Schweiz
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Per Knopfdruck zur schmerzfreien Geburt – Spitäler werben für umstrittenen «Happy Button»

Mit einer Pumpe können sich Gebärende in gewissen Schweizer Spitälern selbst Schmerzmittel verabreichen. Das Medikament gehört zur selben Stoffgruppe wie Heroin – und ist für Geburten offiziell nicht zugelassen. Das weckt Kritik.



An einem Infoabend in einem Zürcher Spital hört die schwangere Sina* den Ausdruck zum ersten Mal: «Happy Button». Das Wort klingt bunt, lustig – und will so gar nicht in die sterile Krankenhaus-Atmosphäre passen. Die Hebamme, die durch den Abend führt, klärt auf: Es handle sich um eine Handpumpe, mit der sich die Gebärende selbst Schmerzmittel verabreichen könne. «Die Geburtshelferin legte uns die Vorteile der Methode wortreich dar», erzählt Sina.

Immer mehr Schweizer Spitäler bieten Frauen die Möglichkeit, den Schmerz während der Wehen per Knopfdruck zu lindern. Die Substanz, die sich die Gebärenden mit dem «Happy Button» per Infusion in die Venen pumpen, heisst Remifentanil. Dieses gehört zu den Opiaten – also zur selben Stoffgruppe wie Heroin oder Morphium. Vertrieben wird das Medikament unter dem Namen Ultiva.

Pikant: Während das Mittel bei Operationen schon lange für die Narkose verwendet wird, ist eine Anwendung bei Geburten nicht offiziell zugelassen. Fachpersonen sprechen in solchen Fällen von einem «off label use». Entsprechend umstritten ist der «Happy Button» bei Medizinern, wie eine watson-Recherche zeigt.

«Ich persönlich bin der Meinung, dass die Gefahr eher unterschätzt wird.»

Thierry Girard, Leiter der geburtshilflichen Anästhesie am Universitätsspital Basel

«Es gibt Ärzte, die diese Methode lieber heute als morgen verbieten würden», bestätigt Thierry Girard, Leiter der geburtshilflichen Anästhesie am Universitätsspital Basel. Gleichzeitig gebe es auch feurige Befürworter. «Ich persönlich bin der Meinung, dass die Gefahr eher unterschätzt wird.» Girard selber fordert kein Verbot, hält es aber für unangebracht, das Produkt unter dem Marketing-Namen «Happy Button» anzupreisen: «Man muss sich bewusst sein, dass sich dahinter ein sehr potentes Opioid verbirgt.»

Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Juckreiz. Aber auch Atemprobleme können auftreten – bei der Mutter und beim Kind. Werde das Mittel richtig angewandt, seien die Risiken zwar gering, so Girard. Aber: «Anästhesisten sind den Umgang mit Remifentanil aus dem Operationssaal gewohnt, was bei Hebammen und Geburtshelfern nicht der Fall ist.» Er verweist auf mehrere dokumentierte Fälle, in denen die Gebärende einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitt.

«Es kann sein, dass man sich etwas ‹high› fühlt.»

Leiter einer Schweizer Geburtsklinik

Auch Sina stösst auf solche Informationen, als sie sich im Internet über die Methode schlau macht. Daraufhin hakt sie bei der Klinik nach. «Es stimmt, dass man Ultiva in den ca. letzten 15 Minuten vor der Geburt nicht einsetzen sollte. Der Grund ist eine mögliche atemdeprimierende Wirkung auf das Neugeborene», antwortet ihr der Klinikleiter in einem Mail.

Jedes Opiat bremse die Atmung in höherer Dosierung, so der Arzt weiter. Im Gegensatz zu Heroin und Morphin sei die Wirkungsdauer von Ultiva aber sehr kurz. Die schmerzstillende Wirkung setzt innert Sekunden ein – flacht aber auch bald wieder ab. «Es kann sein, dass man sich etwas ‹high› fühlt. Deshalb der Begriff ‹Happy Button› für den Steuerknopf», schreibt der Arzt weiter.

«Bevor keine zuverlässigen Langzeitstudien existieren, mache ich hier grosse Fragezeichen.»

Patientenschützerin Margrit Kessler

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic bestätigt, Ultiva sei in der Schweiz lediglich für chirurgische Eingriffe zugelassen. «Ein allfälliger off-label-use ist in der alleinigen Verantwortung des behandelnden Arztes.» Patientenschützerin Margrit Kessler rät Frauen davon ab, eine nicht zugelassene Behandlungsmethode in Anspruch zu nehmen. «Bevor keine zuverlässigen Langzeitstudien existieren, mache ich hier grosse Fragezeichen.»

