Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Predominantly German tourists sunbathe at the beach in Platja de Palma on the Spanish island Mallorca, pictured on June 4, 2010. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

(Vornehmlich deutsche) Touristen braeunen sich in der Sonne am Strand von Platja de Palma auf der spanischen Insel Mallorca, aufgenommen am 4. Juni 2010. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Vor lauter Touristen sieht man den Strand von Platja de Palma auf Mallorca kaum noch.  Bild: KEYSTONE

Schweizern auf Mallorca wird's zu bunt

Nach einem Angriff mit Pyro-Fackeln und Konfetti auf Touristen auf Mallorca äussern sich nun ausgewanderte Schweizer zu dem Tourismusproblem auf der Insel. Auch sie nerven sich über die Menschenschwemme und fordern eine Obergrenze.

pascal ritter / schweiz am wochenende



Die Balearen werden von Touristen überrannt. 2016 kamen knapp 15 Millionen. Unter den Besuchern waren auch knapp eine halbe Million Schweizer. Dieses Jahr wird diese Zahl wohl noch übertroffen. Schon bevor im Juni die Hochsaison losging, besuchten über 137'000 Schweizer eine der Inseln Formentera, Ibiza, Menorca oder Mallorca.

Viele wählen die Inseln, weil sie in anderen Ferienregionen wie der Türkei oder Tunesien Terror fürchten. Jetzt wird es aber auch in Teilen Spaniens ungemütlich. Besonders auf den Balearen und in Katalonien radikalisieren sich Proteste gegen den Massentourismus. Auf Mallorca sorgt zurzeit ein Video für Aufregung. Darin nebeln Aktivisten im Hafen von Palma Luxusjachten mit Pyro-Fackeln ein und bewerfen Touristen in einem Restaurant mit Konfetti.

Die Aktion wäre an sich harmlos, stünde sie nicht im Zusammenhang mit Vorfällen auf dem nahen Festland. In der katalonischen Hauptstadt Barcelona attackierten Aktivisten der gleichen Gruppe letzte Woche einen der roten Doppeldeckerbusse, welche Touristen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten bringen. Sie besprühten den Bus mit dem Slogan «El turisme mata els barris», was so viel heisst wie: Der Tourismus zerstört die Wohnquartiere.

Proteste gegen Touristen auf Mallorca

Die Aktion versetzte einen englischen Touristen in Angst und Schrecken. Gegenüber der Zeitung «Daily Mail» sagte er, er habe sich zunächst in einer Terrorattacke gewähnt und sei schliesslich froh gewesen, dass die Angreifer nur die Reifen des Touristenbusses zerstachen. Das gleiche Schicksal ereilte kurze Zeit später Velos eines bei Touristen beliebten Fahrradverleihs.

Bisher ist noch kein Schweizer Opfer der Proteste bekannt. Bruno Ryff, Schweizer Generalkonsul in Barcelona, sagt auf Anfrage, er könne nicht ausschliessen, dass auch Schweizer im attackierten Bus sassen. Bei ihm habe sich aber niemand gemeldet. Beim Aussendepartement EDA heisst es, man habe vom Vorfall Kenntnis, die aktuellen Reisehinweise genügten aber vorerst. Darin wird vor Demonstrationen gewarnt.

Hinter den Aktionen stehen Sympathisanten der sozialistischen katalanischen Unabhängigkeitsbewegung «Arran». Sie kritisieren unter anderem, der Massentourismus treibe die Mieten in die Höhe.

In Mallorca fürchtet man nun, dass auch hier die Aktivisten rabiater werden. Indes wird es auch Schweizer Einwanderern auf Mallorca zu viel. «An manchen Tagen geht es in Palma zu und her wie am Morgenstreich an der Basler Fasnacht», sagt Fridolin Wyss (70). Er ist Präsident des Schweizerclubs Balearen und lebt seit 24 Jahren auf der Insel.

