Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUM 70. GEBURTSTAG VON MORITZ LEUENBERGER AM 21. SEPTEMBER 2016 STELLEN WIR IHNEN HEUTE, DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2016, FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Portrait of Moritz Leuenberger at Bellevueplatz square in Zurich, Switzerland, on August 22, 2016. Leuengber is a Swiss politician and lawyer; from 1995 to 2010 he was a member of the Swiss Federal Council and in 2001 and 2006 President of the Confederation. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Moritz Leuenberger portraitiert am 22. August 2016 am Bellevueplatz in Zuerich. Leuenberger ist ein Politiker (SP) Rechtsanwalt und von 1995 bis 2010 Mitglied der Schweizer Regierung, des Bundesrates, und stand dem Eidgenoessischen Departement fuer Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vor. 2001 und 2006 amtierte als Bundespraesident. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

«In der Schweiz ist jeder Bürger ein Medienkritiker», sagt Moritz Leuenberger. Bild: KEYSTONE

Leuenberger: «Medien wie Bauernhöfe zu subventionieren halte ich für falsch»

Moritz Leuenberger (SP) war 15 Jahre lang Medienminister. Im Interview sagt er, warum ihn die No-Billag-Debatte manchmal an ein «Kasperli-Theater» erinnert und weshalb auch Bundesräte nicht davor zurückschrecken müssen, Journalisten zu kritisieren.

22.11.17, 13:54 23.11.17, 05:00


Herr Leuenberger, schön, dass Sie sich Zeit nehmen für dieses Interview! Mögen Sie Journalisten überhaupt noch sehen nach all den Jahren als Medienminister?
Moritz Leuenberger:
(lacht) Ich sitze jedenfalls hier.

Dann schiessen wir doch los. Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie beurteilen Sie den Zustand der Schweizer Medienlandschaft?
Ich will hier nicht Noten verteilen wie der Oberlehrer. Die Medienlandschaft wandelt sich genauso, wie sich auch die Gesellschaft wandelt. Es gehört zum Wesen jeder Generation, ständig zu klagen, dass früher alles besser war. Ich will nicht in diesen Pessimismus einstimmen, sondern berufe mich lieber auf Beobachtungen.

«Ja, Christoph Blocher ist einer der Milliardäre, die das Geld und die politische Intention haben, um ein Medienreich aufzubauen.»

Also: Als Sie 1995 Medienminister wurden, genoss die SRG noch breite Akzeptanz. Nun könnte ihr das Stimmvolk im März mit der No-Billag-Initiative den Stecker ziehen. Was ist passiert?
Für mich stehen zwei Aspekte im Vordergrund: Erstens gibt es wirtschaftliche und politische Gegner der SRG, die handfeste Interessen verfolgen: Sie wollen eine Lücke ins Mediensystem schlagen, in die sie hineinspringen können. Es gibt Milliardäre, die dafür genug Geld und auch die Absicht haben, politisches Kapital daraus zu schlagen.

Sie spielen auf die Befürchtung an, dass die Schweizer Medienlandschaft bei einem Ja zu No Billag «blocherisiert» wird.
Ja, Christoph Blocher ist einer der Milliardäre, die das Geld und die politische Intention haben, um ein Medienreich aufzubauen. Das ist eine Gefahr für die direkte Demokratie.

Und der zweite Grund?
Zweitens beobachte ich eine Entsolidarisierung der Gesellschaft: Die nationale Klammer, die die SRG darstellt, ist vielen Leuten nicht mehr so wichtig. Das lässt sich auch in anderen Lebensbereichen feststellen: Die Bevölkerung hat keine emotionale Bindung mehr zur Swiss, sondern fliegt lieber Easyjet, wenn es günstiger kommt. Das ist keine Kritik, sondern eine Feststellung. Ich mache es selber nicht anders.

«Manchmal erinnert mich die No-Billag-Debatte an ein Kasperli-Theater. Man fuchtelt mit dem Teufel und der Hexe herum und sagt: Achtung, der de Weck ist der Bösewicht, den es niederzuknüppeln gilt.»

