Schweiz
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Oktober 2014: Mit viel Pomp bewarben die Initianten des bedingungslosen Grundeinkommens ihr Anliegen: Eine Ladung von acht Millionen Fünfräpplern wurde auf den Berner Bundesplatz gekippt.
Bild: KEYSTONE

Thomas Vašek zum bedingungslosen Grundeinkommen: «Ich würde nicht alles auf eine Karte setzen»

Mit seinem Buch «Work-Life-Bullshit» stiess Thomas Vašek eine Debatte darüber an, was und wie wir arbeiten sollen. Jetzt schaltet sich der umstrittene Philosoph in die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen ein. Ein Gespräch über Freiheit, Faulheit und Lottogewinner.

07.05.16, 15:01 09.05.16, 04:45


Haben Sie übers Wochenende gearbeitet?
Thomas Vašek: Ist das eine Falle? Natürlich. Ich arbeite immer.​

Warum?
Weil ich muss. Arbeiten ist eine Notwendigkeit. Zudem mag ich meine Arbeit als Chef eines Philosophiemagazins. Auch wenn ich nicht den ganzen Tag im Wald spazieren gehe und mir philosophische Gedanken mache.

Sie sind in einer privilegierten Situation. Für viele bedeutet Arbeiten in erster Linie Geldverdienen.
Arbeit gibt mir Geld, ja, aber dazu könnte ich auch eine Bank überfallen oder im Lotto gewinnen.

bild: thomas Vašek / twitter

Zur Person

Thomas Vašek, geboren 1968 in Wien, ist Philosoph und Wissenschaftsjournalist. Vašek ist Chefredakteur des Philosophiemagazins «Hohe Luft» und Autor mehrerer Bücher. Feuilletons, Fernreisen und Poststrukturalismus hält er für überschätzt. Selbstironie, Boxer und Österreicher dagegen für unterschätzt. Vašek lebt und arbeitet in München.

Das scheinen mir keine vernünftigen Vorschläge zu sein.
Was ich sagen will: Arbeit trägt zu einem guten, gelingenden Leben bei. Arbeit gibt mir nicht nur Geld, sondern auch innere Güter. Arbeit ist wichtig für ein gelingendes Leben. Deshalb tue ich mich auch schwer mit einer Idee, die von der Prämisse ausgeht, dass man auch einfach nicht arbeiten kann und trotzdem Geld bekommt.

Sie sprechen vom bedingungslosen Grundeinkommen. Dazu kommen wir später. Was meinen Sie mit inneren Gütern?
Zum Beispiel die Möglichkeit, sich selber zu entfalten und Fähigkeiten zu entwickeln. Arbeit vermittelt uns Erfahrung, in dem Sinne, dass sie uns vor Probleme und Herausforderungen stellt, die wir lösen müssen. Davon können wir lernen. Arbeit bringt uns mit Menschen zusammen.​

Karl Marx ging davon aus, dass Arbeit – einfach ausgedrückt – den Menschen überhaupt als Menschen definiert. Dass Arbeit also quasi in unserer Natur liegt.
Ich habe kein anthropologisches Verständnis von Arbeit. Ich gehe von einer sehr einfachen philosophischen Voraussetzung aus: Der Mensch sollte versuchen, etwas aus seinem Leben zu machen. Das Leben ernst zu nehmen und Fähigkeiten zu entfalten. Arbeit, also gute Arbeit, gibt uns diese Möglichkeiten.

Können uns nicht auch andere Tätigkeiten diese Möglichkeiten geben? Hobbys zum Beispiel, ehrenamtliches Engagement?
Meinetwegen gibt’s auch ausserhalb des Kapitalismus Formen, die uns die inneren Güter bringen können. Das überzeugt mich aber nicht. So kritisch man die Erwerbsarbeit betrachten kann; es ist ein System, das sich über ziemlich lange Zeit bewährt hat und im Grossen und Ganzen funktioniert.

Für Sie vielleicht. Was ist mit Drittweltländern, wo Menschen teilweise in sklavenähnlichen Zuständen arbeiten?
Natürlich gilt das nicht für alle, überall, und ich vergesse auch nicht, dass es Menschen gibt, die unter der Arbeit leiden. Grundsätzlich, in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich stiftet Arbeit aber Sinn und befriedigt. 

Ich bin mir sicher, dass es auch bei uns Menschen gibt, die ihre Arbeit weder sinnvoll noch befriedigend finden. In zwei Monaten stimmen wir darüber ab, ob der Staat unsere Existenz sichern soll. Arbeit wäre keine Notwendigkeit mehr. Wer leidet, oder auch einfach mal was anderes machen will, vielleicht etwas, das mit viel Risiko verbunden ist, kann kündigen und kommt trotzdem über die Runden. 
Diese Möglichkeit gibt es doch schon jetzt. Ich habe selbst etliche Menschen erlebt, die über Jahre durch einen Job gemacht haben, mit dem sie überhaupt nicht zufrieden waren. Sie waren überzeugt, sie hätten keine Alternative. Die Gewohnheit ist sehr mächtig. Sich einen neuen Job zu suchen, die Sicherheit aufzugeben ist aufwändig und schwierig. Ich bin sehr dafür, dass der Staat den Menschen solche Schritte und Phasen leichter machen muss.