Der Ärger kommt in ihm hoch, wenn er im Stau steht. Etwas, das es früher gar nicht gegeben habe. Er zeigt Verständnis für die Proteste, wenn auch nicht für deren militante Form. «Es kann nicht sein, dass jedes Jahr mehr kommen.» Wyss fordert eine Touristenobergrenze: «Mehr als zwölf Millionen Touristen pro Jahr verträgt die Insel nicht.» Man müsse vor allem im Sommer eine Limite einführen. Für Ärger sorgen laut Wyss vor allem Kreuzfahrtschiffe. Sie lassen Tausende Reisende gleichzeitig auf die Insel los.

Am 1. August diskutierte auch der Schweizerclub in Barcelona über die Anti-Tourismus-Proteste. Präsident Bruno Wiget bringt wenig Verständnis für die Aktionen auf. Der Tourismus sei der Motor der katalanischen Wirtschaft, sagt er. «Zuerst hat man viel Geld ausgegeben, um Touristen anzulocken. Jetzt sind die Touristen da und es ist auch wieder nicht recht.» Als Mittel gegen den Ansturm sieht er einzig eine höhere Tourismussteuer. Er gibt aber zu bedenken: Sie würde vor allem innerspanische Touristen und solche mit kleinerem Budget treffen.

Beliebteste Feriendestinationen

Wegen diesen 9 Typen gehst du lieber alleine in die Ferien

Play Icon

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link to Article

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippeimpfung sind speziell für euch

Link to Article

Wir wollen viel zu viel: Sexbots, die was fühlen und geklonte Mammuts

Link to Article

Sozialdetektive-Befürworter leaken Betrüger-Videos – laut Datenschützer ist das verboten

Link to Article

Es ist Tag der schlechten Wortspiele oder wie wir vom Sport sagen: Heimspiel!

Link to Article

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Link to Article

27 Witze, die jeden Nerd zum Schmunzeln bringen

Link to Article

Wie zwei Nerds die Welt eroberten – und ihre Ideale verrieten

Link to Article

Vormarsch der Demokraten: Es gab doch eine «Blaue Welle» bei den Midterms

Link to Article

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Link to Article

Diese 10 Dinge kommen Ausländern als Erstes in den Sinn, wenn sie an die Schweiz denken

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Wichtig: Eine Rangliste der 18 besten Drunk Foods aus aller Welt 🍺🍕🍻🍔🍺

Link to Article

5 Hashtags, die viral gingen und tatsächlich etwas verändert haben

Link to Article

Eklat beim F1-Grand-Prix von Brasilien: Verstappen pöbelt Ocon nach dem Rennen an

Link to Article

Lieber Arno, ich glaube leider, es ist wirklich an der Zeit zu gehen

Link to Article

Die 11 schönsten Höhlen der Welt, in denen du dich vor der Fasnacht verstecken kannst

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

31
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 06.08.2017 08:11
    Highlight Highlight Das Problem beim Festlegen von Obergrenzen:
    Jeder Tourist hält sich selber für unentbehrlich und andere für "zu viel".
    Das Gleiche sehen wir bei der Milchschwemme:
    Jeder Milchbauer behauptet, dass ANDERE Milchbauern zu viel Milch produzieren.
    Darum ist vielleicht "Nichts machen" die beste Lösung!
    Je mehr Mallorca zum Ballermann-Mekka verkommt, desto geringer wird seine Attraktivität für Neuankömmlinge.
    So wird der Massentourismus mit der Zeit andere Traumdestinationen anpeilen und diese platt walzen, währenddem sich Mallorca wieder etwas erholen kann von den Ferien-Flüchtlingswellen...
    5 2 Melden
  • Stachanowist 06.08.2017 02:01
    Highlight Highlight Habe die Lösung
    User Image
    12 1 Melden
  • ostpol76 05.08.2017 21:35
    Highlight Highlight Eine Obergrenze einführen..... sowas geht in der EU gar nicht 😉
    52 7 Melden
  • ströfzgi 05.08.2017 20:27
    Highlight Highlight Kaum ist Don in den Ferien, gehen hier die Themen aus. Moll, ja... Mir wird es in Mallorca auch zu bunt. In Side übrigens auch - Breaking News für die Sommerflaute ! 🤦‍♂️
    9 28 Melden
  • Wilhelm Dingo 05.08.2017 20:21
    Highlight Highlight Obergrenze einführen! Lasst darüber die Mallorquiner abstimmen.
    22 3 Melden
    • rodolofo 06.08.2017 08:12
      Highlight Highlight Bist Du Dir bewusst, dass diese Obergrenze gegen Leute wie Dich gerichtet ist?
      4 3 Melden
  • äti 05.08.2017 20:08
    Highlight Highlight Ich bin froh, düsen soviele während der besten Zeit dorthin. Da bleiben unsere wunderschönen Seen und Flüsse verschont und sind frei zum Geniessen.
    59 4 Melden
    • Waedliman 06.08.2017 15:23
      Highlight Highlight Genau - picken wir uns die Touristen raus, die wir wollen. Wenn dann aber reiche Araber kommen, ist es auch wieder nicht recht.
      2 2 Melden
  • Widmer 05.08.2017 20:07
    Highlight Highlight Schön egoistisch. Wer schon dort ist, verlangt Obergrenze.
    41 13 Melden
    • Saraina 06.08.2017 11:11
      Highlight Highlight Ja logisch. Wenn jede zweite Wohnung in Barcelona als Airbnb Loge dient, wo Touris die ganze Nacht Party machen und in deinen Hauseingang kotzen, während eben diese Wohnungen nicht mehr für die Einheimischen zur Verfügung steht, die nichts an den Touristen verdienen, verstehe ich die Aktionen. Ist in Venedig und Amsterdam auch so.

