Schweiz
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Weil sie sich nicht willkommen fühlen: Deutsche Ärzte meiden die Schweiz – jetzt wird's knapp

Im Gesundheitswesen kommt es zur Trendwende. Für Deutsche verliert die Schweiz an Attraktivität.

fabienne riklin / schweiz am Sonntag



Der Ärztemangel in der Schweiz spitzt sich zu. Besonders gesucht sind derzeit Allgemeinmediziner. Weil über die Hälfte der Hausärzte in den nächsten Jahren pensioniert wird, fehlen bereits in drei Jahren 2000 Praktiker. Doch auch für Spitäler ist es schwieriger, vakante Stellen zu besetzen. Der Grund dafür: Weniger deutsche Ärztinnen und Ärzte wollen hierzulande arbeiten.

Doch genau die Deutschen haben uns bis anhin aus der Misere geholfen. Das ändert sich nun. «Die Schweiz hat an Anziehungskraft verloren», sagt Julia Balensiefen von B-plus, einem Spezialisten für die Suche und Vermittlung von Ärzten.

Noch sind in hiesigen Spitälern und Praxen 6240 deutsche Mediziner tätig. Doch ihr Anteil unter den ausländischen Ärzten nimmt ab. Bei 56 Prozent liegt er aktuell, vor fünf Jahren betrug er noch knapp 60 Prozent. Als Grund für diese Entwicklung nennt Balensiefen die veränderten Arbeitsbedingungen in Deutschland. So hätten deutsche Spitäler eine Arbeitszeitbeschränkung eingeführt, das Feriensaldo aufgestockt und die Löhne erhöht. «Herumgesprochen hat sich aber auch, dass Deutsche in der Schweiz nicht nur willkommen sind», sagt sie. Insbesondere die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative habe viele enttäuscht und teilweise zur Rückkehr veranlasst. «Sie ist auch heute oftmals ausschlaggebend, dass es sich Deutsche zweimal überlegen, einen Job in der Schweiz anzunehmen.» Vor allem Ärzte mit Familien seien zurückhaltend. «Sie möchten ihren Kindern Anfeindungen ersparen.»

«Unsere medizinische Versorgung kann nur dank ausländischen Ärztinnen und Ärzten aufrechterhalten werden.»

Jürg Schlup, Präsident des Ärzteverbands FMH

Auf ausländische Ärzte angewiesen

So stellt die Kadervermittlung B-plus fest, dass es anspruchsvoller wird, Ärzte aus Deutschland zu rekrutieren. Und zwar nicht nur Nachwuchsleute, sondern auch solche für Chefarztpositionen. Die Universitätsspitäler in der Deutschschweiz bestätigen diese Entwicklung. «Es ist grundsätzlich schwieriger geworden, Deutsche in die Schweiz zu bewegen», sagt Gregor Lüthy, Leiter Unternehmenskommunikation des Universitätsspitals Zürich. Besonders gross sei die Herausforderung bei den erfahrenen Fachärzten. «Die Kompensationspackages in der Schweiz haben gegenüber Deutschland an Attraktivität eingebüsst.»

Über ein Drittel der Ärzte am Unispital Zürich sind Deutsche. Am Unispital Basel sind es knapp 40 Prozent. Dessen Sprecher Martin Jordan sagt: «Wir sind zwingend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen.» Zwar ist der Anteil der Deutschen stabil, es fragt sich allerdings wie lange noch. Eine Ersatz-Nationalität, die dem Ärztemangel entgegenwirkt, zeichnet sich nicht ab. «Zwar erhalten wir Bewerbungen aus ganz Europa und auch aus Drittstaaten wie den USA, Russland oder Indien, doch Voraussetzung für eine Anstellung ist, dass sich jemand problemlos mündlich und schriftlich auf Deutsch verständigen kann.»

