Schweiz

«Somm kommt an der Fasnacht dran, dass es tätscht! Und die BaZ sowieso»

An der Fasnacht im solothurnischen Mümliswil haben Unbekannte ein fremdenfeindliches Flugblatt verteilt. Für Felix Rudolf von Rohr, Ex-Obmann des Basler Fasnachts-Comités, ist damit jegliche Grenze närrischen Humors überschritten worden. Ein Gespräch über Turnhallen-Fasnachten, die Stimme des Volkes und Kafi Lutz.

01.03.17, 13:54 02.03.17, 04:01

Das war der Morgenstreich 2016:

Felix Rudolf von Rohr, meinem Chef zuliebe lasse ich mir die Basler Fasnacht erklären, ich kann damit ehrlich gesagt herzlich wenig anfangen.
Ihr Chef ist Basler?

Ja, und wie!
Ihr habt einen Basler und wir den Somm? Na toll! Aber sagen Sie, warum können Sie nichts mit der Fasnacht anfangen?

Felix Rudolf von Rohr ist ein Urgestein der Szene: Der frühere CVP-Grossratspräsident und jahrelanger Obmann des Fasnachts-Comités beschäftigt sich wie kein zweiter mit der Frage, was eine gute Fasnacht ist. bild: basler fasnachtswelt

Das Beispiel Mümliswil zeigt doch: Fasnacht ist zu viel Geschmacklosigkeit gepaart mit zu viel Rassismus in einer nach Bier und Schweiss stinkenden Turnhalle.
Dann haben Sie ein völlig falsches Bild der Fasnacht! Beziehungsweise, Sie haben das richtige Bild der falschen Fasnacht. Jener Fasnacht, an der die Fasnächtler besoffen und primitiv sind, sich auf die Schnurre geben und blöd tun. Gewisse Leute meinen ja, die Fasnacht sei ein Anlass, um zu saufen und über die Stränge zu schlagen. Davon habe ich schon gehört, ja.

Ich eben auch.
Aber ich kenne das nicht. Weil ich immer in Basel war.

Reden wir noch nicht über die Basler Fasnacht. Können Sie mir und sich die Turnhallen-Fasnachten erklären?
Vielleicht ist das ein Verständnis der Fasnacht, was sie vom Namen her ist: das letzte Aufbäumen, bevor die Fastenzeit beginnt. Ab dem Mittelalter hiess das: Jetzt können wir richtig auf die Pauke hauen, alles rauslassen, denn danach müssen wir anständig sein. Das ist vielleicht die Grundlage dafür, dass Leute die Fasnacht heute als Freipass nehmen, um sich daneben zu benehmen.

Und in Basel benimmt sich niemand daneben?
In Basel weiss man, was sich gehört. Dass es bei 20'000 aktiven Fasnächtlern irgendeinen gibt, der mal einen Fehler macht, ist möglich. Aber sonst weiss die Basler Fasnacht, was Anstand und Correctness ist und wo die Grenzen liegen.

Wo liegen die Grenzen?
Primitives, rassistisches und pornografisches hat an der Fasnacht keinen Platz. Dass so etwas wie in Mümiswil passiert ist, «gheert sich eifach nit».

Und was kann man solchen Auswüchsen entgegenhalten? 
Die Basler Fasnacht.

Aktive am Morgenstreich 2016. Bild: KEYSTONE

Okay, ich habe verstanden. Erklären Sie mir die Basler Fasnacht.
Die Basler Fasnacht hat, auch wenn sie ein liebenswertes und freudiges Familienfest ist, einen intellektuellen und hoch politischen Anspruch. An der Fasnacht wird Correctness gewahrt – aber scharfe, spitzige Kritik ausgeübt. Es ist die Aufgabe des Hofnarren, der Basler Fasnacht, den Mächtigen im richtigen Moment den Spiegel vorzuhalten und die Dinge beim Namen zu nennen. Die Basler Fasnacht ist die Vox Populi, die Stimme des Volkes.

Vox Populi? Sind die Basler Fasnächtler nicht ein erlauchter Kreis, in den man kaum reinkommt? Mit einem sogenannten ‹Comité›, das alles bestimmt?
Meine Güte, nein! Das Comité bestimmt nichts, es fungiert als Dienstleistungsbetrieb und Koordinationsstelle.

