Schweiz

Türkei auch in der Schweiz auf der Jagd nach Gülen-Anhängern

Die Türkei liess offenbar nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern - darunter der Schweiz - Berichte über mutmassliche Gülen-Anhänger erstellen. Wie der Spiegel berichtet, ging es auch um Betreiber von Schulen und Kitas.

17.02.17, 18:26

Ein Artikel von

Hier begann die Affäre: Moschee in Köln. Bild: EPA/DPA

Die Spionageaffäre um die türkische Religionsbehörde reicht über Deutschland hinaus. Nach Informationen des SPIEGEL lieferten Mitarbeiter aus den türkischen Botschaften oder Generalkonsulaten Berichte über Anhänger des Predigers Fethullah Gülen aus weiteren europäischen Staaten nach Ankara, etwa aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien. (Lesen Sie hier die ganze Geschicht im neuen SPIEGEL.)

Den Dokumenten zufolge wurden nicht nur Namen von Personen übermittelt, sondern auch Hinweise auf Schulen, Kitas, Kultur- und Studentenvereine, die angeblich von der Gülen-Bewegung betrieben werden. Die türkische Botschaft in Bern mutmasste in einem Schreiben an das Präsidium für religiöse Angelegenheiten, «gewaltbereite Aktivisten» der Gülen-Bewegung seien aus der Türkei geflohen und hätten sich in der Schweiz «festgesetzt».

Fethullah Gülen Bild: AP

In Deutschland spitzt sich die Affäre um mutmassliche Spionageaktivitäten durch Imame an Ditib-Moscheen zu. Am vergangenen Mittwoch liess der Generalbundesanwalt die Wohnungen von vier Ditib-Geistlichen durchsuchen. Er verdächtigt sie der «geheimdienstlichen Agententätigkeit».

Nach SPIEGEL-Informationen sehen sich auch Mitarbeiter deutscher Sicherheitsbehörden zunehmend durch ihre türkischen Kollegen unter Druck gesetzt. Es seien Fälle bekannt, «in denen Entscheidungsträger darum gebeten werden, in Deutschland aktive oppositionelle Gruppierungen einer aktuellen Bewertung zu unterziehen und entsprechende Massnahmen zu treffen», heisst es in einer vertraulichen Analyse des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
25
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • acove 18.02.2017 10:26
    Highlight Es kann nicht sein, dass die Schweiz nur einfach hinsieht und den Diktator und seine Vasallen gewähren lässt. Drakonisches Durchgreifen ist angesagt und dies muss dem türkischen Botschafter in der Schweiz klar gemacht werden, damit er dies seinem Despoten mitteilen kann.
    13 0 Melden
  • Donalf 17.02.2017 23:58
    Highlight Es sollten endlich von unserer Politik Massnahmen ergriffen werden, die die Finanzierung dieser Moscheen durch den türkischen Staat unterbinden, denn das sind keine Religionsgemeinschaften, sondern eindeutig politische Organisationen.
    17 0 Melden
  • DocM 17.02.2017 20:07
    Highlight Gülen hin, Gülen her. Die Schweiz muss ihre eigenen Regeln erstellen und umsetzen. Moscheen die von Erdogan gesponserte (Hass)Prediger haben, gehören geschlossen. Erdogan Befürworter und Gegner werden, wenn politisch aktiv und sich den lokalen Gesetzen nicht anpassen, ausgeschafft.

