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Ein Freiwilliger der «Brothers of Kurdistan», auf die Gabriel Pfeiffer gestossen ist. bild: Gabriel Pfeiffer

Kriegsreporter Kurt Pelda: «Menschen wie Gabriel Pfeiffer haben erkannt, dass man gegen den IS jetzt etwas unternehmen muss und nicht erst, wenn die Islamisten an unsere Türe klopfen»

Der Basler Kriegsreporter Kurt Pelda ordnet den Fall des Laufentalers Gabriel Pfeiffer ein. Dieser sorgte für Aufsehen, da er im Irak eine Miliz bei ihren Kampfvorbereitungen begleitet hatte. Pelda warnt zudem, dass die Islamistengefahr unterschätzt werde.

Michael Nittnaus / Aargauer Zeitung



Ein Artikel der

Die Schilderungen des 21-jährigen Gabriel Pfeiffer aus Zwingen in der «bz Basel» vom Mittwoch wühlten auf. Dass ein junger Offizier zwischen Militärdienst und Studium für zweieinhalb Monate in den Nahen und Mittleren Osten reist, um vor Ort etwas gegen den Terror des Islamischen Staats (IS) zu unternehmen, ist aussergewöhnlich. Im Interview liess Pfeiffer allerdings einige Fragen unbeantwortet, die essenziell wären, um sein Engagement richtig einschätzen zu können.

Wie stark liess er sich etwa in die christliche Miliz «Brothers of Kurdistan» einbinden, die er im Irak bei der Vorbereitung auf einen Einsatz gegen den IS begleitet hatte? War er deren Militärberater, blosser Beobachter oder hatte er sogar vor, selbst zu kämpfen, was für einen Schweizer verboten wäre? 

«Ich hatte da keine Aufgabe, ich war einfach da.»

Gabriel Pfeiffer

War er zuvor teils noch ausgewichen, vervollständigt sich nun langsam das Bild. «Ich war mit den ‹Brothers of Kurdistan› nie an der Front, habe nie gekämpft», schreibt er auf Nachfrage per E-Mail aus Jordanien. Pfeiffer beteuert, nur bei der Einsatzvorbereitung im Irak dabei gewesen zu sein – und das auch nur ein paar Tage. «Ich hatte da keine Aufgabe, ich war einfach da. Wir haben viel geredet, und ich habe mein Wissen geteilt.» 

Dass er nun als potenzieller Widerstandskämpfer wahrgenommen wurde, könne ihn in Gefahr bringen, schliesslich befindet sich Pfeiffer noch immer in den ans syrische Kampfgebiet grenzenden Ländern. Wo er aktuell genau ist, möchte er denn auch nicht offenlegen. Seine Facebook-Seite ist nicht mehr abrufbar.

«Liestal ist ein Hotspot für Islamisten»

Doch was hat Pfeiffer die Wochen im Irak gemacht, wenn der Besuch bei den «Brothers of Kurdistan» nur kurz dauerte? «Ich war für fünf Wochen in Sulaimaniyya im Nordosten des Irak und arbeitete dort für ein Hilfswerk in der Flüchtlingshilfe», schreibt er. Recherchen der «bz Basel» bestätigen dies. In einem Flüchtlingslager lernte Pfeiffer dann die Kriegsveteranen der Hilfsorganisation «Squadbay» kennen, die ihm den Kontakt zu den «Brothers of Kurdistan» vermittelten. Damit schliesst sich der Kreis zum Interview vom Mittwoch.

«Menschen wie er haben erkannt, dass man gegen den IS jetzt etwas unternehmen muss und nicht erst, wenn die Islamisten an unsere Türe klopfen.»

Kurt Pelda

«Es ist gut, wenn junge Leute aus der Schweiz gegen den IS helfen wollen», sagt Kurt Pelda. Der Basler ist einer der wenigen Kriegsreporter, der noch regelmässig ins umkämpfte Gebiet nach Syrien reist und den Widerstandskampf gegen den Islamischen Staat aus nächster Nähe miterlebt hat. Zurzeit weilt er in der Schweiz. Pelda hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor dem Terror des IS zu warnen. «Unsere Politiker unterschätzen, wie gefährlich die radikalen Islamisten auch für Europa sind.» Gerade in der Schweiz lebten viele Islamisten, die den IS vor allem logistisch von hier aus unterstützen würden. Und Pelda wird noch präziser: «Liestal ist ein eigentlicher Hotspot.»