Also gut. Aber wird man einfach so Fasnächtler?
Nun ja, kommt darauf an, mit welcher Haltung man da antanzt. Es gibt selbstverständlich eine klare Trennung zwischen Aktiven und Passiven, also den Verkleideten und den Zivilen. Die Basler Fasnacht ist ja kein allgemeines Festival, an dem alle mitmachen, sich eine glatte Nase ankleben und zusammen saufen. Die Basler Fasnacht ist eine Vorführung mit einem Publikum. Sie behandelt Themen, kritisch, mit Humor, und präsentiert diese. Das heisst aber nicht, dass jemand, egal woher er kommt, nicht an der Fasnacht mitmachen kann. Wir haben drei oder vier Deutsche in der eigenen Clique, einer hat Pfeifen gelernt, der andere will mitarbeiten, einer ist sogar der Sujet-Obmann. Die sind herzlich willkommen, keine Frage.

Gut, man darf also Deutscher sein. Muss man bieder, konservativ und traditionalistisch sein?
Es gibt solche, aber das ist ein Pauschalurteil, das überhaupt nicht auf alle zutrifft. Ich werde oft gefragt, wie sich die Basler Fasnacht verändert hat. Und ich sage dann: Nur die Technik hat sich verändert. Die Laternen, Instrumente, das Material. Der Inhalt aber, der ist gleich geblieben. 

Die Clique Barbara-Club an der Generalprobe der Vorfasnachtsveranstaltung Drummeli im Musical Theater in Basel. Bild: KEYSTONE

Also doch sehr traditionalistisch.
Die Fasnächtler machen sich ja auch selber lustig über sich, wenn sie über etwas gesagt haben, es sei Tradition, obwohl es ein längst überholter Seich ist. Da ist also auch viel Selbstkritik dabei. Es ist sehr schwer zu definieren, was die wichtigen Werte sind, die die Basler Fasnacht traditionell halten, und was sich ändern muss.

«Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst – das gilt hier nicht.»

Und welches sind die wichtigen Werte?
Die zentrale Rolle des kritischen Hofnarren, die soziale Komponente, die Darstellung, die Musik und das Wort.

Was meinen Sie mit der sozialen Komponente?
Die Basler Fasnacht bringt jung und alt, reich und arm, links und rechts, Professor und Hilfsarbeiter zusammen. An der Fasnacht versteht man sich, redet miteinander, und: es hält an. In Mainz gibt es diesen Zusammenschluss zum Beispiel auch, da verbrüdern sich alle, saufen miteinander und finden's glatt. Aber dann heisst es: Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst, hier Direktor, da Portier. In Basel aber sagt der Direktor dem Portier auch nach der Fasnacht noch «du».

Sie erwähnten neben der sozialen Komponente die politische. Wie politisch ist die Fasnacht? 
Das ist abhängig vom Zeitgeist. In kritischen Zeiten ist die Fasnacht natürlich bissiger. Aber, das ist wichtig: Sie ist politisch, nicht parteipolitisch.

Das heisst?
Die Fasnacht ist nicht einseitig politisch. Wir kritisieren einfach jegliche Auswüchse der Politik. Ich darf mich über den Sozi genau so lustig machen wie über den Freisinnigen. Über die SVP vielleicht noch ein bisschen mehr, aber das ist ein anderes Thema.

Ja, apropos SVP: Der «Tagesanzeiger» schrieb letztes Jahr, die Fasnacht sei mitverantwortlich dafür, dass Christoph Blocher in Basel Fuss fassen konnte, BaZ-Chefredaktor Markus Somm ebenso.
Im Gegenteil! Niemand kommt an der Fasnacht so oft dran wie Somm oder Blocher. Gut ja, es gab mal einen bekannten Schnitzelbänggler, der ein strammer Genosse von Ospelt, Somm und Blocher war. Aber ich kann Ihnen versprechen: Somm kommt an der Fasnacht dran dass es tätscht! Und die BaZ als solche sowieso. Grundsätzlich gilt aber: Wenn ein Politiker an der Fasnacht nicht drankommt, ist etwas nicht gut. Das kann witzig sein, liebeswürdig, kleine Schwächen hervorheben – sei es, dass er blöd rumlauft oder nicht gut reden kann – harmlose Dinge, oder eben auch ernsthafte Kritik.