«Viele Lottogewinner arbeiten weiter. Die, die das aber nicht tun, geraten auf eine schiefe Bahn.»

Thomas Vašek

Aber das ist doch gerade die Idee des Grundeinkommens. Meine Generation ist karrieremässig in viel unsichereren Zeiten unterwegs als Ihre es war. Langfristig kann uns nur ein Grundeinkommen diese Sicherheit gewährleisten – ohne das Stigma von der Arbeitslosigkeit.
Das ist die Hoffnung, die mit dem Grundeinkommen verbunden ist. Dieses Argument überzeugt mich, ja. Ich war mal wesentlich radikaler in meiner Ablehnung des Grundeinkommens.

Grundeinkommen: Geld ohne Gegenleistung.
bild: tumblr

Sie widersprechen sich. Warum sind Sie überhaupt dagegen?
Meine Ablehnung beruhte vor allem auf dem Argument, dass das Grundeinkommen ungerecht ist. Die einen kriegen fürs Nichtstun Geld, das andere erarbeitet haben. Und zwar nicht, weil sie nicht arbeiten können, sondern nicht arbeiten wollen. Aber ich sehe die möglichen positiven Effekte des Grundeinkommens. Ich warne einfach davor, zu meinen, es würde all unsere Probleme lösen.

Sie haben wie alle Skeptiker Angst, dass niemand mehr arbeiten würde.
Es besteht die Gefahr, dass wir eine neue Form von Massenarbeitslosigkeit bekommen. Mit dem Unterschied, dass wir nicht mehr von Arbeitslosengeld, sondern von Grundeinkommen sprechen.

Massenarbeitslosigkeit? In einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins «Brand eins» sagen 90 Prozent, dass sie trotzdem arbeiten würden.
Solche Umfragen sind mit Vorsicht zu geniessen. Interessant sind die empirischen Befunde: Die meisten Lottogewinner arbeiten weiter. Das ist quasi ein Argument fürs Grundeinkommen. Aber die Empirie hat eine zweite Seite: Die Lottogewinner, die nicht arbeiten, geraten in sehr vielen Fällen auf eine schiefe Bahn. Die kommen einfach nicht damit klar. Weil wir also nicht wissen, wie die Menschen auf das Grundeinkommen reagieren würden, muss man es als Wette betrachten. Und ich würde nicht alles auf eine Karte setzen.

Champagner statt Büro: David und Carol Martin haben den Rekord-Jackpot von 33 Millionen Pfund geknackt. Sie planen, ihre Jobs zu kündigen, ein Auto zu kaufen und einen Teil zu spenden.
Bild: ROBERT PERRY/EPA/KEYSTONE

Sie meinen, das Grundeinkommen stufenweise einführen?
Ja, und dann beobachten, wie sich die Leute tatsächlich verhalten. Wenn die Menschen weiterhin arbeiten, aber die schlechten Jobs ablehnen, ist das wunderbar.

«Wir brauchen kein Grundeinkommen, wir brauchen bessere Jobs. Wir brauchen keine absolute Freiheit, sondern mehr Freiheit in der Arbeit.»

Thomas Vašek

Sie klingen nicht überzeugt.
Autonomie ist nicht nur eines der grossen Versprechen der Moderne, sondern auch eine Anforderung, die zu Überforderung werden kann. Ich glaube nicht, dass ein gelingendes Leben davon abhängt, dass man 100 Prozent autonom ist, diese liberalistische Idee überzeugt mich nicht. Dahinter steht die Vorstellung, Arbeit stehe im Widerspruch zu Freiheit.

Wie meinen Sie das?
Der liberale Freiheitsbegriff ist problematisch. Zu meinen, man könne tun und lassen, was man wolle, stimmt einfach nicht. Jeder Mensch hat Verpflichtungen – Verkehrsregeln zu beachten beispielsweise, oder als Eltern, sich um ein Kind zu kümmern. Freiheit unterliegt immer gewissen Einschränkungen. Wir brauchen kein Grundeinkommen, wir brauchen bessere Jobs. Wir brauchen keine absolute Freiheit, sondern mehr Freiheit in der Arbeit.

Umfrage

Willst du ein bedingungsloses Grundeinkommen?

  • Abstimmen

3,176 Votes zu: Willst du ein bedingungsloses Grundeinkommen?

  • 61%Ja! Das will ich.
  • 15%Nein! Das ist eine blöde Idee
  • 24%Die Idee ist zwar gut, aber in der Realität funktioniert das nicht.