Militärjustiz stellt Schweizer «Söldnern»nach

Daher lobt er Engagements wie jenes von Pfeiffer – unabhängig davon, ob er Flüchtlingshilfe leistet oder selber kämpft. «Menschen wie er haben erkannt, dass man gegen den IS jetzt etwas unternehmen muss und nicht erst, wenn die Islamisten an unsere Türe klopfen.» Zudem sei es erfreulich, wenn junge Schweizer nicht in die «Dschihadisten-Falle» tappen und sich dem IS anschliessen, sondern dagegen ankämpfen.

Tatsächlich nennt es Pelda «die grosse Ausnahme», dass sich Schweizer ohne Migrationshintergrund im Irak oder Syrien engagieren würden. Meistens hätten sie sonst kurdische oder aramäische Wurzeln. Ein bekanntes Beispiel ist etwa der Tessiner mit syrischen Wurzeln, Johan Cosar, der Widerstandskämpfer vor Ort ausbildete und auch selbst kämpfte. 

Zurück in der Schweiz wurde er im Februar von der Militärjustiz verhaftet, später aber wieder freigelassen. Zurzeit ist Cosar untergetaucht. Oder aber der Kurde Cahit Uçar aus Zürich, der mehrmals in die umkämpfte syrische Stadt Kobane ging und als Dolmetscher arbeitete.

Pelda wurde einst selbst verdächtigt

Eine Erklärung wäre für Pelda ein möglicher christlicher Hintergrund Pfeiffers, wie er im Interview deutlich zu werden scheint. «Dass überzeugte Christen gegen den IS vorgehen wollen, nimmt zu.» In dieses Bild passen auch die «Brothers of Kurdistan»: alles Christen, vor allem aus Amerika und England. Dies liegt unter anderem daran, dass der IS konsequent die christlichen Minderheiten im Irak und in Syrien verfolgt. Pfeiffer betont zwar, dass eher «christliche Werte» als der Glaube an sich ihn und die Milizler motivieren würden. Er schreibt aber auch: «Die IS hat dem Christentum den Krieg erklärt. Ich verstehe jeden, der sich die Gräueltaten nicht mehr länger ansehen will und sich aktiv dagegen beteiligt.»

Dass Pfeiffer nun in den Verdacht geraten ist, selbst an einem fremden Krieg teilzunehmen, wie es das Schweizer Militärstrafgesetz verbietet, weckt bei Pelda Erinnerungen: Seinen ersten Zeitungsbericht aus einem Kriegsgebiet habe er 1984 als 19-Jähriger aus Afghanistan verfasst – und zwar für die «bz Basel». «Da verdächtigte mich die Schweizer Militärjustiz auch, ich hätte mitgekämpft. Doch die Vorwürfe erwiesen sich als haltlos, und das Verfahren wurde eingestellt.»

