Schweiz
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Ein Gebaeude im Industriequartier in Embrach (ZH) am Dienstag, 1. Juli 2014. Eine Moschee der radikalislamischen El-Furkan-Gemeinschaft im Embracher Gewerbe- und Geschaeftshaus sorgt fuer Unruhe im Dorf. El-Furkan wirbt für die salafistische Terrorgruppe «Islamischer Staat im Irak und in Syrien» (ISIS) und predigt den Dschihad. (KEYSTONE/Walter Bieri)

In diesem Industriegebäude soll sich eine dschihadistische Gemeinschaft eingenistet haben – oder doch nicht?  Bild: KEYSTONE

Verein distanziert sich vom Terror

Die «Dschihadisten» von Embrach: Keine Waffen und Terrorgelüste, dafür Bärte und Hunger

03.07.14, 18:30 04.07.14, 15:29

«Hier schlägt das Terror-Herz der Schweizer Islamisten», titelte der «Sonntagsblick» vergangenes Wochenende. Die islamistische Bewegung El-Furkan habe sich im Industriequartier in Embrach ZH eingenistet, ihr Ziel sei nichts weniger als die Weltherrschaft, ein islamischer Gottesstaat, der Dschihad – wie die im Irak aktive Terrorgruppe ISIS. 

Die Tuerklingel mit der Aufschrift El Furkan im Industriequartier in Embrach (ZH) am Dienstag, 1. Juli 2014. Eine Moschee der radikalislamischen El-Furkan-Gemeinschaft im Embracher Gewerbe- und Geschaeftshaus sorgt fuer Unruhe im Dorf. El-Furkan wirbt für die salafistische Terrorgruppe «Islamischer Staat im Irak und in Syrien» (ISIS) und predigt den Dschihad. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Die ganze Schweiz erschrak, nur die Gemeinde Embrach nicht: «Die Medien schreiben von einer riesigen Aufregung, ich schätze die Lage im Dorf aber als sehr ruhig ein», sagte Gemeindepräsident Erhard Büchi auf Anfrage von watson.

Ein Augenschein am Montagabend zeigt: Gerade mal fünf bärtige und angespannt wirkende Männer haben sich in dem kleinen Gebetsraum in Embrach versammelt. Wegen der Medienberichte hätte sich niemand mehr her getraut, sagt ein Anwesender in perfektem Schweizerdeutsch. «Wir sind müde, es ist Ramadan, wir haben den ganzen Tag gefastet und wurden von den Medienberichten komplett überrumpelt», sagt ein junger Mann. Die Absage lautet freundlich, aber bestimmt: «Bitte warten Sie unsere Stellungnahme ab und lassen Sie uns essen.»

Ein Gebaeude im Industriequartier in Embrach (ZH) am Dienstag, 1. Juli 2014. Eine Moschee der radikalislamischen El-Furkan-Gemeinschaft im Embracher Gewerbe- und Geschaeftshaus sorgt fuer Unruhe im Dorf. El-Furkan wirbt für die salafistische Terrorgruppe «Islamischer Staat im Irak und in Syrien» (ISIS) und predigt den Dschihad. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Opfer einer Namensverwechslung? 

Was war passiert? Der «Sonntagsblick» bezog sich mit seinen Vorwürfen auf den deutschen Verein «al-Furqan», einer Salafisten-Bewegung, die dort unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Am Mittwoch stellt der Vorstand des Embracher Vereins «El-Furkan» in seiner Stellungnahme an Medien klar: «Mit dem deutschen Verein al-Furqan sind wir in keinster Weise verbunden.» Mehr noch, man distanziere sich klar von jeglichen Anwerbeversuchen für den heiligen Krieg oder die Terrorgruppe ISIS sowie «von jeglicher Form des Terrorismus», schreibt der Verein. Ist die Gemeinschaft, die sich in Embrach zum Gebet trifft, nun Opfer einer Namensverwechslung geworden? 