Was schlagen Sie vor?
Ich nenne das einen Lebensarbeitsvertrag. Die Grundidee: Sie schliessen einen Vertrag ab mit dem Arbeitgeber, der Ihnen die Möglichkeit und das Recht gibt, jederzeit ein bestimmtes Zeitkontingent in Anspruch zu nehmen. Ohne dadurch den Arbeitsstatus zu verlieren. Im Gegensatz zum Sabbatical gäbe es in meinem Modell einen Rechtsanspruch.

Würden Sie Ihr Leben eigentlich ändern, wenn Ihr Grundeinkommen gesichert wäre?
Nein, ich glaube nicht, ich würde meinen Job nicht aufgeben. Wenn ich jetzt nicht so einen spannenden Job hätte, könnte ich mir schon vorstellen, mich einfach mal rauszuziehen, aufs Grundeinkommen zu verlassen. Aber das müsste ein klar umgrenztes Projekt sein, für eine bestimmte Zeit. Auf keinen Fall länger als ein Jahr.

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59
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59Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 08.05.2016 19:51
    Highlight Es wäre interessant zu wissen, wer die hirnrissige Idee hatte, Arbeit mit Menschenwürde (oder so) in Verbindung zu bringen. War es Luther (das Idol von Blocher)?

    In der Antike betrachtete man die Arbeit als menschenunwürdig. Darum hat man sie den Sklaven überlassen.
    13 5 Melden
    • Chanichang 09.05.2016 20:12
      Highlight Super Input!! Lasst die Arbeit den Sklaven!!! Ironie off..
      0 2 Melden
    • Spooky 09.05.2016 20:26
      Highlight @Chanichang
      Die Erfindung der Arbeit war der absolute Tiefpunkt der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Wenn wir uns von der Arbeit nicht hätten ablenken lassen, hätte sich unser Verstand in eine bessere und intelligentere Richtung entwickeln können.

      5 0 Melden
  • Menel 08.05.2016 16:32
    Highlight ANSCHAUEN! :)

    6 1 Melden
  • Billy the Kid 08.05.2016 10:51
    Highlight Schon Thomas Mann bemerkte vor 100 Jahren (!), dass die bürgerlichen Ideologen und ehemaligen Realsozialisten des Ostens sich bei einer Sache einig waren: Die Glorifizierung der Arbeit.
    Wir leben in einer Zeit, in der beide Ideologien vor unseren Augen von a-z demontiert werden, da die Verwissenschaftlichung der Arbeit so weit fortgeschritten ist, dass schon heute Computerprogramme und Roboter weit über 50% jeglicher menschlicher Arbeit überflüssig machen - Tendenz massiv steigend. Es gibt nur ein kleines Problemchen - Computerprogramme und Roboter ersetzen nicht einen Konsumenten. Game Over.
    21 1 Melden
  • swissPHANTOM 08.05.2016 09:56
    Highlight Wenn die hälfte des Mittelstandes frustriert und Arbeitslos ist, ist die Minderheit zur Mehrheit geworden.

    Die egoisten die nicht verstehen dass BGE die logische entwicklung ist, werden darunter leiden dass sie selbst dagegen waren.

    Ich frage mich wieso der Abstimmungskampf so lächerlich geführt wird und keine klare Fakten präsentiert werden!?

    Dafür gehen die Geld an Passanten verteilen und fahren mit goldigen Teslas herum...