Also ist es auch in Ordnung, wenn die Leute zufrieden sind mit ihrem Netflix-Abo und keine SRG mehr wollen?
Ich zeige sicher nicht mit dem Finger auf Leute, die gern ihre Serien auf Netflix schauen. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass es einen Unterschied zwischen einer Swiss und einer SRG gibt: Die Fluggesellschaften streben Gewinnmaximierung an, ob sie nun Swiss oder Easyjet heissen. Die SRG hingegen hat eine politische Funktion: Sie stellt sicher, dass die Romands und die Tessiner ein Schweizerisches Fernsehen haben, das ihre Sprache und ihre Kultur pflegt. Über einen italienischen Sender können sich die Tessiner nicht informieren, wenn Abstimmungen anstehen. Die direkte Demokratie braucht politische Auseinandersetzungen in den Medien und zwar in der ganzen Schweiz.

Schon vor einem Jahr warnten Sie in der Talksendung Schawinski: «Ich befürchte, ihr unterschätzt No Billag.» Haben die Verantwortlichen geschlafen?
In den letzten Jahren haben wir Ausgänge von Abstimmungen erlebt, die wir bis dahin für unmöglich gehalten hätten: Brexit, Masseneinwanderung und so weiter. Man unterschätzte die Kraft von Initiativen, die direkt an den Instinkt der Menschen appellieren, es «denen da oben» zu zeigen.

Bei Ihrem Abschied aus dem Bundesrat verglichen Sie die Politik mit dem Theater. Wie sind die Rollen in der No-Billag-Darbietung verteilt?
Manchmal erinnert mich die No-Billag-Debatte an ein Kasperli-Theater. Man fuchtelt mit dem Teufel und der Hexe herum und sagt: Achtung, der de Weck ist der Bösewicht, den es niederzuknüppeln gilt. Doch dieses populistische Gepolter passt nicht zur direkten Demokratie. Wir leben in einem Land, in dem jeder Stimmbürger und jede Stimmbürgerin selber auf der Bühne ist und das Geschick der Schweiz mitgestaltet. Mir scheint, das geht jüngst manchmal etwas vergessen.

«Und selbst wenn Roger de Weck der arroganteste Mensch auf Erden wäre, müsste man darum doch nicht die SRG kaputtschlagen!»

Man sagt Ihnen nach, Sie hätten Roger de Weck ins Amt des SRG-Generaldirektoren gehievt. Verstehen Sie die massive Kritik an seiner Person, die vor seinem Rücktritt zunehmend lauter wurde?
Nein, überhaupt nicht. Das ist ja auch alles wahnsinnig pauschal. Die Vorwürfe müsste man zunächst einmal konkretisieren.

Unter de Weck sei die SRG arrogant geworden, lautet der Tenor.
Das sehe ich nicht so. Und selbst wenn Roger de Weck der arroganteste Mensch auf Erden wäre, müsste man darum doch nicht die SRG kaputtschlagen!

«Es ist kein Ruhmesblatt für die Schweizer Politik, dass zeitweise der halbe SRG-Verwaltungsrat im Ständerat sass. Da wurde lobbyiert und intrigiert bis in den Bundesrat.»

Bereits unter de Wecks Vorgänger, Armin Walpen, wurde die SRG mit dem Vorwurf der Abgehobenheit konfrontiert. Etwa, weil Walpen seinen Porsche Cayenne teilweise übers Geschäft abrechnete. Wie sehr hat dies dem Ansehen der SRG geschadet?
Ich will hier wirklich keine personalpolitische Diskussion führen. Inhaltlich ist meine Kritik, dass die SRG in der Ära Walpen sich zunehmend an den Einschaltquoten orientierte, dass die Zahl der Sender stark ausgebaut wurde. Aber auch das ist wohl Teil des Zeitgeistes: Das quantitative Denken hat seit dem Fall der Berliner Mauer in der ganzen westlichen Welt zugenommen.

Wie sehr versuchten die SRG-Chefs, Ihre Entscheide als Medienminister zu beeinflussen?
Es ist kein Ruhmesblatt für die Schweizer Politik, dass zeitweise der halbe SRG-Verwaltungsrat im Ständerat sass. Da wurde lobbyiert und intrigiert bis in den Bundesrat. Das ist in anderen Politikbereichen wie etwa der Gesundheitspolitik aber leider nicht anders. Ich versuchte, meine Entscheide als Medienminister immer unabhängig von der SRG zu treffen, zusammen mit dem Gesamtbundesrat.