Der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) kannte die Gemeinschaft in Embrach bis anhin nicht. Er hält aber fest, dass es innerhalb der islamischen Strömungen ungefährliche salafistische Gemeinschaften gibt, die – ähnlich evangelikaler Gruppen – ihren Glauben zwar sehr quellenorientiert und fundamentalistisch auslegen, jedoch nicht dschihadistisch sind. Die Nähe der Gemeinschaft zum Koran zeichnet sich denn auch im Namen ab: El-Furkan leitet sich von einer Bezeichnung für den Koran bzw. einer darin enthaltenen Sure ab. 

Gemeindepräsident gibt Entwarnung

Der Embracher Gemeindepräsident seinerseits betrachtet die Sache als erledigt. Nach einem runden Tisch am Mittwochabend mit dem Vorstand des Vereins und Vertretern der Behörden sowie der Polizei sagt er: «Wir konnten im Gespräch und einer gemeinsamen Lagebeurteilung feststellen, dass vom Verein El-Furkan keine Gefahr für die Ruhe, Ordnung und Sicherheit der Gemeinde Embrach ausgeht.» Schon im Vorfeld habe es über die Mieter weder seitens der Nachbarn noch seitens der Behörden Klagen oder Meldungen gegeben.

Der Gemeindepräsident spricht von einer gelungenen Kontaktaufnahme: «Die Mitglieder der Gemeinde sprechen unsere Sprache, gehen qualifizierten Berufen nach und sind integriert», sagt er. Man werde weiterhin in Kontakt bleiben.



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 04.07.2014 15:04
    Highlight Welch ein Zufall mit dem Namen..... Gaanz harmlose Jungs....wie naiv muss man sein um so was zu glauben?
    2 1 Melden
  • tomdance 03.07.2014 23:49
    Highlight Und wieder hat Ringier lausig recherchiert. Es ist eben einfach mit grossen Schlagzeilen Wind zu machen. Und damit das schwellende Feuer der Intoleranz anzufachen. Nur um sich danach wieder mit grossen Schlagzeilen über Gewalt von Rechts zu empören. Geld regiert an der Dufourstrasse und nicht guter Geschmack, moralisches Verhalten oder herausragende Intelligenz. Schade, dass solche Erzeugnisse immer noch einen Millionenprofit abwerfen.
    5 1 Melden
  • zombie1969 03.07.2014 22:30
    Highlight Verkürzte Rede des australischen Ex-Premier J. Howard, Feb. 2008

    „Einwanderer müssen sich anpassen. Akzeptieren sie es, oder verlassen sie das Land. Ich habe es satt, dass diese Nation sich ständig Sorgen machen muss, ob sie einige Individuen oder deren Land beleidigt. Seit den terroristischen Anschlägen auf Bali spüren wir einen zunehmenden Patriotismus bei der Mehrheit der Australier. Wir sprechen überwiegend Englisch, nicht Spanisch, Libanesisch, Deutsch oder andere Sprachen. Deswegen, wenn ihr Teile unserer Gesellschaft werden möchtet, lernt unsere Sprache. Die meisten Australier glauben an Gott. Wenn Gott euch beleidigt, dann schlage ich euch vor einen anderen Teil dieser Welt als eure neue Heimat zu betrachten, denn Gott ist Teil unserer Kultur. Wir werden eure Glaubensrichtungen akzeptieren und werden sie nicht infrage stellen. Was wir verlangen ist, dass ihr unseren Glauben akzeptiert und in Harmonie und Friede mit uns lebt. Dies ist unsere Nation, unser Land und unser Lebensstil, und wir räumen euch jede Möglichkeit ein, all diese Errungenschaften mit uns zu geniessen und zu teilen. Aber wenn ihr euch ständig beschwert, unsere Fahnen verbrennt, unseren Glauben verurteilt, unsere christlichen Werte missachtet, unseren Lebensstil verurteilt, dann ermutige ich euch einen weiteren Vorteil unserer grossartigen australischen Demokratie und Gesellschaft zu nutzen: Dem Recht das Land zu verlassen! Wenn ihr hier nicht glücklich seit, dann geht!"
    7 1 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 04.07.2014 10:31
      Highlight Und das hat mit dem Artikel was zu tun?
      1 2 Melden

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