50.00 aus KVG-Geldern bezahlt, der Rest aus VVG-Geldern; also aus Prämien der Zusatzversicherungen = Privatwirtschaft.

      Die Werbeausgaben müssen dem BAG im Verwaltungsaufwand offengelegt werden, machen bei den KK's um die 5% der Prämieneinnahmen aus. Zum Vergleich: Die SUVA hat einen Verwaltungsaufwand von rund 20%.

      Mit einer Einheitskasse wären die Prämien also nicht tiefer, da weit über 90% der Kosten durch Arzt- und Spitalbesuche verursacht werden. Der Hebel gilt es anderswo (u.a. Medikamentenpreise) anzusetzen.
      19 19 Melden
    • Posersalami 08.12.2016 16:33
      Highlight Nein! Natürlich hätte man das nicht können, weil das hätte ja der breiten Masse genützt!
      7 9 Melden
    • Gigi,Gigi 08.12.2016 19:24
      Highlight Die Werbekosten machen weit weniger als 1% der Gesamtkosten aus. Horrend ist was anderes.
      3 0 Melden
    • exeswiss 14.12.2016 13:37
      Highlight @redwing19 "5% PRO" KK rechne das mal auf die anzahl krankenkasse auf. die suva ist für alle da, da ist 20% noch vergleichsweise wenig.
      0 0 Melden
  • Aged 08.12.2016 13:56
    Highlight Krankenkassen sind reine Geldmaschienen und haben mit dem Gesundheitswesen nur wenig zu tun. Die passable Lösung via Einheitskasse haben wir selber verbaut.
    81 9 Melden
    • RedWing19 08.12.2016 14:17
      Highlight Die KK-Prämien sind kostendeckend mit den Leistungsausgaben. Denkst du mit einer Einheitskasse wären die jährlichen Arztkosten tiefer? Eine Einheitskasse hätte nur noch höhere Prämien zur Folge.
      20 66 Melden
  • Gelöschter Benutzer 08.12.2016 13:40
    Highlight Finds schön, wie ihr immer mehr bezahlt und auf Leistungen verzichten sollt. Ist halt der Preis für eure Entscheide. Tja, dafür die Welt zu Gast bei Freunden.
    31 77 Melden
    • Fabio74 09.12.2016 07:03
      Highlight Danke sagen wir dir und allen anderen SVP und FDP-Wählern dass wir nun da sind wo wir sind
      Deine Ausländerhass-Schiene kannst einpacken
      13 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.12.2016 07:50
      Highlight Geenau, ich bastle mir eine einfache Welt. Fabio mein Zahnarzt freut sich echt über die Aufträge Fachkräfte zu sanieren. In dem Sinne, weiter so. Ist doch schön.
      5 11 Melden
  • Martin C. 08.12.2016 13:37
    Highlight Just diese Woche wurde publik, wie Krankenkassen Millionen in ein Maklernetzwerk investieren, welches letztlich fragwürdige Beratung anbietet. Zudem wurde es seitens BAG s seit Jahren versäumt die Preise in der Spezialitätenliste anzupassen, wodurch den Kassen insgesamt üner die letzten 20 Jahren Milliarden an Mehrkosten entstanden sind. Es ist halt viel einfacher sich das Geld da zu holen, wo es kein Widerspruch oder keine Lobby gibt! Bravo rechtsbürgerliche Politiker! Vielen Dank!
    102 3 Melden
  • roger.schmid 08.12.2016 13:30
    Highlight "Kranke müssen sich künftig stärker als bisher an den Kosten beteiligen"
    ..während die Medikamentenpreise weiterhin schamlos überteuert sind und sich ein paar wenige Superreiche eine goldene Nase daran verdienen..
    133 2 Melden
  • fischolg 08.12.2016 13:28
    Highlight Wieso werden alle Kosten ständig an die Falschen abgeschoben? Erstes Problem: Pharmaindustrie ist profitorientiert. Da fängt das Problem doch eigentlich an und nicht bei denen, die ständig zum Arzt rennen. Zweites Problem: Es hat absolut niemand was davon, wenn ein Erkrankter nun doch nicht zum Arzt geht weil es zu teuer ist und abwartet, das Problem aber schlimmer wird und am Schluss 10 Mal mehr kostet. Die Logik dahinter ist wie immer verfehlt.
    106 5 Melden
  • Pasch 08.12.2016 13:27
    Highlight Und auf der anderen Seite die Geschichte mit der Tabakwerbung. Rauche zwar selbst aber irgendwie alles nur noch gaga...
    66 2 Melden
  • Herbert Anneler 08.12.2016 13:25
    Highlight Zweiklassen-Medizin der brutalen Sorte! Die Werk-Studis und andere wenig bemittelte Kreise der Bevölkerung werden nun noch länger mit dem Arztbesuch warten und so noch grössere Gesundheitsrisiken auf sich nehmen, derweil diese Erhöhung für die echten Kostentreiber ein Klacks ist. Der Zynismus der politischen Rechten und ihrer gesundheitsökonomischen Helfershelfer...
    100 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 08.12.2016 13:16
    Highlight Und wieder geht man die Hauptursache nicht an: die Kosten der Leistungserbringer. Klar kann der Private beitragen in dem er nicht wegen jedem Sch**** zum Arzt rennt. Doch auch die Leistungserbringer sollten sich mal hinterfragen wie viel sie jeweils wirklich abklären müssen, ob jede Neuanschaffung wirklich notwendig ist (muss ja amortisiert werden), ob die Ärzte nicht etwas viel verdienen dafür, dass der Patient so viele Papiere unterzeichnen muss, in welchen er die Ärzte von der Verantwortung enthebt, etc. etc. Wir müssen aufpassen wo gespart wird! Die Gesundheit ist das wichtigste Gut!
    74 3 Melden
    • Königspinguin 08.12.2016 23:32
      Highlight Leistunfserbringer werden sich nicht von selbst ändern. Mit den Taxpunken können sie sich eine goldene Nase verdienen. So lange Versicherungen alle Ärzte akzeptieren müssen, wird sich an der Grundproblematik nichts ändern.
      1 0 Melden
  • Der_Mario 08.12.2016 13:10
    Highlight Schön, die Eigenverantwortung soll über grössere Eigenleistung gestärkt werden. Chronisch Kranke, welche auf regelmässige Arztbesuche, Untersuchungen und Behandlungen angewiesen sind dürfen damit selbstverständlich bestraft werden. Klar, die sind ja selbst schuld, hat ihnen ja niemand befohlen krank zu werden. 😡
    127 4 Melden
    • RedWing19 08.12.2016 13:18
      Highlight Natürlich sind die chronisch Kranken (meistens!) nicht selbst schuld. Aber die Gesunden sind ja auch nicht daran schuld, dass die Kranken eben krank sind, oder?
      16 86 Melden
    • Momos 08.12.2016 13:48
      Highlight RedWings: ihnen ist Solidarität wohl ein Fremdwort? Mein Geldbeutel darf nicht darüber entscheiden, welche Leistungen ich erhalte.(Punkt!).
      60 6 Melden
    • RedWing19 08.12.2016 14:15
      Highlight @Momos: Wäre mir Solidarität ein Fremdwort, würde ich nun nicht dort arbeiten, wo ich es tue ;-)

