Schweiz

Gedenksgottesdienst für die Opfer des Vierfachmordes von Rupperswil.
Bild: KEYSTONE

Vater von Rupperswil-Mordopfer: «Ich werde jeden Tag daran erinnert»

Georges F., der Vater der getöteten Carla Schauer, spricht über seine Eindrücke am Tattag und seine Gefühle. Der Vierfachmord von Rupperswil bestimmt auch 5 Monate danach sein Leben auf schmerzliche Weise.

13.05.16, 08:39 17.05.16, 18:45

Jürg Krebs / aargauer zeitung

Die Tochter von Georges F., Carla Schauer (48), seine zwei Enkel Davin (13) und Dion (19) sowie dessen Freundin Simona (21) waren am 21. Dezember 2015 in Rupperswil ermordet worden. Von den Tätern fehlt jede Spur, in der Sendung «Aktenzeichen XY ungelöst» wird ein Beitrag zum Fall im Juni ausgestrahlt. Erstmals äussert sich nun Georges F. In einem Interview mit dem «Blick», was er über den mysteriösen Fall denkt und wie seine Gefühlslage ist.

«Es geht uns nicht gut», sagt Georges F. Im Interview. «Ich, meine Frau und mein Sohn werden jeden Tag daran erinnert, wenn wir aufstehen. Der Schmerz ist unerträglich.» Auch mit der Familie von Simona würden sie mitleiden.

Irgendwann einmal möchten sie mit dem Tod der geliebten Personen abschliessen und «irgendwie leben» können. Georges F. ist sich aber sicher, dass die rätselhafte Tat ihn bis ans Ende des Lebens verfolgen wird.

Viel darf Georges F. nicht über die Details des Falles sprechen, die Strafverfolger haben ihm wie auch seiner Frau ein Redeverbot erteilt, um die Ermittlungen nicht zu behindern.

Was Georges F. sagen darf: Am Tattag, dem 21. Dezember, fuhr er zusammen mit seiner Frau zu seiner Tochter in Rupperswil, um die Weihnachtsgeschenke vorbeizubringen. Die Haustüre sei wie meistens unverschlossen gewesen. Als er hineinging, war bereits Rauch im oberen Stockwerk. Dieser sei so stark gewesen, dass er nicht mehr nach oben konnte. Dort sollten später die vier Leichen gefunden werden. Er sei hinaus und habe Alarm geschlagen.

«Es brennt!»: Nachbarn werden auf den Rauch aufmerksam, Carla Schauers Eltern rennen zum Haus.

Video: kaltura.com

Was Georges F. im Haus gesehen hat, darf er nicht sagen, nur soviel: Er hat niemanden gesehen.

Schliesslich erfuhr er, dass seine Geliebten tot sind. «Es war ein Stich ins Herz», erzählt er dem «Blick». Nach der polizeilichen Befragung hätten sie daraufhin Polizeischutz erhalten, weil nicht klar war, ob nicht auch er und seine Frau in Gefahr sind. 

Täterschaft und Motiv sind auch für den 75-Jährigen ein grosses Rätsel. Klar sei: Carla und ihr Freund hätten es gut gehabt zusammen. Über deren Beziehung war viel spekuliert worden. Nichts habe auf Probleme hingedeutet.

Georges F. beschäftigen Ungereimtheiten, die er aber nicht genau benennt. Er hat sie im Aktenzeichen «XY ungelöst»-Film gefunden. Seltsam sei aber auch, dass die Nachbarin den Hund von Carla ausgeführt habe. Zum Ex-Mann seiner Tochter habe er keinen Kontakt mehr.

Bereits letzte Woche hatte Tele M1 herausgefunden, dass Georges F. und seine Familie das Erbe – Haus und Geld – nicht antreten. Zu gross sei der Schmerz. Er sagt dazu nochmals: «Ich kann nicht einmal mehr dort vorbeifahren, so weh tut es mir.»

Sein grösster Wunsch ist es, dass die Täter durch die im Haus gefundenen DNA-Spuren irgendwann gefasst werden. «Erst dann finden wir vielleicht einen kleinen Seelenfrieden.»

Fall Rupperswil: Eltern verzichten auf Erbe

Über Carla Schauer, eines der Opfer des Vierfachmords, wurde ein Konkursverfahren eingeleitet. Hatte sie Schulden? Video: kaltura.com

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • sinas 13.05.2016 11:57
    Highlight Leider kann ich mir das letzte Video nicht ansehen, da es nicht lädt. Ich möchte jedoch zum Kommentar dazu hinzufügen, dass der Grund wieso über die Erbschaft von Carla Schauer das Konkursverfahren eröffnet worden ist, dass ihre Eltern die Erbschaft nicht angenommen haben. Sie haben das damit begründet, dass es für sie zu schmerzhaft ist. Das Konkursverfahren deutet also nicht in erster Linie auf Schulden hin.
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