Schweiz
Guten Tag!
Watson wird soeben von unserem aussergewöhnlich attraktiven und intelligenten IT-Team modernisiert und ist deshalb zur Zeit nur eingeschränkt verfügbar. Das dauert nicht lange, versuch es bitte in ein paar Minuten nochmals.
Vielen Dank!

Über Medikamentenpreise wird immer wieder diskutiert.
Bild: KEYSTONE

Werden Medikamente jetzt noch teurer? Bund muss Preise genauer überprüfen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) darf sich bei der periodischen Überprüfung der Medikamentenpreise nicht auf einen Vergleich der Schweizer Preise mit den europäischen Vergleichspreisen beschränken. Es muss auch einen therapeutischen Quervergleich anstellen.

07.01.16, 12:00 07.01.16, 12:15

Dies hat das Bundesgericht entschieden. Der am Donnerstag publizierte Entscheid steht im Zusammenhang mit den Arzneimitteln der Spezialitätenliste. Diese werden von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt.

Alle drei Jahre muss das BAG prüfen, ob die aufgeführten Medikamente die gesetzlich vorgeschriebenen Aufnahmebedingungen noch erfüllen. Die Kriterien dafür sind Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Das BAG kontrollierte bei der periodischen Überprüfung der vergangenen Jahre jeweils nur die Wirtschaftlichkeit. Dafür stellte das Amt die Schweizer Preise jenen ausländischer Referenzländer gegenüber.

Im Fall eines Antidepressivums verfügte das BAG nach einer solchen Prüfung eine Preissenkung von rund 26 Prozent. Die Herstellerfirma reichte eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und bekam Recht.

Kosten-Nutzen-Verhältnis relevant

Das Bundesgericht hat diesen Entscheid nun bestätigt. Das BAG muss nun gestützt auf eine umfassende Prüfung über die von ihm verfügte Preissenkung neu entscheiden.

In ihrem Urteil halten die Lausanner Richter fest, dass die Beschränkung auf einen Preisvergleich mit dem Ausland zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit die gesetzliche Vorgabe nicht erfülle. Vielmehr müsse bei der Wirtschaftlichkeit auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis unter die Lupe genommen werden.

Aufgrund des medizinischen Fortschritts könnten gewisse Leistungen mit der Zeit überholt werden. Dies habe zur Folge, dass ein Medikament den gesetzlichen Anforderungen der Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit und Zweckmässigkeit nicht mehr zu genügen vermöge und deshalb von der Liste gestrichen werden müsse.

Das Krankenversicherungsgesetz schreibe vor, dass die Arzneimittel der Spezialitätenliste die Kriterien jederzeit erfüllen müssten. Und der Gesetzgeber habe betont, dass die Überprüfungen dazu dienten, überholte Leistungen auszumustern.

Wie das Bundesgericht in seinem Urteil schreibt, könne nur der Vergleich verschiedener Kosten-Nutzen-Verhältnisse zeigen, welches das günstigste sei. Dies könne zum Ergebnis führen, dass eine zwar teurere Behandlungsmethode gegenüber anderen Anwendungen diagnostische oder therapeutische Vorteile habe, was die Übernahme der entsprechenden Kosten rechtfertige.

Kein Medikament gestrichen

Das Bundesgericht hält in seinem Urteil zudem fest, dass eine ausschliesslich preisbezogene Überprüfung der Medikamente der Spezialitätenliste zur Folge habe, dass auch Medikamente aufgeführt würden, die qualitativ nicht mehr dem neusten Stand beziehungsweise dem höchsten Nutzen entsprechen.

Das zeige sich auch daran, dass das BAG in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren kein Arzneimittel aufgrund von negativen Beurteilungen der Aufnahmekriterien von der Spezialitätenliste gestrichen habe.

Die Lausanner Richter verweisen auf den Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats vom März 2014. Darin ist festgehalten, dass die Arzneimittelhersteller mit der Aufnahme eines Medikaments auf die Liste faktisch eine unbefristete Garantie auf Abrechnung zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erhielten. (Urteil 9C_417/2015 vom 14.12.2015) (viw/sda)

Gesundheit und Ernährung:

Schlimme Grippe-Welle aus Australien nimmt Kurs auf die Schweiz

Krank? Ich doch nicht! – die verzerrte Wahrnehmung der Raucher

Mit Gesundheitsapps auf dem Weg zum gläsernen Patienten

Burnout im Kinderzimmer: Warum immer mehr 11-Jährige unter Stress leiden

Wenn Krebspatienten nach der Chemo Kinder wollen, bezahlt die Krankenkasse nichts

Zürcher Forscher entdecken: High Heels sind besser als ihr Ruf 

Das Gesicht der Chemo: Ein ehrliches – und gerade dadurch berührendes Foto-Projekt 

«Boreout» – Unterforderung im Job kann krank machen

Hunger-Schalter im Gehirn: Warum Kiffen Fress-Attacken auslöst

Ärzte zu bewerten liegt im Trend: Warum du den Ratings nicht vertrauen solltest

Dracula-Syndrom: Ist das die Krankheit, aus der die Vampirlegende entstand?

Nicole war eigentlich schon tot – jetzt erzählt sie, wie sie die Magersucht besiegt hat

Methadon – weshalb es plötzlich einen riesigen Ansturm auf den Drogenersatz gibt

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Kein Witz! Der Schweiz gehen wegen des Frosts die Äpfel aus – und zwar schon bald

Die Klimaerwärmung hat die Landwirtschaft paradoxerweise anfälliger gemacht für Frostschäden. Die Folgen zeigen sich nun: Die Vorräte an Schweizer Äpfeln werden schon Ende April erschöpft sein – über Monate könnten sie aus den Regalen verschwinden

Im Frühling 2017 waren die Schweizer Apfelbauern machtlos. In einem unüblich warmen März bildeten die Bäume früher als sonst Knospen. Im April kam der Frost. Mehrere Tage unter null Grad, ein paar warme Tage, es schien überstanden, dann nochmals Kälte über mehrere Tage hinweg, teilweise minus sieben Grad. Frostkerzen waren schweizweit ausverkauft.

Nun hat die Schweiz zu wenige Äpfel aus heimischer Produktion. Gala-Äpfel, die beliebteste Sorte, gibt es noch bis Mitte April zu kaufen, …

Artikel lesen