Schweiz
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Jetzt offiziell: Wir zahlen für Generika fast doppelt so viel wie das Ausland

15.12.15, 09:27


In der Schweiz sind die Medikamente nach wie vor teurer als im vergleichbaren Ausland. Bei den Generika beträgt der Preisunterschied sogar 47 Prozent, wie der am Dienstag veröffentlichte Preisvergleich von Interpharma und santésuisse zeigt.

Die rund 200 umsatzstärksten patentgeschützten Originalpräparate der Spezialitätenliste waren gemäss dem Preisvergleich mit dem vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) angewandten Wechselkurs von 1.20 Franken pro Euro zehn Prozent teurer als im Ausland. Damit liege das Schweizer Preisniveau auf jenem von Deutschland und Dänemark. Patentabgelaufene Originalprodukte waren in der Schweiz elf Prozent teurer als im Durchschnitt der Vergleichsländer.

Beim letzten Preisvergleich mit den Preisen vom November 2014 und dem damaligen Länderkorb von nur sechs Ländern waren die patentgeschützten Medikamente bei einem Wechselkurs von 1.29 Franken pro Euro gleich teurer wie im Durchschnitt der Vergleichsländer.

ANLAESSLICH DER PRAESENTATION DES PREISVERGLEICHES VON SANTESUISSE, INTERPHARMA UND VIPS STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, DEM 17. FEBRUAR 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. 
Sabine Imhof, Mitarbeiterin in der Generika Apotheke in Bern, fuellt am Dienstag, 21. Februar 2006 ein Generika ins Regal ein. (KEYSTONE/Yoshiko Kusano)

Schweizer werden bei Generika kräftig zur Kasse gebeten.
Bild: KEYSTONE

Generika in der Schweiz fast doppelt so teuer

Für Thomas Cueni, Generalsekretär von Interpharma, ist die jetzige Preisdifferenz massgeblich auf den erstarkten Franken und die Erweiterung des Länderkorbs zurückzuführen. Umso wichtiger sei die Berücksichtigung des Nutzens mit dem neuen Preisfestsetzungs-System, das nicht mehr nur auf die Preise im Ausland abstelle.

Santésuisse-Direktorin Verena Nold äusserte sich besorgt darüber, dass Generika in der Schweiz noch rund doppelt so teuer sind wie im Durchschnitt der Vergleichsländer. Der Dachverband der Krankenversicherer erwartet, dass für patentabgelaufene Medikamente ein griffiges Preissystem eingeführt wird. Es könne nicht sein, dass auf Kosten der Prämienzahler derart hohe Preise verlangt würden.

Für den Preisvergleich wurden die Fabrikabgabepreise in der Schweiz vom September 2015 mit jenen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden, Österreich und Schweden für patentgeschützte und patentabgelaufene Medikamente sowie Generika verglichen.

(sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Joshzi 15.12.2015 16:19
    Highlight Unsere Parlamentarierinnen und Parlamentarier besser kontrollieren und an der Urne Verantwortung übernehmen:

    http://www.parlament.ch/D/WAHLEN-ABSTIMMUNGEN/ABSTIMMUNGEN-IM-PARLAMENT/Seiten/default.aspx
    3 0 Melden
  • kaderschaufel 15.12.2015 13:43
    Highlight Dass die Parlamentarier nichts dagegen tun, ist ja nicht weiter überraschend (Gründe schon genannt), aber wir leben doch in einer direkten Demokratie, ist es wirklich so kompliziert mit einer Initiative irgendetwas gegen diese Preise zu unternehmen?
    6 0 Melden
  • demokrit 15.12.2015 11:49
    Highlight lobbywatch.ch
    11 0 Melden
  • Angelo C. 15.12.2015 11:31
    Highlight Dieses typische Beispiel der damals guten Idee günstigerer Medikamentenpreise bei abgelaufenen Patenten zeigt, dass CH-Unternehmer noch immer nicht begriffen haben, dass ihre weit überzogenen Margen und ihre Gier die Kunden förmlich ins Ausland treiben. Und dabei noch die Chuzpe haben, dieses Kaufverhalten als unsolidarisch zu geisseln! Immer wenn ich den durchtriebenen Pharmalobbyisten Thomas B. Cueni im TV diese Preisexzesse mit den unglaubwürdigsten Argumenten verteidigen höre, werde ich wütend 😡!

