Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Spielervermittler Bozzetti legt überraschend Geständnis ab, YB-Sportchef Bickel erpresst zu haben

15.09.15, 17:31


Das Zürcher Obergericht hat am Dienstag im Prozess gegen den Luzerner Spielervermittler Peter Bozzetti noch kein Urteil gefällt. Der 48-Jährige sorgte für eine Überraschung: Er legte ein umfassendes Geständnis ab.

Peter Bozzetti beantwortet Fragen der Medien nach der Urteilsverkuendigung des Zuercher Bezirksgerichtes, am Freitag, 28. November 2014, in Zuerich. Der langjaehrige Fussballmanager Erich Vogel und Peter Bozzetti, ein befreundeter Spielervermittler, sollen versucht haben, YB-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Dem Spielervermittler wird vorgeworfen, er habe versucht, den YB-Sportchef um 131'000 Franken zu erpressen. Erich Vogel soll dabei als Gehilfe mitgewirkt haben. Das Bezirksgericht hat am Freitag Vogel wegen Gehilfenschaft zu versuchter Erpressung zu einer bedingen Geldstrafe von 90 Tagessaetzen zu 150 Franken verurteilt. Der Spielervermittler Peter Bozzetti wurde wegen versuchter Erpressung und versuchter Noetigung schuldig gesprochen. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Peter Bozzetti: Umfassendes Geständnis.
Bild: KEYSTONE

Die Vorinstanz hatte Bozzetti im November 2014 wegen versuchter Erpressung sowie versuchter Nötigung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Sechs Monate davon sollte er absitzen.

Gemäss Anklage hatte Bozzetti im September 2013 den YB-Sportchef Fredy Bickel kontaktiert und von diesem 131'000 Franken verlangt. Er drohte ihm, andernfalls belastende «heisse Dokumente» der Zeitung «Blick» zuzuspielen.

Erich Vogel wegen Gehilfenschaft verurteilt

Bozzetti brachte auch den früheren GC-Manager Erich Vogel ins Spiel. Dieser soll wichtige Unterlagen bei sich aufbewahrt haben. Die Sache flog auf, als Bickel die Polizei einschaltete.

Der langjaehrige Fussballmanager Erich Vogel verlaesst nach der Urteilsverkuendigung das Zuercher Bezirksgericht, am Freitag, 28. November 2014, in Zuerich. Vogel und Peter Bozzetti, ein befreundeter Spielervermittler, sollen versucht haben, YB-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Dem Spielervermittler wird vorgeworfen, er habe versucht, den YB-Sportchef um 131'000 Franken zu erpressen. Erich Vogel soll dabei als Gehilfe mitgewirkt haben. Das Bezirksgericht hat am Freitag Vogel wegen Gehilfenschaft zu versuchter Erpressung zu einer bedingen Geldstrafe von 90 Tagessaetzen zu 150 Franken verurteilt. Der Spielervermittler Peter Bozzetti wurde wegen versuchter Erpressung und versuchter Noetigung schuldig gesprochen. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Erich Vogel wurde bereits verurteilt.
Bild: KEYSTONE

Der heute 76-jährige Erich Vogel hatte danach den Schuldspruch des Bezirksgerichts Zürich wegen Gehilfenschaft zu versuchter Erpressung akzeptiert, ebenso eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 150 Franken.

Bozzetti hatte gemäss seinem Geständnis vor Obergericht nicht nur Bickel zu erpressen versucht, sondern auch Murat Yakin unter Druck gesetzt und von ihm verlangt, 90'000 Franken zu zahlen.

Urteil noch nicht gefällt

Bozzettis Verteidigerin stellte trotz Geständnis einige Vorwürfe des Sachverhalts weiterhin in Abrede und setzte sich für eine deutliche Strafsenkung auf noch 150 Tagessätze zu 50 Franken auf Bewährung ein. Der Staatsanwalt dagegen forderte eine deutliche Erhöhung der Haftstrafe auf 30 Monate, wovon 10 Monate abzusitzen seien.

In seinem Schlusswort sagte Bozzetti, er habe einen Fehler und sich damit strafbar gemacht. Allerdings sei er auch in eine Falle gelockt worden. Das Obergericht kam noch zu keinem Urteil und kündigte an, es werde die Parteien schriftlich über den Ausgang des Verfahrens unterrichten. (whr/sda)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum die SVP immer wieder daran scheitert, Gewalt gegen Polizisten härter zu bestrafen

Schon wieder scheiterte ein Vorstoss der SVP, der härtere Strafen für Gewalt gegen Beamte forderte. Experten halten solche Forderungen für kontraproduktiv.

Zürich, ein warmer Samstagabend im August: Vermummte FCZ-Hooligans greifen Zürcher Stadtpolizisten und Sanitäter an. Genf, ebenfalls ein Wochenende im August: Ein Polizist erleidet schwere Kopfverletzungen, weil er versucht, eine Schlägerei aufzulösen. Gegenüber dem Tages-Anzeiger sprach die Zürcher Stadtpolizeisprecherin Judith Hödl von einer «neuen Dimension der Gewalt». Gemäss einem Bericht des Bundesrats wurden 2016 8,63 Prozent aller Polizisten im Dienst Opfer von Gewalt.

«Muss …

Artikel lesen