«Dr Spitzbueb» mit einem Bangg über Markus Somm am Auftritt des Comité-Schnitzelbängg an der Fasnacht. Bild: KEYSTONE

Schauen die Fasnächtler auch über die Grenze? 
Klar. Die Gewalt auf der Welt, die Schieflage von arm und reich. Und der Rechtspopulismus. Ich war gerade an der Fasnacht in Lörrach, das ist eine deutsche Fasnacht. Dort wurde in einer Ernsthaftigkeit klipp und klar Kritik an der braunen Gefahr ausgeübt. Trump, Orban, Le Pen, Wilders, die AfD in Deutschland. Die machen den Menschen Angst. Und wie man so schön sagt: Die beste Waffe gegen Macht ist, wenn man offen darüber lacht.

Was löst das aus?
Der Hofnarr hält also den Spiegel vor, regt die Diskussion an. Wenn etwas gut beim Publikum ankommt, hat er offenbar einen wunden Punkt getroffen. Deshalb eben Vox Populi.

«Die Aufgabe des Hofnarren ist es, im Schutz der Maske die Wahrheit zu sagen.»

Halten Sie diese Stimme des Volkes für repräsentativ?
Absolut.

Man kann also an der Fasnacht rausfinden, was die Schweiz bewegt?
Ja, das ist der Zweck des Hofnarren. Seine Aufgabe ist es, im Schutz der Maske die Wahrheit zu sagen. Diese Anonymität ist ein wichtiger Teil der Basler Fasnacht. Man könnte jetzt behaupten, das ist fake. Aber nein, wenn man die Aussage richtig verpackt, kritisch und bissig kommentiert, mit Verweis auf mögliche Lösungen, dann darf man alles sagen, im Schutz der Maske, die der Narr eben hat.

Hatte die Basler Fasnacht jemals Nachwuchsprobleme?
Wir kennen nur die Zahlen jener, die an den Umzügen am Nachmittag mitmachen. Die sind beim Comité angemeldet. Das sind seit Jahren 11'000 bis 12'000 Leute. Tatsächlich ist es bei der jungen Garde teilweise schwierig. Logisch: Einer lernt Drummle, merkt, dass er üben und üben muss, weil Drummle ein wahnsinnig schwieriges Instrument ist, und sagt dann irgendwann: Das stinkt mir, ich geh lieber skateboarden. Dann vielleicht erst, nach einer Weile, merkt er, doch, die Fasnacht ist etwas Glattes, da ist Geist drin. Deshalb: Es gibt da diese Lücke, aber insgesamt haben wir kein Nachwuchsproblem.

Eine hochseriöse Sache. Eines geht mir aber nicht auf: Sie sagten, ursprünglich seien die Fasnachten ein «auf den Putz hauen» vor der Fastenzeit gewesen. Dann wären ja genau die Turnhallen-Fasnachten die «originalen Fasnachten» und nicht die anständige Basler Fasnacht.
Erstens ist nicht überliefert, welches die erste Fasnacht war, fasnächtliche Bräuche gab es seit dem späten Mittelalter, ob ländlich oder in den Städten, bleibt umstritten. Zweitens hatte die Basler Fasnacht immer einen speziellen Stellenwert.

Warum? 
Mit der Reformation wurden Fasnachten verboten. Sie seien des Teufels, so die Begründung. In Basel hat die Fasnacht trotzdem weiter existiert, in einer anderen Form. Basel hat eine sehr protestantische Fasnacht. Das ist historisch.

«Dass die ein bisschen mehr trinken als die Basler, liegt wohl einfach daran, dass die Innerschweizer Kafi Lutz mögen.»