      Hier regt sich ja männiglich schon auf, wenn 5 (fünf!) Frauen in Burka über die Plaza in Lugano oder die Bahnhofstrasse schlendern, auf der Suche nach dem nächsten Gübelin Geschäft.
      8 0 Melden
    • Karl33 06.08.2017 13:48
      Highlight Highlight Ich glaube schon, dass Einheimische mehr Rechte haben sollen als Kurzzeittouristen. Auf dem Wohnungsmarkt und auch sonst wo. Auch wenn das natürlich nicht in das Konzept der neoliberalen und weltoffenen Marktfetischisten von links bis rechts passt.
      7 1 Melden
  • Toerpe Zwerg 05.08.2017 19:51
    Highlight Highlight Geht Ende September. Traumhaft.
    15 4 Melden
    • rodolofo 06.08.2017 08:16
      Highlight Highlight So traumhaft ist es auch wieder nicht.
      Erstens wird es kühler und zweitens kommen im September die Schweizer während die Italiener wieder zurück an die Arbeit müssen.
      Ich habe diesen Wechsel letztes Jahr selber vor Ort miterlebt und war froh, in der letzten August-Woche noch viel Italianita miterlebt zu haben!
      0 2 Melden
  • NeemaPur 05.08.2017 19:30
    Highlight Highlight Wenn ich das richtig verstehe sind ja die Kreuzfahrtschiffe nur fuer einen Tag in Palma . Koennte man dann nicht einfach eine sehr hohe Steuer auf Ein-Tages-Tourismus erheben? Aber Mallorca muss sich auch nichts vormachen, der Tourismus ist die einzige gute Einnahmequelle fuer die Insel.
    45 4 Melden
  • Karl33 05.08.2017 19:09
    Highlight Highlight Und wie wird eine Obergrenze ermöglicht? Mit höheren Preisen.
    9 3 Melden
    • Saraina 06.08.2017 11:13
      Highlight Highlight Man kann die Anzahl der Kreuzfahrtschide limitieren, die anlegen dürfen.
      4 0 Melden
    • Karl33 06.08.2017 13:52
      Highlight Highlight Saraina, und wer wählt aus welche dürfen und welche nicht?
      0 1 Melden
    • Saraina 06.08.2017 21:24
      Highlight Highlight First come, First serve. Sind die Slots vergeben, gibt's eben nichts mehr. Geht im Flugverkehr doch auch.
      1 0 Melden
  • Schnuderbueb 05.08.2017 19:09
    Highlight Highlight Das nennt man wohl Massenmenschhaltung auf freiwilliger Basis. Nicht das „Dümmste“ Vieh würde sich das freiwillig antun.
    40 2 Melden
  • fluh 05.08.2017 19:05
    Highlight Highlight mallorca ist halt einfach super!
    6 17 Melden
  • Pasch 05.08.2017 19:03
    Highlight Highlight Build the wall! And let the mexicans pay 😂😂
    Ein Auswanderer der gegen Urlauber und Einwanderer ist. Für heute hab ich genug...
    User ImagePlay Icon
    42 5 Melden
  • malu 64 05.08.2017 19:01
    Highlight Highlight Jedem seinen Kaninchenstall mit nummeriertem Liegestuhl! Pure Erholung. Hauptsache der Sonnenbrand stammt von den Balearen!
    37 5 Melden
  • napolitain 05.08.2017 18:56
    Highlight Highlight Luxusprobleme...
    15 7 Melden
  • 11lautin 05.08.2017 18:53
