Schweiz
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Lawine losgetreten: Mit einer Zwischenbemerkung in der «Arena» machte Beatrix Grüter die Händedruck-Verweigerung von Therwil zu einem nationalen Thema.
screenshot: srf

Diese Frau brachte den Fall Therwil ins Rollen

Beatrix Grüters «Arena»-Auftritt schlug hohe Wellen: Die ehemalige FDP-Kantonsrätin aus dem Kanton Luzern war die Erste, die den verweigerten Händedruck in Therwil öffentlich ansprach.

26.04.16, 05:46 26.04.16, 07:51

Bojan Stula / bz Basel



Eigentlich war Beatrix Grüter (73) nur Studio-Zaungast in der «Arena»-Sendung vom 1. April, als die «Angst vor dem Islam» diskutiert wurde. Doch mit ihrer Zwischenbemerkung, dass an einer Schweizer Schule junge Muslime den Lehrerinnen nicht mehr die Hand reichen würden, gab sie die Vorlage zu einer mehrwöchigen hitzigen Debatte. Die pensionierte Lehrerin und frühere FDP-Kantonsrätin aus Willisau (LU) erklärt im «BZ»-Interview, wieso sie nach wie vor zu ihrer Kritik an der Händedruckverweigerung steht, und was sie von der Schweizer Öffentlichkeit erwartet.

Beatrix Grüter, Sie haben mit Ihrer Aussage in der «Arena» den Therwiler Behörden und der Sekundarschule einen regelrechten Shitstorm eingebrockt, wie man auf Neudeutsch sagt.
Beatrix Grüter: Dass Therwil in ein schiefes Licht geraten ist, tut mir leid.

Noch schlimmer traf es die muslimische Familie. Sie wurde zum Ziel einer medialen Kampagne, und die beiden Brüder gerieten sogar ins Visier der Sicherheitsbehörden.
Verlangen Sie jetzt ja kein Bedauern von mir! Ich habe in einem Kommentar aus Deutschland etwas gelesen, dass mir sehr gut gefallen hat: Wir sind ein freier Staat, jedermann kann ihn jederzeit verlassen. Es ist entscheidend, dass man den Fundamentalisten klar aufzeigt: So und so geht das bei uns. Ich bin gleichzeitig froh und erstaunt darüber, was ich alles ausgelöst habe. Ich bekam sogar eine Interviewanfrage von der ARD.

Aber für die beiden muslimischen Brüder muss der vergangene Monat die Hölle gewesen sein.
Vielleicht musste es soweit kommen, bis man endlich bei uns merkt, dass man solche Zustände offen ansprechen muss.

«Ich denke, dass nun vielen die Augen aufgegangen sind.»

Ging es Ihnen vor allem darum, den grassierenden muslimischen Fundamentalismus zu stoppen?
Mir ging es vor allem um die Diskriminierung der Frau. Die Art und Weise, wie in Therwil weibliche Lehrpersonen von jungen Muslimen diskriminiert worden sind, ist inakzeptabel. Ich habe da meine eigenen Erfahrungen gemacht. Mein Mann und ich besitzen eine Liegenschaft. Wenn wir bei Mietern zum Beispiel aus dem Kosovo darauf beharren, dass auch die Frau den Mietvertrag unterschreiben muss, macht der Mann grosse Augen, und die Frau fühlt sich in eine unangenehme Situation gebracht. Das geht doch nicht.

Es wurde aber weniger über die Gleichberechtigung als den muslimischen Fundamentalismus gestritten.
Die ganze Geschichte ist eine Gratwanderung, und das eine hängt mit dem anderen zusammen. Ich denke, dass wir in der Schweiz unseren Toleranzbegriff überdehnt haben. Jetzt müssen wir hinstehen und sagen: Halt, nicht weiter! Die Leute werden von Fundamentalisten dazu aufgehetzt, unsere Toleranz auszunützen.

