Schweiz
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Sturmgewehre der Schweizer Armee liegen in einer Kiste anlaesslich der Entlassungsinspektion des Kanton Zuerich in der Kaserne Reppischtal, am Dienstag, 13. September 2016, in Birmensdorf. Am heutigen Tag werden rund 374 Soldaten aus dem Bezirk Winterthur entlassen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Verschwinden Gewehre, gibt's Ärger. Bild: KEYSTONE

Schweizer Offizier: «Bei normalen Materialverlusten muss der betroffene Soldat tief in die Taschen greifen»

In einer Rekrutenschule in Aarau sind Sprengmittel verschwunden. Was bedeutet das für die betreffenden Rekruten? Sind unsere Militärlager sicher? Ein Gespräch mit dem Giardino-Sprecher. 



Herr Müller, in Aarau sind Sprengmittel verschwunden. Passiert so etwas oft?
Markus Müller:
Nein. Es kann immer wieder einmal passieren, dass eine Mütze oder ein Zeltheering verloren geht, aber sensitives Material wie zum Beispiel Sprengstoff, Waffen oder gar Panzer taucht in den meisten Fällen schnell wieder auf.

Image

Über die Person:

Markus Müller ist Sprecher der «Gruppe Giardino – für eine starke Schweizer Armee». In der Schweizer Armee ist er Generalstabsoffizier und Präsident Fricktalischen Offiziersgesellschaft.

Aber dass mal etwas wegkommt, kann schon sein?
Jeden Tag leisten in der Schweiz rund 5'000 Soldaten Ihren Dienst und fassen Material aus den Magazinen. Da kann es passieren, dass mal etwas vergessen oder verloren geht. Dann gilt «SBG SKA – suchen bis gefunden, sonst kein Ausgang». Schlimmer ist es, wenn heikle Ausrüstung, Waffen oder Munition verschwindet. Verliert jemand sensitives Material übernimmt die Militärpolizei das Zepter und die betroffene Kompanie wird grundsätzlich «auf den Kopf gestellt» bis der Gegenstand wieder zum Vorschein kommt.

Denen geht es also an den Kragen?
Ja. Bei normalen Materialverlusten muss der betroffene Soldat tief in die Taschen greifen und den Verlust aus dem eigenen Sack berappen. Er hat für sämtliches verschwundenes Material aufzukommen und allenfalls mit einer disziplinarischen Strafe zu rechnen.

Wenn aber zum Beispiel Material aus einem Lager verschwindet?
Wir haben bald nur noch vier Logistikzentren in der Schweiz, die Armeematerial lagern. Diese sind sehr gut bewacht und es kommt kaum etwas weg. Material geht meistens draussen in Schulen oder in Wiederholungskursen verloren, obschon bei der Herausgabe an die Truppe peinlichst genau darauf geachtet wird, dass alles bis auf die letzte Patrone korrekt verbucht wird und regelmässig Materialkontrollen durchgeführt werden.

Also ist unser Armeematerial grundsätzlich sicher?
Ja. Das gilt auch für die Munition. Das sieht man auch daran, dass meistens sofort bemerkt wird, wenn etwas fehlt. Dies ist der schon fast pingeligen Erfassung des Materials zu verdanken. Deshalb ist schnell klar, wenn etwas fehlt. Man kann also sofort eingrenzen, wann, von wem und wo etwas abhanden gekommen ist.

Das Reduit:

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hausmeister krause 14.09.2016 11:43
    Highlight Highlight Es besteht halt ein grosser Unterschied zwischen Munition fürs Stgw, da werden tausende Schuss verbraucht und es fällt nicht auf wenn jemand ein paar einsteckt, ist auch nicht weiter schlimm weil man die Munition einfach kaufen kann. Anders ist es bei z. B. bei Handgranaten, da werden die Detonationen gezählt, knallts weniger als HG's rausgegeben wurden ist noch auf dem Schiessplatz die Hölle los. Wenn es hier halt noch ein paar pubertierende Soldaten hat die es geil finden wenn sie ein Tarnstift oder ähnliches Verbrauchsmaterial mitgehen lassen beunruhigt mich das nicht sonderlich.
  • Thomas_v_Meier 14.09.2016 09:03
    Highlight Highlight Ich weiss nicht wo Herr Markus Müller genau Dienst leistet aber dort wo ich war habe ich etwas, minim, es müüüüü, es bitzli anders erlebt.....
  • Scaros_2 14.09.2016 07:05
    Highlight Highlight Bei uns musste man in einem WK einmal die ganze Panzermunition sowie Munition für das Sturmgewehr "verschossen" werden weil man das Budget wieder haben wollte. da stand also ein schönes "berg" von Munition und es hiess, das muss weg sein. Ob man es jetzt wirklich verschossen hatte oder ob man das zeug in die Taschen packt interessierte niemand so wirklich - wichtig war, das es weg ist und es wieder budgetiert werden kann.

