Schweiz
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Ehemalige Verdingkinder und Opfer von fuersorgerischen Massnahmen posieren mit Kinderfotos vor dem Bundeshaus am Montag, 31. Maerz 2014, in Bern. Opfer administrativer Zwangsmassnahmen werden per Gesetz rehabilitiert. Einem ueberparteilichen Komitee genuegt dies nicht: Am Montag hat die Gruppe eine Initiative lanciert mit dem Ziel, einen Entschaedigungs-Fonds ueber 500 Millionen Franken einzurichten. Rund 20'000 Menschen sind im letzten Jahrhundert in der Schweiz Opfer fuersorgerischer Zwangsmassnahmen geworden. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

März 2014: Ehemalige Verdingkinder und Opfer von fürsorgerischen Massnahmen posieren mit Kinderfotos vor dem Bundeshaus am Montag in Bern. Rund 20'000 Menschen sind im letzten Jahrhundert in der Schweiz Opfer fuersorgerischer Zwangsmassnahmen geworden.
Bild: KEYSTONE

Sklavin in der Schweiz: Ein Gespräch über die schreckliche Geschichte der Lina Zingg

Lina Zingg wird in den 50er-Jahren in eine Psychiatrie eingeliefert und später als Dienstmädchen entmündigt, versklavt und misshandelt. Erst als sie im hohen Alter ist, kommt sie frei. Die Journalistin Lisbeth Herger hat Lina Zinggs Geschichte aufgeschrieben. Ein Gespräch über die Schweizer Sozialgeschichte, schludrige Behörden und die KESB.

30.03.16, 09:57 04.04.16, 15:07


1958 wird Lina Zingg als 18-Jährige in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Einige Monate später vermittelt man sie – mit der Diagnose Schwachsinn versehen – als Hausangestellte an eine Familie.

Dort arbeitet die Rheintaler Bauerntochter während über 50 Jahren ohne Frei- und Ferientage im Haushalt, wird sexuell missbraucht und misshandelt. Die Hausherrin drängt auf Entmündigung, macht aus der Dienstmagd einen Betreuungsfall, und kassiert dafür auch noch Geld. Die Zürcher Behörden werden erst 2011 aktiv, als die Töchter der Täterin einschreiten und eine Gefährdung melden.

(...) Die Älteste sieht endlich bestätigt, was sie schon länger vermutet hat, da Mama an ausgewählten Tagen das Klappbett im Eheschlafzimmer aufzustellen pflegte und Lina beauftragte, heute lieb zum Konzertmeister [der Gatte der Hausherrin, Anm. d. Red.] zu sein. (...) Da der Herr Direktor es lieber ohne trieb, liess sie sich von Lina die Menstruationstage rapportieren und stellte das besagte Klappbett im Rhythmus ihrer unfruchtbaren Tage neben das Bett ihres Mannes.

aus: lisbeth herger: unter vormundschaft – das gestohlene leben der lina zingg

Die Geschichte der Lina Zingg ist nicht nur die Geschichte einer Versklavung in gutbürgerlichem Milieu. Es ist auch eine Geschichte darüber, wie die Vormundschaftsbehörde sich täuschen liess und versagte. Die Journalistin Lisbeth Herger hat diese Geschichte im Buch «Unter Vormundschaft – Das gestohlene Leben der Lina Zingg» aufgeschrieben. Lina Zingg ist ein Pseudonym. Ihren richtigen Namen kennen nur Familienangehörige und die Journalistin Herger. Für Gespräche steht die mittlerweile 74-Jährige nicht zur Verfügung.

Lisbeth Herger*, Sie sagen, Lina Zinggs Geschichte sei zwar ein schockierender Extremfall, illustriere aber dennoch wesentliche Grundmuster der Schweizer Psychiatrie- und Vormundschafts-geschichte. Was meinen Sie damit?
Nicht als die junge Lina Zingg krank wird, werden die Behörden auf sie aufmerksam, sondern als sie nach einer durchzechten Nacht bei einem jungen Mann aufwacht. Das Mädchen hielt sich nicht an die herrschende Sexualmoral, also wurde ein Fall konstruiert, aus dem sie tragischerweise ihr ganzes Leben nicht mehr herausfand. Das hat zum einen mit der damaligen Moral und Religion zu tun, zum anderen mit den Mechanismen der früheren Vormundschaftsbehörden.