    Schweizer sollten daher Überteuertes gnadenlos im Ausland kaufen, bis die Belehrung sitzt!
    24 1 Melden
    • TanookiStormtrooper 15.12.2015 12:04
      Highlight Schweizer sollten vorallem aufhören Leute zu wählen, die noch ein Verwaltungsratsmandat bei einer Krankenkasse oder in der Pharmaindustrie haben. Wir brauchen ja eigentlich keine Lobbyisten, wir sind so blöd und wählen die direkt!
      23 1 Melden
  • El Schnee 15.12.2015 11:26
    Highlight Dieser Preisunterschied gegenüber dem Ausland ist nur ein Missstand, der andere, der aber mehr ins Gewicht fällt und von dem wahrscheinlich abgelenkt werden soll: Originalpräparate sind viel teurer als Generika.
    1 7 Melden
  • Gsnosn. 15.12.2015 11:25
    Highlight Eine Frage: Wie viel darf es in der Schweiz mehr kostet, gegenüber Deutschland, für ein Import Produkt? 30%? Wenn ich ein Artikel in Deutschland für 100€ kaufen, wie viel darf er hier kosten?
    4 0 Melden
    • kaderschaufel 15.12.2015 13:40
      Highlight Der Big Mac Index (Preis eines BigMac in US-Dollar) ist in der Schweiz bei 6.82 in Deutschland bei 3.93 (Juli 2015), 6.82/3.93=1.74, die Antwort auf deine Frage ist also 74% (vorausgesetzt der BigMac ist ein guter Indikator, aber zu schlecht kann er nicht sein; die Herstellungsbedingungen sind in allen Ländern vergleichbar , und es ist überall das Gleiche drin)
      1 3 Melden
    • atomschlaf 15.12.2015 14:56
      Highlight Der Big Mac ist ein schlechter Indikator, weil der Schweizer Lebensmittelmarkt extrem abgeschottet ist.
      Meines Erachtens sind für Non-Food-Produkte maximal 10% Aufpreis gegenüber DE gerechtfertigt.
      6 0 Melden
  • Alfio 15.12.2015 11:05
    Highlight Ah wir haben ja bis auf die Ausländer keine Probleme in der Schweiz...schon vergessen? :-)

    Traurig, die Pharmalobby macht seit Jahren (und das noch vor der Ära Couchepin) mehr oder weniger was Sie will.
    Weder Preiskontrolleure noch irgendwelche Aufsichten scheren sich um diese Lobby(da sehr wahrscheinlich alle etwas daran verdienen).

    Aber jedes Jahr 2 Abstimmungen über irgendwelche Ausländer-minderheiten durchführen und dabei nicht bemerken dass sich nichts ändert an den Problemen....