Und ich dachte, Fasnacht hätte einen katholischen Hintergrund?
Nein. Die Herrenfasnacht ist diejenige Fasnacht, die gestern zu Ende ging, am Dienstag nach dem Rosentag. Die «alte Fasnacht» aber, die Bauernfasnacht, findet erst jetzt statt. Liestal, Weil am Rhein, die haben erst am nächsten Sonntag Fasnacht. Basel ist noch später. Das hat einen historischen Hintergrund.

Welchen?
In der Geschichte gibt es zwei Längen der Fastenzeit, die eine hat das Konzil in Nikea 325 n. Chr. auf 40 Tage vor Ostern festgelegt. Das Konzil von Benevent lockerte die Fastenzeit: Am Sonntag soll man essen dürfen, dafür geht sie 46 Tage, vom Aschermittwoch bis Ostern.

Was ist eigentlich mit den anderen Fasnachten, der Ostschweizer, der Luzerner Fasnacht?
Die Ostschweizer Fasnacht kenne ich nicht, aber sie geniesst den Ruf, dass dort ein bisschen viel gesoffen wird, man sich auf die Schnurre gibt und fremdgeht. Der Unterschied zwischen dem Rheinischen Karneval – und den kann man beliebig beispielsweise auch mit der Ostschweizer Fasnacht ersetzen – und der Basler Fasnacht ist: An der Basler Fasnacht zieht man sich an – maskiert sich also – und am Karneval zieht man sich aus. Die Luzerner Fasnacht fand ich beim letzten Besuch recht originell und witzig. Dass die ein bisschen mehr trinken als die Basler liegt wohl einfach daran, dass die Innerschweizer Kafi Lutz mögen.

Fassen wir zusammen: Für Sie ist Basel die anständigste, intellektuellste, politischste – kurz beste Fasnacht der Welt.
Das ist lätz! Basel ist eine spezielle Fasnacht, sie ist anders. Wenn sie Rio de Janeiro anschauen, Binche in Belgien, Rijeka in Kroation, und, und, und – da gibt es grossartige Fasnachten, die einfach einen anderen Charakter haben. Es kommt nicht von ungefähr, dass es bereits 16 Fasnachten der Welt auf die Liste der immateriellen Kulturgüter der Menschheit bei der UNESCO geschafft haben. Dieses Jahr wird höchstwahrscheinlich auch die Basler Fasnacht aufgenommen. 

Die Fasnacht als Weltkulturerbe? Ich gebe auf. Wir sehen uns am Morgenstreich.

Cliquen, Menschenmassen und Alkoholleichen: Das ist der Morgestraich in Basel

Mehr Basel!

Wer die Basler Quartiere nicht anhand von 4 Emojis erkennt, muss heute ohne Läckerli ins Bett!

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Adieu Basel. Jetzt muss ich statt Bebbi-Sägg Züri-Säck kaufen 

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Dan Rifter 01.03.2017 18:20
    Highlight Ich bin eigentlich ein Liebhaber der Basler Fasnacht. Livestream von den Bängg, manchmal Cortège im TV, Querschnitt ist Pflicht .. aber was nervt mich dieses Basler Fasnachts-Gesnobbe (naja, ist eigentlich typisch Basel.. so bei allem).

    Fast ein bisschen wie die Kanadier beim Hockey:
    Wir habens erfunden. Wir machens richtig. Ihr macht es falsch. Seid froh, dass wir so gütig sind und euch eure Fasnacht erlauben - aber eigentlich solltet ihr uns jedesmal vorher um Erlaubnis bitten, fasnachten zu dürfen.
    17 27 Melden
    • Triumvir 02.03.2017 09:08
      Highlight Basel tickt anders und das seit Jahrhunderten und das ist gut so und btw. soll bitte auch so bleiben! Punkt. Ich wünsch allne e scheeni Fasnacht :-P
      9 1 Melden
  • Paul Hans-Lehman 01.03.2017 18:08
    Highlight Na dann, Herzlich Willkommen.