«Medien wie Bauernhöfe zu subventionieren halte ich für falsch. Es sollen nicht Millionen in einzelne Titel gebuttert werden.»

Hand aufs Herz: Braucht eine SRG wirklich 1,6 Milliarden Franken im Jahr, um den Service-public-Auftrag zu erfüllen?
Über Inhalt und Umfang darf und soll man diskutieren. Doris Leuthard hat ja bereits entschieden, dass die Empfangsgebühr auf einen Franken pro Tag sinkt.

Anfang Jahr stellten Sie der Öffentlichkeit eine 450-seitige Studie vor, die empfahl, dass der Staat auch Online- und Printmedien finanziell unter die Arme greifen soll. Also ist das Motto: Ausbau statt Abbau der staatlichen Medienförderung?
Das war eine Empfehlung der Studiengruppe um Professor Manuel Puppis. Ich stellte die Studie lediglich vor, in meiner Funktion als Präsident der Stiftung TA-Swiss (siehe Box). Ich selber bin hier zurückhaltend. Medien wie Bauernhöfe zu subventionieren halte ich für falsch. Es sollen nicht Millionen in einzelne Titel gebuttert werden.

Zur Person

Moritz Leuenberger (71) war von 1995 bis 2010 Mitglied des Bundesrates und stand dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation vor. Heute ist er Präsident des Leitungsausschusses der Stiftung TA-Swiss, dem Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung. Für Wirbel sorgte nach seinem Rücktritt das Mandat im Verwaltungsrat des Bauunternehmens Implenia. Diese Tätigkeit hat er jedoch bereits 2013 wieder aufgegeben. 

Was schwebt Ihnen stattdessen vor?
Ich finde die Idee interessant, den Medien eine Art Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. So wie der Staat auch das Schienen- oder Strassennetz organisiert, auf denen Bahnen oder Autos fahren. Dass Fakten aufgearbeitet werden, an denen sich dann alle Medien bedienen dürfen. Ich sehe hier einen Handlungsbedarf, da die Medienunternehmen immer mehr zu reinen Wirtschaftsunternehmen verkommen. Die Einschalt- und Leserquoten werden wichtiger im Vergleich zur medialen Aufgabe, zu recherchieren, zu informieren, zu diskutieren. So gerät der Journalismus unter Druck.

Welche Medien konsumieren Sie persönlich?
Ich habe die NZZ und den «Tages-Anzeiger» abonniert. Es ist nicht so, dass ich die beiden Zeitungen lieben würde. Bei der einen rege ich mich sogar zu 99 Prozent auf. Aber manchmal habe ich das Gefühl, erst die ganze Wahrheit zu begreifen, wenn ich beide Publikationen gelesen habe. Etwa kürzlich, als es beim Literaturpreis einen Eklat gegeben hat. Der Tagi beschwichtigte, die NZZ bauschte auf. Am Ende konnte ich mir vorstellen, wie es etwa abgelaufen sein musste. Auf SRF höre ich am liebsten das «Echo der Zeit» und das «Rendez-vous». Auch auf watson surfe ich hin und wieder herum.

«Journalisten verstehen sich ja selber als kritische Stimmen. Da können sie doch nicht Zeter und Mordio brüllen, wenn man sie kritisiert.»

Sind Sie auch auf den sozialen Medien aktiv? Haben Sie Snapchat?
Nein. Ich habe die Beweglichkeit und das Bedürfnis nicht mehr, dauernd präsent zu sein.

Als Medienminister äusserten Sie sich immer wieder kritisch zu einzelnen Sendungen, was nicht überall gut ankam …
In der Schweiz ist jeder Bürger ein Medienkritiker. Und ausgerechnet der Medienminister soll auf den Mund sitzen müssen? Journalisten verstehen sich ja selber als kritische Stimmen. Da können sie doch nicht Zeter und Mordio brüllen, wenn man sie kritisiert.

«Es geht bei dieser Abstimmung nicht um einzelne Formate, sondern um alles oder nichts, darüber, ob der ganze SRF abgeschafft werden soll oder nicht.»