*Lisbeth Herger ist Dozentin, Journalistin (NZZ, «Weltwoche») und Buchautorin. Aufgewachsen im Luzerner Hinterland lebt und arbeitet Herger heute in Zürich.

Heute würde man Linas nervöse Unruhe, ihre Schlafstörungen und den zunehmenden Rückzug in Absenzen und Schweigen vermutlich ganz anders deuten. (...) Damals bewegte sich die Psychiatrie in einem ganz anderen Koordinatensystem.

aus: lisbeth herger: unter vormundschaft – das gestohlene leben der lina zingg

Welche Mechanismen?
Diese Behörde arbeitete mit Laien und war überfordert. Ein kleines Beispiel: Nach dem Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik wurde Lina Zingg fremdplatziert. Ihr familiäres Umfeld sei eine Gefährdung für das Mädchen, hiess es. Den Vater entmündigte man. Danach aber vergass die Laienbehörde dieser kleinen Gemeinde Lina Zingg einfach. Betreut und beaufsichtigt wurde sie nicht mehr.

Lina Zingg wurde in einer Grossfamilie als Dienstmädchen untergebracht, wo sie von der Hausherrin jahrelang misshandelt, von deren Mann sexuell missbraucht wurde.
Diese Frau hatte ein Spielfeld, das sie voll ausnützte. Sie isolierte Lina von ihrer Herkunftsfamilie, erpresste sie, und wickelte die Behörden um den Finger. Sie kassierte später sogar Gelder, weil sie die Behörden davon überzeugte, Lina Zingg sei ein Pflegefall. Die Kontrollmechanismen funktionierten nicht. Niemand hatte genug Zeit, sich um den Fall zu kümmern.​ Gutachten wurden ungeprüft übernommen, allfälligen Zweifeln gar kein Raum gelassen. Mit Lina sprach man kaum allein.

Die Einträge in der Krankenakte und die weitere Entwicklung der Geschichte lassen vermuten, dass die Ärzte an einem Austausch nicht wirklich interessiert sind. «Der Vater [von Lina Zingg, Anm. d. Red.] den wir nur flüchtig kennen, dürfte schwachsinnig sein», schreibt Chefarzt Dr.Rauheisen schon früh in die Krankenakte, ohne den Mann je gesehen zu haben.

aus: lisbeth herger: unter vormundschaft – das gestohlene leben der lina zingg

Ist das heute besser?
Sicher. Die Geschichte der Lina Zingg zeigt sehr gut, dass der Systemwechsel, der zur KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) führte, nötig war. Die Professionalisierung entlastete die Laien und bringt mehr individuell zugeschnittene Genauigkeit. Allerdings nur, wenn die Verantwortlichen auch genug Zeit haben, sich mit Zweifeln zu beschäftigen und mit den Betroffenen reden.

Während Linas Familie die Verbindung zu ihr vergeblich zu halten versucht, verlieren die Vorderberger Behörden nach der väterlichen Entmündigung das Interesse an ihrer Bürgerin. In ihrer Amtsstube geht das Mündel schlicht vergessen.

aus: lisbeth herger: unter vormundschaft – das gestohlene leben der lina zingg

War das mit ein Grund, weshalb Sie Lina Zinggs Geschichte aufschrieben?
Ja, ich wollte zeigen, wie zufällig, schluderig und auch sehr machtvoll diese Vorgänge waren. Auch wie Menschen in Machtpositionen – beispielsweise Ärzte oder eben Lina Zinggs Hausherrin – mental und ökonomisch schwache Menschen vollkommen ausnutzen können. Zudem ist es eine typische Frauengeschichte. Dass man eine junge, psychisch erschöpfte Frau  dann wegsperrt, als sie sexuell aktiv wird, ist nicht zufällig. In den 50ern, als in der Psychiatrie noch immer eugenische Gedanken mitwirkten, hat man moralisch auffällige Frauen anders kontrolliert als heute. Lina Zinggs Geschichte ist in diesem Sinne auch eine sehr typische Geschichte.