    Highlight Highlight Die Griechen wären wohl froh über mehr Gäste was die Wirtschaft stützen würde , also los , ab nach Kos, Kreta, Lesbos, Zakynthos, Mykonos, etc etc etc statt sich wie 'ne Sardine auf den Strand auf Mallorca zu quetschen und zu brutzeln ;-)
    34 2 Melden
  • Triumvir 05.08.2017 18:50
    Highlight Highlight In Griechenland motzen sie nicht über zu viele Touris, sondern freuen sich vielmehr über jede wandelnde Kreditkarte 😉😃 Ich bin ebenfalls wieder einmal in diesem traumhaft schönen Land gewesen und es wird nicht das letzte mal gewesen sein! Es war wieder einmal ein perfekter Traumurlaub! Wenn die Spanier weniger Touris wollen, dann kann das nur gut sein für die Griechen....
    30 3 Melden
    • meine senf 06.08.2017 10:18
      Highlight Highlight Logisch. Jene, denen du etwas bezahlst freuen sich sicher.
      Das Problem haben jene, die nicht z.B. ein Restaurant besitzen und nicht direkt von den Touristen profitieren. Aber keine bezahlbare Wohnung mehr finden, weil es nur noch AirBNBs für Leute aus Regionen mit anderen Preisniveaus gibt.
      Die gibt es sicher auch in Griechenland. Nur hast du nicht direkt mit ihnen zu tun.
      1 3 Melden
  • alles auf rot 05.08.2017 18:33
    Highlight Highlight Ausländer auf Malle fordern Obergrenze für Ausländer.
    Keine Pointe.
    45 4 Melden
    • Saraina 06.08.2017 11:14
      Highlight Highlight Nicht für Ausländer, für Touristen. Wenn du länger nachdenkst wird dir der Unterschied auch klar.
      3 2 Melden
  • ujay 05.08.2017 18:30
    Highlight Highlight Wahnsinn. 15 Mio Touristen jährlich auf einer kleinen Insel. Halb soviel wie ganz Thailand, ein Land, grösser als Frankreich, oder doppelt soviele wie Portugal. Für den Tourismus prostituieren sich die Feriendestinationen, nicht nur in Spanien. Hemmungslose Raffgier und unfähige/korrupte Politik, grenzenlose Dummheit dazu, auch bei so manchen Touristen, die diese bescheidenen Angebote, die dem Massentourismus innewohnen auch noch etwas positives abringen können.
    22 3 Melden
  • Liberté 05.08.2017 18:12
    Highlight Highlight Es ist einsichtig, für eine Obergrenze zu sein.
    57 22 Melden
    • Raphael Stein 05.08.2017 18:22
      Highlight Highlight Oben ohne?
      12 4 Melden

Anwaltskosten und Facebook-Likes – dafür hat AfD-Weidel die Schweizer Spenden verwendet

Alice Weidel hat von einer Schweizer Pharmafirma 130'000 Euro, gestückelt in 18 Tranchen, erhalten. Laut deutschem Recht sind Spenden aus einem Nicht-EU-Land illegal. Strafanzeige wurde eingereicht, Untersuchungen laufen.

So viel war bekannt. Was man bisher noch nicht wusste, ist wofür die AfD-Fraktionschefin das Geld verwendet hat. Bis jetzt.

Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet, hat Weidel das Geld einerseits für einen Medienanwalt ausgegeben, der rechtlich gegen Journalisten …

Artikel lesen
Link to Article