    Ich als Befürworter fühle mich von den Initianten verarscht!
    21 5 Melden
    • sergeweibel 09.05.2016 12:32
      Highlight Ganz einfach damit darüber gesprochen wird. Die Fakten alleine regen keine so grosse Diskussion an wie eine provokative Kampagne. Und diese Diskussion bringt die Leute dazu sich mit dem Thema zu beschäftigen…
      4 0 Melden
    • maxy 04.06.2016 17:07
      Highlight Ich fand die Symbolik auch komplett falsch, schon als sie den Fünfräppler-Berg ausgekippt haben. Aber inzwischen habe ich meine Meinung zur Kampagne geändert, es war exakt das richtige Vorgehen. Damals war es komplett unmöglich Fakten zu bringen. Es gab höchstens ein bemitleidendes Lächeln, keine informierten Gegner und ganz sicher keine Argumente. Dank dieser Kampagne ist der Vorschlag jetzt in den Köpfen angekommen und man kann langsam über Vor- und Nachteile der Umsetzungsvorschläge bzw. einer Nicht-Umsetzung diskutieren - heute oder bei der nächsten Entlassungswelle.
      0 0 Melden
  • Billy the Kid 08.05.2016 09:09
    Highlight Was unser Herr "Philosoph" im Interview peinlichst verschweigt:
    Wirklich freies Arbeiten (das Gegenteil von Entfremdung) hat zur Voraussetzung, dass die Arbeit wissenschaftlichen Charakters, zugleich allgemeine Arbeit ist, NICHT Anstrengung des Menschen als bestimmt dressierter Naturkraft, sondern als Subjekt, das in dem Produktionsprozess nicht in bloss natürlicher, naturwüchsiger Form, sondern als ALLE NATURKRÄFTE regelnde Tätigkeit erscheint. (Marx, Grundrisse, 1857/58, 505).
    Wer nach 8 Stunden Migros-Kasse oder Presslufthammer sich geistig und körperlich "befreit" fühlt - besitzt kein Hirn
    17 4 Melden
  • rodolofo 08.05.2016 08:13
    Highlight
    Ein Umpflügen des bisherigen Sozialsystems ist fragwürdig, denn wir wissen nicht, was dann alles zu spriessen beginnt.
    Ein Grundproblem sehe ich in der immer extremer werdenden ungleichen Verteilung von bezahlter Lohnarbeit. Während die Einen bis zum "burn out" krampfen, wie Hamster in einem Hamsterrad, das einen Generator antreibt, lungern arbeits- und Perspektivlose Jugendliche in zerfallenden "banlieus" herum...
    Für die Betriebe sind 100%-Pensen einfacher zu managen.
    Für die Gesellschaft ist es genau umgekehrt!
    Sie muss sich um die Sozialfälle und um die Psychisch krank gewordenen kümmern.
    16 0 Melden
    • FrancoL 08.05.2016 10:03
      Highlight Ich denke dass ein zusätzliches Grundproblem in der UNTERSCHIEDLICH bezahlten Lohnarbeit besteht, die einen müssen tatsächlich bis zum "burn out" krampfen währenddessen andere mit magerem Pensum ihre Arbeit reichlich entlöhnt bekommen. Dieses Gefälle zwischen einzelnen Arbeiten ist heute durch die Nachfrage diktiert und führt zu einer grossen Schieflage in der Entlöhnung der Arbeit. Es geht nicht um einen totalen Lohnausgleich sondern um ein Aufwerten der Arbeit im allgemeinen, Arbeiten muss sich wieder lohen und eine Perspektive geben, dann wird auch ein Teil der "banlieus" trocken gelegt.
      10 0 Melden
    • rodolofo 08.05.2016 10:29
      Highlight Die unterschiedlichen Werte von Lohnarbeiten gründen auf einer extrem ungleichen Verteilung des Kapitals.
      Wenn ein Superreicher sein Geld ausgibt, dann fragt er nur in einem auf sehr beschränkten Masse Lebensmittel nach, aber unverhältnismässig viele Luxus-Artikel.
      Da die Nachfrageseite für die Befriedigung von Grundbedürfnissen kleiner wird, die Angebots-Seite aber grösser, setzt sich eine Abwärts-Spirale in Gang, mit immer tieferen Preisen und Löhnen in der "Basis-Wirtschaft".
      Eine Aufwärts-Spirale gibt es dagegen in der Produktion und Verteilung von Luxusgütern, einer Art "Wasserkopf"...
      6 0 Melden
    • FrancoL 08.05.2016 11:17
      Highlight Erlaube mir dass dies nur die halbe Wahrheit! Beispiel; Die Bauwirtschaft leidet in grossem Masse unter der ungleichen Bezahlung der Arbeit und dies obwohl die Reichen immer mehr baulichen Luxus wollen und natürlich auch bekommen; doch der Arbeiter bis hin zum mittleren Kader ist klar niedriger entlöhnt als zB das ähnliche Segment in anderen Brachen.
      Beispiel; Herstellung Luxusgüter, in der Modebranche, da muss ich wohl kaum weiter ausholen . . . Kinderarbeit eine Katastrophe.
      Verdienst Rechtsanwalt zu Bauingenieur bei der gleichen Verantwortung? wo soll da der Reichtum wirklich beeinflussen?
      3 1 Melden
  • Schneider Alex 08.05.2016 07:15
    Highlight Initiative „Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)“: Es gibt genügend sinnvolle Arbeit!