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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maria B. 12.06.2015 22:52
    Highlight Highlight Wenn ich den Verlauf dieser anregten Diskussion nachlese, dann fällt mir auf, dass der Inhalt mehrheitlich aus Kraut und Rüben besteht, Vieles gar nicht mit dem eigentlichen Artikel im Zusammenhang steht (Psychopathen, Demokraten, Narzisse, US-Kriegsverbrechen usw.). Scheint also das Kernthema, der Islamismus und wie die freie Welt dagegen vorgehen sollte, etwas unter die Räder gekommen zu sein. Thomas Binder eiert da auf den verschiedensten Parketten rum, ich bin echt amüsiert :-)! Aber seis drum, sowas solls geben, ist ja auch nicht weltbewegend.
    • Sandokan 12.06.2015 23:14
      Highlight Highlight Schon klar Maria B. relativieren und Andere lächerlich machen. Deine zentrales Problem schein also auch alla PEGIDA die Islamisierung des Abendlandes. Dann geh mal weiter zu 20min. Viel spass dabei.
    • Maria B. 13.06.2015 11:05
      Highlight Highlight @Sandokan : dein Pseudonym scheint hier offenbar Programm zu sein. Erstens relativiere ich solche wirren pseudointellektuellen Ansätze in nicht wirklich dazu passenden Themen zurecht, was die zahllosen dislikes auf Thomas Binders Voten mehr als deutlich veranschaulichen, und zweitens hat reales Denken (was dir Mühe zu bereiten scheint) genauso wenig was mit PEGIDA als mit 20min am Hut. Du kannst dir also deine liebenswürdige Standardempfehlung linker Fantasten sonstwo hinstecken, mich dorthin zu verweisen, wo der heutige WATSON-Chefredaktor zuvor jahrelang gedient und entsprechende Aufbauarbeit geleistet hat :-)!
    • Raro Wetzel 13.06.2015 17:43
      Highlight Highlight Sie blenden einen wesentlichen Punkt aus, Frau Maria B. Der Nährboden, auf dem die IS gedeiht, ist im Wesentlichen der Irak-Politik der USA geschuldet. Und ich denke, das war genau das Anliegen einiger Votanten hier, aufzuzeigen, dass man immer wieder die Augen davor verschliesst, dass viele Missstände, die die USA zu bekämpfen vorgeben, Monstergeburten eben dieser USA sind. Wessen Kind war denn das Monstrum Saddam Hussein? Wer hat über Jahre die Taliban alimentiert?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sandokan 12.06.2015 21:58
    Highlight Highlight Thomas Binder hat recht. Für die meisten Leute ist es bequemer das Staatsfernsehen einzuschalten und deren Meinung zu übernehmen und nachzuplappern. Natürlich ist es auch die Aufgabe der Staatsmedien die Leute nicht zu beunruhigen. Natürlich ist es wichtiger den ausgequetschten Büezer in Schach zu halten das er lieber auf den noch schwächeren unter ihm draufbrügeln darf und lieber nicht sich mit dem Geldadel ,Politiklügner und wahren Hintermänner auseinandersetzt.
    Merken denn die " selbsternannten Eidgenossen " nicht das sie nur Instrumentalisiert werden?
    Stellt euch mal vor es gibt in der Legislative und andere Schlüsselpositionen Leute die etwas ganz anderes vor haben mit uns (zb total Überwachung). Die Macht liegt in den Händen von Institutionen die schon IMMER das Volk unterdrückt haben. Macht euch mal selber schlau. Nicht die USA oder der Islam ist an allem schuld sondern diejenigen die auch die Schweiz spalten wollten. Ich geb mal einen Anstoss: Sonderbundskrieg ein Paradeexempel. All die Leute die jetzt sagen was für ein Spinner zu denen sage ich schaltet lieber euer Gehirn ein anstatt auf Ausländer, Asylanten, Deutsche,Moslem,Roma oder Sozialhilfeempfänger einzuknüppeln mit anonymen 20min und Blick-Kommentaren die euch kleine Leute suggerieren man nimmt euch ernst. Denen seit ihr scheissegal und nichts weiter als kleine Büezer die überwacht werden wollen.
  • Chlinae_Tigaer 12.06.2015 21:31
    Highlight Highlight Zitat (Paul Panzer) ; Der Herr Binder ist halt 10 oder 20 Jahre zu früh mit seiner Meinung. Dann langen sich alle an den Kopf und fragen sich wie konnte man nur auf solche Schaumschläger reinfallen. Zitatende.

    Also so wie das hier geschrieben steht ist also der Herr Binder ein Schaumschläger.

    Auch wenn Paul Panzer was ganz anderes meinte... könnte er nicht umhin recht haben?

    Prüfen wir es doch in 10- 20 Jahren nach. (Falls ich so alt werde).


  • Angelo C. 12.06.2015 20:31
    Highlight Highlight Ergänzung zu einem fehlenden Wort im zuunterst stehenden langen statement von mir: "....eine grosse potenzielle GEFAHR für die ganze Welt." Sorry für den Nachtrag, aber ich hasse unvollständige bzw. unverständliche Sätze 😑!

    Und da wir gerade bei den Nachträgen sind, hier noch eine realistische Einschätzung betreffend die grosse Anzahl gläubiger Muslime, die ihre Religion ernst nehmen.

