Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZU DEN VIER NATIONALEN VORLAGEN UEBER DIE DAS STIMMVOLK AM 18. MAI 2014 ABGESTIMMEN WIRD, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Ein Arzt holt einen Patienten aus dem Wartezimmer, im Haus der Aerzte, die Medix Gruppenpraxis, in Zuerich, am Donnerstag, 7. November 2013. In der Gruppenpraxis arbeiten fast 30 Aerzte als Allgemeinpraktiker, Spezialaerzte, Ernaehrungs- und Diabetesberaterinnen, Physiotherapeuten und Psychologinnen unter einem Dach. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Einheitskrankenkasse ist auch unter Ärzten heftig umstritten. Bild: KEYSTONE

Ärztekomitee für öffentliche Krankenkasse»

Einheitskasse «würde unsägliche Bürokratie abstellen»

Umfrage

Sind Sie für die Einheitskrankenkasse?

  • Abstimmen

552 Votes zu: Sind Sie für die Einheitskrankenkasse?

  • 66%Ja, so wie bis jetzt kann es nicht weitergehen.
  • 21%Nein, das kommt nicht gut heraus.
  • 12%Anders als jetzt ist ja okay, aber nicht so.

Die Einheitskrankenkasse spaltet die Ärzteschaft, der Ärzteverband FMH hat Stimmfreigabe beschlossen. Ein Ärztekomitee für die öffentliche Krankenkasse engagiert sich aber für die Initiative – zum Wohl der Patientinnen und Patienten, wie es am Dienstag vor den Medien in Bern hiess.

Die Ärztinnen und Ärzte, die für die Initiative «Für eine öffentliche Krankenkasse» warben, kritisieren am heutigen System vor allem die Jagd der Krankenkassen nach guten Risiken und die ausufernde Schreibtischarbeit. Die Assistenzärztin und Aargauer SP-Grossrätin Anna Andermatt sprach von einem «Kassendschungel».

Obwohl das Produkt bei allen Versicherungen das gleiche sei, gebe es nicht weniger als 300'000 Prämien je nach Kasse, Alter, Geschlecht, Kanton oder Versicherungsmodell. Das bedeute für die Hausärztinnen und Hausärzte einen Berg von Papieren beim Kassenwechsel.

Bei der Rehabilitation würden systematisch Kostengutsprachen verzögert oder erst nach teils schikanösen Rückfragen beantwortet. Diese Bürokratie frisst laut Andermatt Zeit, die nicht direkt den Patienten zugutekommt.

«Der grösste Nutzen der Initiative für die Ärzte wäre, dass wir die unsägliche Bürokratie abstellen könnten»

Sie erinnerte an eine aktuelle Erhebung der FMH, wonach Spitalärztinnen und -ärzte mehr Zeit am Schreibtisch verbringen als mit den Patienten. «Der grösste Nutzen der Initiative für die Ärzte wäre, dass wir die unsägliche Bürokratie abstellen könnten», sagte der Richterswiler Hausarzt René Haldemann.

Patientinnen und Patienten dagegen sind vor allem betroffen von der Jagd der Krankenkassen nach sogenannten guten Risiken – jungen, gesunden Patientinnen und Patienten. Chronisch Kranke und ältere Menschen versuchten die Kassen dagegen wie den Schwarzen Peter loszuwerden, sagte Haldemann.

Dies steht im Widerspruch zur Idee der Versicherungspflicht: In der Grundversicherung muss jede Krankenkasse jeden Versicherten unabhängig von Alter und Gesundheitszustand vorbehaltlos akzeptieren. Gemäss den Vertretern des Ärztekomitees umgehen die Versicherungen dies aber mit verschiedenen Tricks.

Risikoselektion statt echte Einsparungen

ZU DEN VIER NATIONALEN VORLAGEN UEBER DIE DAS STIMMVOLK AM 18. MAI 2014 ABGESTIMMEN WIRD, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG ---  [EDITORS NOTE: POSED PICTURE] A medical practice assistant flicks trough patient charts, pictured on March 28, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Ärzte erhoffen sich durch die Einheitskasse weniger Bürokratie. Bild: KEYSTONE

Einige Kassen lassen ihre Versicherten die Medikamente in der Apotheke zunächst selber zahlen. Chronisch kranke Patientinnen und Patienten, die regelmässig teure Medikamente brauchen, kann dies in finanzielle Notlagen bringen. Faktisch schliesse die Kasse damit jene Versicherten aus, die auf teure Behandlungen angewiesen seien, sagte Michel Matter, Präsident des Genfer Ärzteverbandes.