    Beim bedingungslosen Grundeinkommen besteht der Verdacht, es gebe nicht genügend Arbeit. Das ist natürlich ein Irrtum. Im Umwelt-, Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Sicherheitsbereich gibt es genügend sinnvolle Arbeit Die Eingliederung in den Arbeitsprozess ist insbesondere für die Jungen zentral und sollte nicht durch die Suggestion "free lunch" unterlaufen werden. Minimallöhne sind daher zweckmässiger als das bedingungslose Grundeinkommen.
    4 7 Melden
    • Stefan von Siegenthal 08.05.2016 08:40
      Highlight Klar, im Moment haben wir Vollbeschäftigung. Aber dies wird sich in den nächsten 10-20 Jahren drastisch ändern aufgrund der Digitalisierung Automation in sämtlichen Wirtschaftssektoren. Bisher betraf die technologische Entwicklung hauptsächlich nur die Produktion. Nun sind tausende Formen bestrebt Automatisierungen in allen Bereichen voranzutreiben. Vom Kassierer, über den Buchhalter bis hin zum Arzt. Viele Jobs werden nicht komplett verschwinden, aber anstatt 20 Leute, brauchts dann nur noch 3 in der Buchhaltung. Dass genügend neue Jobs entstehen zeichnet sich im Moment nicht ab.
      13 6 Melden
    • Schneider Alex 09.05.2016 06:58
      Highlight Maschinenstürmerei bringt wirklich Nichts, aber es gibt noch viele Jobs, die heute nicht besetzt und (ausreichend) bezahlt werden ausserhalb des rationalisierbaren Bereichs.
      1 2 Melden
    • Stefan von Siegenthal 09.05.2016 11:00
      Highlight Heute schon. Aber selbst im Pflegebereich sieht man heute zB in Japan bereits, wie Roboter in die Altenpflege integriert werden und so weniger Personal nötig ist. Oder an welche unterbesetzte Bereiche denkst du?
      1 0 Melden
  • flyme 08.05.2016 02:12
    Highlight Das Gerechtigkeitsargument ist falsch. Das Geburtsrecht eines Menschen beinhaltet das Recht für sein eigenes Ueberleben zu sorgen. Dafür braucht er, sobald er erwachsen und gesund ist, historisch gesehen nicht mehr als ein Stück Land. Hatte er das nicht, so versuchte er, mit Gewalt an "sein" Land zu kommen.
    Unsere heutige Wirtschaftsordnung hat erkannt, dass es ineffizient ist, wenn jeder sein eigenes Stück Land bearbeitet und Arbeitsteilung eingeführt. Das BGE ist unter diesem Gesichtspunkt der Zins auf unser Stück Land, auf welches wir zu Gunsten einer effizienten Wirtschaft verzichten.
    15 4 Melden
    • swissPHANTOM 08.05.2016 10:11
      Highlight Wow Danke für diesen Beitrag!

      Ganz nach der Erkenntniss dass das Land dem Volk gehört und Staatsbedienstete unser Land usw lediglich in unserem Auftrag verwalten.
      13 0 Melden
  • äti 07.05.2016 23:16
    Highlight Ich höre immer wieder das gleiche Gegenargument: "mit dem BGE arbeitet niemand mehr". Kann mir jemand sagen wie man mit 2'500 lustig leben kann? Der Betrag ist für die meisten Orte unter dem Existenzminmum.
    Und auch klar, ich könnte mir eine "light" Version als Start vorstellen.
    21 11 Melden
    • rodolofo 08.05.2016 08:22
      Highlight Das Grundeinkommen sollte für den Notfall sein, also nicht einfach mit der Giesskanne an alle verteilt werden!
      Erst wenn jemand mit seinem Einkommen unter die 2'500.- Fr. fällt, sollte er/sie das Grundeinkommen beantragen dürfen. Dieser Antrag wird von einer staatlichen Behörde geprüft (neue Arbeitsmöglichkeit für nutzlos gewordene BürokratInnen!).
      Im Falle von Hausfrauen mit Kindern wäre der Fall klar: Sie bekämen sofort das Grundeinkommen ausbezahlt.
      Bei Arbeitslosen wäre der Fall ebenfalls klar:
      Sofort gibt's das Grundeinkommen.
      5 12 Melden
    • äti 08.05.2016 12:55
      Highlight @rodolfo: danke. genau so hab ich es auch verstanden. Nicht verstehen tue ich das Bürgerliche Argument, dass "niemand" mehr arbeiten würde.
      3 1 Melden
    • rodolofo 08.05.2016 13:06
      Highlight Verstehe ich auch nicht.
      Arbeit gibt es doch in Hülle und Fülle!
      Ich kenne einen ehemaligen Buschauffeur, der wegen seinem durch die einseitige Arbeit ruinierten Rücken ein IV-Fall und Schmerzpatient geworden ist.
      Da er ein väterlicher Typ ist, hat er begonnen, mit den Kindern in seinem Quartier etwas zu unternehmen.
      Ich selber bin zwar berufstätig, habe aber ebenfalls Freiwilligenarbeit, die ich bei Bedarf ausdehnen könnte.
      3 2 Melden
  • Spooky 07.05.2016 20:17
    Highlight Bei vielen Schweizern (nicht bei allen, schon klar), die 2500 Franken bekommen würden, geht es nicht ums Faulenzen, sondern um das nackte physische und psychische und soziale Überleben.