Der Kuhhandel ist besiegelt. Der Bauer gibt seine Tochter her, die ihm Schmach und Schande gebracht hat, seine Söhne jedoch und die neuen Stiefkinder darf er behalten. Im Gegenzug sichern sich Behörden und Ärzteschaft die gewünschte Kontrolle über die junge, hübsche, in ihren Augen schwachsinnige Lina mit ihrer erwachenden Sexualität.

aus: lisbeth herger: unter vormundschaft – das gestohlene leben der lina zingg

«Lina Zingg ist ein Extremfall. Aber an den Rändern zeigt sich, wie die Mitte dreht: Strukturell ist sie keine Ausnahmeerscheinung.»

Lisbeth Herger

Wie wurden Sie auf Lina Zingg aufmerksam?
Mein erstes Buch war ebenfalls eine dokumentarische Biografie über eine administrativ Versorgte. Ich hatte also schon mit Menschen zu tun, die eine ähnliche Vergangenheit hatten. Durch darauf folgende Gespräche kam Lina Zinggs Geschichte zu mir. Ich wollte wissen, was da eigentlich gelaufen ist, habe die Aktien studiert und gemerkt, dass ihr Schicksal repräsentativ ist für einen Teil unserer Sozialgeschichte.

Am Ende des Buches danken Sie der Tochter der Hausherrin für Ihre Hilfe. War sie ihre Hauptquelle?
Meine Recherche basierte auf Dokumenten sowie persönlichen Gesprächen, auf Studien zur Zeitgeschichte und Informationen aus dem nahen Umfeld von Lina Zingg. Meine Hauptquelle sind aber die Dokumente: Akten der Vormundschaftsbehörden, ärztliche Gutachten, briefliche Korrespondenz. Eigentlich lässt sich die Geschichte nur schon anhand dieser Akten rekonstruieren …

Eigentlich?
Wenn ich die Geschichte nur anhand der Akten rekonstruiert hätte, wäre der ganze Täuschungsteil nicht Thema geworden. Wie die Hausherrin Lina Zingg erpresste, die verantwortlichen Personen bei den Behörden manipulierte, ihre Macht ausspielte … Das alles ist natürlich nicht aktenkundig. Auch die sexuellen Misshandlungen kamen nie zu Papier. Historische Fakten in den Akten sind die eine Wahrheit – Aussagen von Zeitzeugen die andere. In meinem Buch kommen  beide zusammen, das war ein Glücksfall in diesem sehr tragischen Fall.

Linas eigene Träume, für sich und ihr Leben, sind längst erloschen, nur hier ist ihr Platz, denn sonst hat sie keinen auf dieser Welt.

aus: lisbeth herger: unter vormundschaft – das gestohlene leben der lina zingg

Hatten ihre Recherchen Konsequenzen für die Täterin?
Nein, rechtliche Folgen hatte es nicht. Letzten Sommer ist sie gestorben.

Haben Sie jemals mit ihr gesprochen?
Ich fand das für das Projekt dieses Buches nicht förderlich. Ich musste damit rechnen, dass sie sofort mit allen juristischen Mitteln versucht, das Buch zu verhindern. Das wollte ich nicht riskieren. Ich wusste aber auch, dass sie in keinerlei Art Einsicht in die Taten hat.

Wie nahm Frau Zingg den Tod auf?
Traurig sei sie nicht, sagte sie. Sie sei einfach froh, nicht mehr in diesem Haushalt zu sein. Sie hat mittlerweile genug Distanz, um sich nicht mehr schuldig zu fühlen, dass sie ihre Hausherrin verlassen hat.

«Sie sagte mir zum Beispiel: ‹Du kannst schon ein Buch schreiben über dieses arme Mädchen›. Sie trennt dies von sich ab.»

Lisbeth Herger

Wie geht es ihr heute?
Sie ist eine traumatisierte Frau, aber sie hat sich körperlich und psychisch gut erholt. Man kann nicht sagen, sie sei putzmunter und fröhlich, aber sie kann die schlimmen Erfahrungen stark abspalten, das hilft ihr . Sie sagte mir zum Beispiel: ‹Du kannst schon ein Buch schreiben über dieses arme Mädchen›. Sie trennt dies von sich ab.

Und wie haben sie Distanz gewahrt? Sie haben sich immerhin drei Jahre lang mit dieser bedrückenden Geschichte beschäftigt.
Meine Arbeit hat mich gestützt. Die genaue Analyse der Dokumente haben mich immer weiter in das Projekt hinein getragen.  Meine Emotionen liess ich dabei etwas beiseite. Die kommen erst jetzt.