    Aber wehe es fehlt einmal was in einer Kaserne - da war der Teufel los. Das ganze ist teils mehr als eine farce und vieles wird gar nicht erst bekannt.
    • 7immi 14.09.2016 11:53
      Highlight Highlight das mit dem kontingent ist eine mär aus dem kalten krieg. heute ist dem nicht mehr so. man fasst fixe munitionsbestände, definiert gemäss truppengattung und einsatzart.
      was aber stimmt: die munition muss verschossen werden. und dies aus praktischen gründen. in der regel bekommt man eingelagerte munition, die am ende ihrer lebenszeit ist, und nachher ohnehin teuer entsorgt werden müsste. so gesehen "spart" man durch das verschiessen geld.
      es gibt aber keine kontingente mehr. dies war ohne computer nötig, heute ist man da deutlich fortschrittlicher.
  • Olf 14.09.2016 05:39
    Highlight Highlight Mir ist aufgefallen, das auf dem ersten Foto die Holzbalken so in der Kiste liegen, dass gar keine weitere Schicht Gewehre darin aufbewahrt werden könnte.
    • EvilBetty 14.09.2016 08:50
      Highlight Highlight Ja, und? Hat jemand die Hölzli falsch wieder reingelegt... SKANDAL!
  • joséklopp 14.09.2016 00:12
    Highlight Highlight Peinlich genau geachtet? Als deutsche Offiziere bei uns auf dem Schiessplatz waren, kamen die aus dem Staunen kaum raus: während bei der Bundeswehr die Hülsen(!) gesammelt und gezählt werden, interessiert es bei uns niemanden, ob und wie viel Munition auch rausgegeben und tatsächlich verschossen wurde. (wenn zu viel, dann mexikanisch ausgeschossen...) Der obligatorische Munitionsbefehl ist reine Makulatur - man braucht nur die privaten Schränkli in der Kaserne zu inspizieren und wird schnell fündig...
    • MaxHeiri 14.09.2016 00:44
      Highlight Highlight Es ist auch brutal einfach, auf dem legalen Weg Munition für ein Sturmgewehr zu kaufen..
    • reaper54 14.09.2016 07:15
      Highlight Highlight Naja Bei der Bundeswehr traut man nichteinmal den KSK Soldaten zu mit der Munition richtig umzugehen... Wollen Sie für ein Land kämpfen welches so fest Angst vor seinen Berufssoldaten hat, dass es ihnen nicht einmal in diesem Punkt vertraut?
    • Nevermind 14.09.2016 08:50
      Highlight Highlight Oder man sieht die Professionalität daran wie mit dem Arbeitsgerät umgegangen wird.

      😉
  • Miikee 13.09.2016 23:26
    Highlight Highlight Dieser Herr Müller scheint absolut keine Ahnung zu haben. Das habe ich in sämtlichen meiner geleisteten Diensttagen anders erlebt.
  • Tepesch 13.09.2016 23:09
    Highlight Highlight Bei uns in der RS "fehlten" mal 3 Bajonette. Nach dem die ganze Kaserne erfolglos durchsucht worden war stellte sich heraus, dass die Bajonette nie existiert hatten...
  • clockwork 13.09.2016 22:52
    Highlight Highlight Ja genau, "obschon bei der Herausgabe an die Truppe peinlichst genau darauf geachtet wird, dass alles bis auf die letzte Patrone korrekt verbucht wird"