      Mit der Erhöhung der Franchise will ja bezweckt werden, dass die Prämien nicht noch weiter derart massiv ansteigen indem der Versicherte mehr Arztkosten selbst trägt und dadurch nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. Was sich schlussendlich auf die Prämien und dementsprechend auf jeden Prämienzahler auswirken sollte. Also profitieren unter dem Strich alle davon, wenn dann die Rechnung aufgeht.
      8 44 Melden
    • Bobo B. 08.12.2016 14:44
      Highlight Nun mein lieber Yzerman. Ich habe mich doch glatt beim Gedanken erwischt, dir eine chronische Krankheit an den Hals (oder sonst ein Körperteil) zu wünschen. Das würde eventuell helfen deine Optik ein wenig zu eichen. Es gibt ja wohl verschiedene Gründe, die zum stetigen Prämienanstieg führen. Die Bürgerlichen wählen halt einfach den Bereich, der für Ihre Klientel schmerzfrei ist.
      18 6 Melden
    • RedWing19 08.12.2016 16:08
      Highlight Boboli, ich muss dich fast enttäuschen. Ich hatte über Jahre eine chronische Krankheit. Meine verursachten Kosten waren um ein zigfaches höher, als meine einbezahlten Prämien. Ich weiss also schon, von was ich schreibe :) Eine 300.00er Mindestfranchise ist einfach nicht mehr zeitgemäss. Das war sie vllt. vor 10 Jahren mal wo die Arztkosten halb so hoch waren. Mit der tiefsten Franchise bezahlst du max. CHF 1'000.00 Kostenbeteiligung pro Jahr.

      Und dass die tiefe Kostenbeteiligung der einzige Grund des Prämienanstieges ist, habe ich ja auch nirgends behauptet.
      5 8 Melden
  • helios 08.12.2016 13:08
    Highlight Also sparen zu Lasten der chronisch kranken. Super.

    Wenn Bagatellen ein Problem sind, könnte man ja den Leistungskatalog diesbezüglich anpassen.
    91 5 Melden
  • Dä Mö 08.12.2016 13:08
    Highlight Bravo Politik! Strafen wir ALLE ab, weil einige (pure Annahme notabene) für Boboli zum Arzt rennen. Zum davon laufen ist das...
    82 4 Melden
    • Posersalami 08.12.2016 16:35
      Highlight Wählen Sie bei den nächsten Wahlen halt einfach mal eine Linke Partei. Natürlich ist auch da nicht alles toll, aber die Politik wäre mit Sicherheit sehr viel sozialer.
      25 6 Melden
  • SomeoneElse 08.12.2016 12:58
    Highlight "bei einer Bagatelle auch Abwarten und Teetrinken"

    Trotzdem muss ich meinem Arbeitgeber ein Arztzeugnis abgeben. Also muss ich trotzdem am 3. Tag Teetrinken dort vorbeischauen...
    108 1 Melden
    • NatValCas 08.12.2016 13:24
      Highlight Genau das wollte ich auch gerade schreiben. Wir gehen nur zum Arzt wenn ein Notfall vorliegt, oder weil der Arbeitgeber trotz grassierender Grippeepidemie unbedingt ein Zeugniss will. Die Ärztin schaut, und empfiehlt was wir eh schon machen: weiter Tee trinken, weiter Pulmex einreiben und weiter Bettruhe, inhalieren und bei starken Kopfschmerzen ein Panadol. Dann macht sie ein Zeugnis. Das Wartezimmer wird derweil voller und voller und wir verhindern das Notfälle drankommen, die dann für relative Bagatellen ins Spital ausweichen müssen, und damit den groben Notfällen den Platz rauben! Toll!
      63 0 Melden
    • #bringhansiback 08.12.2016 14:55
      Highlight @NatValCas: Das Problem ist nicht mal zwingend der Arbeitgeber selbst. Ein Arztzeugnis ist ein juristisches Dokument. Damit kann der Arbeitgeber gegenüber der Krankentaggeldversicherung beweisen, dass du krank warst und somit ein Anspruch auf Ausgleich besteht.

      Hier liegt der Hund begraben... Ansonsten gebe ich dir aber absolut recht!
      17 2 Melden

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