    BTW: Fragen Sie doch ihren Redaktionskollegen CM über die Fasnacht. Ich habe ihm vor ein paar Jahren einen exklusiven Umgang gegeben.
    Wichtigster Tipp: Unbedingt Laarve und Köstum auftreiben. Ist einfach besser so!
    3 4 Melden
  • sowhat 01.03.2017 18:00
    Highlight Hmm an der Basler Fasnacht "dran zu kommen" ist für die Betroffenen ein Adelstitel. Wenn du nicht dran kommst, erst dann bist du in Basel out. Insofern wir dSomm sich glücklich schätzen.....
    14 2 Melden
  • Thanatos 01.03.2017 17:20
    Highlight Liesthal??? Bitte das h streichen. Da bekomme ich Augenkrebs meim Lesen. Ebenso beim Morgenstreich.
    Wobei man den Chienbäse in Liestal perfekt mit dem Morgestraich verbinden kann :).
    21 3 Melden
  • Altweibersommer 01.03.2017 16:59
    Highlight Selbstverständlich wird an der Basler Fasnacht auch gesoffen und bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Vielleicht sollte man mal beim Unispital nachfragen, wie viele Alkoholvergiftungen und Schlägereien an der Fasnacht verzeichnet werden.
    Als Basler zeichnet mir Herr von Rohr ein zu einseitiges Bild. Das Comité ist tatsächlich sehr altbacken und sehr restriktiv im Umgang mit den Teilnehmern. Es ist für den touristischen, biederen Teil der Fasnacht verantwortlich. Wer die Fasnacht erleben will, sollte abends "gässle" gehen.
    28 3 Melden
    • Deathinteresse 01.03.2017 17:49
      Highlight Die heulenden versoffenen Zombies am Donnerstagmorgen auf dem Claraplatz gehören zu einer meiner Lieblingserinnerungen an die Fasnacht 😉
      22 1 Melden
  • Texaner 01.03.2017 16:58
    Highlight Ich liebe die Basler Fasnacht! Jeder kann dabei sein und mitwirken - vorallem am Dienstag an der Kinderfasnacht. Es gibt gewisse Regeln welche eingehalten werden müssen, eine Art Fasnachts-Kodex, aber ansonsten ist es ein Volksfest. Während "de drey scheenschte Däg" kann man in eine andere Welt (& diverse Cliquenkeller) abtauchen und alles rund herum stehen und liegen lassen - das tut echt gut!
    24 1 Melden
  • AlteSchachtel 01.03.2017 16:32
    Highlight Die Fasnacht ist Kultur und wer in einer der traditionellen Fasnachtshochburgen wohnt, lässt sich in der Regel anstecken. Es sei denn, er sei ein miesepetriger Langweiler.
    Unter Fasnacht verstehe ich allerdings "Maskerade, Musik und guten (vor allem politischen) Witz" . Betreffend Witz sind die Basler Schnitzelbängg vom Feinsten.

    Dass in jedem Kaff Vereine eine eigene Pseudo-Fasnacht basteln, wo sich dann nachts haufenweise unmaskierte Schnapsdrosseln in allen Formen erleichtern und populistisch primitiv agieren, hat mit "Hundsverlochetä" mehr zu tun als mit Fasnacht.
    32 7 Melden
    • SuicidalSheep 01.03.2017 17:25
      Highlight Ich liebe die Basler Fasnacht, kann aber mit der Luzernerischen kaum was anfangen. Obwohl ich Luzernerin bin!