A German and a Swiss flag indicate the way to the networking event of the Swiss German Club's central Switzerland section at Hotel Kreuz in Sachseln in the Canton of Obwalden, Switzerland, pictured on March 24, 2010. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Eine deutsche und eine Schweizer Fahne weisen am 24. Maerz 2010 den Weg zum Networking-Treffen des Swiss German Clubs Zentralschweiz im Hotel Kreuz in Sachseln, Kanton Obwalden. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern ist unterkühlt. Jetzt herrscht Ärztemangel. Bild: KEYSTONE

Mehr Studienplätze gefordert

Am Inselspital Bern sind derzeit 52 Stellen im ärztlichen Bereich offen. «Die Situation hat sich über die vergangenen Jahre kontinuierlich verschlechtert», sagt Sprecherin Monika Kugemann. «Es wird immer schwieriger, die offenen Stellen fristgerecht zu besetzen.» Unlängst hat sich Gesundheitsminister Alain Berset dahingehend geäussert, dass er die Zulassung, den Numerus clausus, lockern möchte. «Es braucht eine gewisse Öffnung bei der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten an der Universität.» Doch Jürg Schlup, Präsident des Ärzteverbands FMH, ist überzeugt: «Mit einer Abschaffung des Numerus clausus haben wir noch keinen einzigen neuen Studienplatz.»

Über 5000 junge Menschen haben sich dieses Jahr für ein Medizinstudium gemeldet, doch nur 1683 werden Mitte September tatsächlich die Bank an einer Schweizer Universität drücken. Mehr Studienplätze gibt es schlicht nicht. Der Numerus clausus beschränkt die Zulassung. Die Folge: Jeder dritte berufstätige Arzt hat ein ausländisches Diplom – vor fünf Jahren war es noch jeder vierte.

Für Jürg Schlup ist diese Situation unhaltbar. «Unsere medizinische Versorgung kann nur dank ausländischen Ärztinnen und Ärzten aufrechterhalten werden», sagt er. Bei den Hausärzten wie auch bei den Spezialisten sei die Schweiz auf die Zuwanderung angewiesen. «Wir bilden seit Jahren viel zu wenige Ärzte aus.» Der Bundesrat will deshalb in den nächsten vier Jahren in die Ärzteausbildung investieren. Ziel ist es, die Zahl der Abschlüsse zu erhöhen. Nur 890 Medizinstudenten gingen vergangenes Jahr erfolgreich von der Universität ab. Künftig sollen gemäss Bundesrat 1300 Mediziner pro Jahr diplomiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es allerdings mehr Studienplätze. Die FMH schätzt, dass rund 1800 nötig sind.

Zwar erhöhen die Universitäten seit Jahren stetig die Plätze, doch die Schweiz hinkt im internationalen Vergleich noch immer hinterher. Knapp zehn Ärzte bilden wir pro 100 000 Einwohner aus. In Österreich sind es fast vierzehn und in Deutschland zwölf.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mia Mey 23.08.2016 07:53
    Highlight Highlight Frage: Werden wirklich zu wenig Ärzte ausgebildet? Ist es nicht auch so dass es viel zu viele Fachärzte gibt und uns die Allgemeinmediziener fehlen?
    Wirtschaftlich sind deutsche Ärzte doch gut, die Ausbildung bezahlte Deutschland.

  • reputationscoach 22.08.2016 18:05
    Highlight Highlight Sie fühlen sich nicht willkommen? Bisher war aber das bessere Salair nach wie vor beliebt und willkommen...
    • Soli Dar 22.08.2016 18:42
      Highlight Highlight Na ja wenn man nicht einmal mehr seine liebste Familie mitnehmen darf und wenn man ständig gemobt und angefeindet wird, hilft auch das beste Salär nicht! Ginge uns doch nicht anders.
  • dumpster 22.08.2016 13:10
    Highlight Highlight Anzahl Ärzte gemäss FMH:
    2010: 30273
    2015: 35325
    Zunahme: 17%