    Natürlich ist das BGE nicht das Gelbe vom Ei. Aber schlimmer als es jetzt ist, kann es nicht werden.
    34 30 Melden
    • stadtzuercher 07.05.2016 20:51
      Highlight "schlimmer als es jetzt ist, kann es nicht werden."
      ich schätze, der mehrheit der menschen in der schweiz gehts sehr gut. wenn so ein statement von einem sozialhilfebezüger kommt, kann ich das verstehen, da sind 2500 eine verdoppelung des einkommens. aber jeder iv-rentner verdient erheblich mehr als 2500, auch die arbeitslosenkasse bezahlt mehr etc.
      ich beschäftige ein paar angestellte, ich werde mich als arbeitgeber natürlich nicht dagegen wehren, wenn der staat die ersten 2500 meiner löhne bezahlt. aber dass das bge für eine mehrheit der bevölkerung besser sein soll, bezweifle ich.
      29 16 Melden
    • samara 07.05.2016 21:51
      Highlight Also, nicht jeder IV-/AHV-Rentner hat unbedingt mehr in der Tasche als mit sagen wir mal diesen hypothetischen 2500.- Grundeinkommen. Deswegen sollen ja auch die Ergänzungsleistungen erhalten bleiben, damit eben jeder ein menschenwürdiges Leben führen kann. Kennen sie den Stundenlohn eines IV-Rentners, der in einem Programm arbeiten muss (=EL werden gekürzt oder fallen ganz weg)? Kennen sie den, Stadtzuercher?
      14 8 Melden
    • Aliyah 07.05.2016 22:45
      Highlight @ samara
      Ja, ich kenne es. Als IV-Rentner verdient man im geschützten Arbeitsbereich zwischen 1.- bis 5.- in der Stunde. Bei Lehrlingen mit IV-Massnahme inkl. Eingliederung in den 1.Arbeitsmarkt zwischen 15.- 19.- Fr. In der Stunde.
      Jedoch muss dann von diesem Lohn etliches privates bezahlt werden. Sobald man als IV Rentner arbeitet wird einem meist das monatliche Kleidergeld (50.- bis 100.-) gestrichen. Ect.pp.
      13 1 Melden
  • Mila1 07.05.2016 20:08
    Highlight Es ist besser, man startet ein Pilotproiekt in kleinem Rahmen und sieht dann, ob es sinnvoll oder nicht durchführbar ist.
    20 7 Melden
  • bianca1 07.05.2016 19:31
    Highlight "Die einen kriegen fürs Nichtstun Geld, das andere erarbeitet haben. "
    Da frage ich mich, was ist denn mit den heutigen Arbeitslosen, IV- und Sozialhilfebezügern. Für die zahlen wir ja jetzt auch schon. Und warum ist das Hauptargument immer, dass niemand mehr arbeiten geht? Das verstehe ich nicht. Es sind nicht alle Menschen faul.
    35 14 Melden
    • Micha Moser 07.05.2016 19:47
      Highlight Absolut richtig! Nicht alle Menschen sind faul, der Ruf wenn man keine Arbeit hätte, wäre wohl nicht besser als heute und IV-Bezüger hätten nicht mehr das Gefühl, jedes Jahr wieder zu beweisen das man auch sicher nicht simuliert, um Unterstützung zu bekommen.
      23 9 Melden
    • _kokolorix 07.05.2016 20:52
      Highlight Das hat nichts mit Faulheit zu tun. Es gibt viele, auch fleissige, Leute die tun einfach nichts wenn es ihnen nicht konkret gesagt wird. Genau diese Menschen sind das Problem beim BGE. Wer sagt ihnen dann, das sie auch noch arbeiten sollen? Wer in so einem System aufwächst und lernt mit dem GE auszukommen, kommt evtl. gar nicht auf die Idee, Arbeit zu suchen.
      Die Faulen sorgen schon heute mit viel Kreativität dafür, dass sie nicht, oder nur wenig arbeiten müssen.
      14 14 Melden
    • stadtzuercher 07.05.2016 20:55
      Highlight es geht ja wohl nicht primär um iv- und sozialhilfebezüger. ein grossteil der profiteure wären studenten, ein-erwerbstätigen-haushalte ('die frau am herd'), wohl auch die frau des bauern, wenn der bauer das ganze einkommen auf seinen namen deklariert. man könnte übrigens geradezu von einer staatlichen förderung des ein-erwerbstätigen-haushaltes sprechen. familien- und kindernachzug aus dem ausland würde höchst lukrativ werden.
      17 8 Melden
    • Charlie Brown 07.05.2016 21:03
      Highlight Das Zitat geht weiter: "Und zwar nicht, weil sie nicht arbeiten können, sondern nicht arbeiten wollen."

      Damit wäre wohl der eine Teil der Frage geklärt...
      8 2 Melden
    • samara 07.05.2016 21:58
      Highlight Liebe Leute, in der Schweiz muss jeder Sozialhilfebezüger in einem Programm arbeiten. Sei es bei der City-Pflege, einem städtischen Betrieb (Cafeteria, Keller aufräumen, Trams an der Endhaltestelle auf "Papierfötzel" überprüfen, Abfallentsorgung, Elektroschrott auseinanderschrauben usw.) gegen ein Darlehen genannt Sozialhilfe. Auch IV-Rentner werden z.T. zügig über solche Einsätze integriert. Wer profitiert?
      9 4 Melden
    • der Denker 07.05.2016 22:10
      Highlight Das Problem ist doch eher, dass es sich für Teilzeitarbeitende gar nicht mehr lohnt, arbeiten zu gehen. Viele Personen würden doch zudem ihr Arbeitspensum verringern. Damit unterstützen die 100% Arbeitenden mit Ihren viel höheren Steuerabgaben die anderen, welche nicht mehr so viel arbeiten möchten. Also wenn das BGE angenommen wird, gehe ich in ein anderes Land arbeiten, in dem meine Arbeit noch als solche gewürdigt wird.
      19 13 Melden
    • samara 07.05.2016 22:17
      Highlight Nachtrag: Zum Teil arbeiten diese Leute auch in Teillohnprogrammen...
      4 2 Melden
    • Spooky 08.05.2016 00:54
      Highlight @der Denker

      "...gehe ich in ein anderes Land arbeiten, in dem meine Arbeit noch als solche gewürdigt wird."