Was für Emotionen?
​Die Erschütterung über diesen Umgang mit Schwachen, auch wenn es mir nicht neu war. Ich selber habe als Kind solche versklavten Menschen als Nachbarn erlebt. Es war eine Tatsache, eine Realität im ländlichen Luzern, wo ich aufgewachsen bin. Die Geschichte Lina Zinggs war mir also nicht wirklich fremd. Es ist wirklich eine furchtbare Geschichte.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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34
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    Alle Leser-Kommentare
  • 2sel 30.03.2016 19:24
    Highlight @Watson: "habe die Aktien studiert"
    wohl eher "Akten"...
    5 2 Melden
  • Kibar Feyzo 30.03.2016 13:39
    Highlight Ja das müssen unheimliche Zeiten gewesen sein. Ich hab den Film vom Verdingbub gesehen. Die Stimmung in dem Film war beklemmend. Was sich damals mit den hunderttausenden von fremd platzierten Kindern in der Schweiz hinter gezogenen Vorhängen alles abspielte möchte ich mir gar nicht ausmalen.
    Eugenik zwecks Rassenhygiene wurde auch bis Ende der siebziger Jahre betrieben. Eheverbote, Sterilisationen, Kastrationen ect. Da schauderts einem richtig.
    Die Wiege der Zivilisation liegt definitiv nicht in den Alpen. 😉
    68 0 Melden
    • TomTayfun 30.03.2016 14:07
      Highlight Mein Grossvater war auch ein Verdingkind . . er hatte immer gearbeitet . . und war in meinen jungen Augen schon immer ein alter Mann. friede seiner Seele.
      47 2 Melden
    • trollo 30.03.2016 19:50
      Highlight 1952: mein grossvaster starb früh. meine grossmutter musste sich wehren, dass sie mit den 8 kindern auf dem gepachteten bauernhof bleiben konnte. es gab einen nachbarn der den hof gerne übernommen hätte. dank des gemeindepräsidenten mit rückgrat konnte das verhindert werden und die familie blieb zusammen auf dem hof. mittlerweile bewirtschaftet ein cousin den betrieb.
      nein, die wiege der zivilisation liegt nicht in den alpen, paradoxerweise liegt sie dort, mesopotamien, wo gerade der islamische staat wütet.
      12 0 Melden
    • Kibar Feyzo 30.03.2016 20:56
      Highlight Mesopotamien, von Teheran bis Jeruralem, war immer die Konfliktzone zwischen Ost und West. Von der Antike bis Heute hat sich daran nichts geändert. Wird es auch nicht solange es diese zwei Lager gibt.
      3 0 Melden
  • El Schnee 30.03.2016 13:37
    Highlight Mal abgesehen davon, dass psychiatrische Diagnosen als solches äusserst heikel sind (in Theorie und Praxis), es ist auch naiv zu glauben Patienten seien durch das Arztgeheimnis geschützt. Ein Klinikaufenthalt lässt sich kaum verbergen und andere Ärzte, Behörden, Versicherungen kriegen scheinbar harmlose Infostücke wie Diagnose Schizophrenie mitgeteilt. Es ist Fakt, dass Betroffene dadurch vorverurteilt und sozial anders behandelt werden, manchmal lebenslänglich. Sie verlieren mitunter sogar wichtigste Menschenrechte im Name von Schutz und Hilfe. Hier und heute, nicht nur damals und dort.
    38 1 Melden
    • El Schnee 30.03.2016 14:46
      Highlight ... und was wahrscheinlich viele nicht wissen, etwas verkürzt formuliert: Psychiater müssen sich als einzige Ärzte nicht an die Patientenverfügung halten! Diese Leitlinien zu Zwangsmassnahmen in der Medizin wurden soeben erneut! verfasst ... Vorsitz der Arbeitsgruppe: Prof. Hoff ... Psychiater am Burghölzli. - das wirft viele Fragen auf, z.b was erlaubt diesen Ärzten sich über das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper hinwegzusetzen? Ärzte haben medizinischen Grundsätzen zu folgen und sind keine Polizisten ... für mich ist das v.a. Ausdruck von unzulänglichen Behandlungsmethoden.
      30 2 Melden
  • Hierundjetzt 30.03.2016 13:10
    Highlight Unerträgliche Geschichte. Unsagbares Leid. Leben zerstört.

