Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Deutlich mehr todkranke Menschen haben in der Schweiz um Sterbehilfe ersucht

11.10.16, 12:51 11.10.16, 13:02


Wer Sterbehilfe Anspruch nimmt, leidet in den meisten Fällen an Krebs oder einer anderen tödlichen Krankheit. Das zeigt eine Auswertung der begleiteten Suizide von 2010 bis 2014. Die Fälle nehmen von Jahr zu Jahr zu.

Die Zahl der begleiteten Suizide in der Schweiz ist stabil. Bild: KEYSTONE

Depressionen sind nur bei 3 Prozent der betroffenen Menschen der Anlass, mit Hilfe von Exit oder einer anderen Organisation aus dem Leben zu scheiden. In 40 Prozent der Fälle findet sich Krebs als Grundkrankheit, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Bei jedem siebten assistierten Suizid liegt eine Erkrankungen des Nervensystems vor. Dazu gehören Parkinson, MS oder Alzheimer.

Starker Trend nach oben

Assistierter Suizid heisst Beihilfe zur Selbsttötung. Dabei geht es darum, einer suizidwilligen Person eine tödliche Substanz zu vermitteln, die sie ohne Fremdeinwirkung selber einnimmt. Nicht zuletzt wegen der Alterung der Bevölkerung wählen immer mehr Menschen diesen Weg.

2014 stieg die Zahl der begleiteten Suizide gegenüber dem Vorjahr um über ein Viertel auf 742, wie aus der bereits im Juni publizierten Todesursachenstatistik des BFS hervorging. Für 2015 ist ein weiterer kräftiger Anstieg zu erwarten, meldet doch alleine Exit für jenes Jahr fast 1000 Fälle. Das entspricht einem Plus von 30 Prozent.

Trotzdem bleibt die Freitodbegleitung relativ selten. 2014 entschieden sich von allen Verstorbenen in der Schweiz 1,2 Prozent dafür. Bezogen auf die Wohnbevölkerung entspricht dies 10 von 100'000 Männern und 9 von 100'000 Frauen. In absoluten Zahlen sind es 320 Männer und 422 Frauen.

Den höchste Anteil von assistiertem Suizid registrierte das BFS zwischen 2010 und 2014 bei Personen mit Wohnsitz im Kanton Zürich mit 1,4 Prozent der Todesfälle. Über dem Durchschnitt (0,8 Prozent) liegen auch Genf, Neuenburg, Appenzell Ausserrhoden, die Waadt und Zug.

Suizidraten stabil

Jede urteilsfähige Person kann unabhängig vom Alter Sterbehilfe beanspruchen. In der Periode 2010 bis 2014 waren 94 Prozent der Betroffenen 55-jährig oder älter. Ein halbes Prozent der Sterbehilfefälle betraf unter 35-Jährige.

Demgegenüber betrifft Suizid ohne Sterbehilfe alle Altersgruppen, wie das BFS in einem Kapital zu den eigentlichen Selbsttötungen schreibt. Was die Ursachen anbelangt, so weisen die Nennungen bei mehr als der Hälfte auf eine Depression hin.

2014 nahmen sich 1029 Personen das Leben (ohne Sterbehilfe), 754 Männer und 275 Frauen. Die Wahrscheinlichkeit eines Suizids hat sich zwischen 1991 und 2010 nahezu halbiert. Seither scheint dieser Trend zum Stillstand gekommen zu sein. Seit fünf Jahren sind die Suizidraten relativ stabil.

(sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

Das sind die Tops und Flops der WM

Trump erhebt in Schweigegeld-Affäre Vorwürfe

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Darum kommen derzeit keine neuen Medikamente auf den Markt

Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) herrscht Chaos. Weil das BAG mit der dreijährlichen Preisüberprüfung von Medikamenten so ausgelastet ist, können derzeit keine neuen Arzneimittel zugelassen werden. Das betrifft auch Patienten. 

Alle drei Jahre überprüft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Preise aller zugelassenen Arzneimittel und Therapien. Das heisst für die Mitarbeiter des BAGs vor allem Eines: Tausende von Excel-Zeilen durchforsten und kontrollieren, ob die Medikamente auch weiterhin die Aufnahmebedingungen erfüllen und ob sie günstiger verkauft werden können. 

Aktuell herrscht jedoch Chaos beim BAG. Weil die Preisüberprüfungen erste Priorität haben, da sie bis Anfang Dezember abgeschlossen sein müssen, …

Artikel lesen