Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Zuercher Stadtrat Filippo Leutenegger, Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, posiert auf seinem Elektro-Rad nach der Medienkonferenz zur Haltung des Stadtrats der Volksabstimmung zur Velo-Initiative und zum Gegenvorschlag am Montag, 11. Mai 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger, Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, posiert 2015 auf einem Elektro-Rad. Bild: KEYSTONE

Chaos wegen 480 neuen Leih-Velos? Filippo Leutenegger: «Anzahl ist nicht entscheidend»

Auf gelb folgt grün: Neben den umstrittenen O-Bikes werden ab heute auch grüne Leih-Velos der US-Firma LimeBike das Zürcher Stadtbild prägen. FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger spricht im Interview über Spielregeln, zusätzliche Veloabstellplätze und die GPS-Daten der Nutzer. 

11.12.17, 18:59 12.12.17, 07:45


Herr Leutenegger, wie viele Velo-Verleihe erträgt eine Stadt wie Zürich
Filippo Leutenegger:
Das wird die Nachfrage bestimmen.

Ärgern Sie sich auch, wenn wildparkierte Velos Trottoirs und Plätze verstellen?
Wenn sie ein Hindernis darstellen, ja.

Das war mit den Velos von O-Bike teilweise der Fall. Mit LimeBike kommt nun ein neuer Anbieter auf den Markt. Wie stellen Sie sicher, dass es nicht zu denselben Problemen kommt wie nach dem Markteintritt von O-Bike?
Wir haben LimeBike bereits im Sommer schriftlich über unsere Spielregeln für Bike-Sharing-Anbieter informiert. Für alle Fahrräder im öffentlichen Raum gilt, dass sie Fusswege und Rettungsachsen nicht versperren dürfen. Die Verleihvelos dürfen höchstens 10 Prozent der Plätze in den Abstellanlagen besetzen. ERZ Entsorgung + Recycling Zürich kontrolliert diese Vorgaben.

Freies Parkieren 

Das Konzept von O-Bike und LimeBike baut auf dem ‹Free-Floating-Sharing›-Prinzip auf: Die Benutzer müssen ihr Velo nicht an einem fixen Standort zurückgeben, sie können es einfach an ihrem Zielort stehen lassen. Per App wird dem Benutzer angezeigt, wo sich das nächste freie Velo befindet.

Sie hatten O-Bike ja nahegelegt, statt 900 nur 500 Bikes anzubieten. Können Sie das überhaupt kontrollieren?
Entscheidend ist nicht die Anzahl Velos, sondern dass die Velos nicht massiert auftreten und nicht ausserhalb von Abstellplätzen stehen. Erst als O-Bike das nicht schaffte, legten wir ihnen nahe, die Anzahl zu begrenzen.

Mit «Züri Velo» kommt 2018 ein weiterer Velo-Verleih auf den Markt – die Stadt Zürich hatte das Veloverleihsystem öffentlich ausgeschrieben. Braucht es dieses überhaupt noch?
Wir stellen lediglich öffentlichen Grund für den Velo-Verleih zur Verfügung. Ob es ihn braucht, wird ebenfalls die Nachfrage bestimmen.

Die leidvolle Entstehungsgeschichte von «Züri Velo»

Es war ein steiniger Weg, den das Zürcher Projekt eines städtischen Veloverleihs bis zur Lancierung von «Züri Velo» im Jahr 2018 zurückgelegt hat. Bereits 2007 war die Idee – inspiriert von ähnlichen Projekten in Paris und Barcelona – erstmals Thema im Parlament. Im Oktober 2014 schrieb die Stadt das Projekt öffentlich aus. Im März 2015 erhielt Publibike den Zuschlag. Danach kam es zu jahrelangen Verzögerungen, weil bei der Ausschreibung unterlegene Konkurrenten bis vors Bundesgericht gelangten. Erst im Juni 2017 gab es grünes Licht für «Züri Velo». An den Start geht man zu einem noch nicht genau bekannten Zeitpunkt im Jahr 2018. (cbe)

Wie viele weitere Anbieter von Leih-Velos haben bereits Interesse angemeldet? 
Wir hatten schon mit rund 10 Veloverleihanbietern Kontakt.

LimeBike hat uns mitgeteilt, dass sie 480 Bikes platzieren. Haben Sie die Anzahl Velos begrenzt?
Nein. Wenn sie mit der geplanten Anzahl Velos die Spielregeln einhalten, gibt es keine Beschränkung.

Was bedeuten all diese Bike-Sharing-Angebote aus Sicht der Stadtplanung? Müssen nun mehr Velo-Abstellplätze her?
Bei der Planung neuer Veloabstellplätze bis 2025 habe ich eine Verdoppelung von 5000 von 10 000 veranlasst. Eine konkrete Auswirkung davon sieht man beim Neubau der Axa am Stadelhofen. Dort haben wir eine Velostation mit über 1000 Plätzen erreicht, ursprünglich war nur die Hälfte vorgesehen.