    Dass der Putsch inszeniert war, ist wohl auch kein Geheimnis mehr, sonder vielmehr ein Vorwand des Diktators um aufzuräumen.
    35 3 Melden
  • Rendel 17.02.2017 19:18
    Highlight Unsere Behörden sind sicher wieder viel zu lasch und unterwürfig, um dem einen Riegel zu schieben und klar Stellung zu beziehen.
    49 2 Melden
  • Herbert Anneler 17.02.2017 19:17
    Highlight Erdogan-Moscheen, Erdogan-Spitzel: 1. eine Beeinträchtigung unserer Souveränität und Neutralität, 2. sicherheitsrelevante Spannungen zwischen Erdogan-Anhängern und -Gegnern. Ich fordere: Erdogan-Moscheen stilllegen, Aushorcher raus aus der Schweiz, Kooperation nur auf Basis der Menschenrechts-konvention.
    67 1 Melden
  • sowhat 17.02.2017 19:12
    Highlight Ich hoffe dass solche Ansinnen aus der Türkei von der Schweiz vehement abgelehnt werden. Mit klaren Worten, nicht mit diplomatischen Ausflüchten.
    62 0 Melden
    • The Origin Gra 17.02.2017 19:52
      Highlight Also eine passende diplomatische Ausflucht wäre die schliessung der Botschaften in Bern und Zürich sowie eine schliessung der Erdogan-Moscheen sowie eine Ausweisung der Spione :)
      16 2 Melden
    • sowhat 18.02.2017 19:25
      Highlight Wage ich zu bezweifeln ;)
      das wäre ja keine Ausflucht, sondern eine etwas überzogene Handlung. Und dann wärs ja eben klar....
      0 0 Melden
  • Makatitom 17.02.2017 19:02
    Highlight Da haben sie aber zu tun, bei uns gül(l)en die Bauern spätestens ab März jeden zweiten Tag ;o), Nein, Spass beiseite: Ich erwarte von unserem mit neuen Kompetenzen ausgestatteten ND, dass das spätestens in 2 Monaten aufgeklärt und die Öffentlichkeit darüber informiert wurde
    43 2 Melden
    • Lowend 17.02.2017 19:22
      Highlight Der ist gut! Da müsste Erdowahn glatt mit Bodentruppen einmarschieren, wenn er es mit unserer gut organisierten und mit öffentlichen Geldern alimentierten Güllen-Bewegung aufnehmen will!
      29 2 Melden
    • pamayer 17.02.2017 21:04
      Highlight 😂😂😂
      9 1 Melden
  • N. Y. P. 17.02.2017 18:57
    Highlight Hey Erdi, alter Schwerenöter, wieder mal für einen Artikel gut ?
    Mein Nachbar sagt, Du seist ein guter Mensch. Ich habe daraufhin gesagt, dass Du auch dieser Meinung bist.
    20 1 Melden
    • Rendel 17.02.2017 19:20
      Highlight Wenn sie ihren Nachbarn nicht gefährden wollen, müssen sie das ja sagen.
      17 0 Melden
  • Majoras Maske 17.02.2017 18:37
    Highlight Der Spiegel hat doch mal berichtet, dass aus türkischen Geheimdienstkreisen verlautet worden sei, dass Erdogan weiss, dass nicht die Gülen-Anhänger hinter dem Putsch steckten.
    Hinter dem Putsch stand nur die Armee und zwar nur weil sie von der massiven Säuberungsaktion erfahren hat, die auch ohne den Putsch oder eine Ankündigung stattgefunden hätte und diese hat Verhindern wollen. War das eine Falschmeldung, oder vergisst man das jeweils zu bemerken?
    34 3 Melden
    • Schläfer 17.02.2017 19:09
      Highlight Habe noch nie von dieser Meldung gelesen 🙈
      9 3 Melden
    • Aged 17.02.2017 19:14
      Highlight Erdogan hat eben schon sehr vieles behauptet. Mir ist unverständlich warum sich Türken, vor allem jene im Ausland, nicht für ihr Volk wehren.
      30 2 Melden
    • Majoras Maske 17.02.2017 19:34
      Highlight Hab was verwechselt. Es war nicht ein geleaktes Dokument aus der Türkei, sondern eines aus Brüssel, dass die Ansichten der EU als Bericht festhält. Hab mehrere Artikel gefunden, hier ein Link:

      https://www.heise.de/tp/features/Erdogan-Guelen-und-der-Putsch-3606530.html

      Mir ist schon klar, dass es keinen Beweis ist, aber wenn Erdogan den verdächtigerweise immer noch recht unaufgeklärten Putsch als Begründung für die Überwachung von Gülen-Anhängern in Europa verwendet, wäre diese Vermutung der EU schon eine Beachtung in diesem Zusammenhang wert.
      6 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 17.02.2017 18:36
    Highlight Erdogan & Co. sollen bezüglich Gewalt u.ä. anderen keine Vorschriften machen und die Klappe halten.
    Es reicht, wenn sie im eigenen Land einen Krieg führen.
    Jene, die das so toll finden, sollen aber einfach dorthin auswandern. Wir brauchen keinen Export ihres Grössenwahns.
    56 3 Melden
    • axantas 17.02.2017 19:35
      Highlight Die dürfen aber hier bleiben, sonst gehen sie nach Strassburg und die Schweiz wird verurteilt. So einfach ist das.
      5 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.02.2017 19:42
      Highlight Das mit dem Auswandern gilt auch für Blitzer, die sich lieber im Sumpf der Anonymität verstecken.
      6 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.02.2017 21:19
      Highlight @axantas
      ... oder serbische junge Frauen mit Lehrstelle in Aussicht werden ausgewiesen...
      Der Ärgers über solchen Widersinn sollte trotzdem nicht den Sinn für menschenunwürdige, simplifizierende Scheinlösungen in der Tradition "Ausländer raus" oder "Das Boot ist voll" vernebeln.
      Menschenwürde gilt nicht nur für sich korrekt verhaltende, eigene Leute.
      6 3 Melden
    • Darkside 17.02.2017 21:21
      Highlight Nennt sich Yallix und redet vom Sumpf der Anonymität... Momoll.
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 18.02.2017 00:26
      Highlight @Darkside
      Stimmt. Sollte besser Sumpf der unbegründeten Meinungen heissen.
      2 2 Melden
    • axantas 18.02.2017 11:43
      Highlight ...zu meinem Beitrag hier oben:
      Es geht nicht um "eigene" Leute, Yallix. Es geht grundsätzlich um Menschen, die auch die respektieren, die sich nicht an die Doktrin halten wollen, zu der sie sich selber bekennen.

      Das ist ganz offensichtlich nicht der Fall hier. Und genau diese Elemente missbrauchen dann den Rechtsstaat, um sich Rechte zu erkämpfen, zu deren Einhaltung sie in ihrer Welt niemals fähig sein werden. Sie nehmen sich die Rechte, stehen sie anderen aber nicht zu.
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 18.02.2017 12:35
      Highlight @axantas
      Darin bin ich ganz Deiner Meinung.
      1 1 Melden

Erdogan gegen Trump: Türkei ruft zu Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Palästinas auf

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Palästinas aufgerufen. Er tat dies am Mittwoch zur Eröffnung eines Gipfels der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul.

Die islamischen Staaten würden niemals «die Forderung nach einem souveränen und unabhängigen Palästina mit Jerusalem als Hauptstadt» aufgeben.

Erdogan verurteilte Israel erneut als «Terror- und Besatzungsstaat». In seiner Rede zur Eröffnung des Sondergipfels der …

Artikel lesen