    Und tatsächlich gibt es im Jahre des Herrn 2016 immer noch SVP-Politiker mit geistig sehr überschaubarem Horizont, die das frühere System als wunderbar verkaufen.

    Klar alles nur Einzelfälle.

    Verdingkinder? Einzefälle (wir zahlen dafür 200 Mio Entschädigung)
    Systematische Sterilisation? Einzelfälle
    "Zigeuner" von der Strasse holen und ohne Anklage ins Gefängnis stecken? Einzelfälle

    Jedes mal wenn die SVP etwas anpackt wirds teurer als geplant, ist es ungerecht oder frei erfunden.

    Mit diesen Menschen stimmt irgendwas einfach nicht
    81 9 Melden
    • SanchoPanza 30.03.2016 14:10
      Highlight und bitte nicht vergessen, dass die Umwälzungen mit der Neu'gründung' der KESBs durch die SVP mitangeschoben wurde... Ironisch nicht? 😄
      40 3 Melden
  • Gähn on the rocks 30.03.2016 12:45
    Highlight Es steht und fällt mit den Menschen, die solche Entscheide fällen. Sobald jemand mit Macht ausgestattet wird, läuft sie/er Gefahr, zu begünstigen oder zu verhindern. Man läuft Gefahr, parteiisch zu werden. Das ist menschlich und hat aber fatale Folgen für andere. Das wird sich wohl leider nie ändern.
    18 6 Melden
    • Pirat der dritte 30.03.2016 13:17
      Highlight nur wenn so was in der Gesellschaft toleriert wird, ist es auch möglich! auch die nazi waren gesellschaftsfähig!
      28 0 Melden
    • SanchoPanza 30.03.2016 14:13
      Highlight Nein es liegt nicht NUR an den Menschen. Macht und Herrschaft werden durch Strukturen in Organisationen bzw. Institutionen gegünstigt und/oder verhindert.
      Bspw war es in einer Laienbehörde viel schwieriger einen Nachbarn zu melden/einzuschreiten wenn bspw ein Missbrauch bekannt wurde. Kann kannte sich, ging in denselben Turnverein usw. Von wegen oft genannten Vorteil 'man kenne sich besser und wisse wann was nötig ist'. Quatsch mit Sauce.
      Natürlich passieren auch jetzt Fehler, aber es wird VIEL weniger weggeschaut als noch vor einigen Jahren. Dank der Professionalisierung...
      23 3 Melden
    • Gähn on the rocks 30.03.2016 19:21
      Highlight Nach Zivilcourage zu rufen ist sicher gut. Nur, wo ist die? Die meisten schauen weg. Gerade heute. Meine Aussage bezieht sich übrigens auf den Lauf der Geschichte, wo bewiesen ist, dass immer wieder unheilige Machtverhältnisse und dadurch Ausbeutungen entstanden sind. Hier bei uns konnte es bestimmt minimiert werden. Trotzdem, es ist wie eine Krankheit und kann nicht endgültig vernichtet werden.
      Sagt mir: wer schaut hin und zeigt heute den Nachbarn bei der KESB an? Wer getraut sich, mal anzurufen, und seine Zweifel anzubringen? Und ja, die sogenannte Gesellschaft ist feige.
      7 0 Melden
    • Gähn on the rocks 30.03.2016 20:11
      Highlight Mein Beitrag war über die Geschichte der Menschheit. Es gab und gibt immer Missbräuche, wenn Menschen in Abhängigkeitsverhältnisse treten. Obs in der Familie, Schule, Arbeit, Altersheim, usw. ist. Wer, bitteschön, schaut denn nicht weg, wenns beim Nachbarn komisch ist? Wer meldet den Vorfall im Heim bei der Behörde. Wenns nicht einen Angehörigen betrifft, ists mit der berühmten Zivilcourage schnell vorbei. Damals und heute. Die sogenannte "Soll doch der andere-Mentalität" ist zu menschlich. Ich bin darüber auch erbost. Aber die Fakten sprechen leider für sich.
      4 0 Melden
  • Humpe 30.03.2016 12:36
    Highlight Ja, früher war doch alles besser: Da hatten in den Vormundschaftsbehörden noch Leute mit gesundem Menschenverstand das Sagen... *sarkasmusoff*
    54 5 Melden
  • Pirat der dritte 30.03.2016 12:11
    Highlight basisdemokratische staatliche Menschenrechtsverletzungen wie im IS!