      Mir gefallen zwar viele der Kostüme, aber es ist, wie es Herr von Rohr sagt, für viele ein Freipass zum saufen, pöbeln und allgemein ein Arsch zu sein. Und das ist leider auch bei vielen Guggen mittlerweile der Fall.
      16 4 Melden
  • Bulwark 01.03.2017 16:09
    Highlight Nichtmal bei einem Text zur Fasnacht kann das Anti-SVP geschwafel fehlen? Echt jetzt? Muss das sein?
    13 65 Melden
    • Fabio74 01.03.2017 17:10
      Highlight Wer Kritik austeilt muss einstecken können. Aber die Rechten sind halt Mimosen
      42 10 Melden
    • Bulwark 01.03.2017 18:19
      Highlight Austeilen und Einstecken gehört zusammen, das versteh ich ja; dennoch gilt dies für alle Parteien gleich. Ein ansonsten toller Artikel über einen guten Anlass erhält damit einmal mehr wieder eine mMn unnötige, politische Note.
      3 13 Melden
  • MSAgeha 01.03.2017 15:51
    Highlight Es ist ganz einfach, jede Abneigung gegen die Fasnacht abzulegen. Es braucht nur zwei Dinge: ein witziges Kostüm, in dem man nicht friert, mit Maske oder Gesichtsbemalung und einen Guide, der dich zu den guten Anlässen mitnimmt.
    Als Luzerner Fasnächtlerin kann ich unsere Guggenmusig-Konzerte und Kleinformationen wärmstens empfehlen.
    Dafür haben die Basler Schnitzelbängg, Laternen und einen Umzug, an dem grotesk viele Lebensmittel und Konfetti verteilt werden. Zum Glück findet die Basler Fasnacht immer nach der Luzerner statt, so kann man auf beiden Hochzeiten tanzen
    25 8 Melden
    • bam_bam 01.03.2017 16:39
      Highlight Nein danke
      7 18 Melden
    • AL:BM 01.03.2017 16:45
      Highlight Sie haben den Alk vergessen.
      1 17 Melden
    • Bau Mol Ain 01.03.2017 18:15
      Highlight Larve, Räppli und Um Himmels wille nidd gschminggt...
      21 2 Melden
  • Yelina 01.03.2017 15:15
    Highlight Gutes Interview! Ich hab in Basel gewohnt und nun in Luzern. An der Luzerner Fasnacht gefällt mir, dass die Passiven sich so tolle Kostüme einfallen lassen und viel Zeit investieren für die wenigen Tage, in Basel ist das eher verpönt als nicht Aktiver. Und die Luzerner Guggen fätzen, das Piccolo ist eher nicht so meins. An der Basler Fasnacht gefallen mir die Schnitzelbängg, die ich dank meiner Zeit in Basel auch verstehe. Gibt auch Dinge, die mir nicht an beiden nicht gefallen, z.B. Konfetti/Räppli.
    28 2 Melden
  • maxi 01.03.2017 15:13
    Highlight diese jahr dürfen sich die basler, dank den rüssgossler, auch noch über gute musik freuen.
    13 17 Melden
    • Sille 01.03.2017 17:30
      Highlight Es sei dahingestellt ob man die Basler Guggen mit den Luzerner vergleichen soll.
      Das eine ist die Basler und das andere ist die Luzerner Fasnacht. Jede auf ihre Art super.Aber.....
      diese beiden gegensätzlichen Bräuche,dann noch als fremde Fötzel, gegeneinander auszuspielen ist nicht gerade die feine Art eines oder einer Fasnächtlerin.Also am Besten die eigene Fasnacht geniessen und das Instrument zuhause lassen wenn man nach Basel an die Fasnacht kommt.
      Ich hoffe es ist angekommen...
      12 5 Melden
    • maxi 02.03.2017 12:19
      Highlight es ist angekommen das du fleich beleidigend wirst. danke dafür... ich kenne beide fasnachten sehr gut. durfte als kind immer an beiden teilnehmen (mutter aus bl vater aus lu) freu dich doch einfach das drei topvereine zu euch kommen... anstatt hier mich zu beleidigen
      1 2 Melden
    • Sille 02.03.2017 14:20
      Highlight Ich denke die Badler haben genug Guggen und werden definitiv nich emused sein.Es wird auch wiederDiskussionen geben denn um Gegensatz ist der Basler in Luzern mehr als unerwünscht.Beleidigend? Sorry unsere Guggen sind anders aber nicht weniger gut als Eure...wie war das jetzt?
      2 1 Melden
    • Sille 02.03.2017 14:33
      Highlight und noch was als Abschluss, wir hatten vor ein paar Jahren schon mal ein paar Guggen von Luzern und Umgebung in Basel, es ist nicht gut angekommen, es hat schon genug eigene Guggen und braucht nicht noch Auswärtige, welche sich damit brüsten, "dass man sich über gute musik freuen kann". Sorry dafür habe ich und vermutlich noch ein paar andere Aktive null zero Verständnis. Feiert Eure Fasnacht und lasst uns die unsrige.
      3 2 Melden
    • Sille 02.03.2017 17:13
      Highlight So und diese Infos lassen das Ganze in einem etwas anderen Licht erscheinen.Es wurden diverse Luzerner Gruppierungen von der Stadt Basel eingeladen an der Basler Fasnacht teilzunehmen.
      Dazu gehören scheinbar auch d Rüssgossler. Dies stand nirgends und wurde auch nicht erwähnt In diesem Sinne viel Spass und schöni Fasnacht.