    Wohnbevölkerung gemäss BFS:
    2010: 7870134
    2015: 8325194
    Zunahme: 6%
  • RETO1 22.08.2016 01:44
    Highlight Highlight .....bei dieser unsinnigen Einwanderungspolitik ist es nur logisch, dass Aerztemangel herrscht
    • Soli Dar 22.08.2016 18:46
      Highlight Highlight Was ist denn bitteschön unsinnig an der Migrationspolitik?
  • Aliyah 21.08.2016 23:30
    Highlight Highlight Tja, da muss wohl auch was an der Studienlänge geschraubt werden. Oder der Zulassung für die Uni (sehr Zeitintensiv und Monate vor der Prüfung schon Angst weils ja um die "Wurst" geht). Ich wollte als Teenie immer Ärztin werden. Als ich dann merkte, dass 4 Jahre Kantonsschule kommen und ich noch länger die Schulbank drücken sollte entschied ich mich für den Pflegeberuf....
    • Mathis 22.08.2016 20:05
      Highlight Highlight Da wären noch ein paar Jahre mehr gekommen...
  • 7immi 21.08.2016 22:16
    Highlight Highlight das problem ist ja nicht primär, dass die deutschen nicht mehr kommen, sondern dass die schweiz zu wenige ärzte ausbildete. man schaute es als garantiert an, dass ärzte aus deutschland kommen und sparte entsprechend geld ein. das elitäre gehabe und der numerus clausus verschärften die tendenz zusätzlich. dass man deutschland die ärzte abschöpft (die deutschland teuer ausbildet) war egal. tja, jetzt rächt sich halt dieses kurzfristige denken. vielleicht wärs besser gewesen, das geld zu investieren. mal schauen wie die politik das problem lösen will...
    • Soli Dar 22.08.2016 18:53
      Highlight Highlight Unglaublich! Wo bleibt denn die Fachkräfte Initiative von BR Schneider Ammann?
  • URSS 21.08.2016 21:19
    Highlight Highlight Ich habe nie verstanden das jemand etwas gegen die Deutschen hat.
    Die sind Profis und sprechen unsere Sprache und vertreten unsere Werte.
    • Maett 22.08.2016 12:00
      Highlight Highlight @urs sonderegger: also wertetechnisch sind wir relativ weit auseinander (was man eigentlich ziemlich schnell merkt, wenn man häufig in Deutschland unterwegs ist/einige Zeit dort leben und somit mit den Menschen vor Ort Kontakt hat), aber dass die deutschen Spitäler ab einem gewissen Mangel an Ärzten für einheimisches Personal wieder versuchen attraktiver zu werden, war eigentlich absehbar...
    • Soli Dar 22.08.2016 20:30
      Highlight Highlight Allen Vorurteilen, Stereotypen und Ressentiments zum Trotz. Ich glaube Schweizer und Deutsche sind sich viel ähnlicher, als uns und ihnen lieb ist. So oder so, gibt es ja weder DEN Deutschen noch DEN Schweizer.
    • Maett 22.08.2016 21:24
      Highlight Highlight @E. Edward Grey: meinte ich eigentlich auch, aber in Deutschland lernt man die Deutschen in ihren Grundzügen nun mal schneller kennen, als hier.

      Und machen es Schweizer spezifisch Deutschen schwer? Eigentlich betrifft das generell alle Zuwanderer. Ich unterstelle da nicht mal böse Absicht, wir sind halt einfach nicht so amerikanisch und pflegen keine oberflächlichen Beziehungen - in bereits gegebenen Sozialstrukturen Einlass zu finden, ist nun mal schwer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 21.08.2016 16:33
    Highlight Highlight Dass ist eben der neue Geheimplan der Rechten, um die AHV zu sanieren, denn je weniger (deutsche) Ärzte es hat, desto eher sterben die Menschen und so kann man die Kosten der AHV/IV und auch noch die Prämien für die Krankenkasse senken und als Zückerchen haben dann die Reichen und Superreichen die Spitäler fast für sich alleine!
    • Lowend 21.08.2016 17:35
      Highlight Highlight Ich weiss dass aus gewöhnlich gut informieren Kreisen. Können Sie mir das Gegenteil beweisen?
    • poga 21.08.2016 18:30
      Highlight Highlight @Lowend Quellen bitte.
    • Lowend 21.08.2016 18:53
      Highlight Highlight Leider gilt da Quellenschutz, da sie sonst nicht mehr sprudelt! ;-)
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  • The Writer Formerly Known as Peter 21.08.2016 16:26
    Highlight Highlight Dann muss man eben genügend eigene Ärzte ausbilden! Es kann nicht sein, dass Deutschland unsere Ärzte ausbilden muss. Mit der MEI hat das nichts zu tun. Hier wird wieder einmal politische Propaganda gegen etwas gemacht.
    • Fabio74 21.08.2016 21:42
      Highlight Highlight Ausbildung kostet aber viel Geld und hier jammert die SVP ja auch über zu hohe Kosten.
    • Soli Dar 21.08.2016 21:44
      Highlight Highlight Das ist aber eine sehr selektive Wahrnehmung. Natürlich hat es mit BEIDEM zutun aber man muss doch das eine tun und das andere nicht lassen. Also wer da keinen Zusammenhang sieht, der hat nun wirklich Tomaten auf beiden Augen! Oder glauben Sie allen ernstes dass sich die deutschen Ärzte nach dem JA zur MEI sich hier noch willkommen fühlen? Mit Kontingente ist noch nichts getan, keinen einzigen Arzt ist dadurch mehr ausgebildet, da muss die SVP endlich bereit sein in die Bildung zu investieren statt ständig überall zu sparen (ausser bei Militär und Landwirtschaft)!
    • Fabio74 22.08.2016 07:51
      Highlight Highlight @zafee: es ging und geht um Fremdenhass.
      Wer die Initiative gelesen hat, konnte nicht zustimmen. Bedürfnisse der Wirtschaft ist nicht zu quantifizieren also die Quadratur vom Kreis, damit steht was unlösbares in der Verfassung
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 21.08.2016 16:22
    Highlight Highlight In den letzten Jahren gab es vor allem auf 20min ein systematisches deutschen bashing.
    Und dann die MEI drauf.