Laut Anästhesist Thierry Girard ist es zwar nicht ungewöhnlich, dass in der Geburtshilfe Medikamente verschrieben werden, die nicht speziell für diesen Bereich zugelassen sind. Allerdings sei der «Happy Button» nicht mit anderen off-label-Anwendungen vergleichbar. «Ultiva wird im OP ganz anders genutzt als im Geburtssaal, so eine Handpumpe gibt es sonst nirgends.»

Von 34 auf 1300 Anwendungen in wenigen Jahren

Weil zuverlässige Studien fehlen, haben Schweizer Anästhesisten reagiert: Sie gründeten das Netzwerk RemiPCA SAFE, das Spitäler dazu aufruft, ihre Daten zu solchen Geburten zu teilen. Die Statistik deutet auf eine rasant steigende Beliebtheit hin: Wurden im Jahr 2009 noch 34 Anwendungen erfasst, waren es in den letzten Jahren jeweils rund 1300. Bei einem Viertel der erfassten Geburten traten Probleme mit der Sauerstoff-Versorgung auf. Allerdings zeigen sich gut acht von zehn Müttern zufrieden oder sehr zufrieden mit der Behandlung.

Insgesamt haben sich 30 kleinere und grössere Schweizer Spitäler dem Netzwerk angeschlossen. Eine Umfrage von watson zeigt: Einige davon bieten Ultiva den Patientinnen offensiv an. Bei anderen kommt das Medikament hingegen nur im Ausnahmefall zum Zug. Dann, wenn eine Periduralanästhesie (PDA) – also eine Rückenmarks-Narkose – bei einer Frau etwa aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, sie sich aber dringend eine Schmerzlinderung wünscht.

«Schmerzempfindung ist sehr individuell.»

Eduard Vlajkovic, Chefarzt der Frauenklinik Zollikerberg

Eine der ersten Kliniken, die die «Schmerzmittelabgabe per Knopfdruck» in der Schweiz anbot, war das Salem-Spital in Bern. Das war 2008 – inzwischen kommt die Technik dort bei jeder zweiten Geburt zum Einsatz. Auch beim Zürcher Spital Zollikerberg wird der «Happy Button» bei «mindestens 50 Prozent der vaginalen Geburten» eingesetzt, wie Eduard Vlajkovic, Chefarzt der Frauenklinik, auf Anfrage sagt.

«Schmerzempfindung ist sehr individuell», so Vlajkovic. Ein Vorteil von Ultiva sei, dass die Gebärende damit ihre subjektive Schmerzempfimdung selber behandeln könne. «Sie drückt den ‹Happy Button› bei Bedarf, also völlig ihrem aktuellen und individuellen Bedürfnis entsprechend.» Das Gerät verhindere eine Überdosierung.

«Oft fühlt sich die Gebärende etwas beduselt oder abgehoben.»

Eduard Vlajkovic, Chefarzt der Frauenklinik Zollikerberg

Ein weiteres Plus sei, dass invasivere Schmerztherapien wie die PDA seltener benötigt würden. Bisher sei es im Spital Zollikerberg bei bis zu 2000 Geburten jährlich zu keinen Komplikationen gekommen, sagt Vlajkovic. Die Gebärenden fühlten sich nur oft etwas «beduselt» oder «abgehoben» – man spreche auch vom «Happy-Button-Effekt».

Auch beim Salem-Spital heisst es, die Sicherheit sei «durch die kontinuierliche Überwachung von Mutter und Kind» gewährleistet. Vom Ausdruck «Happy Button» distanziert sich die Klinik jedoch, weil damit unter Umständen falsche Erwartungen geschürt würden.

«Aspen Pharma hält sich vollumfänglich ans Heilmittelgesetz und bewirbt nur zugelassene Indikationen.»

Jan Scherrer, Sprecher des Pharmakonzerns Aspen

Vertrieben wird Ultiva hierzulande von der südafrikanischen Pharmafirma Aspen. Sie hat die Rechte am Medikament vor wenigen Wochen vom Konzern GSK übernommen. Sprecher Jan Scherrer betont, dass der off-label-Gebrauch pharmazeutischer Produkte «zu 100 Prozent» in der Verantwortung des behandelnden Arztes liege. «Aspen Pharma hält sich vollumfänglich ans Heilmittelgesetz und bewirbt nur zugelassene Indikationen.» Ob eine Zulassung von Ultiva für den Geburtsbereich angestrebt wird, kann Scherrer nicht kommentieren.