An welchen Formaten stören Sie sich derzeit bei SRF am meisten?
Es gibt natürlich Sendungen, bei denen ich den Fernseher gleich wieder abschalte. Diese nun aufzuzählen, würde die No-Billag-Debatte aber in eine falsche Richtung lenken. Es geht bei dieser Abstimmung nicht um einzelne Formate, sondern um alles oder nichts, darüber, ob der ganze SRF abgeschafft werden soll oder nicht. Das heisst auch all die Sendungen, die wir brauchen und schätzen.

Legendär ist Ihr Ausraster vor laufender Kamera, als Sie sich über einen Journalisten enervierten. Stört es Sie, dass Sie immer wieder darauf angesprochen werden?
Das war ein Journalist aus dem Welschland, der total unvorbereitet war. Ich bin keineswegs stolz auf diesen Ausraster. Ich war damals angespannt, ja obernervös, es ging um die Südanflüge. Man ist ja auch als Bundesrat nicht immer Herr seiner selbst, und ich wusste nicht, dass die Kamera auch zwischen den Interviews lief. Interessant ist, dass mir immer wieder Leute zu diesem Kult-Video gratulieren. Heute kann ich darüber lachen.

Leuenbergers Schimpftirade ist heute Kult. Video: YouTube/Beat Hochheuser

Sie sind ja inzwischen selber Moderator, haben im Zürcher Bernhard-Theater ihren eigenen Talk. Was würden Sie No-Billag-Initiant Olivier Kessler fragen, wenn er bei Ihnen zu Gast wäre?
Ich möchte ihn gar nicht in meinem Talk. Das ist ja das Schöne, wenn man nicht mehr Bundesrat ist. Ich muss nur noch mit Leuten reden, die mich und mein Publikum wirklich interessieren. Und bisher kamen alle sehr gern, die ich angefragt habe. Harald Schmidt war wirklich sehr lustig und zugleich tiefsinnig. Davon lebt die Matinée. Nächstes Mal kommen Mike Müller und der Abt von Einsiedeln – ich freue mich sehr.

«Sag mir nicht, dass ich lächeln soll!»

Video: watson/Emily Engkent, Can Kgil

Das könnte dich auch interessieren:

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

«Einmal Betrüger, immer Betrüger» – 7 Leute erzählen von ihrem Beziehungsende

11 Schritte für mehr Nachhaltigkeit in deinem Alltag

präsentiert von

Diese Inder löschen Pornos und Gräuel-Bilder aus dem Netz – und leiden dabei Höllenqualen

Wir haben die Kantonsgrenzen neu gezogen – so sieht die Schweiz jetzt aus

Wie AfD-Weidel mit falschen Schweizer Asylzahlen Hetze gegen Ausländer macht

Der Staat soll Stillpausen für berufstätige Mütter bezahlen

Diese Tweets zeigen dir, was mit Menschen passiert, wenn sie zu lange keinen Sex haben 😂

Swisscom erhöht Abopreise um 191%: So reagieren die Kunden auf den erzwungenen Abowechsel

Diese 7 Frauen hätten einen Nobelpreis verdient – nur eine könnte ihn noch bekommen

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Mit diesen 10 Tricks und Tipps holst du das Beste aus Spotify raus

Sorry, Bundesrat Berset, aber es ist Freitag und wir hatten nichts Besseres zu tun ...

GoT-Star Natalie Dormer meint: «MeToo war absolut notwendig!»

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Du denkst, du kennst die Kommaregeln? Ha!

Alpentourismus kämpft mit Gigantismus um Gäste: Kann das gut gehen?

Warum Tabubrecher triumphieren und was die Schweiz damit zu tun hat

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

30 Millionen Facebook-Profile gehackt. User-Daten weg. So merkst du, ob du betroffen bist

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

74
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
74Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Murky 23.11.2017 11:04
    Highlight Grossartiges Interview, vielen Dank. Gut geführt und mit einem der grossen Redner der letzten Jahrzehnte. Schön so etwas zu lesen.

