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In Berlin gibt es bereits seit Mitte Juni eine fortschrittliche Moschee. Bild: carsten koall/epa/keystone 

Ein Dutzend Bewerbungen: Liberale Moschee kassiert nur Absagen von Vermietern 

Ein neuer Verein plant eine fortschrittliche Moschee, die auch Frauen und Homosexuellen offensteht. Doch die Suche nach einer Liegenschaft gestaltet sich schwierig. 



Nach der Gründung einer «liberalen Moschee» in Berlin im Juni stand die muslimische Welt Kopf. Nun will ein neuer Verein auch in der Schweiz eine fortschrittliche Moschee eröffnen und dort noch dieses Jahr die ersten Freitagsgebete abhalten. Nur: Der Verein hat grosse Schwierigkeiten, im Mittelland eine Verwaltung zu finden, die bereit ist, Räumlichkeiten für ein Gotteshaus zu vermieten. 

«Wir sind seit Anfang Juni auf der Suche und haben rund ein Dutzend Anfragen gestellt. Doch bis jetzt hat sich noch nichts ergeben», sagt Mitgründer Kerem Adigüzel zu watson. Adigüzel vermutete im «Landboten» kürzlich, dass gewisse Vermieter einer Moschee generell skeptisch gegenüberstehen. 

Saïda Keller Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, ist am Projekt der liberalen Moschee in Berlin beteiligt. Nach der Eröffnung des dortigen Gotteshauses gab es wüste Beschimpfungen und sogar Morddrohungen gegen Mitgründer. Keller Messahli kann sich deshalb gut vorstellen, dass gewisse Vermieter aus Angst vor konservativen Seiten keine liberale Moschee beherbergen möchten. 

«Kaum hören die Vermieter das Wort Moschee, blocken sie ab.»

Önder Güneş, Sprecher der Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz

Sicher ist: Viele islamische Vereine haben Mühe bei der Suche nach einer Liegenschaft für ihr Gotteshaus. Önder Güneş, Sprecher der Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS), nennt das Beispiel der Islamischen Gemeinschaft Biel. Diese würde seit über einem Jahr nach Räumen suchen.

Dieses Problem hätten islamische Vereine vor 15 Jahren nicht gekannt. Güneş: «Das Klima hat sich verändert. Kaum hören die Vermieter das Wort Moschee, blocken sie ab.» Klappt es dann doch mit dem Vermieter, stiessen die Vereine oft auf weitere Probleme, wie Nachbarn, die sich beschweren.

Das Problem kennt man auch in der Westschweiz. Pascal Gemperli, Sprecher der FIDS in der Romandie: «In Payerne VD beispielsweise hat ein Verein über drei Jahre lang gesucht, bis es mithilfe des Stadtrats endlich geklappt hat und die Moschee in ein Industriegebäude einquartiert werden konnte.» Anfragen der islamischen Vereine würden die Vermieter oft ignorieren oder darauf antworten, die Räumlichkeiten seien nicht mehr verfügbar. Gemperli: «Später sieht man dann jedoch, dass die Räume immer noch ausgeschrieben sind.» 

Auch als die Moschee in Pratteln BL 2012 die Kündigung des Vermieters erhielt, mussten die Verantwortlichen hunderte Bewerbungen verschicken. «Wir haben uns für jeden freien Raum in Pratteln mit 200 bis 1000 Quadratmetern beworben», sagten sie zwei Jahre später in der «Schweiz am Wochenende». Meistens hätten sie gar keine Antwort erhalten. 

Mehrere grössere Verwaltungen wollten auf Anfrage keine Stellung zum Thema nehmen. Lediglich Helvetia lässt verlauten, sie würden Anfragen von muslimischen Vereinen ebenso prüfen wie von anderen religiösen oder nicht religiösen Vereinen. 

Muslime beten für die Opfer von München

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Video: reuters

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    Alle Leser-Kommentare
  • Keine grösseren Probleme...? 15.08.2017 10:55
    Highlight Highlight Gut so und weiter so. Stellt euch vor, WIR müssen uns anpassen.... Ihre Doktrin ist politisch und nicht religiös. Die Doktrin heisst. Wo Allah ist (sprich z.B. der Boden wo man sich aufhält) gehört ihm. Nicht nachgeben, Vermieter.
  • mrsmarple1965 10.08.2017 16:21
    Highlight Highlight Ich finde esverständlich das niemand mehr räumlichkeiten vermieten will. Der Islam setzt sich selbst ins Unrecht, u d ich glaube auch ehrlich gesagt nicht daran das dort Schwule und Lesben und unverschleierte Frauen ungehindert ein und ausgehen dürften.

