Schweiz

Wie der österreichische Wahlsieger die Schweizer Grünen glücklich macht

Der Sieg des einstigen Professors beflügelt die kriselnden Schweizer Grünen.

23.05.16, 22:13 24.05.16, 06:42

Stefan Schmid / Nordwestschweiz

Grüne Politik ist nicht en vogue. Das haben die Schweizer Grünen vor einem guten halben Jahr bei den Nationalratswahlen deutlich gespürt. Ihre Deputation schrumpfte von 15 auf 11 Mitglieder. Der Wähleranteil sank von 8,4 auf 7,1 Prozent. Besserung ist nicht in Sicht. Umweltschutz und Klimawandel landen im Sorgenbarometer regelmässig hinter Themen wie Migration oder Ausländer, die auch in der Schweiz erfolgreich von Rechtspopulisten beackert werden.

Umso schöner fühlt sich für die kriselnden Grünen der Wahlsieg des ehemaligen Grünen-Parteichefs Alexander Van der Bellen im östlichen Nachbarland an. «Der grüne Bundespräsident steht für redliche, nachhaltige und menschliche Politik. Grün ist die Zukunft!», frohlockt Parteichefin Regula Rytz (BE) auf Twitter. Und der Zürcher Nationalrat Bastien Girod schreibt, der Wahlsieg zeige, «mit Ausdauer, guten Kandidaten und richtigem Zeitpunkt können die Grünen (fast) alles gewinnen. Erleichtert reagiert auch Fraktionschef Balthasar Glättli (ZH): «Mutig in die neuen Zeiten.» Und Nationalrätin Maya Graf (BL) frohlockt: «Grosse Freude. Grünes Glück für Demokratie und Menschlichkeit. Herzliche Gratulation.»

Der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen hat die Bundespräsidentenwahl in Österreich knapp gewonnen.
Bild: CHRISTIAN BRUNA/EPA/KEYSTONE

Erste Reise führt nach Bern

Die Freude über Alexander Van der Bellens Sieg wird hierzulande auch von zahlreichen SP- und CVP-Politikern geteilt. Juso-Chef Fabian Molina etwa twittert: «Die österreichische Demokratie ist vorerst mit einem blauen Auge davongekommen. Uff! Jetzt braucht's linken Politikwechsel – für Europa!» Etwas prosaischer äussert sich SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer (BL). «Zum grossen Glück», hält sie kurz und bündig fest.

Auch wenn der neue Bundespräsident in einem TV-Duell sagte, er wolle Kontakte zu südostasiatischen Staaten knüpfen, dürfte ihn seine erste Auslandreise in die Schweiz führen. So will es die Tradition. Politisch spielt die Frage, wer in der Wiener Hofburg Einsitz nimmt, für unser Land indes eine untergeordnete Rolle, da in Österreich der Kanzler Politik macht und nicht der Bundespräsident. Da Van der Bellen aber ein überzeugter Europäer ist, hat die Schweiz zumindest keinen neuen Freund in Wien gewonnen, der helvetischen Sonderlösungen besonders hold gestimmt wäre. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Calvin WatsOff 24.05.2016 09:27
    Highlight Gut hat er es geschafft, auch wenn nur leider knapp. Ein Grüner !!??? Es ist kein Erfolgs - Ergebnis. Bin gespannt wie er die Gruben füllen will.

    Österreich ist gespalten.

    Finde die Kommentare hier teils daneben, süsslich und bedenklich. Austria ist nicht Schweiz. Links wird als Dumm und Naiv bezeichnet. Rechts als Nazi und Braun... Bedenklich.!
    5 0 Melden
  • Fuy Gawkes 24.05.2016 08:33
    Highlight Ich finde es beängstigend, wenn "das kleinere Übel" eine Wahl gewinnt...
    9 7 Melden
    • ujay 24.05.2016 12:10
      Highlight ....ist es in der Schweiz anders?
      1 1 Melden
    • Fuy Gawkes 24.05.2016 13:04
      Highlight ich weiss es nicht - hoffe es aber.