    Es zeigt auch gut auf worüber wir diskutieren sollten, und worüber wir da gerade abstimmen. Das ist nämlich nicht dasselbe. Ich hoffe sehr fest dass das meine Mitbürgerinnen und Mitbürger begreifen und nicht ohne nachzudenken eine Säule unserer Demokratie opfern.
    26 10 Melden
  • Schneider Alex 23.11.2017 07:10
    Highlight In einem neuen Medienartikel der BV sollen der Auftrag der Medien und ihre öffentliche Unterstützung neu umschrieben werden. Mit der Annahme der No Billag-Initiative wird der nötige Druck dazu aufgebaut.
    8 22 Melden
  • Spooky 22.11.2017 23:56
    Highlight Damals haben wir doofen, naiven, unbedarften, linken Idioten an Leute wie Leuenberger geglaubt.

    Heute erweckt das Foto von Leuenberger in mir nur noch : EKEL.

    Er kassiert 200'000 Franken vom Staat, pro Jahr, mindestens.

    Und wieviel kassiere ich, der dooferweise für ihn gestimmt hat?
    15 52 Melden
    • Murky 23.11.2017 11:02
      Highlight Warst du Bundesrat? Ich glaube nicht...
      18 10 Melden
    • FrancoL 23.11.2017 12:58
      Highlight Spooky ich begreife dass man nicht versehen kann dass man nicht BR ist, aber nicht k^jeder kann BR werden aber jeder könnte sich um diesen Posten bemühen, also muss ich davon ausgehen, dass Du dich um diese Position bemüht hast.

      Hast Du nicht?

      Ok dann erkläre mir wieso denn die 200'000 CHF von Leuenberger Dich stören, wenn Du dich nicht auch darum bemüht hast?
      19 5 Melden
    • Spooky 24.11.2017 05:53
      Highlight "Ok dann erkläre mir wieso denn die 200'000 CHF von Leuenberger Dich stören, wenn Du dich nicht auch darum bemüht hast?"

      Mich stören nicht die 200'000 (wahrscheinlich ist es sogar mehr). Mich stört die Schere.
      5 8 Melden
  • Juliet Bravo 22.11.2017 21:01
    Highlight Danke für das geistreiche Interview Watson! Moritz hat sich ja überraschend zahm gegeben😅
    16 8 Melden
  • Pointer 22.11.2017 20:20
    Highlight 1995 war das WWW gerade erst am Anfang. Heute haben wir dank ihm und dem Internet im Allgemeinen viele neue Möglichkeiten für den Medienkonsum. Das ist für mich der Hauptgrund für die schwindende Akzeptanz der SRG.
    Und apropos Swiss: Die Airline haben wir nach Deutschland verscherbelt, warum soll ich da noch eine emotionale Bindung aufbauen?
    27 6 Melden
  • Spooky 22.11.2017 19:55
    Highlight Viele verarmte Schweizer glauben, wenn es den Managern von der SRG gut gehe, dann gehe es auch den verarmten Schweizern gut. Nicht mit mir! Ich bin doch nicht blöd!