    Wir, die Schweizer sind schon ein selten dummes und naives Volk.
    Mehr kann ich dazu nicht sagen.
    • Soli Dar 21.08.2016 21:45
      Highlight Highlight Als Ergänzung: Blick und die SVP haben bei diesem Bashing kräftig mitgemischt.
  • Yes. 21.08.2016 16:10
    Highlight Highlight Es ist in einem so reichen Land wie der Schweiz moralisch extrem verwerflich die sehr hohen Medizinstudiumskosten auf leicht bis deutlich weniger wohlhabende Länder zu schieben (durch Ärzteimport). Eher das Gegenteil sollte der Fall sein und die Schweiz Ärzte in ärmere Länder exportieren!
    • Oberon 21.08.2016 18:04
      Highlight Highlight Für so ein vorgehen sollte man wissen das die Schweiz zu wenig Ärzte in der benötigten Zeit ausbilden kann. Deshalb werden ja Ärzte aus den Ausland eingestellt, übrigens haben wir sehr viele Branchen die vom inländischen Arbeitsmarkt nicht abgedeckt werden können.
      Solange dies nicht bis zu jedem Wähler durchgedrungen ist werden wir unsere Standards stück für stück abbauen und irgendwann unsere Stärken verlieren.
  • TheCloud 21.08.2016 16:08
    Highlight Highlight Habt nur etwas Geduld. Dank der MEI brauchen wir nicht mehr so viele Ärzte, weil die arbeitende Bevölkerung den Firmen hinterherlaufen und ins Ausland emigrieren muss. Für die wenigen Sozialhilfebezüger, die zu arm zum Auswandern sind, reichen die verbleibenden Ärzte vollkommen aus.
    • Oberon 21.08.2016 18:06
      Highlight Highlight Ja sicher das wird auch passieren aber nicht von heute auf morgen. Im Moment haben wir es noch in der Hand das Ruder rumzureissen. Leider wird uns diese Fähigkeit jedoch Jahr für Jahr etwas mehr genommen.
  • _kokolorix 21.08.2016 15:45
    Highlight Highlight Das Problem ist weder die fehlende Zuwanderung von Ärzten, noch das es zu wenig schweizer Ärzte gibt. Das Problem ist, dass nur Spezialärzte das grosse Geld abkassieren, während Allgemeinmediziner nur einen haufen Arbeit kriegen. Die Praxendichte in den Ballungsräumen ist viel zu hoch, während man sich auf dem Land wie in einem Entwicklungsland vorkommt.
    Vielleicht sehen unsere 'vernünftigen', bürgerlichen Politiker endlich mal ein, dass das Gesundheitswesen sich nicht marktwirtschaftlich organisieren lässt
  • Randy Orton 21.08.2016 15:22
    Highlight Highlight Vielleicht wird es Zeit, dass wir hier endlich Massnahmen setzen, die greiffen.
    Schon nur, dass die Arbeitsgesetze betreffend Arbeitszeiten eingehalten würden, wäre ein Fortschritt. Und dann muss man sich halt auch überlegen, ob es schlau ist, bei den Arztlöhnen derart zu sparen. Wenn ein Assistenzarzt weniger verdient als ein Gleichaltriger der in der Pflege arbeitet, überlege ich mir schwer, ein 6-jähriges Studium zu machen, zumal in der Pflege auch geregelte Arbeitszeiten herrschen. Und zuletzt kostet die Ausbildung halt einfach, wenn wir unsere Unis zu Tode sparen klappt das nie.
    • Yes. 21.08.2016 16:05
      Highlight Highlight Assistenzärzte im Luzerner Kantonsspital verdienen im ersten Jahr 100'000 Fr. Von da an geht es während vielen Jahren relativ steil aufwärts, so dass man paar Jahre später als Oberarzt gut das doppelte verdient. Keine Person, egal welchen Alters, die in der Pflege arbeitet, verdient annähernd so viel.
      Arbeitsgesetze werden strikt eingehalten, die Assistenz- und Oberärzte sind entsprechend auch organisiert.
    • Randy Orton 21.08.2016 16:41
      Highlight Highlight Ja die Löhne sind kantonal unterschiedlich. In Bern starten Assistenzärzte mit 92'300.- pro Jahr (Brutto inkl. 13. Monatslohn, sprich nach den Abzügen deutlich weniger). Die Löhne steigen nur, wenn man auf dem selben Gebiet weiterarbeitet, was normalerweise zu Beginn nicht der Fall ist. Und dann muss man noch bedenken, dass bei den extrem hohen Arbeitszeiten auf die Stunde gerechnet für Assistenzärzte viel weniger rausschaut. Klar verdienen dann Oberärzte mehr, aber ich sprach ja von Gleichaltrigen und der Unterschied ist auf den Stundenlohn gerechnet einfach immens.
    • Randy Orton 21.08.2016 16:42
      Highlight Highlight Und das mit den eingehaltenen Arbeitszeiten ist schlicht und einfach eine Lüge.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lumpirr01 21.08.2016 14:59
    Highlight Highlight Über steigende Krankenkassenbeitrage jammern und gleichzeitig über eine angebliche zukünftig drohende medizinische Unterversorgung der Schweiz lamentieren? Jetzt echt? Leider ist weder ein Schweizer noch ein Deutscher Arzt bereit, die langsam verwaisten Praxen der Landärzte zu übernehmen. Der im ersten Satz des Textes "Der Ärztemangel in der Schweiz spitzt sich zu" trifft deshalb nur für ländliche Gegenden zu. Die urbanen Gebiete der Schweiz sind medizinisch eher überversorgt. Hier werden die Zuwanderer aus dem Norden tatsächlich als Fremde wahrgenommen & nicht nur mit Handkuss begrüsst...