    46 5 Melden
  • Der Beukelark 30.03.2016 12:11
    Highlight Einfach verrückt wenn man bedenkt, dass solche Machenschaften und das stümperhafte Vorgehen der Behörden und Ärzte erst 50-60 Jahre zurückliegt. Mir tun all diese Menschen unendlich Leid welche solche Zwangsmassnahmen erleiden mussten. Man fragt sich schon wie Leute in wichtigen Ämtern derart herzlos Entscheide fällen konnten? Alles wegen Gesellschaftsnormen? Landen wir wieder einmal bei den Religionen?
    42 0 Melden
    • christian_meister 30.03.2016 12:39
      Highlight Was 50-60 Jahre? Am Anfang steht geschrieben bis 2011 ging das so. Erst dann schritten die Behörden ein. Für mich unverständlich, dass dies keine rechtlichen Konsequenzen nach sich zog.
      67 0 Melden
  • Fly Baby 30.03.2016 11:19
    Highlight Wir elende Heuchler und Ewiggestrige erlauben uns andere Völker und Rassen zu belehren und es besser zu wissen wie man mit Mitmenschen umgeht. Unsere eigenen Gräueltaten werde schön unter den Tisch gewischt.
    Vielen dank für das Buch Frau Herger.
    140 8 Melden
  • pamayer 30.03.2016 10:59
    Highlight frau herger
    herzlichen dank für ihre sehr wichtige arbeit.
    es gibt noch viel aufzudecken in unserer sauberen schweiz.
    nicht nur im luzerner hinterland...
    127 3 Melden
  • pamayer 30.03.2016 10:54
    Highlight frage im interview: ist es heute besser? - antwort: ja, die kesb...
    ja, die kesb arbeitet professioneller.
    aber die kesb gibt es erst seit ganz kurzem. die aussage, dass es 'heute' besser sei bezeichnet ein noch ganz schmalws 'heute'.
    bis vor ein, zwei jahren konnten die vormundschhaftsbehörden fast wie zu lisas zeiten agieren.
    unsere 'gute' schweizereische zivilisation ist anderen 'primitiven' zivilisationen nicht weit überlegen, sondern, wenn überhaupt, nur hauchdünn.
    so läuft, wie vor kurzem berichtet, die politische korruption nicht direkt, sondern via lobbying 'agenturen'. sauber!
    86 8 Melden
  • DailyGuy 30.03.2016 10:51
    Highlight Diese Konsequenzen aus den Moralvorstellungen, welche hier angesprochen wurden, sind ein Schandfleck in der Geschichte der Schweiz. Ich finde es richtig und wichtig, dass diese aufgenommen und angesprochen werden. Gerade auch um zu zeigen: Ja, wir haben Fehler gemacht, aber aus ihnen haben wir gelernt und werden sie nicht wieder begehen.
    53 0 Melden
    • Soulrider 30.03.2016 13:22
      Highlight "Ja, wir haben Fehler gemacht, aber aus ihnen haben wir gelernt und werden sie nicht wieder begehen." Ich denke nicht, dass zur heutigen Zeit keine Fehler mehr begangen werden. Vor allem Psychiater und Psychologen haben eine sehr viel zu grosse Macht und können mit Medikamenten und/oder falschen Gutachten viele Leben zerstören. Ob die Gutachten mit Absicht falsch und verlogen sind oder unabsichtlich, ist dann nochmal ein anderes Thema.
      15 5 Melden
    • DailyGuy 30.03.2016 13:49
      Highlight Ja, wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht. Jedoch rede ich bei den Fehlern eher von den Laien, welche zu dieser Zeit Frauen zur "Nacherziehung" ins Gefängnis gesteckt haben usw. Damals war das ganze System falsch. Deshalb auch meine Formulierung. Die erwähnten Fehler von damals sehe ich vor allem beim Bund und den Kanton, welche ein solches Vorgehen vorgaben.
      10 0 Melden
  • LaPaillade #BringBackHansi 30.03.2016 10:17
    Highlight Kurzes aber dennoch sehr aufwühlendes/emotionales Interview, dass zum Denken anlass gibt.
    Werde das Buch lesen.
    53 1 Melden

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