Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Die Gemeindepräsidentin von Zermatt: Romy Biner-Hauser. bild: zvg

Zermatt von der Aussenwelt abgeschnitten: «Wir mussten improvisieren»

Zermatt ist wegen akuter Lawinengefahr von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Gemeindepräsidentin erzählt im Interview, wie die Zermatter und Gäste mit der Situation umgehen.

09.01.18, 13:54 09.01.18, 15:40

Romy Biner-Hauser, Zermatt ist von der Aussenwelt abgeschnitten. Wie ist die Stimmung im Dorf?
ROMY BINER-HAUSER:
Sehr gelassen, sehr ruhig. Die Gäste sind zufrieden und schlendern durch die Bahnhofsstrasse. Es gibt keinen Grund zur Panik oder Angst.

Woran merkt man, dass es dennoch ganz kein gewöhnlicher Tag in Zermatt ist?
Gäste und Einheimische können sich nur im Dorf bewegen. Alle Winterwanderwege sind gesperrt, alle Skigebiete sind geschlossen. Auch die An- und Abreise ist nicht möglich. Strom haben wir aber mittlerweile wieder, nachdem heute Morgen während zweieinhalb Stunden Dunkelheit herrschte. Zudem haben wir viel Schnee, doch das ist an und für sich nichts Aussergewöhnliches.

Hier erfährst du alles Wichtige zur aktuellen Lage im Wallis

Wie haben die Gäste reagiert, dass sie weder wandern noch Ski fahren können?
Sie haben Verständnis. Denn sie sehen ja, dass die momentane Situation nicht normal ist. Und solange sie informiert, versorgt und keine Angst um ihre Sicherheit haben müssen, nehmen sie dies gut auf. 

Ist heute ein guter Tag für die Restaurants und Cafés in Zermatt?
(lacht). Sicher, die Menschen wollen ja versorgt sein. Jeder hat das Bedürfnis zu essen und zu trinken. Und so wird er früher oder später in den Restaurants landen.

Gab es viele, die heute Morgen nicht zur Arbeit konnten?
Viele, die in Zermatt arbeiten, wohnen im Tal, zum Beispiel in Täsch oder Visp. Und sie konnten heute morgen nicht zur Arbeit kommen. So musste man improvisieren. Sprich: Mitarbeiter, die in Zermatt wohnen und heute eigentlich frei hätten, sprangen für ihre Arbeitskollegen ein. Engpässe an Mitarbeitern konnten so vermieden werden. Die Schule aber blieb wegen der vielen fehlenden Lehrer geschlossen.

So verschneit ist Zermatt Video: kaltura.com

Wie steht es um die Lebensmittel-Vorräte?
Momentan ist dies kein Problem. Wir müssten schon einige Tage abgeschnitten sein, damit es zu Engpässen kommen könnte. Und da der Wetterbericht für morgen Mittwoch bereits wieder viel besser aussieht, bezweifle ich stark, dass es soweit kommt.

Können Sie sich an eine ähnliche Situation in der Vergangenheit erinnern?
Ich bin in Zermatt geboren und aufgewachsen. In meiner Jugend war das Dorf häufig abgeschnitten, teilweise über Tage oder auch über ein bis zwei Wochen hinweg. Es ist also nichts Aussergewöhnliches. Was einfach ist: Wir hatten die Situation seit einigen Jahren nicht mehr, mindestens 12 Jahre lang. Und wie dies so ist: Der Mensch vergisst gerne schnell und so ist es jetzt ein wenig ein Wachrütteln – was machen wir jetzt, wie reagieren wir? Aber es hat dennoch alles sehr gut funktioniert.

Süss: Panda legt sich mit Schneemann an

Video: watson

Spass im (und mit) Schnee

Das könnte dich auch interessieren:

Vergesst Russland und USA: In Syrien droht ein Krieg zwischen Iran und Israel

10 Fragen, die dem SBB-Kundendienst im Internet tatsächlich gestellt wurden 🙈

Hätten die Echo-Verantwortlichen doch diesen Film gesehen ...

«Ohne Fiat Money wäre unser Wohlstand undenkbar»

Liebe Baslerinnen und Basler, das passiert jetzt mit eurer BaZ ...

Stoppt die Essensdiebe! 9 Etiketten, die du brauchst, wenn du im Büro arbeitest

«Sitz, du Sau!» – Als Hockeybanausin am Playoff-Finalspiel

Dreht Obama durch? Dieses Video zeigt eine der grössten Gefahren für Demokratien

John Oliver attackiert die Schweiz – das sagt der Steuerexperte dazu

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bcZcity 09.01.2018 15:06
    Highlight Krass, Schnee in den Bergen, dann noch im Januar! Das Leben überrascht mich immer wider! Ich hoffe den Menschen dort geht es gut. Unglaublich welche unvorhersehbaren Ereignisse die Natur uns immer wieder vor den Latz knallt! #pray4zermatt
    38 17 Melden
    • Staedy 09.01.2018 15:48
      Highlight Geht mir genauso. Nur weil immer mehr Frühling ist bei uns heisst es ja noch lange nicht, dass der Schneefall eingestellt wurde. Was haben die vor 200 Jahren eigentlich gemacht, wenn es tagelang geschneit hat, im Winter? Gab es da schon Gemeindepräsidenten (-innen sicher nicht) die zur Lage der Zermatter Auskunft geben mussten? So viele Fragen. Zermatter und Saastaler plus weitere eingeschneite, wickelt euch in die Decken ein, geht ins Wellnessbad oder in die Sauna und wartet ab, es chunnt scho güet. Bis dahin, jeden Tag eine Kerze von mir für euch. Das Gebet kommt von bcZcity.
      11 8 Melden
    • Mia_san_mia 09.01.2018 16:13
      Highlight @bcZcity und Staedy: Wow Eure Kommentare sind ja so cool 😂 Man könnte meinen, dass da jemand ein Riesendrama macht. Das ist ein ganz normales Interview mit der Gemeindepräsidentin zu einer Situation die halt nicht alltäglich ist.
      22 1 Melden
    • bcZcity 09.01.2018 18:04
      Highlight Spass darf man noch haben, wenn man schon keinen Schnee hat?!?!
      0 1 Melden
    • Mia_san_mia 11.01.2018 09:56
      Highlight @bcZcity: Ja man kann Spass haben, ich sage ja nichts dagegen. Man kann auch cool sein, da habe ich auch nichts dagegen.
      0 0 Melden

SVP-Präsident Rösti: «Unsere Wähler laufen nicht über, sie bleiben einfach zuhause»

Am Wochenende gab es in den Kantonen Zürich und Genf erneut deutliche Niederlagen für die lange erfolgsverwöhnte SVP. Parteipräsident Albert Rösti spricht von resignierten Anhängern, mangelnder Mobilisierung und erklärt, weshalb die Linke von sprudelnden Steuern profitiert.

Herr Rösti, die SVP hat am Wochenende erneut verloren. Nicht nur in den Städten gab es Niederlagen, sondern auch in der Agglo und in Landgemeinden wie Rafz oder Eglisau. Befindet sich die Partei in einer flächendeckenden Krise?Albert Rösti: Nein, das ist gar nicht der Fall, wenn die Partei auf sehr hohem Niveau gewisse Verluste einfährt. Klar ist aber: Es ist uns zu wenig gelungen, die Leute zu überzeugen, dass es die SVP braucht, etwa bei der Sicherung von Arbeitsplätzen von über …

Artikel lesen