      2 0 Melden
  • DerBeserWiser 01.03.2017 15:12
    Highlight Liesthal.. really?
    33 1 Melden
  • Brunzguttere 01.03.2017 14:34
    Highlight Sehr geehrte Frau Daria Wild, stellen Sie sich absichtlich ein wenig blond? Wie kann man, als Journalistin notabene, nur so ingnorant und unwissend über eines der bedeutendsten Brauchtümer der Schweiz (Fasnacht allgemein) sein? Machen Sie sich doch mal ein Bild vor Ort, wozu ich Sie gerne auf unseren Fasnachtswage einlade, um einmal die Perspektive der Aktiven einzunehemen...glauben Sie mir, sie haben die beste Sicht auf all die Stockbesoffenen am Strassenrand ;-)
    29 26 Melden
    • Daria Wild 01.03.2017 15:18
      Highlight Einladung angenommen!
      35 1 Melden
    • sowhat 01.03.2017 18:57
      Highlight Super, ich freu mich schon auf die Bilder und den Erfahrungsberichtb 😉
      6 0 Melden
    • Brunzguttere 02.03.2017 15:37
      Highlight Würden uns freuen, Sie auf unserem Wagen begrüssen zu dürfen. Lassen Sie mich wissen an welchem Tag Sie kommen möchten, den Rest organisieren wir ;-)

      Vorfasnächtliche Grüsse
      0 0 Melden
    • Daria Wild 04.03.2017 10:08
      Highlight Was heisst an welchem Tag? Gibt es mehrere? Ich weiss immer noch zu wenig über die Fasnacht, ich dachte, das wäre einfach Montagmorgen?
      0 0 Melden
  • Ohniznachtisbett 01.03.2017 14:34
    Highlight Die Basler Fasnacht als Kulturevent ist eine Institution.

    Da es sich um die einzige reformierte Fasnacht handelt (in allen anderen reformierten Stammlanden wurde sie von der Kirche verboten) ist sie m.E. auch dementsprechend "stier". Aktive, Passive, Plakette, Trommeln und Pfeifen... irgendwie näher am Sächsilüüte als der Fasnacht. Habe viele Freunde in der Innerschweiz, da ist die Fasnacht ein Volksfest, in Basel kam mir alles etwas bedächtig, fast traurig vor. Auch die Guggen spielen weniger wild als in Luzern.

    Wünsche den Baslern trotzdem viel Spass bei den 3 scheenste dääg...
    23 49 Melden
    • AlteSchachtel 01.03.2017 16:39
      Highlight Es gibt eine kleine Gemeinde im reformierten Kanton Zürich, die die Fasnacht seit mehr als 100 Jahren sehr ausgiebig pflegt und lebt, im Fall. Sie dauert 5 Tage und nimmt das ganze Dorf "in Beschlag". Bassersdorf!
      8 1 Melden
    • Altweibersommer 01.03.2017 16:52
      Highlight Dann haben Sie die richtige Fasnacht nicht gesehen. Die beginnt erst wenn der Cortège endet. An der Luzerner Fasnacht muss man ja auch wissen wo man hingeht
      12 1 Melden
    • Linus Luchs 01.03.2017 17:25
      Highlight Morgestraich: mystisch, entrückt. Cortège: bunt, fantasievoll. Wääge: brachial, frech. Gässle: melancholisch, geniesserisch. Guggemuusig: ausgelassen, mitreissend. Pfyffe und drummle: melodiös, mittelalterlich. Kinderfasnacht: fröhlich, jöh! Schnitzelbängg: lustig, geistreich. Laddäärne: prächtig, kunstvoll...

      Man muss sich schon länger auf die Basler Fasnacht einlassen, um sie mit all ihren Facetten würdigen zu können. Sie bietet jedem Geschmack und jedem Gemüt etwas Passendes.