Die SVP hat das Thema dankbar aufgenommen.
Natürlich löst diese Diskussion einen Rechtsrutsch aus. Ich habe selber zwölf Jahre lang im Luzerner Kantonsrat politisiert, stand aber nicht so weit rechts wie die SVP. Aber ich bin froh darüber, dass in dieser Frage fast alle Parteien am gleichen Strick ziehen. Ich denke, dass nun vielen die Augen aufgegangen sind.

Inwiefern?
Wenn der Vater sagt, dass die beiden Buben im Islam mit 14 Jahren volljährig sind und selber entscheiden können, dann geht das doch nicht. Unsere Gesetze besagen, dass die Volljährigkeit erst mit 18 beginnt.

Das heisst, sie plädieren für die kompromisslose Durchsetzung von Gesetzen und Werten, selbst gegen den Glauben?
Natürlich. Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Während des Ramadans hatten wir in unserer Liegenschaft zuerst ständig Probleme, weil bis spät in die Nacht mit Riesenkrach gefestet wurde. Als wir unseren muslimischen Mietern erklärten, dass es so nicht geht, wurde es schlagartig besser. Wir haben eine Linie gezogen.

«Ich habe fast ausschliesslich positive Reaktionen erhalten.»

Im Fall der Therwiler Sekundarschule ist es aber nicht so einfach, weil das Händeschütteln nirgends in einer Verordnung festgeschrieben steht. Insofern hat doch die Schule korrekt gehandelt, indem sie mit den beiden Schülern eine Übergangslösung getroffen und beim Kanton ein Rechtsgutachten angefordert hat.
Die Schule hat sich vielleicht schon richtig verhalten, aber der Hauptfehler liegt darin, dass das Gutachten im Oktober angefordert wurde und noch immer nicht vorliegt. Dass man das so lange vor sich her schiebt, ist doch einfach nur lächerlich. Ich weiss aber auch, dass die Kompromisslösung innerhalb der Therwiler Lehrerschaft einigen Unmut ausgelöst hat.

Woher?
Das verrate ich nicht. Ich muss diese Person schützen.

Sie haben nach Ihren beiden TV-Auftritten bestimmt zahlreiche Reaktionen erhalten. Auch negative?
Ich habe fast ausschliesslich positive Reaktionen erhalten. Viele Leute haben mir gratuliert, dass sich endlich jemand getraut, die Missstände offen auszusprechen. Die einzige negative Reaktion war jene von Charles Lewinsky in der zweiten «Arena», der bloss abgewiegelt hat. Das war völlig daneben. Ich bin schon erstaunt, was meine Aussage ausgelöst hat.

Hoffen Sie auf ein strenges Vorgehen der Baselbieter Behörden, sobald das Rechtsgutachten vorliegt?
Das Rechtsgutachten hat für mich bloss zweite Priorität. Zentral für mich ist dagegen, dass man jetzt dranbleibt und aufdeckt, wie die hiesigen Moscheen finanziert werden und wie viele Gelder aus Saudi-Arabien zu den hiesigen Extremisten fliessen. Gerade bezüglich der Moscheen-Finanzierung hoffe ich nicht, dass das Thema jetzt wieder versandet. 

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • nrzh 26.04.2016 13:24
    Highlight Zum Glück gibt es pensionierte Lehrer wo so viel Zeit haben. So weiss man in der ganzen Schweiz was für Probleme die Mohammedaner in den Baumschulen machen...
    3 5 Melden
  • Resche G 26.04.2016 11:56
    Highlight Ach herje... Da haben 2 pubertierende Rotzlöfel streit mit der Lehrerin und wollen Ihr dann die Hand nicht mehr geben... Nun wird daraus eine Staatsaffäre ink. Arana und Ansprache vom Bundesrat.

    Als Ich so alt war sind auch einmal Schlüssel durchs Schulzimmer geflogen und Schüler wurden an den Haaren raus gestellt... notabene nicht weil wir schlechte Lehrer hatten, sondern wir uns schlichtweg unmöglich aufgeführt haben. Ich denke das kennt jeder Lehrer zur genüge. Und komplizierte Eltern mit schwierigen Ansichten gibt es überall unabhängig der Religion.




