Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gericht muss klären: Darf eine Mutter ungestraft ihre sieben Jahre alte Tochter stillen?



Ende Januar muss sich eine Mutter vor dem Bezirksgericht Dietikon ZH verantworten, weil sie ihrer siebenjährigen Tochter regelmässig die Brust gegeben hat. Der Fall ist einzigartig – und wirft die Frage auf, bis in welches Alter ein Kind gestillt werden darf.

epa03934699 A woman breastfeeds her baby during a public breastfeeding for the celebration of Breastfeeding Week in Athens, Greece, 03 November 2013. Mothers breastfed their babies in the 4th Panhellenic Public Breastfeeding taking place at the same time in 39 cities of Greece.  EPA/SIMELA PANTZARTZI

Stillende Mutter: Gibt es eine Altersgrenze? Bild: EPA

«Eine gleichartige oder ähnliche Thematik ist mir noch nie begegnet», schreibt der emeritierte Strafrechtsprofessor Peter Albrecht auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Für Albrecht ist es theoretisch denkbar, dass die Mutter wegen «Schändung» und «sexueller Handlungen mit Kindern» verurteilt wird. So lauten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft.

Entscheidend seien die konkreten Umstände. Bisher ist nur bekannt, dass die Mutter ihre normal entwickelte siebenjährige Tochter regelmässig während jeweils 20 Minuten an der Brust nuckeln liess.

Sexuelle Motive?

Dies, obwohl sie bereits abgestillt hatte und das Kind längst keine Muttermilch mehr trank. «Man müsste insbesondere wissen, weshalb die Mutter dem siebenjährigen Kind die Brust gab», so Albrecht. Sprich: Ob sie aus sexuellen Motiven handelte.

In der Schweiz empfehlen Kinderärzte, Kinder in den ersten vier bis sechs Monaten ausschliesslich zu stillen oder mit dem Schoppen zu ernähren. Danach soll schrittweise die Beikost eingeführt werden. Nach dem ersten Geburtstag können Kinder «normal vom Tisch essen».

Dass ein Kind über diese Zeit hinaus zusätzlich noch gestillt werde, sei aber durchaus möglich, sagt Heidi Zinggeler Fuhrer, Präsidentin von Kinderärzte Schweiz. Früher habe man in der Schweiz deutlich länger gestillt, in anderen Ländern sei das heute noch der Fall.

Wechselnde Empfehlungen

Die Stilldauer hänge unter anderem davon ab, welche Alternativen, etwa in Form von Schoppennahrung oder altersgerechter Kost, zur Verfügung stünden – und von den gesellschaftlichen Vorstellungen.

«Solange es für Mutter und Kind stimmt, gibt es aus kinderärztlicher Sicht nichts einzuwenden, wenn ein drei- oder vierjähriges Kind noch gestillt wird», sagt Zinggeler. Je älter ein Kind werde, desto genauer müsse man aber nachfragen, ob es tatsächlich immer noch in beider Interesse sei. Eine klare Obergrenze für das Stillalter lasse sich nicht ziehen.

Zum aktuellen Fall aus Dietikon will sich Zinggeler ohne genauere Kenntnis der Sachlage nicht äussern. Sie warnt aber davor, lange stillende Mütter unter Generalverdacht zu stellen. «Es wäre schlimm, wenn sich Mütter gezwungen fühlten, bereits nach einem Jahr abzustillen.»

Stillende Mütter: Eine Fotografin verwandelt sie in stolze Göttinnen

Unhaltbare Vorwürfe

Gar kein Verständnis für die Anschuldigungen haben mehrere Fachautoren. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft seien «unhaltbar», schreiben die Wissenschaftlerin Zsuzsa Bauer und die Stillberaterin Sibylle Lüpold in einem Artikel.

