Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Er wollte sich dem «IS» anschliessen: 26-Jähriger steht ab heute vor Bundesstrafgericht

14.07.16, 06:41 14.07.16, 09:39


Ein 26-jähriger Mann, der die Terrormiliz «Islamischer Staat» unterstützt haben soll, muss sich ab heute vor dem Bundesstrafgericht verantworten. Er war Anfang April 2015 am Flughafen Zürich verhaftet worden.

Gemäss Anklageschrift wollte der damals 25-Jährige zunächst nach Istanbul reisen, «mit dem Ziel, sich dem ‹Islamischen Staat› (‹IS›) anzuschliessen und als Märtyrer zu sterben». Seiner Mutter soll er gesagt haben, dass er nach Deutschland fahre, um einen kranken Freund zu besuchen.

Gelernter Lackierer

Der heute 26-Jährige soll zur Vorbereitung seiner Ausreise wiederholt mit Personen in Kontakt getreten sein, von denen laut Anklageschrift angenommen werden muss, dass sie sich von der Schweiz aus dem «IS» anschliessen wollten. Diese sollten für ihn die Weiterreise von der Türkei nach Syrien organisieren.

Der gelernte Lackierer soll sich mit der Ideologie des IS und dessen Vorgängerorganisationen identifiziert haben und sich Stück für Stück «vom Wertekanon der westlichen Welt» entfernt haben.

Enthauptungsbilder verbreitet

Auf seinem Mobiltelefon sei radikal-dschihadistische Propaganda gefunden worden, die unter anderem den Märtyrertod verherrlicht. Der Angeklagte habe ausserdem über einen verschlüsselten Austausch Dokumente erhalten, die von Chefideologen des «IS» und der Al-Kaida verfasst wurden.

Weiter wird dem jungen Mann zur Last gelegt, Bilder, welche die «grausame Gewalttätigkeit» gegen einen Menschen eindringlich darstellen, über den Messaging-Dienst Telegram verbreitet zu haben. Darunter sollen sich auch Abbildungen von Enthauptungen und Gruppenhinrichtungen befunden haben.

Anwalt fordert Freispruch

Der Anwalt des Angeklagten, Daniel Weber, bestreitet sämtliche Vorwürfe, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Er fordert einen Freispruch für seinen Mandanten.

Der junge Mann wurde zwar kurz nach der Verhaftung aus der Untersuchungshaft entlassen, jedoch zog man seine Reisedokumente ein. Eine entsprechende Beschwerde des mutmasslichen «IS»-Unterstützers gegen diese Massnahme lehnte das Bundesstrafgericht Anfang dieses Jahres ab.

Besondere Sicherheitsvorkehrungen

Die Tessiner Kantonspolizei kündigte für die heutige Hauptverhandlung besondere Sicherheitsvorkehrungen an. Bereits beim Prozess gegen vier irakische «IS»-Unterstützer im vergangenen März kam es zu weiträumigen Absperrungen um das Gerichtsgelände und Einschränkungen im Strassenverkehr.

Die Hauptverhandlung ist zunächst nur auf einen Tag angesetzt, wobei der Freitag als Reservetag vorgesehen ist. Wann ein Urteil gesprochen wird, ist noch nicht bekannt. (egg/sda)

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hierundjetzt 14.07.2016 08:43
    Highlight Find ich gut. Ob das Gericht der Argumentation der Staatsanwaltschaft folgt ist unerheblich. Hauptsache die Botschaft an andere lustige möchtegern "Kämpfer" ist klar: Wir (der Staat) wollen nicht, dass Du in einem fremden Land Kinder und Frauen umbringst.
    3 0 Melden
  • 足利 義明 Oyumi Kubo 14.07.2016 07:26
    Highlight Dem wird sicher eine gehörige portion therapie verpasst. danach kann er ja wieder mit einem freundlichen schulterklopfen auf die allgemeinheit los gelassen werden.
    8 2 Melden

Warum der jüngste Cannabis-Entscheid des Bundesrates wegweisend ist

Der Bundesrat gab am Mittwoch bekannt, dass der Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtert werden soll. Dieser Entscheid wird die Cannabis-Politik der Schweiz nachhaltig beeinflussen.

Der Bundesrat will für viele unheilbar kranke Schweizer eine weitere Option schaffen. Neben den herkömmlichen Schmerzmitteln soll nun auch der Zugang zu Medizinalcannabis erleichtert werden. Damit sollen zum Beispiel die Symptome der Krankheit Multiple Sklerose gelindert werden können.

Ausserdem will der Bundesrat dem Betäubungsmittelgesetz einen Experimentierartikel beifügen. Dieser soll es den Schweizer Städten erlauben, in kontrollierten Versuchen festzustellen, welche Auswirkungen die …

Artikel lesen