Abgebrochene Maklergespräche mit chronisch Kranken, Präventionsangebote für Junge statt für Alte oder die obligatorische Telefonkonsultation vor dem Arztbesuch gehören gemäss dem Komitee ebenfalls zum Repertoire der Krankenkassen. Kosten würden dadurch keine gespart, sagte Haldemann. Für die Krankenkassen sei es aber einfacher, mit Risikoselektion Überschüsse zu erzielen als sich um echte Einsparungen bei den Behandlungskosten zu bemühen.

«Die kranken Versicherten rücken endlich ins Zentrum der Aktivitäten»

Kranke wieder im Zentrum

Eine öffentliche Krankenkasse würde dieses System gemäss dem Komitee einfacher und transparenter machen. Die Debatte um den Risikoausgleich wäre vom Tisch, dank einheitlicher Administration und besserer Koordination hätten die Ärzte wieder mehr Zeit für die Patienten. «Die kranken Versicherten rücken endlich ins Zentrum der Aktivitäten», sagte Haldemann.

Dem Komitee sind bis am Dienstag rund 450 Ärztinnen und Ärzte beigetreten. Eine Umfrage der FMH in der Ärzteschaft von Anfang Jahr hatte kein einheitliches Bild ergeben, viele Mitglieder wünschten aber Verbesserungen am System. Unterstützt wird die Initiative vom Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO).

Über die Volksinitiative «Für eine öffentliche Krankenkasse» wird am 28. September abgestimmt. Diese verlangt, dass die obligatorische Grundversicherung in Zukunft von einer einzigen Krankenkasse angeboten wird, einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung. Im Initiativkomitee vertreten sind SP, Grüne sowie Patienten- und Konsumentenorganisationen. (aeg/sda)



Abonniere unseren Newsletter

17
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Horny 30.07.2014 13:43
    Highlight Highlight Ist Interessant, die unterschiedlichen Meinungen zu lesen. Doch hat das Schweizer Volk diese Frage nicht bereits Mehrfach und erst kürzlich wieder, Verneint?

    Mein Vorschlag: Abschaffung aller Krankenkassenunternehmungen und die gesamte Gesundheitsversorgung verstaatlichen, auf Bundesebene. Dies aufgeteilt in 2 Gruppen, Allgemein und Privat. Kostentechnisch entstehen so zwei Prämien, wobei die Privatprämie doppelt so hoch ist, wie die Allgemeinprämien. So entsteht eine Gesundheitszentrale der Schweiz, die mit Hausarzt und Spital kommuniziert.
    So wird zum einen der undurchsichtige Verwaltungsapparat der Versicherungen und Spitäler und zum anderen die Kostentransparenz der Versicherung offen gelegt. Wenn das ganze auf Basis entsprechend Einkommen der Versicherten, wie beispielsweise der AHV 1 und AHV 2 in die Prämienberechnung einfliesst und auch so verrechnet werden, entstünden bedeutend klarere Verhältnisse als heute.
    Ein relativ radikaler Systemwechsel, aber mit grossem Potenzial bezüglich Kosten und Transparenz.
  • Schneider Alex 30.07.2014 06:55
    Highlight Highlight Einheitskasse: Fertig mit Lobbyismus im Parlament!

    Mit der Einheitskasse verschwinden die unendlichen Diskussionen um einen gerechten Risikoausgleich unter den Krankenkassen, die Gründung von immer neuen Kassen, der unsinnige Administrations- und Marketing-Aufwand der 61 Grundversicherer, der ständige und teure Wechsel der Versicherten Ende Jahr. Machen wir dem unseligen Spiel der Krankenkassen-Lobbyisten im Parlament ein Ende und stimmen wir JA zur öffentlichen Einheitskasse bei der Grundversicherung.
  • Michael Mettler 29.07.2014 21:48
    Highlight Highlight @MediaEye
    Ok, ausser das die Prämie kantonal einheitlich wird und der Träger des KVGs von den Privaten Kassen auf die Einheitskasse übergeht passiert aufgrund dieser Initiative gar nichts - Initiativtext lesen kann helfen.
    • Matthias Studer 29.07.2014 23:37
      Highlight Highlight Doch, der Büroapparat wird massiv abnehmen. Überall gleiche Software, weniger CEO / Kaderleute (Lohnkosten) usw. aber auch die Gewinnausschüttung an die Aktionäre kostet Geld. Ein staatlicher Betrieb hat nicht die Funktion Gewinn zu erwirtschaften, Selbstkostentragend genügt plus Reserven.
      In der Privatwirtschaft wird auch fusioniert, oftmals mit Stellenabbau verbunden. Das jetzige Modell hatten seine Chance, ohne Erfolg.
      Es ist schwierig mit staatlichen Vorgaben eine Privatwirtschaft aufzubauen, bei der nicht innerhalb von kürzester Zeit die Gier in den Vordergrund rückt. So ist nun mal der Mensch.
    • Michael Mettler 30.07.2014 07:04
      Highlight Highlight Herr Studer schicken Sie mir bitte mal eine konkrete Gewinnrechnung einer Krankenkasse zu. Wir schauen die dann gemeinsam an und merken: Da wurde in der Grundversicherung nie ein Gewinn gemacht(Krankenversicherungsgesetz). Die CEOs und Verwaltungsräte werden sich also aus den Zusatzversicherungen weiterhin die gleichen Löhne bezahlen lassen. Damit diese Zusatzversicherungen weiter profitabel sind wird auch die Werbung und das Telefonieren weiterbestehen. Die Gier und die Ethik wird damit nicht anders sein.
    • MediaEye 30.07.2014 13:01
      Highlight Highlight Das wäre schade und könnte mich zu einem Nein bewegen
    Weitere Antworten anzeigen
  • MediaEye 29.07.2014 20:41
    Highlight Highlight Die Einheitskasse muss kommen; und zwar aus den folgenden Gründen;