      Und welches Land hast du in dieser Hinsicht im Kopf?
      12 1 Melden
    • Martiis 09.05.2016 14:03
      Highlight Micha Moser, die wenigsten IV-Bezüger können von CHF 2'500 leben. Die meisten sind doch auf Ergänzungsleistungen und z.T. auch auf Hilflosenentschädigung angewiesen um über die Runden zu kommen. Also würde sich für IV-Bezüger mit dem BGE nicht viel zum Positiven verändern. Rechtfertigen müssten sie sich weiterhin um zu ihrem Geld zu kommen. Es besteht eher die Gefahr, dass sie durch allfällige MwSt-Erhöhungen schlechter fahren würden als heute.
      2 1 Melden
    • maxy 04.06.2016 17:28
      Highlight @der Denker: Selbst wenn die Abgaben sehr hoch wären hätte man mit Arbeit ja immer noch deutlich mehr wie ohne. Ich verstehe den Aufschrei nicht. In Anbetracht der heutigen Höhe von arbeitsfreiem Einkommen durch Zinsen und Erbschaft ist es doch absurd so über das Existenzminimum zu diskutieren. Jeder der die Schnauze voll hat kann ja selber auch versuchen nur vom BGE zu leben. Das ist doch ein fairer Deal, oder?
      0 0 Melden
  • Chanichang 07.05.2016 19:03
    Highlight Der Herr sollte selbst mal auf dem Bau oder im Service arbeiten und dann nochmal ein Interview geben. Ich verstehe das Gegner-Argument einfach nicht, dass alle nicht mehr arbeiten würden. Mit dieser Logik sollten sich doch jetzt schon alle mit dem Minimalbetrag zufrieden geben und ihr Arbeitspensum angleichen. Das machen bis jetzt die wenigsten, oder?
    32 10 Melden
  • kliby 07.05.2016 18:36
    Highlight das bge ist eine umverteilung zu sehr unterschiedlichen profiteuren. die nicht arbeitende frau eines bankdirektors erhält sie genauso wie ein student oder eine schwarz arbeitende putzfrau. wenn das geld bei der wirtschaft oder den reichen geholt wird, mag das ok sein. wenn es aber beim arbeitenden mittelstand geholt wird (sozialabzüge, hohe mehrwertsteuer etc), hat das bge die wirkung einer neoliberalen kopfsteuer, welches den mittelstand in kurzer zeit kaputt macht.
    ps. wo unser wirtschaftsfreundliches parlament, volch und unserere regierung das geld nicht holen wird, ist heute schon klar...
    32 6 Melden
  • Chewbacca 07.05.2016 18:32
    Highlight Der Vergleich mit den Lottomillionären hinkt m.E. gewaltig: Zwischen dem Erhalt eines fixen Betrags pro Monat und dem einmaligen Gewinn von Millionen (womit offensichtlich viele nicht klarkommen, da ein krasser Einschnitt ins Leben) liegen Welten.
    30 4 Melden
  • Zeit_Genosse 07.05.2016 17:57
    Highlight Das BGE sollte anhand eines begrenzten Projekts weiter entwickelt werden. Wir haben zu viele Variabeln und Unbekannte, um vernünftig darüber abzustimmen. Dass das bisherige System Reformbedarf hat, ist mehrheitsfähig. Lösungsansätze schon weniger, weil nichts Konkretes da ist. So kann man nicht fundiert Ja stimmen und deshalb wird es abgelehnt. Man weiss nicht, was man gewinnt, wohl doch was man riskiert. Change funktioniert nur, wenn das Neue für die meisten etwas Besseres verspricht. Es wird aber nichts versprochen, ausser eine Systemänderung.
    23 2 Melden
  • _kokolorix 07.05.2016 16:40
    Highlight Ich werde das BGE annehmen, aber nur weil ich der Meinung bin, jede Änderung ist besser als alles einfach bis zum bitteren Ende weiterlaufen zu lassen.
    Es wird Menschen geben, die genauso engagiert weiterarbeiten wie bisher. Es wird welche geben, die die neue Freiheit nutzen und private und gemeinnützige Projekte verwirklichen. Und es wird ganz viele geben, die gar nichts tun. Und diese sind der grosse Knackpunkt. Die Masse der Nichtstuer wird die Produktivität der Volkswirtschaft verringern, die Finanzierung verunmöglichen und einen weiteren Keil in die Gesellschaft treiben.
    34 20 Melden
    • who cares? 08.05.2016 00:09
      Highlight Was für neue Freiheit?
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    • _kokolorix 08.05.2016 07:50
      Highlight Die Freiheit nicht um jeden Preis einer Erwerbsarbeit nachgehen zu müssen
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    • who cares? 08.05.2016 09:36
      Highlight Aber es wird doch damit argumentiert, dass die Leute trotzdem arbeiten gehen, auch weil 2500.- nicht ein so schönes Leben ermöglichen.
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    • _kokolorix 08.05.2016 12:38