    JA zu No Billag!
    19 64 Melden
    • Snowy 23.11.2017 08:49
      Highlight Ist in etwa dasselbe Argument, wie wenn ein Armer für Steuererleichterungen für alle stimmt.
      28 5 Melden
  • Spooky 22.11.2017 18:44
    Highlight Wenn Herr Leuenberger die 365 Franken für uns bezahlt, werden wir sehr gerne Nein stimmen.
    33 146 Melden
    • äti 22.11.2017 19:54
      Highlight .. für Stimmenkauf sind die Rechten zuständig, meist auch gerne. :)
      38 14 Melden
    • Flexon 22.11.2017 19:59
      Highlight @Spooky
      Mich interessiert es wirklich. Wofür werden Sie ihre 365 Franken bei einem Ja zu No-Billag ausgeben?
      20 10 Melden
    • Spooky 22.11.2017 21:58
      Highlight Falls die 63 Blitzer mir die 365 Franken spenden, werde ich sehr gerne NEIN stimmen.
      11 33 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sheldon 22.11.2017 17:55
    Highlight Was ich wirklich nicht verstehe, weshalb hat das Parlament keinen Gegenvorschlag erarbeitet. Waren die zu faul, oder dachten die, diese extreme Initiative kommt sowieso nicht durch ? Persönlich kann ich nur aufs Ständemehr hoffen.
    57 13 Melden
    • Chrigi-B 22.11.2017 22:49
      Highlight Man darf sich ja wohl noch mit Lobbisten, VR Kollegen und reichen Spendern um die wahrlich relevanten Menschen und Interessen kümmern? Wäre ja zuviel erwartet, dass die Damen und Herren, notabene für einen Lohn von mehr als 100k, etwas im Sinne des Volkes erarbeiten würden. Das käme ja glatt Fortschritt oder einem Kompromiss nahe - doch Levrat und Ziehsohn vom Chrigi bleiben lieber "härt uf de Linie" . Brot, Spiele und Misere fürs Volk, während ein paar Reiche das Buffet kräschen;-)
      14 7 Melden
  • Sheldon 22.11.2017 17:50
    Highlight Das Interview ist wirklich etwas vom Besten, was bisher über die No-SRG-Initiative geschrieben wurde. Die Frage ist halt, ob diese Sachlichkeit gegen die SRG und Billag-Trollen Stand halten kann. Habe manchmal den Eindruck, dass die Urnen nur noch von Wutbürgern und Trotzköpfen gefüllt werden, die vergessen, dass es letztendlich auch um ihre Zukunft geht.
    111 30 Melden
    • Spooky 22.11.2017 18:28
      Highlight @ Sheldon
      Was hat die SRG mit meiner Zukunft zu tun?
      33 92 Melden
    • Sheldon 22.11.2017 19:10
      Highlight @spooky: Leben unter der Tolldiktatur z.B.
      59 23 Melden
    • Spooky 22.11.2017 19:51
      Highlight @Sheldon
      Die SRG hat mit mir Null und Nichts zu tun. Nicht in der Gegenwart und nicht in der Zukunft. Was kümmern mich jene Hunderttausende von Franken, welche ihre Manager kassieren? Ich bin doch nicht blöd.
      10 39 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jol Bear 22.11.2017 17:15
    Highlight Die Radikallösung, die no-billag Initiative wird wohl sehr deutlich scheitern. Denn, wie es auch Leuenberger erwähnt, will kaum eine Mehrheit den Tessinern, Romands, Rätoromanen UND Deutschschweizern den "identitätsstiftenden" Schweizersender wegnehmen. Jener, der über Abstimmungen, Regionales und schweizweit wichtiges informiert. Die wichtige Frage ist, ob die SRG als Anbieterin eines Gesamtpakets agieren soll, ob sie Private wie Netflix & Co. konkurrenzieren soll. Wenn nicht, ginge es mit deutlich tieferen Gebühren. Aber diese Diskussion wird von den Lobbyisten leider abgewürgt.
    66 11 Melden
    • TanookiStormtrooper 22.11.2017 18:31
      Highlight Eingekaufte Filme und Serien kosten im Vergleich zu Eigenproduktionen nichts. Das ist neben Wiederholungen der günstigste Weg um Sendezeit zu füllen. Vermutlich holt man da aber auch die meiste Kohle bei der Werbung rein. Massiv Geld sparen würde man, wenn man Tagesschau, 10vor10, Kassensturz usw. durch Filme und Serien aus dem Ausland ersetzt. Also ohne das, was Netflix & Co. so bieten wird es definitiv nicht viel günstiger.
      41 5 Melden
    • satyros 22.11.2017 19:56
      Highlight Nur weil auf den SRG-Sendern Serien und Musik laufen, heisst das nicht, dass sie eine Konkurrenz für Spotify und Netflix sind. Netflix ersetzt die Videothek, Spotify die CD-Sammlung.
      11 3 Melden
    • Snowy 23.11.2017 08:52
      Highlight Genau so ist es.

      Der Gegenvorschlag (Halbierung der Gebühren) wäre wohl angenommen worden.