Die grobe Unterstellung könne nur durch fehlendes Wissen erklärt werden. Denn ein Kind könne nicht gegen seinen Willen gestillt werden. Stillen sei nur unter aktiver Mitwirkung des Kindes möglich, solange es ihm Wohlbefinden bereite.

«Stillen ist definitiv keine sexuelle Handlung, sondern eine biologische Ernährungs- und Betreuungsform», schreiben die Autorinnen. Eine fundierte Grenze, ab wann diese Handlung strafbar sein soll, lasse sich nicht ziehen.

Ähnlich lautet auch die Stellungnahme des Berufsverbandes der Stillberaterinnen: Eine Mutter, die ihr vier, fünf oder sechs Jahre altes Kind stille, sei nicht krank, pervers oder eine Übermutter. Sexueller Missbrauch finde nicht über das Stillen statt.

stillen mutter baby

Bild: shutterstock

Koreanerinnen stillen deutlich länger

«Einigermassen schockiert» über den Fall aus Dietikon zeigt sich der Kinderarzt und Buchautor Herbert Renz-Polster. Einfach aus der Dauer des Stillens auf einen Missbrauch zu schliessen, sei nicht zulässig. Aus Sicht der evolutionären Verhaltensforschung falle es nicht aus dem Rahmen, wenn ein Siebenjähriges noch gestillt werde.

Renz-Polster verweist auf verschiedene Studien. Demnach liegt die durchschnittliche Stilldauer beim Menschen bei rund 30 Monaten. In Korea werden die jüngsten Kinder häufig bis im Alter von sieben oder acht Jahren gestillt, manchmal gar bis zum zwölften Altersjahr.

Stillen zur Beruhigung

Klar ist: Je länger ein Kind gestillt wird, desto weniger steht die Nahrungsaufnahme im Vordergrund. Teilweise fliesst nur noch sehr wenig oder gar keine Muttermilch mehr.

Dass ein Kind nach dem Rückgang der Milchproduktion weiterhin an der Brust saugen möchte, sei aber nichts Aussergewöhnliches, schreiben Bauer und Lüpold. Denn das Stillen habe neben der Ernährung auch eine sogenannte «non-nutritive» Funktion. Es diene der Beruhigung und Entspannung.

«Unabhängig davon, ob das Kind der angeklagten Eltern noch etwas Muttermilch erhielt oder nicht, kann man noch von Stillen sprechen. Es war also nicht abgestillt», schreiben die beiden Autorinnen. Renz-Polster ergänzt: Wenn diese «non-nutritive» Funktion beim Fall aus Dietikon im Vordergrund stehe, spreche das nicht per se für ein pathologisches Verhältnis.

«Kein Gespür für Grenzen»

Auch Flavia Frei von der Stiftung Kinderschutz Schweiz verweist darauf, dass mit dem Saugen an der Brust ein Bedürfnis nach Nähe erfüllt werden könne. «Mit zunehmendem Alter sollten einem Kind aber Alternativen zum Stillen gegeben werden», sagt Frei.

Die Nähe zwischen Mutter und Kind beim Stillen bewertet Frei zwar ebenfalls als etwas Positives. Doch diese Nähe könne auch negative Auswirkungen haben, wenn sie nicht mehr dem Kindeswohl diene.

«Im Einzelfall kann dies dazu führen, dass ein Kind kein Gespür für die eigenen Grenzen entwickelt», so Frei. Und wer seine Grenzen nicht kenne, könne sich später schlechter gegen Übergriffe wehren.