    Es wäre nach kürzester Zeit wieder ein reines Männerclübchen von dem wieder niemand recht weiss was genau vorgeht.
  • Oberon 09.08.2017 19:39
    Highlight Highlight So lange es "Menschen" gibt die im Namen einer Religion, morden, vergewaltigen, zerstören, foltern, erpressen, unterdrücken und so weiter, völlig nachvollziehbar.

    Wie meistens im Leben trifft es dann auch die völlig falschen. Leider wird uns dieser Terror noch lange begleiten auch wenn der ISIS besiegt ist. Es wird noch viele dieser "Menschen" geben die weiter daran glauben und unschuldige Leute töten werden.



  • atomschlaf 09.08.2017 16:00
    Highlight Highlight Bedauerlich, dass ausgerechnet die Liberalen Moslems kein Lokal finden, aber da haben offenbar die Strenggläubigen und die notorischen Querulanten den Ruf schon so arg versaut, dass viele auch mit den liberalen Moslems nichts mehr zu tun haben wollen.
    • Hochen 09.08.2017 17:33
      Highlight Highlight Ebenso wie die SVP und beschulützer des Abendlandes ihren Beitrag dazu geleistet haben!
    • atomschlaf 09.08.2017 18:16
      Highlight Highlight @Hochen: Mach Dich besser mal mit dem Wesen und den Risiken des Islam vertraut, statt hier SVP-Bashing-Sprüche zu klopfen!
  • Mia_san_mia 09.08.2017 11:53
    Highlight Highlight Ja da können sie sich bei ihren "Kollegen" bedanken, die dafür sorgen, dass Moslems so einen schlechten Ruf haben.
  • FancyFish - Stoppt Zensur! 09.08.2017 10:58
    Highlight Highlight Ist halt so...Der Islam hat in letzter Zeit viel Schaden in Europa angerichtet. Auch wenn diese jetzt "liberale" Moslems sind, werden sie mit Sicherheit keinen Platz finden, denn die Skepsis gegenüber dieser Religion wächst immer mehr
  • Wilhelm Dingo 09.08.2017 10:50
    Highlight Highlight Eine liberale Moschee wird angefeindet werden inkl. gewalttätigen Aktionen. Das will sich keine Hausverwaltung antun. Mein Vorschlag: Liegenschaft kaufen oder selber neu bauen!
  • coltfish 09.08.2017 09:58
    Highlight Highlight Tja. Kein Wunder finden die kein Vermieter. Das Risiko/Nutzenverhältniss ist bei Moscheen einfach miserabel. Egal wie liberal die sind.
  • Candy Queen 09.08.2017 09:41
    Highlight Highlight Ich sehe den Skandal nicht. Ich hätte auch keine Lust, mir als Vermieterin Ärger irgendwelcher Art einzubrocken. Völlig legitim also, solche mietanfragen abzulehnen.
  • Domino 09.08.2017 09:15
    Highlight Highlight Anschläge, Molotovcocktails und Sachbeschädigungen sind meiner Meinung nach viel wahrscheinlicher bei einer liberalen Mosche - und das von radikalen Muslimen...
  • N. Y. P. D. 09.08.2017 09:01
    Highlight Highlight Mehrere grössere Verwaltungen wollten auf Anfrage keine Stellung zum Thema nehmen.

    Dieser eine Satz bringt es auf den Punkt.
  • Knox420 09.08.2017 08:30
    Highlight Highlight Wäre ich Vermieter, würde ich den Raum auch einer Kirche nicht zur Verfügung stellen. Es gibt bessere Verwendungsmöglichkeiten als für eine Religion.
  • Roterriese 09.08.2017 08:16
    Highlight Highlight Zivilcourage, die Vermietet können selbst bestimmen wen sie wollen. Ich begrüsse jedoch eher eine liberale Moschee anstatt eine Normale. Wobei ich mich frage, wieso man 2017 noch ein Gotteshaus braucht?
    • Valon Behrami 11.08.2017 11:01
      Highlight Highlight Braucht es auch keine Kirchen?

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