      Hoffe, die Politik und die SRF werden nach der wohl eher knapp gewonnenen Abstimmung die Zeichen der Zeit erkannt haben und werden Redimensionieren. Eine weitere Abstimmung würden sie nämlich nicht überstehen.
      4 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 22.11.2017 16:32
    Highlight Die Haltung von Herrn Leuenberger gegenüber einer Million von verarmten Schweizern: "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen."
    31 176 Melden
    • äti 22.11.2017 18:47
      Highlight .. hat er das gesagt?
      57 11 Melden
    • Sheldon 22.11.2017 19:11
      Highlight Ich sammle schon mal für dich.
      41 10 Melden
    • Spooky 22.11.2017 20:28
      Highlight @äti
      Ja.
      2 17 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thinktank 22.11.2017 16:20
    Highlight Eine Gefahr für die direkte Demokratie ist, wenn Volksinitiativen wie MEi oder Kein Asyl für Deserteure nicht umgesetzt werden. SRF wird von den unter 30jährigen überhaupt nicht mehr gesehen. Ich kann das Demokratiegequatsche nicht mehr hören. Niemand braucht das SRF.
    38 227 Melden
    • SkyBound 22.11.2017 16:44
      Highlight Durchsetzungsinitiative wurde abgelehnt, und die MEi mit nur etwa 50.6 % angenommen.

      Sry aber von Gefahr für die Demokratie kann ich da nicht reden.
      96 14 Melden
    • zettie94 22.11.2017 16:46
      Highlight Unter 30-jährige schauen kein SRF? Ich kenne niemanden, der nicht mindestens ab und zu mal SRF schaut und da sind viele unter 30 dabei...
      Die MEI wurde so gut es geht umgesetzt, ohne dabei andere Volksentscheide zu verletzen (die allesamt um einiges deutlicher angenommen wurden als mit dem Zufallsresultat von 50,3%...).
      117 23 Melden
    • loplop717 22.11.2017 17:01
      Highlight Dann geh doch nach Simbabwe oder Kazakhstan dort gibt es kein Demokratiegequatsche...
      119 11 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Melsqy 22.11.2017 16:07
    Highlight Wow. Super aufschlussreiches Interview. Sehr differenzierte Ansichten und eine unaufgeregte Herangehensweise. Bravo. Mehr davon bitte!
    241 25 Melden
  • Posersalami 22.11.2017 15:21
    Highlight Es macht auch keinen Sinn, Bauern zu subventionieren. Überhaupt machen Subventionen nur Sinn, wenn die Gesellschaft einen Nutzen hat. Wie zB das Anschieben von EE.
    31 25 Melden
    • Beggride 22.11.2017 18:35
      Highlight Inwiefern hat die Schweiz keinen Vorteil von der Subventionen der Bauern? Wollen sie alles importieren oder was? Bei der Stromdebatte wollen alle unabhängig sein, aber das Essen ist ja nicht mehr so wichtig...
      34 9 Melden
  • He nu.. 22.11.2017 14:40
    Highlight Der Herr Leuenberger sagt eigentlich alles richtig. Ich gehe sogar soweit, Netflix - ich hatte diesen seit Anbeginn abonniert -, dass der grösste Teil Amerikanisches "glaver" ist. Alte Filme, gute Monumentarfilme, geistreiches, fehlt fast gänzlich. Hingegen ist eine Überlast schwülstigem Horror und Krimis zu finden. Also schwenkte ich auf YouTube um und so geht es ganz gut.
    49 18 Melden
    • Xi Jinping 22.11.2017 15:50
      Highlight Persönlich finde ich einige Dokus sehr gut =)
      25 6 Melden
    • Juliet Bravo 22.11.2017 18:36
      Highlight Absolut. Ausser auf „Dix pour cent“ (in der englischen Version „Call my Agent“) kann ich auf Netflix gut verzichten. Das ist grosses Kino à la française😉
      8 6 Melden
  • dracului 22.11.2017 14:26
    Highlight Den Vorwurf der „Entsolidarisierung mit den Sprachregionen“ kann ich nicht stehen lassen!. Ich bin sogar für mehr Kultivierung der Sprachregionen. Aber das geht nicht mit dem aktuellen Isolationsmodell: Jede Sprachregion macht ihr eigenes Fernsehen und die Bündner kriegen im Deutschschweizer Fernsehen ein paar Quotensendeminuten.
    Die Politik und die SRG-Chefetage verweigern jede Diskussion über die Ausrichtung des Fernsehens. Bleibt abzuwarten, ob der Schachzug von Frau Leuthard, das Ja vom Stimmvolk mit den tieferen Gebühren (für Privathaushalte) zu erkaufen, aufgeht.
    36 76 Melden
    • Ein Honigdachs 22.11.2017 17:18
      Highlight Du hast villeicht recht, villeicht auch nicht.