      Highlight Ob für 2500 Fr ein schönes Leben möglich ist entscheidet letztlich dein Empfinden was schön ist. Für mich wäre es denkbar als Selbstversorger zu leben, da ich ein Stück Land besitze. Das wäre mit dem BGE durchaus realistisch.
      Aber ich sehe auch das viele eben ohne Zwang nichts tun, das ist schon heute bei der Sozialhilfe so.
      Aber die zum Teil erniedrigende Art und Weise wie man in einzelnen Gemeinden Sozialhilfebezüger behandelt ist ebenfalls nicht gut.
      Generell ist der Schritt zum BGE einfach zu gross und Niemand kann voraussagen was genau passieren wird
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    • who cares? 08.05.2016 15:10
      Highlight Für was benötigt ein Selbstversorger ein Grundeinkommen?
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    • _kokolorix 08.05.2016 20:18
      Highlight Weil auf meinem Grundstück keine Handys wachsen...
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    • DerElch 09.05.2016 08:32
      Highlight Der Staat (die andern) soll dir also nicht das Überleben sondern den Luxus im Leben sichern.
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    • _kokolorix 09.05.2016 11:23
      Highlight Halleluja.
      Auf einem Hektar eine sechsköpfige Familie 100% selbst zu versorgen ist eine echte Herausforderung. Deshalb mache ich das ja auch jetzt nicht. Aber mit dem BGE im Rücken könnte man es wagen. Damit will ich ja aufzeigen das nicht nur faule Leute nicht mehr Arbeiten sondern auch fleissige
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    • who cares? 10.05.2016 07:13
      Highlight Gibt's auch etwas zurück an die Gesellschaft oder wird nur genommen?
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    • maxy 04.06.2016 17:39
      Highlight @_kokolorix Ein Grundstück zu bewirtschaften so dass es für sechs Leute? Wow. Ich bin zwar ein Stadtmensch und verstehe nicht viel davon, aber "nicht mehr arbeiten" scheint mir eine sehr gewagte Beschreibung dieser Tätigkeit.
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    • _kokolorix 04.06.2016 19:28
      Highlight Ok. Keiner Erwerbstätigkeit nachgehen wäre wohl treffender
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    • maxy 04.06.2016 22:11
      Highlight Ich verstehe. Aber meine Kollegen jammern jeweils sie seien gezwungen so viel zu arbeiten weil sie eine Familie ernähren müssten. Natürlich tun sie nichts dergleichen. Sie sitzen im Büro und sind total davon abhängig dass jemand anders für sie Lebensmittel produziert. Ich persönlich würde jemanden der 5 andere Menschen ernährt als erwerbstätig bezeichnen, egal in welche Richtung das Geld fliesst.
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    • who cares? 05.06.2016 07:28
      Highlight @maxy Das nennt man Arbeitsteilung. Der, der Lebensmittel produziert ist z.B. von dem abhängig, der seinen Traktor flickt.
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  • dracului 07.05.2016 16:06
    Highlight "Gerechtigkeit" in diesem Zusammenhang? Ist es gerecht, dass 10% der Menschen 90% des Vermögens besitzen oder dass Kinder von reichen Eltern nie arbeiten müssen? "Verdienen" Manager wirklich so viel mehr Geld? Sind alle Lohnunterschiede mit "Gerechtigkeit" zu rechtfertigen? Für mich ist das BGE das falsche Mittel, aber es wird immer notwendiger, dass wir etwas gegen das Auseinanderklaffen der Lohn- und Vermögensschere unternehmen. Längerfristig schadet das Ungleichgewicht auch den Reichen und dem Sozialfrieden. Arbeit muss sich darum wieder mehr lohnen (für alle)!
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    • nessee 10.05.2016 17:24
      Highlight Genau das sind auch meine Gedanken! Es so lassen wie es jetzt ist, ist alles andere als "gerecht" und die Schere zwischen arm und reich klafft immer mehr auseinander.
      Zum Thema "Faule würden nicht mehr arbeiten": Ich behaupte, das Gegenteil wird eintreffen. Schauen wir doch die heutige Situation an: Der Grossteil arbeitet nicht aus Freude, sondern weil er muss um über die Runden zu kommen. Wer in der Arbeitslosen- oder Sozialhilfe-Mühle drin steckt, hat meist schon jede Motivation verloren überhaupt noch arbeiten zu wollen - verständlicherweise bei den "Jobaussichten" und dem heutigen Druck!
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Kinder dürfen jetzt offiziell zwei Papis oder zwei Mamis haben – Stiefkind-Adoption boomt

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