    Ich als Matchef bekomme anfans WK ein Palett voll mit Munition und gebe dieses am Ende leer oder auch nicht in Bern wieder ab.
    Da zählt keiner peinlichst genau nach, ausser einmal bei der Munmag Inspektion. Für Schiessübungen wird X Mun ausgegeben und ich notiere dass Y zurück kommt. Was dazwischen damit passiert interessiert kein Schwein. Was Gott was die mit den Patronen alles machen...
    • Political Incorrectness 14.09.2016 08:28
      Highlight Highlight Kann ich so bestätigen. Hauptsache die Buchhaltung stimmt.
  • FuriousPete 13.09.2016 22:10
    Highlight Highlight Wow Watson, ihr scheint ja echt Mühe mit der Armee zu haben. Wie genau kommt ihr auf die Gruppe Giardino? Die werden selbst in Armeekreisen nicht ernst genommen. Dass das eine extreme Mini-Gruppierung à la AUNS ist könnte man schon klarstellen.
    Was den verschwundenen Sprengstoff betrifft teile ich als Armeebefürworter und Offizier die Meinung meiner Vorredner. So etwas darf schlicht nicht passieren. Niemals. Genauso wenig wie alle anderen Diebstähle in der Armee und Dingen wie "mexikanisches Entladen". Und Herr Meier, ihnen täte ein Kommunikationstraining nicht schlecht. "SBG SKA" für Sie! 😉
  • DerHans 13.09.2016 21:19
    Highlight Highlight Haha genau! Vorallem bei Schiessübungen gehen spätestens beim "Mexikanischen Entladen" jegliche Kontrolle über den Bestand der Munition verloren. Und nach dem MunBefehl klimmperts immer noch in den Taschen.
  • ignisanulum 13.09.2016 21:14
    Highlight Highlight Diese professionelle Vermisstenanzeige hängt momentan in allen möglichen Kasernen 😂
    User Image
    • reaper54 13.09.2016 21:39
      Highlight Highlight lol hoffe die juso kommt nich in besitz des sprengstoffes offensichtlich haben sie weniger als 0 ahnung 😂 erstaunt mich zwar nicht da alle doppel ut "sind" aber egal. Besser für die armee...
    • Matrixx 13.09.2016 22:41
      Highlight Highlight Reaper: Du beschwerst dich über UTs?
      Mit dem Geld, das ein einziger UT zahlt, wären die Kosten für diesen Sprengstoff wieder gedeckt...
    • reaper54 13.09.2016 23:14
      Highlight Highlight Wenn sie nicht gehen weil sie einfach keine lust haben, schlecht darüber reden und wie oben lügen verbreiten habe ich sehr viel gegen doppel/einfach UTs. Egal was sie Zahlen! Das ist kein Freipass um lügen zu verbreiten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MisterM 13.09.2016 21:10
    Highlight Highlight Was mit den Schuldigen passiert, ist momentan zweitrangig. Das Zeug muss gefunden werden, und zwar sofort!
  • Ruffy 13.09.2016 20:57
    Highlight Highlight Am Ende der RS bei der Materialrückgabe im Zeughaus hatten wir 20, angeblich sauteure, Weisslichter zu VIEL, soviel zur pingeligen verbuchung bei der Herausgabe... Auch das Munitionsdiebstähle immer bemerkt werden ist ja wohl kompletter unsinn...
    • reaper54 13.09.2016 21:42
      Highlight Highlight Ist ziemlich idiotisch munition zu stehlen. Ist hart strafbar und du kannst auch alles legal im zivilen kaufen 😂
    • goschi 13.09.2016 21:47
      Highlight Highlight Die, die man feststellt, stellt man immer fest ;-)

      Man sollte auch niemanden der Gruppe Giardino interviewen, selbst mir als der Armee sehr freundlich Gegenübergestelltem sind das blinde Hardliner, die keinen Wert auf Sachlichkeit legen.
    • Ruffy 14.09.2016 06:39
      Highlight Highlight Natürlich ist Munition zu stehlen dumm. Aber die Behauptung diese Diebstähle würden fast immer entdeckt ist genauso dumm. Wie willst du das feststellen? Wenn 10 Kisten Mun. Entnommen werden und nur 2 zurückkommen wurden 8 verschossen. Ob eine davon in einem PW eines Soldaten landet merkt doch keiner.
  • Binnennomade 13.09.2016 20:37
    Highlight Highlight Jagenau. Sorry, aber jeder junge Schweizer kennt Leute, die zuhause Armeematerial haben, falls er nicht selber welches hat.
    • sidthekid 13.09.2016 20:55
      Highlight Highlight Liegt vielleicht daran, dass man als Wehrpflichtiger sein Material nach Hause nehmen muss?
    • reaper54 13.09.2016 20:55
      Highlight Highlight Logisch, das Gesamte PA Mat 😅
    • nissi 13.09.2016 21:44
      Highlight Highlight Ich weiss genau wovon binnennomade spricht, und das hat rein gar nichts mit dem legal lagernden PA Mat zu tun. Ich kenne selbst leute die zuhause notstromgeneratoren, san-bahren, mehrzwecktools (ähnlich leaderman) und noch anderes nicht gerade günstiges militätmaterial zuhause haben...bei dem schweizer militär von guter materialkontrolle zu sprechen sehe ich ehender als witz an
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