      Aber es geht ja nicht darum die srg zu ändern sondern sie abzuschaffen. Und wenn sie abgeschafft wird kannst du auch nichts mehr zum besseren wenden

      68 5 Melden
    • _helmet 22.11.2017 18:24
      Highlight Das war kein Schachzug von leuthard, sondern die Folge der angenommenen Radio- und TV-Gesetz Revision von 2015 (welche svp, bigler und co damals verhindern wollten). die gebühren wären ohne nobillag genau gleich gesunken, grund ist, dass man das modell an die modernen konsumgewohnheiten (internet, smartphone) angepasst hat.
      38 6 Melden
    • Murky 23.11.2017 11:20
      Highlight Genau das ist der springende Punkt. Es geht darum die SRG komplett abzuschaffen und damit eine Institution welche unsere Demokratie stützt, in Zeiten der Individualisierung und der Digitalisierung. Wenn wir die SRG zerstören ist sie kaputt, da gibts nichts mehr zu ändern. Und was dann auf den Kanälen läuft bestimmen die Investoren.
      8 0 Melden
  • who cares? 22.11.2017 14:05
    Highlight Ehrlich gesagt finde ich auch Bauernhöfe wie Bauernhöfe zu subventionieren falsch...
    249 41 Melden
    • b4n4n4j03 22.11.2017 18:21
      Highlight Ist mir auch durch de Kopf als ich die Überschrift gelesen habe... ;)
      8 4 Melden
    • Beggride 22.11.2017 18:37
      Highlight Wenn sie nicht subventioniert werden, müssen wir mehr importieren. Scheinbar ist ihnen dieser Fakt egal...
      18 14 Melden
  • Xi Jinping 22.11.2017 14:04
    Highlight finde das ein super interview =) Danke Watson
    220 20 Melden
  • Alnothur 22.11.2017 14:02
    Highlight "Doris Leuthard hat ja bereits entschieden, dass die Empfangsgebühr auf einen Franken pro Tag sinkt."

    Das stimmt doch überhaupt nicht! Das, was der einzelne direkt weniger bezahlt, wird ihm einfach wieder versteckt aufgebürdet, weil es die Firmen übernehmen müssen.
    32 98 Melden
    • Ein Honigdachs 22.11.2017 17:21
      Highlight Hmm in diesem fall gehe ich recht in der annahme das du das entsprechende dokument mit leuthartds unterschrift in der hand hältst?

      Aber das wöre ja sogar wünschenswert da die firmen die über srf werbung schalten auch mehr dafür bezahlen müssen.
      28 5 Melden
    • _kokolorix 22.11.2017 18:25
      Highlight Wo steht das geschrieben?
      Nachdem die Unternehmen nach der USR ll mehrere Milliarden weniger Steuern zahlen, sollten sie doch die paar Zerquetschten noch aufbringen können, oder? Die superschlauen Manager können doch sonst auch alles...
      30 6 Melden

Warum FDP-Nationalrat Fluri zum Flüchtlingsretter wird

Der Bürgerliche Kurt Fluri will, dass die Schweiz das Seenotrettungsschiff «Aquarius» unter ihrer Flagge fahren lässt. Im Interview erklärt er, was er von den Anklagen gegen die Retter und den Schlepperei-Vorwürfen an die NGOs hält.

Die NGOs, welche auf dem Mittelmeer Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten wollen, stehen unter Druck. In Marseille stürmten am Freitag Rechtsextreme eines ihrer Büros. Die Schiffe der Seenotretter dürfen die Häfen Italiens und Maltas nicht mehr anlaufen. Italiens Innenminister Matteo Salvini, Chef der rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Lega, versucht die Seenotretter mit zahlreichen juristischen Verfahren an ihrer Tätigkeit zu hindern. 

In den vergangenen Wochen machte vor allem die …

Artikel lesen