    Tja, wählt weiterhin SVP...die sogenannte Volkspartei...
    20 10 Melden
  • Triesen 15.12.2015 10:58
    Highlight Leider hat die Pharmaindustrie im Parlament eine starke Lobby. Auch ist sie sehr finanzkräftig, tritt als Sponsor von Parteien auf - und Sponsoren sind keine Gönner. Sie wollen eine Gegenleistung sehen, zum Beispiel den geschützten Markt als Selbstbedienungsladen...
    13 0 Melden
    • herschweizer 15.12.2015 11:26
      Highlight haha me reschpektiert dä Willä vom Wähler oder?
      2 5 Melden
    • Triesen 15.12.2015 11:52
      Highlight @herschweizer ...🤔 Was soll diese Antwort bedeuten?
      4 1 Melden
    • Triesen 15.12.2015 13:16
      Highlight @herschweizer ...Danke für die Antwort, die Erläuterung und den Dialog im Stile der SVP
      1 0 Melden
  • guby 15.12.2015 10:52
    Highlight Ich sage jetzt mal etwas ganz gewagtes: Ich finde es ok sind Medikamente in der Schweiz teurer. Wir könnens uns leisten. Im Gegensatz zur Finanzbranche zum Beispiel fliesst nämlich bei den Pharmafirmen ein nicht unwesentlicher Anteil in die Forschung. Damit tun wir mit dem Extrabatzen etwas Gutes, es ist ein bisschen wie spenden. Solange niemand aus finanziellen Gründen auf notwendige Medikamente verzichten muss natürlich. Gegen die überrissenenen Managerlöhne sollte man aber trotzdem vorgehen.
    3 26 Melden
    • Skeagle 15.12.2015 11:05
      Highlight Z. B. Forschungsprojekte, die das Ziel haben, mehr Geld durch Medikamente zu generieren. Wir wissen, dass Pharmakonzernen der Profit wichtiger ist als die Gesundheit der Menschen.
      21 2 Melden
    • Urmel 15.12.2015 11:10
      Highlight Pharmafirmen sind (in meinen Augen) Verbrecherbanden. Grosse Exemplare fahren Milliardengewinne ein, verlangen für neu entwickelte Medikamente zehntausende Franken und quetschen die Krankassen und Patienten so lange aus, bis das Patent abgelaufen ist. Anschliessend fallen die Preise auf wundersame Weise meist "in sich zusammen". Novartis hat 2014 beispielsweise einen Reingewinn von 10 Mia. eingefahren. Reingewinn! Da wird nichts Gutes damit getan. Da fliesst nichts in die Forschung, höchstens in die Löhne/Boni der Angestellten und wohl vor allem des Kaders.
      18 2 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 15.12.2015 11:13
      Highlight Huu ganz gewagt! Gibt auch sofort Strafe dafür :) Nein im Ernst, das Geld wandert natürlich nur in Form von Dividenden, Bonus und Tandiemen an die Aktionäre und Manager. Könnte man noch sagen, weil die fleissig Steuern bezahlen, hat auch der Staat (also wir) etwas davon. Seit Ospel &Co wissen wir aber, dass die "Besseren" ähnlich kreativ beim steuern sparen sind, wie eine ganze "Montessori" Förderklasse...
      14 0 Melden
    • saukaibli 15.12.2015 12:22
      Highlight Generika-Hersteller investieren eben nicht viel in die Forschung, deshalb sollten die Medikamente entsprechend günstiger sein. Es gibt ja auch riesige Unterschiede zwischen den Generikas. Ein kleines Beispiel das mir bei meiner letzten Erkältung aufgefallen ist: Ich kaufte früher immer den Nasenspray Xylomepha für 7.90, mitlerweile 8.90. Das gleiche Produkt vom Inhalt her als Rinosedin kostet 4.55, also die Hälfte. Kann mir einer diesen Unterschied rational reklären? Geldgier ist das Einzige was mir einfällt.
      6 0 Melden
    • atomschlaf 15.12.2015 14:58
      Highlight @saukaibli: Solange es wie in Deinem Beispiel auch günstige Alternativen gibt, sehe ich kein Problem. Problematisch sind dagegen kartellähnliche Preisstrukturen, d.h. alle verlangen nahezu gleich viel.
      0 2 Melden
  • koks 15.12.2015 10:27
    Highlight ich glaube, es sind die ausländer schuld dass die generika-preise so hoch sind. wahrscheinlich auch die flüchtlinge. deshalb wähle ich svp, weil sich die gegen zu hohe abzockerpreise einsetzen.
    32 2 Melden
    • Triesen 15.12.2015 10:53
      Highlight Äh, nix verstehen? Ist das jetzt ernst gemeint? 😮🤔
      3 12 Melden
    • Triesen 15.12.2015 13:17
      Highlight Danke für die "Erläuterung", jetzt habe ich es verstanden...
      0 0 Melden
  • Robert K. 15.12.2015 10:04
    Highlight Einkaufstourismus ist damit die logische Antwort auf die von den Politikern (vorallem rechts der Mitte) geschützten Monople und Preisabsprachen.
    19 0 Melden
  • Bucky 15.12.2015 09:59
    Highlight Was ist das eigentlich für eine Sauerei!? Und jährlich steigen die KK-Prämien!? Das muss jetzt endlich ein Ende haben!
    19 0 Melden
  • Joshzi 15.12.2015 09:44
    Highlight Was hat das mit Lobbyismus zu tun? Sind das die Konsequenzen einer rechtsbürgerlichen Phalanx, welche unter allen Umständen die Profite ihrer "Feudalherren" schützt und bewahrt (und damit die eigenen)?
    19 2 Melden
  • Ich33Unverbesserlich 15.12.2015 09:44
    Highlight Und wann wird was unternommen? Etwas feststellen ist das einte, etwas unternehmen das andere!

    Ist ja das gleiche wie "es regnet und ich werde nass", das ist ja logisch! Und das die Generika in der Schweiz teurer sind war auch schon länger klar! Aber jetzt muss eine "Pelerine her sodass ich nicht nass werde!"
    3 1 Melden
    • Lowend 15.12.2015 10:10
      Highlight Unternommen wird erst etwas, wenn in der Schweiz keine bürgerlichen Politiker mit Direktmandat von der Pharma- und Krankenkassenlobby mehr gewählt werden, aber leider glaubt das gemeine Volk lieber an die Märchen von den bösen Ausländern und diesen übermächtigen Linken, die angeblich so schlimm sind, dass wegen ihnen alles so teuer ist. Bürgerlich wählen heisst halt, mit Lügen zu leben.
      13 5 Melden

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