  • Nomen est omen 21.08.2016 14:40
    Highlight Highlight Ich finde diesen Artikel etwas fraglich, denn abgesehen von der Masseneinwanderungsinitiative - da sieht man wieviel Negatives diese Horrorinitiative der ewiggestrigen SVP immer noch anrichtet - gibt es wenig bis nichts, was deutsche Ärzte objektiv vom Arbeiten in der Schweiz abhält. Die Löhne & Arbeitsbedingungen sind in der CH immer noch viel besser. Das Problem liegt vielmehr beim Berufsverständnis. Während Schweizer Ärzte noch lernen zu heilen, wollen die Deutschen schon seit Jahrzehnten nur noch reparieren. Dass das zu Problemen bei der Zusammenarbeit führt, ist normal.
    • Alex23 21.08.2016 16:21
      Highlight Highlight Nomen est omen: Deutsche Ärzte (alle?) wollen nur reparieren. Schweizer Ärzte (alle?) wollen heilen. Eine groteske Generalisierung, bei der ich mich frage, wie du darauf kommst.
    • sunnyboy51 21.08.2016 16:27
      Highlight Highlight Da gebe ich Ihnen 100%ig Recht. Wir haben viele Probleme dieser Art an allen 5 Schweizer Universitätskliniken, als auch am LUKS. Das Berufsverständnis der Deutschen und der Schweizer ist oft diametral entgegengesetzt. Tatsächlich geht es an deutschen Spitälern oft weniger menschlich zu und her & sie lassen ihre Patienten so lange nicht sterben, wie in keinem anderen Land der Welt. 80% der deutschen Spitäler gehören der Privatwirtschaft an und da geht es zuerst darum, Geld zu verdienen, erst dann kommt der Mensch. Als Spital-Arzt weiß ich wovon ich spreche, im Gegensatz zu den meisten hier.
    • Alex23 21.08.2016 17:42
      Highlight Highlight ".... im Gegensatz zu den meisten hier."
      Kommt ein bisschen arrogant rüber, lieber Sunnyboy. Dazu müsste man vielleicht mal wissen, wer sich hinter den ganzen Pseudonymen befindet. Klar, nicht alle, die hier kommentieren sind Ärzte. Ich auch nicht. Kann Ihnen aber versichern, dass ich aus gutem Grund mit meiner Meinung nicht hinterm Berg halten muss und über genügend fundierte Erfahrung verfüge, um diese Verallgemeinerungen über "deutsche Ärzte" an dieser Stelle schlichtweg nicht statthaft zu finden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • projektb 21.08.2016 14:05
    Highlight Highlight Alle Erstsemestestudienplätze für Medizin in der Schweiz sind belegt. Dieser Mangel hat nichts mit abgehenden Deutschen zu tun. Aber unabhängig vom Thema dieses Artikels finde ich schon, dass Deutsche hierzulande oft mit einer negativen Grundeinstellung ihnen gegenüber zu kämpfen haben. Besonders in Grenzregionen, weil doch gewisse Wirtschaftsleistungen über die Grenze ausgelagert werden und dies zu Einbrüchen bei schweizer KMUs führt. Ich könnte mir vorstellen die Italiener sind die Deutschen der Tessiner und die Franzosen die Deutschen der Romands...
  • Mehmed 21.08.2016 13:14
    Highlight Highlight "Weil sie sich nicht willkommen fühlen"
    Der einzige Beleg für diese These ist die Aussage einer gewissen Julia Balensiefen von der Firma B-plus (und möglicherweise ist diese Julia Balensiefen gar auch noch selbst Deutsche? ein Schelm wer Böses denkt).
    Aber den Medien reicht das offenbar, um wieder mal gegen die Schweizer Bürger herzuziehen, die nicht genug den Bückling gegenüber Wirtschaft, PFZ und ausländischen Expats und Immigranten machen. So sieht für mich unseriöser Journalismus aus.
    • Señor Ding Dong 21.08.2016 14:39
      Highlight Highlight Das Problem ist ja nicht mal, dass wir nicht den Bückling machen, sondern, dass wir dann im gleichen Atemzug nicht mal dafür schauen, dass wir den Bedarf an Allgemeinmedizinern mit Schweizerärzten decken können.
    • äti 21.08.2016 16:16
      Highlight Highlight Oh la-la: Sie schreiben: "…. gegen die Schweizer Bürger herzuziehen, die nicht genug den Bückling gegenüber Wirtschaft, PFZ und ausländischen Expats und Immigranten ....." und meinen "die ganze Welt, ausser sich selbst natürlich. Ein Blick auf die Europakarte ist hilfreich.
    • Fabio74 21.08.2016 21:49
      Highlight Highlight Bisschen sehr banal. Niemand zieht hier über die Schweizer im generellen her.
      Fakt ist, dass die kapitalistische Welt auf Wirtschaftswachstum beruht.
      Was ist denn der Vorschlag der Gegner von Wirtschaft? Zurück zum Arbeiter und Bauernstaat. Romantik à la 19. Jahrhundert?
  • Str ant (Darkling) 21.08.2016 13:02
    Highlight Highlight Das ist nicht das erste Mal das diese Meldung die Runde macht.
    Wenn es Zutrifft das die Anzahl an Doktoren ausschliesslich mit Hilfe von aussen aufrecht erhalten werden kann hat die Politik (nicht überraschend) schon lange vorher bereits versagt.

