Schweiz
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QUALITY REPEAT - View into the courtroom with the accused Thomas N. (right outside) in the trial for the quadruple murder of Rupperswil, on Tuesday, March 13, 2018 in Schafisheim, Switzerland. Thomas N. is accused of the murder of four people, a woman, two boys and a girl with a knife in a family home in Rupperswill. (KEYSTONE/Sibylle Heusser)

Blick in den Gerichtssaal mit dem Angeklagten Thomas N. (rechts aussen) beim Prozess um den Vierfachmord von Rupperswil vor dem Bezirksgericht Lenzburg in Schafisheim (AG) am Dienstag, 13. Maerz 2018.  (KEYSTONE/Sibylle Heusser)

Bild: sibylle heusser/KEYSTONE

Anklage fordert Haft bis ans Lebensende, Verteidigung 18 Jahre – das war der 2. Prozesstag

Der mutmassliche Vierfachmörder von Rupperswil AG soll bis ans Lebensende im Gefängnis bleiben. Dies forderte die Staatsanwältin am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Lenzburg. 18 Jahre seien genug, sagte die Verteidigerin. Das Gericht eröffnet am Freitag sein Urteil.

14.03.18, 22:16


Staatsanwältin Barbara Loppacher beantragte eine lebenslängliche Freiheitsstrafe mit anschliessender lebenslänglicher Verwahrung für den 34-jährigen Schweizer, obwohl eine wichtige Voraussetzung dafür nicht gegeben ist. Das Gesetz verlangt unter anderem, dass zwei psychiatrische Gutachter unabhängig voneinander eine dauerhafte Untherapierbarkeit des Beschuldigten feststellen.

Das haben die beiden am Dienstag befragten Experten aber nicht getan. Beide sahen den 34-jährigen Schweizer als therapiefähig, wenn auch ein Erfolg nicht garantiert sei und eine Behandlung sicher lange Jahre dauern müsste.

Loppacher hielt dagegen, dass die Tötungen als schwerste Delikte nicht auf eine konkrete behandelbare psychische Störung zurückzuführen seien. Also sei der Beschuldigte nicht therapierbar. Falls nicht eine lebenslängliche Verwahrung angeordnet werde, sei eine ordentliche Verwahrung angezeigt.

Demgegenüber plädierte die Pflichtverteidigern Renate Senn für eine endliche Freiheitsstrafe von 18 Jahren. Zudem solle das Gericht eine ambulante Therapie während des Strafvollzugs anordnen. Ihr Mandant sei laut den Gutachtern therapierbar, er sei auch therapiewillig.

QUALITY REPEAT - Thomas N. left, and Renate Senn, right, public defender in the trial for the quadruple murder of Rupperswil, on Tuesday, March 13, 2018 in Schafisheim, Switzerland. Thomas N. is accused of the murder of four people, a woman, two boys and a girl with a knife in a family home in Rupperswill. (KEYSTONE/Sibylle Heusser)

Thomas N. links, und Renate Senn, rechts,  Pflichtverteidigerin beim Prozess um den Vierfachmord von Rupperswil vor dem Bezirksgericht Lenzburg in Schafisheim (AG) am Dienstag, 13. Maerz 2018.  (KEYSTONE/Sibylle Heusser)

Thomas N. und Pflichtverteidigerin Renate Senn. Bild: sibylle heusser/keystone

Hohe Geldforderungen

Die Anwälte der Hinterbliebenen der in Rupperswil AG Getöteten verlangten Schuldsprüche im Sinne der Anklage sowie Schadenersatz- und Genugtuungszahlungen im Gesamtumfang von rund 750'000 Franken sowie Übernahme sämtlicher Verfahrens- und Gerichtskosten.

Allerdings waren sich alle einig: Der Beschuldigte würde die Summen nie aufbringen können. Ihre Klienten würden wohl einen Teil davon von der Opferhilfe erhalten.

In seinem Schlusswort bat der Beschuldigte die Hinterbliebenen seiner Opfer um Entschuldigung. Dass er dies bisher nicht explizit getan hatte - in einem Brief hatte er ihnen geschrieben, die Tat tue ihm leid -, war ihm von den Opferanwälten angekreidet worden.

Das war der zweite Prozesstag im Liveticker

Ticker: 14.03.2018: Prozess Vierfachmord Rupperswil (2. Tag)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roterriese 15.03.2018 09:08
    Highlight Alles andere als Lebenslänglich mit anschliessender Verwahrung wäre ein Hohn.
    5 0 Melden

Zürcher Anwalt verteidigt Renate Senn: «Was das Gericht hier macht, ist extrem arrogant»

Renate Senn, die Verteidigerin von Vierfachmörder Thomas N. im Rupperswil-Prozess, wird von allen Seiten kritisiert. Vom Gericht, von einigen Anwaltskollegen und von den Medien. Sie selber will sich derzeit in der Öffentlichkeit nicht verteidigen. Von einigen prominenten Kollegen bekommt sie aber Unterstützung.

Nun haben zwölf Schweizer Strafverteidiger eine Stellungnahme verfasst, mit der sie sich hinter ihre Aargauer Kollegin stellen. Zu den Unterstützern zählen Matthias Fricker, der den Lucie-Mörder verteidigt hat, und der Basler Strafrechtsprofessor Niklaus Ruckstuhl. Als Sprecher der Gruppe tritt der Zürcher Thomas Fingerhuth auf, der die Kindermörderin von Horgen verteidigt hat oder den Kosovaren aus Pfäffikon, der seine Frau und die Sozialvorsteherin erschossen hatte.

Herr Fingerhuth, nach dem …

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