Schweiz
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Diesen Sommer gingen 42 Prozent weniger Asylgesuche ein als noch 2015

18.10.16, 13:56 18.10.16, 15:59

Die Zahl der Asylgesuche ist im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Für das ganze Jahr rechnet das Staatssekretariat für Wirtschaft (SEM) mit 30'000 Asylgesuchen als wahrscheinlichstes Szenario, für die operative Planung geht es aber von 35'000 Gesuchen aus.

In den Monaten Juli, August und September wurden 42 Prozent weniger Asylgesuche eingereicht als im dritten Quartal 2015. Insgesamt wurden 7105 Asylgesuche gestellt, 1143 mehr als im zweiten Quartal, wie das SEM am Dienstag mitteilte.

Sommer 2016: 42 Prozent weniger Asylgesuche als im selben Zeitraum 2015. Bild: KEYSTONE

Im September wurden 2185 Asylgesuche registriert, 258 weniger als im August. Auch im Vergleich zum zum September 2015 lasse sich ein deutlicher Rückgang um fast 52 Prozent feststellen.

Weniger Gesuche aus Eritrea, Syrien, Irak und Afghanistan

Der Rückgang der Asylgesuche im letzten Monat wird vor allem damit erklärt, dass die Zahl der Gesuche von eritreischen Staatsangehörigen stark abgenommen hat.

Der deutliche Rückgang im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal wird einerseits auf die Schliessung der Balkanroute zurückgeführt und anderseits durch den Umstand, dass zahlreiche Asylsuchende ein anderes Land als Ziel haben und deshalb kein Asylgesuch in der Schweiz stellen wollen.

So sei etwa die Zahl der syrischen Asylsuchenden drastisch zurückgegangen. Auch aus Afghanistan und dem Irak gab es weniger Asylgesuche. Eritreische Staatsangehörige sind in diesem Jahr laut SEM bisher nur halb so viele über das Mittelmeer nach Süditalien gelangt. Rund ein Drittel davon hätten in Italien ein Asylgesuch gestellt. Das sei ein bedeutend höherer Anteil als im letzten Jahr.



Erneuter Anstieg nicht ausgeschlossen

Eritrea bleibt aber wichtigstes Herkunftsland der Asylsuchenden in der Schweiz. In den ersten neun Monaten des Jahres stammten 3782 der insgesamt gezählten 21'382 Gesuche von Eritreern. Zweitwichtigstes Herkunftsland ist mit 2890 Gesuchen Afghanistan. Dahinter folgen Syrien mit 1645 Gesuchen und Somalia mit 1363.

In Somalia gibt es immer wieder Anschläge von dschihadistischen Gruppierungen. Bild: FEISAL OMAR/REUTERS

Angesichts der unsicheren Entwicklung in den Konfliktgebieten lasse sich nicht sagen, wie sich die Migration entwickle, schreibt das SEM weiter. Ein erneuter Anstieg der Asylgesuche sei deshalb nicht ausgeschlossen.

Das SEM erledigte im September 2583 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei wurden 691 Nichteintretensentscheide auf Grundlage des Dublin-Abkommens gefällt. 457 Menschen erhielten Asyl und 567 Menschen wurden vorläufig aufgenommen.

Knapp 300 Flüchtlinge kamen aus Resettlement-Abkommen in die Schweiz

Im September hätten 757 Menschen die Schweiz kontrolliert verlassen. Die Schweiz habe bei 960 Menschen einen anderen Dublin-Staat zur Übernahme angefragt. 272 Menschen hätten in den zuständigen Dublin-Staat überführt werden können. Gleichzeitig sei die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um die Übernahme von 417 Flüchtlingen ersucht worden, 40 Menschen seien in die Schweiz überstellt worden.

Im dritten Quartal seien 215 anerkannte Flüchtlinge im Rahmen des Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge in die Schweiz gekommen. Diese Gruppe umfasse 165 syrische Flüchtlinge aus dem Libanon sowie 35 Iraker und 15 Palästinenser, die in Syrien stark gefährdet gewesen seien. Ausserdem seien 78 Schutzsuchende im Rahmen des Relocation-Programms der EU aus Italien in der Schweiz eingetroffen. (leo/sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Maett 18.10.2016 14:43
    Highlight Liefert doch bitte gleich mal eine Grafik der Quartalsentwicklungen der letzten 5-10 Jahre mit (als übersichtliches Balkendiagramm o.ä.), in Relation ist das aussagekräftiger, als wenn man nur von den letztjährigen Extremwerten ausgeht.

    Ein sich gerne informierender Leser bedankt sich.
    25 0 Melden

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