    Eine Aufgaben der Politik ist es dafür zu sorgen das solche Engpässe nicht auftreten wie üblich ist aber lediglich viel Bürokratie mit offensichtlich wenig Effekt geschaffen worden
    • Nomen est omen 21.08.2016 14:57
      Highlight Highlight Inhaltlich bin ich mit Ihnen im Großen und Ganzen einverstanden, sprachlich aber überhaupt nicht. Kommata (Kommas), Punkte und Satzzeichen allgemein sind ein wichtiger Bestandteil der schriftlichen Sprache und erfüllen eine wichtige Funktion. Und Leute, die den Unterschied zwischen "das" und "dass" nicht kennen, kann ich nicht ernst nehmen. Wer die Grundfunktionen unserer Sprache nicht ernst nimmt oder nicht beherrscht, den kann ich intellektuell nicht ernst nehmen...
    • sunnyboy51 21.08.2016 16:37
      Highlight Highlight Sorry, aber 16 Rechtschreibfehler in 3 Sätzen? Ist schon krass und finde ich ebenfalls sehr bedenklich. Die Sprache ist eines unserer höchsten Güter und unterscheidet uns u.a. vom Tier.
    • Divina Commedia 22.08.2016 03:15
      Highlight Highlight Nur Mut, strant. Wenn die Argumente fehlen kritisiert man halt die Rechtschreibung.......
  • zombie woof 21.08.2016 12:54
    Highlight Highlight Kein Wunder, die SVP hat den Fremdenhass Salonfaehig gemacht, Blick, 20 Minuten und weitere sind auf den Zug aufgesprungen und haben sich alle Muehe gegeben, die Deutschen schlecht zu machen. Man sollte man fuer einen Monat alle Auslaender nicht arbeiten lassen, vielleicht wuerden es dann die Eidgenossen merken um was es geht...aber ich bezweifle das
    • aye 21.08.2016 14:23
      Highlight Highlight Und nicht nur das:
      Welche Partei wehrt sich denn ständig gegen zusätzliche Mittel für Bildung und Wissenschaft?
      Welche Partei zieht ständig über Akademiker her und verunglimpft diese als realitätsfremde Theoretiker?
      Welche Partei jammert schlussendlich darüber, dass man Ausbildungslücken durch das Abwerben von teuer in anderen Staaten ausgebildeten Fachkräften stopfen muss?
    • Maett 22.08.2016 12:11
      Highlight Highlight @zombie woof: wo genau sind Deutsche unbeliebt? Wenn ich in der Schweiz mit deutschen Freunden unterwegs bin, spreche ich auch akzentfreies Deutsch, also dürfte man (Ihrer Logik zufolge) doch erwarten, dass ich angefeindet werde (was absolut noch nie der Fall war, und nein, ich lebe nicht in Zürich)?