      33 2 Melden
    • Sille 01.03.2017 17:47
      Highlight Linus Luchs wundervoll auf den Punkt gebracht. Das ist die Basler Fasnacht, das sinn "die drey scheenschte Däg"
      14 0 Melden
    • sowhat 01.03.2017 17:56
      Highlight @Linus, das ist glaub ich die bester Erklärung der Basler Fasnacht die ich bisger gelesen hab :)
      13 1 Melden
    • Dan Rifter 01.03.2017 18:23
      Highlight Winti hat nach Basel wohl die grösste reformierte Fasnacht der Schweiz.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Winterthurer_Fasnacht

      Kann man nicht wissen als Basler.
      2 5 Melden
    • Ohniznachtisbett 02.03.2017 08:29
      Highlight Ja, mir ist schon klar, dass es auch in reformierten Orten Fasnachten gibt, nur gibts die erst wieder seit max. 100 Jahren, teilweise auch erst seit nach dem 2. WK. Die Basler Fasnacht hingegen bestand auch nach der Reformation quasi durchgehend...
      3 1 Melden
  • Deathinteresse 01.03.2017 14:23
    Highlight Heimweh-Basler hier.
    Als ich noch da gewohnt habe, hab ichs gehasst. Räppli in den Haaren Wochenlang... Jetzt hab ich jeweils Tränen in den Augen wenn sie am TV Bilder zeigen haha. Basler Fasnacht ist einfach anders als Fasnacht sonst irgendwo...
    51 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 01.03.2017 14:16
    Highlight Wiso schreibt ihr bei den bilder:"cliquen,menschenmassen und alkoholleichen" ... als aktiver find ich das daneben!!! Man besäuft sich nicht am morgenstreich! Vieleicht geniesst man "es bierli" aber sich zu besaufen gehört einfach nicht zum guten ton.
    57 3 Melden
    • Qui-Gon 01.03.2017 16:45
      Highlight und auf den Bildern sind auch keine drauf... clickbait, Baby.
      6 1 Melden
  • Asmodeus 01.03.2017 14:16
    Highlight Morgestraich
    Nicht Morgenstreich

    Soviel Zeit muss sein ;)
    54 2 Melden
  • Luca Brasi 01.03.2017 14:13
    Highlight Den Morgestraich dann aber nicht verschlafen und frühzeitig aufstehen, Frau Wild. ;P
    32 0 Melden
    • Menel 01.03.2017 16:00
      Highlight Am besten gleich in Liestal mit dem Chienbäse starten und dann bis um 4h an einer vor-Morgestraich-Veranstaltung durch machen ;)
      14 3 Melden
    • Daria Wild 01.03.2017 21:32
      Highlight Geht Chienbäse auch nüchtern? Ich habe gehört, dass man am Morgestraich keine Fahne haben darf!
      3 2 Melden
    • Miphos 02.03.2017 08:58
      Highlight Naja nach dem Chienbäse riechst du eher nach Feuer und Rauch. Da musst du dir über eine Fahne wenig Gedanken machen 😉
      2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 01.03.2017 14:03
    Highlight Die Selbstzensur der Basler Fasnächtler ist seit Jahren ein Trauerspiel und daher ist der ganze Hokuspokus mit einem müden Lächeln beiläufig abzunicken.

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    • Deathinteresse 01.03.2017 16:35
      Highlight Das Gleiche empfehle ich mit deinen Kommentaren zu machen...
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    • Qui-Gon 01.03.2017 16:47
      Highlight Ja, Stipps fand Spastrim Clean sicher den Oberkracher.
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    • SuicidalSheep 01.03.2017 17:28
      Highlight Immet wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo der Stipps her.

      Und postet Müll.
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«Bin ich eine Mimose?» – das Leben als hochsensibler Mensch

Hochsensible Personen (HSP) nehmen innere und äussere Reize verstärkt wahr – ob sie das wollen oder nicht. Gerüche, Geräusche oder Gefühle können sie schnell überfordern. Wir haben mit Hochsensiblen und einer Expertin gesprochen und erfahren, wie sich das Leben am Rande der Reizüberflutung anfühlt.

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