Anästhesist Thierry Girard bezweifelt, dass die Firma den Schritt machen wird: «Erstens kostet ein solches Zulassungsverfahren viel, und zweitens wäre die Firma dann verantwortlich, wenn etwas schief geht.»

*Name von der Redaktion geändert

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    Alle Leser-Kommentare
  • Re Gina 24.07.2017 21:22
    Highlight Highlight Nach 3 maligem Einleiten der Geburt mit anschliessenden massiven Wehen (8 Stunden), war ich froh um die Schmerzpumpe. Meine Sauerstoffsättigung wurde permanent überwacht, ebenso mein Herzschlag und der meines Babys.
    Die Schmerzpumpe wurde vorher aber nicht beworben sondern nur sachlich, mit Vor- und Nachteilen erklärt. 2012 Bürgerspital Solothurn.
  • Volare 24.07.2017 15:38
    Highlight Highlight Es wäre toll, wenn wirklich mal Fortschritte in diesem Bereich gemacht werden. Mir scheint diese Anwendung eher ein Rückschritt. Das ist nichts neues und wurde vor allem verwendet, um die Frau bei der Geburt ruhig zu stellen. Es gibt bereits Studien dazu. Eine PDA ist weitaus wirksamer als Remifentanil und beeinträchtigt das Baby kaum. Bei der neuen Methode gelangen Opioide in den Kreislauf des Babys. Da trinkt und raucht Frau nicht während der Schwangerschaft, verzichtet auf gewisse Nahrungsmittel usw., um am Ende ein zweckentfremdentes Mittel durch sich in das Baby zu pumpen. Think twice!
    • Gulasch 24.07.2017 16:50
      Highlight Highlight Könntest du die Studie nennen, möchte sie auch lesen!
  • Tschakkaaa! 24.07.2017 14:45
    Highlight Highlight Ich habe bei beiden Geburten, welche beide über 12 h dauerten, auf eine PDA bestanden und deashalb empfand ich sie als schönes schmerzarmes Erreignis. Bei anderen Eingriffen ist es legitim auf Schmerzen zu verzichten, wieso bei einer Geburt nicht? Ich habe 3 h mit intensiven Wehen erlebt, also weiss ich wovon ich spreche. Die, die es nicht wissen, sollten sich stundenlang ohne Anästhesie die Zähne ziehen lassen bevor sie hier mitreden.
    • Gröipschi 24.07.2017 15:43
      Highlight Highlight Bin ganz deiner Meinung.
      Ich habe vor 3 Wochen gebärt, die Geburt dauerte fast 15 Stunden. Nach 7h Wehen habe ich eine PDA verlangt, weil ich die Schmerzen unerträglich fand. Von da an wars ein schönes, entspanntes Erlebnis.
  • Walter Sahli 24.07.2017 14:08
    Highlight Highlight Meiner Erfahrung nach finden es Frauen super, wenn sie ihrem Mann "Ich habe zwei Kinder unter Schmerzen geboren und Du Weichei jammerst wegen ein bisschen [hier Krankheit/Verletzung des Mannes einfügen] rum?!" an den Kopf werfen können. Von dem her sollten sich Frauen, die bei der Geburt Schmerzmittel einsetzen, bewusst sein, was sie sich damit nehmen. XD
  • Toerpe Zwerg 24.07.2017 12:48
    Highlight Highlight Männer, die keine Ärzte sind, sollten sich in dieser Diskussion zurückhalten.
  • plop 24.07.2017 12:47
    Highlight Highlight Geburtsschmerzen sind mit nichts vergleichbar.
    Und vielleicht deshalb in einem gewissen Mass erträglich.

    Mit so einem einfach zugänglichen Angebot wird das erträgliche Mass weiter nach unten nivelliert. Meiner Meinung nach keine besonders gute Entwicklung.

    (selber: 2 Geburten, 1x mit PDA, 1x ohne medis)
    • who cares? 24.07.2017 13:25
      Highlight Highlight Was hat man denn von den Schmerzen? Was ist gut daran?
    • plop 24.07.2017 18:10
      Highlight Highlight @who cares? – eben, keine messbaren Schmerzen, sondern ein schlicht einzigartiges (und nicht kontrollierbares) Erlebnis, welches unter Medikamenten nicht gleich erfahren werden kann wie ohne Medis.