      Anderen Fremdenhass zu unterstellen, nur weil es uns die direkte Demokratie ermöglicht, Probleme direkt anzusprechen ist schon etwas peinlich. Natürlich gibt es jeweils einige Vollidioten, die Stimmung machen müssen - aber das ist umgekehrt auch so. Erinnert sich noch wer an Steinbrück?
  • Edli412 21.08.2016 12:53
    Highlight Highlight Einerseits finde ich es besorgniserregend, andererseits freut es mich, da die SVP dann merkt was sie uns für einen Mist eingebrockt hat, wenn sie es nicht jemand anderem in die Schuhe schiebt.
    • sowhat 21.08.2016 14:20
      Highlight Highlight Das wird sie, mach dir mal keine Sorgen, das wird sie ;)
    • dä dingsbums 21.08.2016 14:27
      Highlight Highlight Da wird sich schon ein Sündenbock finden lassen, keine Sorge.
  • Hierundjetzt 21.08.2016 12:50
    Highlight Highlight Wie wäre es, wenn wir endlich unsere medizinisches Personal selber ausbilden würden? Hm? Aaa es ist schmapar teuer und darum begrenzen wir die Unizugänge? Echt jetzt? Lieber sparen als Mediziner ausbilden? Kann man den Verantwortlichen des Hochschulkantons Zürich mal auf die Strasse stellen? Merci.
    • Nomen est omen 21.08.2016 15:18
      Highlight Highlight Wo sind bitteschön in der Schweiz die Unizugänge beschränkt? Es gibt in der Schweiz (noch) keinen Numerus Clausus. Der, oder eine anderweitige Beschränkung stand sowieso nur für die ZHAW in Winterthur zur Diskussion.
    • manhunt 21.08.2016 18:38
      Highlight Highlight @nomen est omen: in der schweiz besteht der numerus clausus für humanmedizin seit 1998!
    • manhunt 21.08.2016 18:41
      Highlight Highlight @hierundjetzt: da kann der hochschulverantwortliche des kantons zürich rein gar nichts dafür. es wäre an der nationalen politik endlich genügend geld zu sprechen, um zusätzliche ausbildungsplätze für ärzte zu schaffen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Beggride 21.08.2016 12:42
    Highlight Highlight Numerus clausus ftw!! Wer jetzt nicht draufkommt, dass das absoluter Schwachsinn ist beim Ärztemangel...
    • Ingolmo 21.08.2016 14:13
      Highlight Highlight Es gibt ja nur 1683 Studienplätze. Der NC "bestehen" darum 1683 Personen (+ einige %), wenn die morgen 3000 Plätze haben, dann bestehen 3000 den Test. Wenn es 6000 Plätze gibt, braucht es keinen Numerus, da genug Plätze vorhanden sind für 5000 Bewerber.
  • Stefanie16 21.08.2016 12:42
    Highlight Highlight Ein Arzt hat mir neulich erklärt, dass wir nicht zu wenige Kandidaten, sondern zu wenig Ausbildungsplätze für Ärzte hätten. Warum holt man dann immer wieder Leute aus dem Ausland? Warum lässt man die angehenden Ärzte nicht im Ausland ausbilden?
    • manhunt 21.08.2016 23:11
      Highlight Highlight warum investieren wir nicht einfach in eigene ausbildungsplätze?
  • Wasmeinschdenndu? 21.08.2016 12:34
    Highlight Highlight Werstehe nicht wieso man nicht einfach mehr Studienplätze anbieten kann bei uns!? Das Problem ist ja nicht neu und an interessierten und fähigen Anwärtern auf ein Medizinstudium fehlt es ja wirklich nicht!
    • Ingolmo 21.08.2016 14:15
      Highlight Highlight Weil die Unis nicht unendlich Geld haben (Med Studium ist das Teuerste), die Hörsäle genug gross sein sollten und dann braucht es genug Praktikumsräume und z.b. Leichenpräparate ect.
  • SVARTGARD 21.08.2016 12:33
    Highlight Highlight Richtig so. Beste Grüße aus Deutschland
  • Stichling 21.08.2016 12:28
    Highlight Highlight Jetzt rächt dich langsam aber sicher, dass man an den Studienplätzen spart, seit Jahrzehnten.
    Hinzukommt, dass immer mehr Frauen Ärzte werden. Frauen sind meist nicht bereit ein Leben lang 120 % zu arbeiten. Das verschärft die Situation.
    Aber ursächlich ist im Grunde genommen die viel zu tiefe Geburtenrate: keine Bébés, kein Nachwuchs in allen Berufen.
    Das wird sich nicht ändern, solange die Kosten für das Kinderhaben fast ausschliesslich von den Eltern getragen werden muss. Wer weniger als 2 Kinder hatte, der sollte weder AHV- noch PK-Rente kriegen.
    Die Schweiz schafft sich gerade selber ab.
    • Hoppla! 21.08.2016 14:00
      Highlight Highlight Im ernst?