    9 9 Melden
    • poga 26.04.2016 18:43
      Highlight @Resche auf gewissen anderen News Portalen gab es noch weitere Artikel zu diesem Thema. Zum Beispiel wurde da geschrieben, dass scheinbar die eine Schwester in ein Frauenhaus fliehen musste. Und zwei andere Schwestern jetzt in Syrien sind. Wenn das stimmen sollte nimmt dieser verweigerte Handschlag eine ganz andere Dimension an. Wenn nicht ist es trotzdem auch eine Verweigerung unserer Kultur und dem Anspruch auf Gleichberechtigung.
      5 0 Melden
    • Resche G 27.04.2016 09:40
      Highlight Bei uns im Frutigtal gibt es 1000ende Stündeler welche in eigenen Kirchen betten und Ihren Frauen vorschreiben nur Lange Röcke and Geschlossene Haare zu tragen. Wo ist da unser Anspruch auf Gleichberechtigung.

      Und wie gesagt schlechte Leute welche Frau/Man/Kind schlagen gibt es überall !

      Ich mag mich erinnern das wir wegen einer schlechten Prüfung einmal unserem Lehrer einen Stolperdraht gespannt haben das dieser beim betreten des Zimmers längs auf die Nase viel. Wo wa hier der Bundesrat ?
      2 3 Melden
  • pali2 26.04.2016 07:59
    Highlight Ich habe diese liebe Dame in der Arena erlebt. Sie war mir alles andere als sympathisch, da sie etwas wichtiges vergass/ignorierte. Ständig hat sie auf Gleichberechtigung der Frau plädiert und dass dies im Islam nicht der Fall ist und gleichzeitig verteidigt sie den katholischen Glauben bis ins Letzte - ja genau, bei den Katholiken ist ja alles besser..
    38 71 Melden
  • Marc A. 26.04.2016 07:57
    Highlight Wahrlich - Gratulation für den Mut dieser Frau, diese Umstände ohne Umschweife auf den Punkt zu bringen. Der Begriff "Toleranz" wird heutzutage von einigen wenigen als Freibrief genutzt um eigene Interessen zum Nachteil anderer durchzusetzen. Das Gros ist und war nie das Problem. Aber durch diesen medialen Meinungsdruck haben wir Mühe und sind gehemmt, eine klare rote Linie zu definieren, ziehen und diese durchzusetzen. Toleranz hat seine Grenzen, und zwar dann, wenn einheimische Werte, Kultur und Recht diskriminiert wird. Wo diese rote Linie ist, müssen wir gemeinsam definieren ohne Tabu.
    52 11 Melden
    • stiberium 26.04.2016 09:09
      Highlight Diese Rote Linie ist schon längst definiert. Gewisse Kräfte wollen uns glauben machen, dass wir diese Linie eben noch definieren müssen, zum Nachteil anderer Nottabene! Toleranz und Solidarität sind einheimische, schweizerische Werte!
      7 13 Melden
    • poga 26.04.2016 09:26
      Highlight @stiberium wo finde ich diese Definition?
      8 5 Melden
    • stiberium 26.04.2016 09:37
      Highlight Geltendes Gesetz und Recht. BV zum Beispiel. Ich empfehle dir Artikel 15 zuerst. Dann Art 72.
      Bundesverfassung:
      https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/201506140000/101.pdf
      6 3 Melden
    • poga 26.04.2016 11:58
      Highlight @stiberium Ich kann hier immer noch nicht die von dir erwähnte rote Linie finden. Nur ein paar Definitionen welche einen ungefähren Rahmen vorgeben.
      5 1 Melden
    • stiberium 26.04.2016 13:31