      Ich persönlich störe mich an der Argumentation. Wenn ich etwas wähle, weil die Alternative noch schlechter ist, dann orientiert man sich nach unten. Und schlechteres gibts immer. z.B. bin ich nicht für eine Waldrodung weil die Alternative der Waldbrand ist. Wenn beides schlecht ist braucht man m.M. nach neue Alternativen also fechte ich die Auswahl an.

      Sorry für das komische Beispiel ich kriegs grad nicht besser hin und die Arbeit ruft.
      2 0 Melden
  • Ehringer 24.05.2016 07:32
    Highlight Ich glaube, da ist einigen Grünen in der Schweiz entgangen, dass es den meisten Wählern nicht darum ging, einen Grünen zu wählen, sondern darum nicht einen FPÖler zu wählen. Ist auch gut so und ich bin sehr froh darüber, aber aus dieser Wahl zu schliessen, dass das Volk Grün will, ist meines Erachtens falsch. Das Volk will nur kein Braun.
    24 7 Melden
    • Theresa Regina 24.05.2016 07:38
      Highlight bzw. blau
      5 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.05.2016 07:56
      Highlight 50% wollen Blau, die anderen 50% hätten auch eine Putzfrau gewählt.
      12 8 Melden
    • Calvin WatsOff 24.05.2016 09:31
      Highlight @Weltbürger: mach nicht Putzfrauen schlecht. Aber Bitte.
      2 1 Melden
    • Fabio74 25.05.2016 18:52
      Highlight @Weltbürger: wohl kaum. Aber dein einfaches Denken ist bekannt.
      0 0 Melden
  • Ignorans 24.05.2016 07:14
    Highlight Van der Bellen wurde nicht gewählt, weil er bei den Grünen ist. Das waren primär "einfach nicht FPÖ" - Stimmen.
    20 2 Melden
    • Samln 24.05.2016 12:14
      Highlight Zu einem Teil ist dies so. Dass SPÖ Wähler eher einen Grünen wählen ist aber klar. Die Wähler von Frau Griss waren auch zu grossen Teilen SPÖ Wähler bei der letzten Nationalratswahlen, somit auch klar, dass von da ein grosser Teil zu VdB überging.
      Hofer hatte klar mehr die ihn auch schon im ersten Wahlgang wählten, aber auch er bekam viele Stimmen von ÖVP und frustrierten ÖVP und SPÖ Wählern.
      2 0 Melden
  • Töfflifahrer 24.05.2016 07:05
    Highlight Und habt ihr Grünen ein Programm welches uns Bürger wirklich interessiert?
    Ihr müsst eigentlich nicht über die Grenze schauen, nehmt die Probleme der Bürger auf, befasst euch damit und gebt Antworten! Aber seit Jahren habe ich nichts Neues von euch gehört.
    Zu einer Partei gehört eben auch, dass man Konzepte zu Migration, Arbeitslosigkeit, Sozialversicherung etc. hat! eure Parolen mag eigentlich niemand mehr hören, wir kennen die ja alle bereits. Ach ja, im Zeitalter der Populärpolitik à la SVP solltet ihr euch auch mal über das Gebiet Marketing Gedanken machen.
    17 13 Melden
    • Fabio74 24.05.2016 08:01
      Highlight Das Problem ist doch, dass zu viele dem lautesten Marktschreier zuwendet und das was der Grüne sagt nicht hört. Es ist halt einfacher nur Parolen zu schreien aber die Ursachen nicht sehen zu wollen und schon gar keinen Anlauf nehmen dies zu thematisieren
      10 8 Melden
    • poga 24.05.2016 09:37
      Highlight Das Problem der Grünen ist, dass sie ihr Heil im Sozialbereich statt bei grünen Themen suchen.
      8 1 Melden
  • Fairness_3 24.05.2016 02:26
    Highlight Van der Bellen hat ein seltsames Demokratieverständnis wenn er schon jetzt ankündet einen Bundeskanzler der FPÖ zu ernennen.
    1 27 Melden
    • Pianovilla 24.05.2016 06:05
      Highlight Und Sie sollten Lesen lernen. Er hat gesagt, dass er sich weigern würde, einen FPÖ Kanzler zu vereidigen. Zwar auch schwieriges Demokratieverständnis, aber halt genau andersrum. Auf der andern Seite: Hindenburg hat damals Hitler vereidigt. Hätte er sich weigern sollen/dürfen? (Ohne die FPÖ jetzt explizit mit der NSDAP zu vergleichen!).
      11 1 Melden
    • Fairness_3 24.05.2016 11:03
      Highlight @pisno illa: ich habe es natürlich falsch formuliert. Deswegen erwähnte ich sein merkwürdiges Demokratieverständnis.
      1 0 Melden
  • Amboss 23.05.2016 22:53
    Highlight Ist das jetzt wirklich ein Grund, um so zu jubeln?
    Die Grünen erwarten offenbar nicht mehr viel von ihrer Politik...
    13 8 Melden
  • atomschlaf 23.05.2016 22:29
    Highlight Die Linken haben es selbst in der Hand, den rechten Vormarsch zu stoppen: Macht einfach wieder Politik für statt gegen die einheimische Bevölkerung!
    41 43 Melden
    • DerGrund 23.05.2016 22:46
      Highlight Wenn ich Dinge lese wie "jetzt erst recht linke Politik mache" kann ich nur den Kopf schütteln. Van der Bellen wurde primär von Leuten gewählt die gegen die FPÖ wählten, nicht von überzeugten Grünen. Wenn dies als Ja zur Willkommenskultur, Multikulti und EU missinterpretiert wird, dann gibts zur nächsten Wahl mehr als ein blaues Auge. Noch erschrint die FPÖ als grösseres Übel als Politik am Volk vorbei - die Frage ist wie lange nocht.
      31 10 Melden
    • SomeoneElse 23.05.2016 23:01
      Highlight Darf ich dich daran erinnern, wer in unseren Parlamenten partikular Steuergeschenke verteilt und die Bildungs-, Gesundheits- und Sozialausgaben zusammenstreicht; es sind die bürgerlichen Parteien. Egal auf welcher Ebene. Aber die verfügen auch über viel grössere Mittel um mit Nebelpetarden um sich zu werfen...

