Schweiz

Erstmals an eine kulturelle Organisation – Wakkerpreis 2018 geht an Stiftung «Origen»

09.01.18, 10:23 09.01.18, 10:52

Erstmals und als Ausnahme verleiht der Schweizer Heimatschutz den begehrten Wakkerpreis nicht an eine Gemeinde, sondern an eine kulturelle Organisation. Preisträgerin 2018 ist die Stiftung «Nova Fundaziun Origen» im Bündner Dorf Riom.

Als besondere Ausnahme im Kulturerbe-Jahr 2018 erhalte kein Gemeinwesen, sondern erstmals eine «Organisation der Zivilgesellschaft die begehrte Auszeichnung», teilte der Schweizer Heimatschutz am Dienstag mit. Die Origenstiftung, die Musik und Tanz meist biblischen Ursprungs auf die Bühnen bringt, ist beheimatet in Riom, im mittelbündnerischen Tal Surses an der Julierstrecke.

Ausgehend vom eigenen kulturellen Erbe sei es Origen gelungen, eine Ausstrahlung weit über das eigene Tal hinaus zu entwickeln, schrieb der Heimatschutz. Was in Riom produziert werde, finde Widerhall im ganzen Kanton Graubünden, in der Schweiz und weit über die Landesgrenzen hinaus.

Potenziale jenseits des Massentourismus

«Modellhaft macht das Engagement der Stiftung deutlich, welche wirtschaftlichen Potenziale jenseits des Massentourismus im Berggebiet auf ihre Aktivierung warten», resümiert der Heimatschutz. Origen suche Wege, das bauliche Erbe ebenso pragmatisch wie verantwortungsvoll für seine Zwecke nutzbar zu machen.

Die markante Burg Riom funktionierte Origen um zum wetterunabhängigen Spielort. Ebenfalls vom Theater in Beschlag genommen wurde das Anwesen der heimischen Konditor-Familie Carisch. Die Villa Carisch erfuhr eine Neubelebung als Foyer und Ort des Austausches, das stillgelegte Schulhaus als Probelokal. Weitere Neunutzungs-Projekte sollen folgen.

Über allem steht Giovanni Netzer

Die Kulturorganisation Origen ist untrennbar mit der Person des 50-jährigen Giovanni Netzer verbunden. Der Theologe, Kunstgeschichtler und Theaterwissenschaftler firmiert als Gründer und Leiter des Origen-Theaters.

Netzer ist gleichsam ein Abräumer, wenn es um Preise geht. 2007 erhielt er den wichtigsten Theaterpreis der Schweiz, den Hans-Reinhart-Ring. Ein Jahr später wurde ihm der Hauptpreis des Eliette von Karajan-Kulturfonds verliehen. 2012 war er Träger des Bündner Kulturpreises.

«Systemrelevant» – sagt die Bündner Regierung

Hohe Wertschätzung geniesst Origen besonders bei der Bündner Regierung. Die Arbeit der Mittelbündner Kulturorganisation stufte die Kantonsregierung letzten Dezember als «systemrelevant» ein.

Den Wakkerpreis vergibt der Heimatschutz jährlich seit 1972, in der Regel an eine politische Gemeinde. Das Preisgeld von 20'000 Franken habe eher symbolischen Charakter, der Wert der Auszeichnung liege in der öffentlichen Anerkennung vorbildlicher Leistung, so der Heimatschutz. Ermöglicht hat den Preis ein Vermächtnis des Genfer Geschäftsmannes Henri-Louis Wakker. (sda)

Erster Schweizer Nobelpreis seit 15 Jahren geht an Lausanner

48s

Erster Schweizer Nobelpreis seit 15 Jahren geht an Lausanner

Video: srf

Schweizer Nobelpreisträger

Das könnte dich auch interessieren:

Was machen vier Schweizer, nachdem sie über den Atlantik gerudert sind?

Heil, Heil, Rock'n'Roll: Weshalb fahren gewisse Rocker auf Nazi-Kram ab?

Und jetzt erklärt dir die Queen, wie du eine Krone nicht tragen solltest

2Pac als Geist, Snoop Dogg als Professor: #BlackHogwarts verleiht Harry Potter mehr Swag 

Er erfand die Champagner-Dusche auf dem Siegerpodest – jetzt ist Dan Gurney tot

Skandal bei PSG-Sieg – hier kickt der Schiri einen Nantes-Spieler und zeigt ihm dann Rot

Statt Kündigung in Schule geschickt: Unternehmerin hilft Analphabeten

Du streamst gern Serien und Filme? Dann Hände weg von diesen Seiten

Ich lösche WhatsApp – und alle sind schockiert 

Wie die Armee im Kalten Krieg: Die SRG ist die «heilige Kuh» von Mitte-links

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Trump hält am WEF die Abschlussrede – Merkel erneut abwesend

Das 48. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ist im Banne von Donald Trump. In einer zersplitterten Welt ist es laut WEF-Gründer Klaus Schwab essentiell, den US-Präsidenten am Tisch zu haben, um neue Lösungen zu finden. Die USA bringen die grösste Politik-Delegation, gefolgt von Saudi-Arabien.

Der Auftritt von Trump am Freitag kommende Woche um 14 Uhr wird das alles dominierende Thema und der finale Höhepunkt des WEF 2018 sein. WEF-Gründer Schwab sieht kein Problem darin, dass sich …

Artikel lesen