      Highlight Was hätte denn poga gerne? Dass wir bei Art. 72 Abs. 3 anknüpfen und festlegen was der Islam in der Schweiz darf und was nicht? Ist es uns Schweizern nicht mehr möglich mit gesundem Menschenverstand ein Problem von Fall zu Fall zu lösen? Na gut, werfen wir über den Haufen, was uns zu einem der best funktionierenden Staaten auf der Welt gemacht hat, werden wir wie die anderen, bei denen läuft ja alles so super!
      Beatrix macht es eigentlich genau richtig (Bsp. Ramadanfest oder Mietvertrag), nur dass sie damit ins Fernsehen musste nehm ich ihr übel.
      2 2 Melden
    • poga 26.04.2016 18:40
      Highlight Nein @stiberium. Du hast geschrieben dass die rote Linie definiert ist. Ich habe dich gebeten sie mir zu zeigen. Du hast mir keine gezeigt. So weit so gut. Nun denn die von dir vorgeschlagene Erweiterung des Gesetzes. Ich sage es mal so: Natürlich muss es nicht gleich ein Gesetz sein. Aber in einer Zeit in der Gerichte Einbürgerungen vornehmen und Gerichte entscheiden wer bleiben darf und wer nicht. Ja in solchen Zeiten müsste man tatsächlich etwas genauer definieren wie das Zusammenleben funktioniert. Ob Gesetz, Verordnung, Norm, Leitfaden, oder was auch immer ist egal.
      2 0 Melden
    • stiberium 27.04.2016 09:34
      Highlight Diese rote Linie sollte einfach von Fall zu Fall gezogen werden. Bestimmt nicht allgemeingültig niedergeschrieben werden. Hier ist vor allem XMV gefragt.
      1 0 Melden
    • zenbuddha 05.07.2016 23:08
      Highlight Ich erlaube mir sogar gewisse Personen nicht einmal zu grüssen. Verletze ich da eine rote Linie. Wir werden doch noch damit klar kommen, dass ein paar Pubertierende einen Handschlag verweigern. Was im übrigen auch nicht abwertend gewertet werden kann. Bei solchen Banalitäten ist eine rote Linie wohl wirklich nicht zu finden.
      0 1 Melden
  • Einstein56 26.04.2016 07:10
    Highlight Liebes Watson
    Dieses Interview kann ja nicht dein Ernst sein. Da wird nun Beatrix Grüter quasi an den Pranger gestellt. Im Ausland gewinnen die Rechtspopulisten bald jede Wahl. Und du leistest mit solchem Verhalten genau dem Vorschub. Aber es ist bei alle Fundamentalisten gleich - egal ob Katholik, Evangelikaler, Grüner, Linker oder Muslim: Das Hirn hört auf zu arbeiten und es gibt dann nur noch die eigene Sichtweise. Schade. Gerade du Watson, könntest dafür sorgen, dass eine scheinbar aufgeklärte Schicht sich ein bisschen differenzierter mit dieser Problematik auseinandersetzt.
    17 43 Melden
    • Nosgar 26.04.2016 08:11
      Highlight Das Interview ist von der bz Basel.
      22 1 Melden
    • winglet55 26.04.2016 08:11
      Highlight @ Einstein, wo wird die Dame an den Pranger gestellt? Ich kann im ganzen Artikel nichts finden!
      26 3 Melden
    • stiberium 26.04.2016 09:07
      Highlight Ist es ein an den Pranger stellen, wenn man zuvor eine muslimische Familie und eine ganze Schulleitung im Nationalen Fernsehen an den Pranger stellt? Ich denke eine Rechtfertigung seitens Frau Grüter ist da nicht zuviel verlangt.
      5 18 Melden
    • FrancoL 26.04.2016 09:20
      Highlight @Stein56;

      "Aber es ist bei alle Fundamentalisten gleich - egal ob Katholik, Evangelikaler, Grüner, Linker oder Muslim: Das Hirn hört auf zu arbeiten und es gibt dann nur noch die eigene Sichtweise"