      Dass einige CH Grünen denken eine Personenwahl in Österreich, wo es vor allem auch darum ging Schlimmeres zu verhindern, sage etwas über ihre zukünftigen Wahlerfolge aus, ist hingegen ziemlich fragwürdig.
      39 10 Melden
    • pamayer 23.05.2016 23:04
      Highlight Oh wie wahr: ahv und gerechte löhne haben nichts mit der einheimischen Bevölkerung am hut. Von der ahv kann mann sowieso nicht leben und faire löhne gibts nur im banking sektor.

      Oder hab ich da was falsch verstanden?
      19 14 Melden
    • Hussain Bolt 23.05.2016 23:13
      Highlight Ganz genau Atomschlaf. Die Linken werden immer mehr zur Partei die Kompetenzen des Landes an Vereine wie EU und UN weggeben will und Politik für Ausländische Interessen macht. Macht Politik für die Einheimischen.
      15 35 Melden
    • meglo 23.05.2016 23:37
      Highlight Sie haben den richtigen Namen gewählt: Atomschlaf stimmt. Anders kann ich soviel Ignoranz nicht erklären. Wer macht den in der Schweiz Politik gegen die Interessen der Arbeitnehmer und verteilt zur Zeit Steuergeschenke an Spekulanten? Wer verhindert bewusst konstruktive Lösungen bei der Flüchtlingspolitik? Sind das die Linken oder nicht eher rechtsnationale Brunnenvergifter, die damit ihr politisches Süppchen kochen? Haben sie sich schon einmal überlegt, wem die Schweiz Sozialwerke wie die AHV zu verdanken hat. Wohl eher den vielgeschmähten Linken. Wachen sie auf und putzen sie ihre Brille.
      40 12 Melden
    • Hussain Bolt 24.05.2016 00:06
      Highlight Wer glaubt die Linken hätten eine Lösung zur Flüchtlingsfrage muss schon selbst einer sein. Das einzige was sie wollen ist die öffnung der Grenzen für jeden um diese Menschen ob Kriegsflüchtlinge oder nicht um ihnen Angeblich zu helfen in dem man dann die Sozialleostungen Überlastet. Zudem wird es grosse Konkurrenz im Billiglohnsektor haben wenn man diese Linke Konstruktive Lösung ausführt. Das ist vn ihnen gar nicht zu Ende gedacht. Klar muss man die Lager vor Ort unterstützen, aber Grenzen müssen Geschützt werden um den Erhalt des Staates zu sichern.
      18 31 Melden
    • exeswiss 24.05.2016 00:32
      Highlight "Macht einfach wieder Politik für statt gegen die einheimische Bevölkerung!"