      Ich bin ja nicht grundsätzlich gegen Schmerzbehebung, finde es einfach nicht gut, wenn die Geburtsschmerzen ohne grossen Aufwand auch noch weggezaubert werden können. Über Sinn und Unsinn von Opiaten während einer Geburt kann man dann auch noch nachdenken...
    • who cares? 24.07.2017 20:03
      Highlight Highlight Würdest du so weit gehen und es allen verbieten aufgrund deiner Erfahrungen?
  • Zap Brannigan 24.07.2017 12:19
    Highlight Highlight Das ist mir schon bei "unseren" Geburten negativ aufgefallen: Bei Thema Gebären müssen alle möglichen und unmöglichen Leute ihren Senf zu etwas abgeben, dass sie einen Dreck Angeht: Wie andere Frauen ihre Kinder zur Welt bringen. Oft noch mit fast religiösem Eifer. Das geht die Eltern, die Hebamme und die Ärzte was an, sonst niemanden.
  • blablup 24.07.2017 11:06
    Highlight Highlight Unser kleiner hat sich 24 Stunden Zeit gelassen, um rauszuschlüpfen. Ohne Mittel übersteht man das kaum, das gäbe ein Kaiserschnitt oder eine PDA, welche offensichtlich viel invasiver ist.
    Da war der Knopf also genau Perfekt. Im KSA (Aarau) muss dann die Hebamme immer anwesend sein, um die Gebärende zu Überwachen.
  • Sageits 24.07.2017 10:34
    Highlight Highlight Wenn es dafür weniger Kaiserschnitte geben würde, ist das sicher ein Pluspunkt mehr für den Happy-Butten.
    • EvilBetty 24.07.2017 12:55
      Highlight Highlight Weil? Könnten sie mir die Logik dahinter erklären?
    • Chihirovocale 24.07.2017 13:23
      Highlight Highlight Weil da die Gesundheit der Mutter deutlich weniger beeinträchtigt wird als in einer Operation an der offenen Bauchhöhle. Ein High-Gefühl für einige Stunden ist ziemlich sicher besser, als mehrere Tage kaum aufstehen dürfen und ein langwieriger Heilungsprozess einer Operationswunde. Vorausgesetzt natürlich, alles läuft nach Plan.



      Jede Frau muss selbst entscheiden können welches Risiko in welcher Situation für sie angemessen ist.
    • Sageits 24.07.2017 14:16
      Highlight Highlight Bewährt sich eine Geburt mithilfe von Ultiva, dann wird sie von Ärzten und Hebammen auch empfohlen. Oder beworben könnte man sagen. Und somit sicher auch vermehrt gewählt.

      Zurzeit steigt die Zahl der Kaiserschnitte in der CH immer noch an. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer davon ist, das die Geburtskliniken halt eben Werbung machen für eine schmerzfreie und planbare Geburt. Und das bietet nur der Kaiserschnitt.
      Da lässt sich halt Geld verdienen.