    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2013/12/31/nicht-alle-muslime-sind-streng-glaubig/

    PS. Im heutigen 10vor10 gibt es den Beitrag : "Frauen im IS : Wie der islamische Staat das weibliche Geschlecht unterjocht." Sicher anschaulich...
  • Chlinae_Tigaer 12.06.2015 11:02
    Highlight Highlight Schweizer haben in fremden Kriegen nichts zu suchen, weder für den IS noch für andere Gruppierungen.

    Für solche Menschen sollte die Schweiz ab Ausreise geschlossen sein, sprich; Sie haben kein Anrecht mehr, in die Schweiz zurückzukehren.
    Ohne Wenn und Aber.

    Im übrigen denke ich, sollte wir unsere Augen und Ohren weniger dem IS, sondern vielmehr der, durch den Islam, schleichenden stattfindenden Unterwanderung unserer ((geliebten) --> ok, da mögen sich wohl nicht alle angesprochen fühlen) Heimat widmen.


    • Thomas Binder 12.06.2015 11:49
      Highlight Highlight 85% der in der Schweiz lebenden Moslems praktizieren ihren Glauben nicht. 99% der in der Schweiz lebenden Moslems sind liebenswerte vernünftige Menschen. 1%, nicht nur der Moslems sondern aller Menschen, sind "Psychopathen".

      Pardon aber mit Verlaub: Wer von "Islamisierung des Abendlandes" spricht, hat entweder einen an der Waffel oder er lügt.
    • Rukfash 12.06.2015 11:55
      Highlight Highlight Kollege diese Meinung kannst su gerne auf 20 Minuten äussern oder Blick.. hast dich wohl ein bisschen verlaufen :).. schöne sunnige Tag wünschi dir :)..!
    • phreko 12.06.2015 15:25
      Highlight Highlight @Chlinae_Tigaer, Gehörst du auch in die Kategorie "Eidgenossen", die denen dann doch noch gerne Waffen liefern?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomas Binder 12.06.2015 08:52
    Highlight Highlight Pelda ist ein Propagandist. Unsere Politiker unterschätzen die Gefahr der USA!

    Al-Qaeda, keine terroristische Vereinigung sondern einfach eine von Bin Laden zusammengestellte Datenbank vom CIA für den Kampf gegen Russland in Afghanistan ausgebildeter Mujahedin und deren irakischer Ableger IS(IL) sind Kinder der USA sowie der sie mit ihrer Menschen verachtenden fundamentalistischen Ideologie des Wahabismus verzierenden Golfstaaten.
    • PeterLustig 12.06.2015 09:14
      Highlight Highlight Ja genau und Hitler lebt auf dem Mond und züchtet Dinosaurier.
    • Thomas Binder 12.06.2015 09:16
      Highlight Highlight Sie dienen einzig und allein dem Zweck, durch Angriffskriege, verdeckte Kriegführung und Terrormanagement ausserhalb von Ethik und Recht alles und jeden wegzubomben, was den imperialen USA gerade nicht (mehr) in den Kram passt, einen Staat nach dem anderen zu zerstören und damit neben unglaublichem Leid(en) anzurichten genau den scheinbaren Terrorismus zu züchten, der uns Panischen immer noch fester in deren uns scheinbar beschützenden, uns bald totalitär überwachenden, uns irgendwann aller demokratischen Freiheitsrechte beraubenden Würgegriff führt.
    • Thomas Binder 12.06.2015 09:37
      Highlight Highlight Derweil applaudieren wir, inklusive die mittlerweile fast völlig gleich geschalteten etablierten Medien, diesen unsäglichen Kriegstreibern und -verbrechern oder zucken bestenfalls mit der Schulter, schauen Fussball oder Tennis oder empören uns über private Nacktselfies und dergleichen? Unglaublich!

      Erfreulicherweise haben wir "99%" nicht nur Ethik und Recht auf unserer Seite, sondern auch wunderbare Menschen wie Nafeez Mosaddeq Ahmed, Daniele Ganser, Ken Jebsen sowie "Haaretz" und "The Guardian":

      http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/jun/03/us-isis-syria-iraq?CMP=share_btn_tw
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