      Hast Du bei Deiner Aufstellung da nicht noch einige vergessen? oder bist Du auf einem Auge blind?
      6 4 Melden
    • stiberium 26.04.2016 09:42
      Highlight @FrancoL
      Etwas das die Arbeit gar nie aufgenommen hat, kann sie halt auch nicht beenden. ;)
      2 2 Melden
    • FrancoL 26.04.2016 10:26
      Highlight @stiberium; darum hab eich den "EIN" weggelassen ;))
      3 1 Melden
    • stiberium 26.04.2016 13:11
      Highlight Es würde mich zuerst interessieren weshalb der Handschlag verweigert wird. Leider wird dies mit Verständnis verwechselt.
      0 0 Melden
  • Pipapo 26.04.2016 06:56
    Highlight Wird da von Seite des Interviewers tatsächlich Verständnis für die armen fundamentalisten entgegengebracht, die die 'kompromisslose Durchsetzung von Werten und Gesetzen, selbst gegen den Glauben', ertragen müssen? Ich glaube, ich lese nicht richtig.
    69 9 Melden
    • stiberium 26.04.2016 09:05
      Highlight Du interpretierst dieses "Verständnis für die armen fundamentalisten" aus dem Interview. Du kannst also beruhigt sein, es ist ein neutraler, nicht wertender Artikel und du hast tatsächlich nicht richtig gelesen.
      3 25 Melden
    • Pipapo 26.04.2016 09:28
      Highlight @stiberium: naja, der Interviewer bemerkt, wie 'viel schlimmer 'es die muslimische Familie getroffen habe und dass die Brüder wohl durch die Hölle gegangen sein müssen. In meinen Augen sehr verständnisvoll formuliert.
      17 2 Melden
    • stiberium 26.04.2016 09:48
      Highlight Ist ein wenig aus dem Kontext genommen. Der Interviewer macht darauf aufmerksam, dass Frau Grüter mit ihrem Auftritt eine Schulleitung, eine muslimische Familie und deren Söhne in die Bredouille brachte. Die Schulleitung und Behörden von Therwill tirfft dies als Organ des Staates bestimmt weniger schlimm wie einzelne Individuuen denn diese können sich hinter nichts verstecken, abgesehen vom Glauben im aktuellen Fall. ;)
      1 12 Melden
    • Pipapo 26.04.2016 11:14
      Highlight @stiberium: Ihr Verständnis und Wohlwollen gegenüber diesen renitenten Fundamentalisten ist offensichtlich unerschütterlich.:-)
      10 0 Melden
    • stiberium 26.04.2016 12:07
      Highlight Ich sehe es eher als Verständnis für Menschen, welche irregeleitet sind mit der Hoffnung durch eben dieses Verständnis Kompromisse mit dem Ziel einer Entfundamentalisierung und Anpassung der mitgebrachten Kultur an unsere Werte und Gesetze herbeiführen zu können.
      Das Verstädnis ist lediglich da um den Respekt und die Aufmerksamkeit bei einem Fundi zu erlangen. Dann beginnt die eigentliche Arbeit. Ihr dürft mich nicht falsch verstehen. Ich teile die Meinungen von euch meist, nur bringt es uns nicht weiter wenn wir aus Angst vor Radikalität selber radikal werden.
      1 4 Melden
    • Pipapo 26.04.2016 12:49
      Highlight
      Dann würden Sie also zB einem Rassisten, der einer dunkelhäutigen Person den Handschlag verweigert, auch mit Verständnis begegnen? Und das Gefühl haben, dass der Rassist durch Ihre wohlwollende Haltung einen Gesinnungswandel vollzieht?
      6 0 Melden
    • stiberium 26.04.2016 13:57
      Highlight Finde das Beispiel nicht sehr gut gewählt. Die Motive sind nicht dieselben. Wenn ich aber das Motiv des Rassisten noch nicht kennen würde, dann wäre die erste Reaktion bestimmt nicht Ablehnung sondern Interesse am Grund der Verweigerung. Habe ich dann die Aufmerksamkeit und kann ihm erkären, dass ich dies für kompletten Schwachsinn halte, dann habe ich in seinem Bewusstsein evt. bereits etwas erreicht, was sich auf die weitere Entwicklung auswirken kann.
      0 0 Melden
    • Pipapo 26.04.2016 15:17
      Highlight Wenn die beiden den Lehrerinnen den Handschlag verweigerten, weil sie Frauen sind (und davon ist auszugehen, da sie es a) Männern scheints nicht versagt haben und b) es nie dementiert haben), ist mein Beispiel mit den Rassisten treffend. Ich persönlich habe weder für das eine noch für das null Verständnis.
      4 0 Melden

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