(sda)

Abonniere unseren Newsletter

51
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Orinoco 31.12.2016 23:18
    Highlight Highlight Ist unsere Menschheit so krank, das unsere Gerichte damit befassen müssen ?? Es gibt noch andere und schwerwiegende Probleme in unserer Gesellschaft wo wichtiger sind, als solche Sache, wie lange ein Kind gestillt wird ?
  • DonPedro 28.12.2016 15:36
    Highlight Highlight Ob das Gericht wohl ein Gutachten erstellen lassen muss oder gar einen Augenschein vornehmen muss, um die Motive der Mutter zu hinterfragen??
  • Intellektueller 28.12.2016 15:20
    Highlight Highlight Erinnert an einen Fall in den USA, wo eine Frau in das Gefängnis gesteckt wurde wegen sexuellem Missbrauch an ihrem Säugling (unter 12 Monate), nachdem sie auf eine Mütterberatung anrief und nachfragte, ob es normal sei, beim Stillen manchmal erotische Empfindungen an den Nippeln zu haben.
    Hier wie dort sind es die Behördenvertreter die pervers sind und nicht die Mütter.
    Geht woll nicht lange, bis der erste Vater lebenslang verwahrt wird, weil er seine Tochter auf seinem Schoss sitzen liess, oder weil er seinem Sohn die Hosen zum Pinkeln aufmachte.
    • Charlie Brown 28.12.2016 20:43
      Highlight Highlight Hast du für den Fall aus den USA eine verlässliche Quelle?

      Deine weiteren Befürchtungen kann ich nicht teilen, weil diese ein ganz anderes Nähe/Distanz Verhältnis aufweisen als der im Artikel genannte Fall.
    • Intellektueller 28.12.2016 21:42
      Highlight Highlight @Charlie: Das ist schon etliche Jahre her. Ich las es in einer Zeitung. In welcher, weiss ich nicht mehr. Sorry.
    • Charlie Brown 28.12.2016 22:19
      Highlight Highlight In so einer Zeitung mit grossen Buchstaben? Oder hats der Housi vom Stammtisch irgendwo gehört und dir weiter erzählt?

      Bitte solche Stories mit Quellen belegen. Du willst ja nicht als postfaktischer Schwätzer gelten, oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • bebby 28.12.2016 14:27
    Highlight Highlight Die zunehmende Normierung durch den Staat wird langsam ad absurdum getrieben.
    Gibt es denn bald gesetzliche Grenzen bis wann man die eigenen Kinder küssen darf? Bis wann man sie abtrocknen darf? Oder was ist mit den vielen Erwachsenen deren Mami bis ins hohe Alter noch die Wäsche macht?
    Wenn wir nicht aufhören, dann macht man junge Eltern nur noch unsicherer, dabei darf man ruhig etwas seinen natürlichen Instinkten folgen. Nur weil der gesetzliche Mutterschaftsurlaub bereits nach 3 Monaten aufhört, heisst das ja nicht, dass dann die Kinder auf eigenen Beinen stehen.
  • Nick Name 28.12.2016 13:29
    Highlight Highlight Wunderbar, welche Entwicklungspsychologie-Expertenschaft sich in der Kommentarspalte tummelt (Z.B.: "Wenn ein schulpflichtiges Kind noch (emotional) von der Mutterbrust abhängig ist, dann ist etwas schief gelaufen.").
    Im Artikel heisst es zur entscheidenden Frage, was hinter der Anklage steckt, einzig "Bisher ist nur bekannt, dass die Mutter ihre normal entwickelte siebenjährige Tochter regelmässig während jeweils 20 Minuten an der Brust nuckeln liess." Anschliessend stellen die befragten ExpertInnen die Anklage (! nicht das Verhalten der Mutter) in Frage.
    Wo ist nun die grössere Expertise?
    • Charlie Brown 28.12.2016 14:08
      Highlight Highlight Lieber Nick Name, da du mich in deinem Kommentar persönlich ansprichst... Ich bin nicht Entwicklungspsychologe, da hast du recht. Aber ich bin Vater von zwei Kindern und damit genug erfahren um für mich zur Erkenntnis zu gelangen, dass Stillen bis 7-jährig bei einem normal entwickelten Kind "unnormales" Verhalten der Mutter ist. Und zwar im engeren Sinn des Wortes (nicht der Norm entsprechend -> der überwiegend grösste Teil der 7-jährigen wird nämlich nicht mehr gestillt) als auch im etwas weiter gefassten Sinn.
    • Nick Name 28.12.2016 15:10
      Highlight Highlight Lieber Charlie Brown, (Btw: Ich bin auch nicht "vom Fach" und soeben zum dritten Mal Vater geworden. Das tut aber überhaupt nichts zur Sache.) "unnormales Verhalten" ist schon mal eine ganz andere Aussage als "dann ist etwas schief gelaufen". Ich wollte bloss bemerken, dass jeweils viele urteilen, ohne 1. den Sachverhalt wirklich zu kennen und 2. einen fundierten Hintergrund zu haben.
      Dann finde ich einfach solche "schief gelaufen"-Aussagen einzig förderlich, das kommunikative Aggressionslevel weiter hochzuschrauben. Und das bräuchte es wahrlich nicht.
    • Charlie Brown 28.12.2016 18:20
      Highlight Highlight Lieber Nick, wenn du alle meine Kommentare zu dem Artikel liest, wirdt du bemerken, dass ich selbst an verschiedener Stelle anmerke, nur ungenügend informiert zu sein.