      wie sollen sie das bitte machen? wichtige sachen die gemacht werden müssen, haben nichts mit asyl, ausländern, muslimen oder sonstigen wutbürgerthemen zu tun. so fängt man weder wähler, noch gewinnt man wahlen oder regt das interesse für initiativen. und da im parlament eine bürgerliche mehrheit ist kommen solche totgeburten wie USR III raus.
      29 9 Melden
    • El Burro 24.05.2016 06:34
      Highlight @DJ_Terror: Hast du ein Propagandablatt der NSDAP gelesen? Anders kann ich es mir nicht erklären...
      8 6 Melden
    • Fabio74 24.05.2016 07:04
      Highlight @Terror: Viel Unsinn wie immer. Man muss vor Ort helfen. Stimmt. Wer ist dagegen? die Rechte Mehrheit. Die Flüchtlinge sind die Konsequenz westlicher Politik der letzten Jahrzehnte. Dikatoren kuscheln wenn es hilfreich ist. Wenn sie unbequem werden räumt man sie aus dem Weg.
      Es braucht die Beseitigung der Ursachen aber da schweigt rechts ja auch
      Zum Rest:Linke Poltik ist für Arbeitnehmer und nicht Klientelpolitik für Reiche.
      Aber wenn Ausländer raus Prirität hat vor den eigenen Interessen können die rechzen tun was sie wollen und du applaudierst.
      11 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 24.05.2016 09:25
      Highlight @Fabio74: Die Flüchtlinge sind primär die Konsequenz der religiös und kulturell bedingten Missstände in den Herkunftsländern.
      Sekundär die Folge der Politik der offenen Türen bzw. des mangelhaften bis nicht vorhandenen Grenzschutzes der meisten europäischen Länder und der laschen Handhabung der Asylgesetzgebung.
      8 3 Melden
    • meglo 24.05.2016 13:06
      Highlight @Dj-Terror: Sie haben offenbar auch das richtige Pseudonym gewählt. DJ-Terror kann sich ja nur jemand nennen, der bewusst provozieren will. Ihre Kommentare, die sie in regelmässigen Abständen zu allen möglichen Themen von sich geben, lassen mich vermuten, dass sie entweder eine Überdosis Tele Blocher konsumiert haben oder ihnen privat niemand mehr zuhören will. Ich kann ihnen verraten, auch auf dieser Plattform sind ihre Kommentare absolut keine Bereicherung.
      1 2 Melden
    • Fabio74 25.05.2016 18:57
      Highlight @simply:Falsch. Das Hätscheln der Diktatoren durch den Westen hält das Ganze am Leben. Dazu offensive Waffen und Geldgeschenke. Man hat immer eine Minderheit im Land unterstützt, weil man meinte man hätte das Regime im Griff. Fällt es auseinander kocht alles über. Jahrzehntelange Unterdrückung schlägt in Hass um
      Gibt einen interessanten Film zum Thema: 100 Jahre Krieg im Nahen Osten. Seit Sykes und Piccot ? 1916 die Trümmer des Osmanischen Reiches neu gezeichnet haben
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