  • Follower 24.07.2017 10:31
    Highlight Highlight Das Kind ist schon unter Drogen bevor es auf der Welt ist... 😝
    Gegen schmerzhafte Wehen nützen natürlich nur Opiate. Trotzdem wäre das für mich nie eine Option gewesen.
    Happy Button; geht's noch?!
  • Miicha 24.07.2017 09:55
    Highlight Highlight Auch wenn wohl jede Frau unter der Geburt alles für schmerzlinderung tun würde, man überlebt es auch ohne. Und die Vorteile sind ebenfalls zu bedenken, ich kann gleich mein Kind halten, aufstehen und duschen gehen. Ohne dass Mutter oder Kind in irgend einer Weise betäubt oder beduselt sind.
    • who cares? 24.07.2017 11:39
      Highlight Highlight Nach einer Geburt steht man ja gleich auf.
    • Miicha 24.07.2017 14:21
      Highlight Highlight Doch ja, wollte gern aus der Badewanne raus 😋
    • Tschakkaaa! 24.07.2017 14:49
      Highlight Highlight Weder ich noch mein Kind waren nach der Geburt mit PDA beduselt. Ich durfte mein Kind gleich halten und stillen. Alles toll, aber ohne Aua. Kann es nur empfehlen. Aber jede soll und darf selbst enscheiden!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Moudi 24.07.2017 09:21
    Highlight Highlight Es zieht ein bisschen.. ich brauch ein Schuss.. so ein Stuss..
    • EvilBetty 24.07.2017 12:58
      Highlight Highlight Geburtsschmerzen mit «es zeiht ein wenig» gleichzusetzen ist schon etwas... weltfremd.
  • Raffaele Merminod f 24.07.2017 09:21
    Highlight Highlight Schmerzmittel per Knopfdruck gibt es schon lange. Nach einer OP kann sich der Patient bei Schmerzen selber per Knopfdruck etwas geben. Auch im Unispital Basel!
    Das Problem, wenn ich es richtig verstehe, ist also nicht der Knopfdruck sonder was dabei verabreicht wird?
    • Trouble 24.07.2017 09:46
      Highlight Highlight Remifentanil wird nicht zur postoperativen Schmerztheraie verwendet, man kennt also das Handling mit dieser Schmerzpumpe nicht aus einem ändern Gebiet. Zudem wirken Opiate - wie im Artikel erwähnt - atemdepressiv; auf die Patiäntin und eben auch das Kind, was beides ungünstig ist.
    • Raffaele Merminod f 24.07.2017 10:53
      Highlight Highlight Ja sagte ich doch. Nicht der Knopf ist das Problem sondern was damit verabreicht wird.
    • blablup 24.07.2017 11:44
      Highlight Highlight ... die Atemdepression ist allerdings sehr einfach überwachbar
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 24.07.2017 08:51
    Highlight Highlight Es gibt hier mindestens drei unterschiedliche Aspekte:

    - Möglichkeit zur Selbstdosierung ist sicher gut. Patientin (oder, wenn es um anderes als Geburten geht, auch Patient) ist "mündiger". Das kann auch dazu führen, dass weniger Schmerzmittel gebraucht wird. Wenn man nachlegen kann, kann die Startmenge knapper kalkuliert werden.

    - Ob sich dieses spezifische Mittel für diesen Zweck eignet (kann ich nicht beurteilen).

    - Verwendung von PR-Produktnamen, wie wenn es um ein Erfrischungsgetränk geht, finde ich sehr fragwürdig.
  • iss mal ein snickers... 24.07.2017 07:58
    Highlight Highlight Das es Schmerzmittel gibt die den Gebärenden während der Geburt die Schmerzen nimmt finde ich gut, jedoch wenn dies zu den beschriebenen Komplikationen führen kann dann ist dies bedenklich. Wird vorher eine genaue Abklärung getroffen? Ich zum Beispiel bin gegen Codein allergisch...ich kann mir Vorstellen das es da den einen oder anderen gibt der ebenfalls auf Optiate allergisch reagiert....und das als "Happy Button" zu vermarken find ich recht bedenklich...
    • blablup 24.07.2017 11:55
      Highlight Highlight Die Atemdepression ist super überwachbar (und vorbeugbar), das Abstellen kurz vor Geburt einfach machbar, dank extrem kurzer Wirkungsdauer... das sind Vergleichsweise geringe Nebenwirkungen, wenn man es mit anderen Optionen vergleicht, nicht?
    • Maunadis 24.07.2017 12:18
      Highlight Highlight @blablup: ja klar ist eine Atemdepression überwachbar! Aber früher wurde unter der Geburt Pethidin verabreicht, worauf man mittlerweile eben genau wegen der Atemdepression verzichtet.
      Ein Medikament zu verabreichen, das aufs Kind negativ wirkt, finde ich durchaus fragwürdig.
      Ich nehme an, Du musstest noch nie ein Kind mit einer Atemdepression überwachen. Soooo lustig ist das nicht, wenn das Kind bleich daliegt, bei jedem Atemzug stöhnt, bei jedem Atemzug Einziehungen hat, Sauerstoff bekommt usw...
  • Sensenmaa 24.07.2017 06:58
    Highlight Highlight Drogen per Knopfdruck...
    • who cares? 24.07.2017 09:07
      Highlight Highlight Dann lass doch bei deiner nächsten OP die Narkose weg.
    • Lami23 24.07.2017 09:38
      Highlight Highlight Unsinn.
    • blablup 24.07.2017 11:58
      Highlight Highlight Drogen für weniger als 1min, max alle 2min... Oder eine PDA legen, die in dein Rückenmark geht und dich lähmt..... Uuuh ich weiss nicht, was hier furchteinflössender wirkt :-)
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