Das Unternehmen will die GPS-Daten der Velos der Stadt zur Verfügung stellen. Was haben Sie mit diesen Daten vor?
Wir warten erst mal ab, was da kommt.

*Filippo Leutenegger hat die Fragen schriftlich beantwortet. 

«O-Bikes sind der McDonalds der Velos!!»

Video: watson/Laurent Aeberli, Emily Engkent

ÖV anno 1946

Das könnte dich auch interessieren:

Ein Pausen-Rücktritt, zwei One-Hand-Catches und 6½ weitere NFL-Highlights des Wochenendes

Warum beim Hurrikan «Florence» das Worst-Case-Szenario droht

Insgesamt leben mehr Männer als Frauen auf der Welt – aber wie sieht's pro Land aus?

Viraler Post: Nein, du siehst auf Facebook nicht nur 25 Freunde

Ein Sprint über 42.195 Kilometer: Wie kann ein Mensch so schnell sein?

Ist diese Familie der schlimmste Drogen-Dealer der USA? 

Von Mimose zu Mimose: Ein offener Brief

Du fängst also an zu studieren? Diese 7 Überlebenstipps wirst du brauchen

präsentiert von

Studentin ist auf dem Weg zum ganz grossen Coup – dann kommt diese knifflige Frage

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

12
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mikel 11.12.2017 22:43
    Highlight Mag sein, dass ich nicht mehr mit dem Rest der Welt mithalte. Die Zürcher (Bevölkerung wie auch Politiker) sind super-penibel bei allen möglichen Dingen. Aber dass die farbigen Velos nicht nur die Veloparkplätze, sondern den ganzen öffentlichen Grund von einem Tag auf den anderen verändern wird einfach hingenommen. Kuriose Sache. Wenn wenigstens dafür mehr Velo gefahren würde, aber ich hab noch kaum jemanden auf den schönen neuen Velos gesichtet...
    14 3 Melden
  • Juliet Bravo 11.12.2017 22:40
    Highlight O Bike war in erster Linie kein Velo–Verleih sondern ein Chinesisches Unternehmen, dass vor allem Daten seiner Benutzer sammeln und verkaufen wollte.
    11 8 Melden
  • seventhinkingsteps 11.12.2017 21:37
    Highlight Es braucht einen neuen Diskurs über den Tourismus in Zürich.
    7 3 Melden
    • Juliet Bravo 11.12.2017 22:41
      Highlight Was schwebt dir vor?
      7 0 Melden
    • jjjj 11.12.2017 22:53
      Highlight Lol?
      2 0 Melden
    • seventhinkingsteps 12.12.2017 01:01
      Highlight Gute Frage!

      Schwierig zu sagen.

      Auf Städtetrips kotzt mich auch nichts mehr an als die Touristenzentren. Aber mittlerweile ist ja das Top Angebot für Touris eben nicht die typische Touri Nummer durchzuziehen in Städten, sondern in die hippen, noch "authentischen" Stadteile vorzudringen, mit dem Touribike unter dem Arsch.

      Ich bin auch jemand, der eine Stadt lieber jenseits der Touristen Attraktionen erkundigt, aber grade in Berlin zum Beispiel hat so der Hass auf Touris üble Ausmasse angenommen.
      0 7 Melden
  • Uelifl 11.12.2017 19:09
    Highlight Ein Zürcher mit einem Bern Helm, scheen.
    24 2 Melden
    • kobL 12.12.2017 10:56
      Highlight Die Marke "bern" hat aber nichts mit der Stadt Bern zu tun. /fertig mit klugscheissen 😛
      1 1 Melden

Studie vom Bund gefordert: Wird die «Generation Praktikum» ausgenutzt? 

Ein 100-Prozent-Job für 200 Franken im Monat, ist das okay? Die Grünen-Nationalrätin Lisa Mazzone will wissen, ob Schweizer Praktikanten ausgenutzt werden und fordert einen entsprechenden Situationsbericht. Über ihren Vorstoss debattiert nächste Woche das Parlament. 

Als «Generation Praktikum» sind sie besonders in den Nachbarländern bekannt: Junge Berufseinsteiger, die gleich viel chrampfen wie Festangestellte, dafür aber einen massiv tieferen Lohn erhalten. 

Ob mies bezahlte Praktika auch in der Schweiz zum problematischen Massenphänomen geworden sind, weiss niemand so genau. Offizielle Studien fehlen. Hier will die Grünen-Nationalrätin Lisa Mazzone ansetzen. «Es geht doch nicht, dass wir keine Ahnung haben, was Praktikanten in unserem …

Artikel lesen