    1. Keine Unterschiede der Versicherten wg. Direktverträgen grosser
    Kassen mit Pharma- und Hilfsmittelproduzenten und Lieferanten
    2. OHNE diese lästigen #Rabattierungen für Sonderkonditionen wie
    etwa Telemed, Hausarztmodell, etc.
    3. Einführung von Einkommens- u. Vermögens- statt Kopfprämien
    4. Förderung von Polikliniken, Permanences, Aerztecentren usw.
    5. Senkung der #Prämienlast für jeden Versicherten um mindestens
    30%

    Das sind für mich Gründe genug, um der Initiative zuzustimmen
    • Baba 30.07.2014 20:28
      Highlight Highlight Glauben Sie tatsächlich an Ihren Punkt 5??? Wenn wir jedesmal weniger für die KK bezahlt hätten, wenn's uns versprochen wurde, bekämen wir heute Geld zurück...
  • Michael Mettler 29.07.2014 18:34
    Highlight Highlight Endlich haben auch die Ärzte begriffen: Ein staatliches Monopol erleichter das Leben ungemein;)
  • gfc 29.07.2014 18:13
    Highlight Highlight Mehr Staat - sprich das KVG - hat uns den Saich eingebracht. Und die einzige Lösung der Politiker ist: Noch mehr Staat?!

    Ausserdem: Wenn einzelne Marktteilnehmer sich für eine Änderung einsetzen, dann kaum zu deren Ungunsten. Sprich ich geh mal davon aus, dass die Ärzte danach mehr verdienen.
  • Romeo 29.07.2014 16:04
    Highlight Highlight Ruth Dreifuss hat uns den Mist eingebrockt. Systemänderung erwünscht. Mehr Wettbewerb senkt die Preise im Gesundheitswesen anscheinend nicht.
    • Michael Mettler 29.07.2014 18:37
      Highlight Highlight Ich kann ja auch nicht rechnen. Aber diese Gleichung in dieser Behauptung ist weder korrekt aufgestellt noch durchdacht.
  • Baba 29.07.2014 15:54
    Highlight Highlight Einheitskasse? Um Gottes Willen N E I N!!! Das Cabaret mit den Rückforderungen - alles an zwei Krankenkassen schicken? Nein, danke. Aber es sollte den Krankenkassen verboten sein, die Grundversicherung nicht mehr anzubieten, nur noch die (wohl rentablere) Zusatzversicherung. DIESE Rosinenpickerei gehört verboten. Aber eine staatliche Einheitskasse? Man sieht in anderen Ländern, dass das nicht wirklich befriedigend ist... Ich hoffe, die Schweizerinnen und Schweizer zeigen im September Vernunft und schicken diese Vorlage bachab!
    • phreko 29.07.2014 18:53
      Highlight Highlight Wollen sie mir sagen, dass die SUVA nicht funktioniert?
    • Baba 30.07.2014 20:26
      Highlight Highlight @phreko: doch, die SUVA funktioniert. Dort gibt's aber keine Grund- und Zusatzversicherung! Oder möchten Sie auch eine staatliche Zusatzversicherung??? Bitte konsequent alles vergleichen.

Shampoos, Kleider und Autos werden (wahrscheinlich) billiger

Importierte Kleider, Autos, Haushaltsgeräte oder Körperpflegeprodukte sollen billiger werden. Der Bundesrat will sämtliche Industriezölle abschaffen. Er hat am Freitag die Vernehmlassung dazu eröffnet.

Den Plan hatte der Bundesrat vor einem Jahr angekündigt, im Rahmen eines Massnahmenpaketes gegen die Hochpreisinsel Schweiz. Nun will er ihn umsetzen.

Die Aufhebung der Industriezölle werde sich für Konsumentinnen und Konsumenten positiv auswirken, heisst es im Bericht zur Vernehmlassung. Diese …

Artikel lesen
Link to Article