      1. Informiere dich über die PK! Das hat nichts mit der Geburtenrate zu tun.
      2. Keine Solidarität? Sehr gerne! Dann zahle ich viel weniger Steuern weil ich keine Kosten für Schulen, Tagis, KK-Prämiemverbiligungen sowie sonstige Sozialkosten finanzieren muss. Meine AHV ist ein Klecks dagegen.
      3. Die Kosten fast ausschliesslich von Eltern getragen? Siehe Punkt 2. Sehr vieles wird via Steuern finanziert. Oder bezahlst du die Schule selbst?
    • Ingolmo 21.08.2016 14:17
      Highlight Highlight Das Problem ist nicht der fehlende Nachwuchs sonder die fehlenden Plätze an der Med. Fakultät.
    • Turi 21.08.2016 14:24
      Highlight Highlight "Wer weniger als 2 Kinder hatte, der sollte weder AHV- noch PK-Rente kriegen."
      Mir fehlen die Worte ob dieser Frechheit. Informier dich mal, wer die Kosten trägt. Ich als Arbeitgeber bezahle jährlich soviel AHV-Beiträge, wie eins deiner Kinder nicht in einem halben Leben.
      Es sind die kinderlosen Gutverdiener und Büezer, die die Subventionen für die Familien bezahlen.
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  • Triumvir 21.08.2016 12:25
    Highlight Highlight Schönen Dank auch liebe xenophoben SVP'ler. Ich hoffe, ihr lasst euch im Krankheitsfall von einem Schweizer Wald- und Wiesenarzt behandeln!
    • zombie woof 21.08.2016 14:19
      Highlight Highlight Tierarzt
    • Maett 22.08.2016 12:23
      Highlight Highlight @Triumvir: nur weil Watson wieder mal Titel auf Blick-Niveau schreibt, muss es ja nicht stimmen - es ist nämlich lediglich die Meinung (!) einer im Bericht zitierten Julia Balensiefen, die zufälligerweise auch noch Deutsche ist.

      Dass sich die Arbeitsbedingungen in deutschen Spitälern stark verbessert haben ist ein Fakt. Dass viele Leute bei ähnlicher wirtschaftlicher Perspektive lieber im Heimatland arbeiten ebenfalls.

      Dass wir immer noch zu wenige Ärzte ausbilden auch. Und wenn wir das nicht lösen ... kommen halt polnische und russische Ärzte, die können am ehesten noch Deutsch.

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