Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Bundespräsidentin stellte sich in New York den Fragen der Medien
Bild: ANDREW KELLY/REUTERS

Sommaruga ist trotz mässiger Bilanz vom Potenzial der UNO überzeugt

29.09.15, 21:00 29.09.15, 22:29


Mit der Verabschiedung der Nachhaltigkeitsziele ist die UNO nach Ansicht von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga in der modernen Zeit angekommen. Die anspruchsvolle Agenda wende sich an alle Staaten, sagte Sommaruga vor Schweizer Medienschaffenden in New York.

Diese Agenda gehe nicht mehr davon aus, dass der Norden dem Süden sage, was in der Entwicklung zu tun sei. Das Programm mache klar, dass alle Staaten Entwicklungspotential hätten. Auch die Schweiz sei gefordert, zum Beispiel bei der Gleichberechtigung der Geschlechter – noch immer herrsche keine Lohngleichheit, sagte Sommaruga.

Vor ihrer Rückreise in die Schweiz zog die Bundespräsidentin Bilanz ihres fünftägigen Besuches an der UNO. Es habe sich in den Reden der Staatsoberhäupter gezeigt, dass an die Kraft dieser Organisation geglaubt werde, auch wenn die Bilanz der UNO kritisch zu bewerten sei. «Es ist hier ein Wille vorhanden, politische Lösungen zu finden, nicht militärische», sagte Sommaruga.

In ihrer Rede vor der UNO-Vollversammlung am Montag hatte die Bundespräsidentin betont, dass man die grossen Herausforderungen – der heutigen Zeit nur gemeinsam meistern könne. Dabei leiste die Schweiz ihren Beitrag als Vermittlerin und in der Friedensförderung, sagte Sommaruga vor den Medienvertretern weiter.

Genf als Ort des Dialoges

Sie betonte die Bedeutung von Genf als UNO-Standort und Hauptsitz des Roten Kreuzes. «Genf hat bewiesen, dass es als Standort immer wieder wesentlich zu Lösungen beigetragen hat. Es ist ein Stück weit Inbegriff eines Ortes des Dialoges», sagte Sommaruga.

Nun müsse dringend der Palais des Nations (Völkerbundpalast) renoviert werden. Die Schweiz habe mit einem grosszügigen Beitrag und einem zinslosen Darlehen gezeigt, dass sie bereit sei zu investieren, um auch die Mauern der UNO zu erneuern.

Am Rande der Generaldebatte hatte Sommaruga die Gelegenheit zu zahlreichen bilateralen Treffen. So sprach sie mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem italienischen Premierminister Matteo Renzi und dessen griechischem Amtskollegen Alexis Tsipras.

In Gesprächen mit den Europäern seien auch offene Fragen in den bilateralen Beziehungen angesprochen worden, sagte Sommaruga. Klar sei, dass die Schweiz einen neuen Verfassungsartikel über die Steuerung der Zuwanderung habe, der nun umgesetzt werden müsse. Es sei im Interesse aller, eine Lösung zu finden. (jas/sda)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Valon Behrami und Ignazio Cassis – eine Tessiner Geschichte von Kampf, Krieg und Mitschuld

Fussballstar Valon Behrami floh einst vor der Gewalt im Kosovo ins Tessin. Der Tessiner Bundesrat Ignazio Cassis ermöglicht nun, dass mit Schweizer Waffen Gewalt in Bürgerkriegen ausgeübt wird. Ein Blick auf zwei Leben.

Das ist die Geschichte eines Kriegers, eines Kriegs und eines Fehlentscheids. Ihre Hauptfiguren sind zwei Tessiner. Sie spielt im kosovarischen Mitrovica, in Bellinzona, im russischen Rostow am Don und im Sitzungszimmer des Bundesrats im 1. Obergeschoss, Bundeshaus-West, Bern.

Die Geschichte beginnt am 4. Dezember 1990. Die Familie Behrami, Vater Ragip, Mutter Halime, der damals 5-jährige Valon und seine 7-jährige Schwester Valentina überqueren in einem Bus aus Mitrovica im Kosovo kommend …

Artikel lesen