      Und doch, ich stehe voll zu meiner Aussage, da ist was schief gelaufen. Der notwendige Ablösungsprozess hat nicht ausreichend stattgefunden (mindestens).

      Aggressionen habe ich weder verspürt noch meines Erachtens geschürt. Ich versuche eine sachliche Diskussion zu führen. Du hingegen hast mich recht frontal angegriffen.
  • Starfox 28.12.2016 13:04
    Highlight Highlight Zitat aus dem Artikel: Nach dem ersten Geburtstag können Kinder «normal vom Tisch essen». Kann man auch "abnormal" vom Tisch essen. Also ich esse nie normal vom Tisch, was auch immer das bedeuten mag.
    • Allblacks 28.12.2016 21:22
      Highlight Highlight 😳😳😳😳😳was soll das denn??
      Es geht um " nuckeln"von der Brust und nicht normal oder ab-normal vom Tisch essen .... sorry bin selber Mutter,und hab auch gestillt, natürlich, jedem das seine, aber mit 7 Jahren hmmmm.... na ja.... schon komisch. Dass man aber die Mutter ( event) verurteilen wird ... finde ich schon übertrieben
  • ket4mon 28.12.2016 12:20
    Highlight Highlight Ich mach mir nicht die Mühe, den ganzen Artikel zu lesen, auch wenn ich es sollte...

    Echt jetzt? Hat die Staatsanwaltschaft ernsthaft nichts besseres zu tun? Ich bin mir sicher, dieser Frau wurde es schon tausend Mal gesagt, das es nicht normal ist, ein 7-jähriges Kind zu stillen. Das sind genug Hinweise.. Zumal es ja sogar "ausgewachsene" Männer gibt, die sich als Kleinkind ausgeben, sogar Windeln tragen und sich so von ihrer Frau stillen lassen...
  • Angelo C. 28.12.2016 12:02
    Highlight Highlight Ein schwieriges, da nicht gerade alltägliches Thema....

    Einerseits gibt diese Mutter längst keine Milch mehr, andererseits weiss man(n), dass das Lutschen an den Nippeln einer Frau ihr entsprechende Wohllust bereitet.

    Ob das im vorliegenden Fall eines der Hauptmotive seitens der Mutter ist, können wir genausowenig wissen wie ein urteilender Richter.

    Wohl aber, dass das Kind offenbar die Nähe und Geborgenheit bei seiner Mutter sucht und findet, offensichtlich auch, dass es nicht dazu gezwungen wird.

    Ich denke nicht, dass sowas richterlicher Beurteilung bedarf 🤔





    Da offenbar das Kind
    • Maya Eldorado 28.12.2016 14:34
      Highlight Highlight @Angelo
      Das stimmt so nicht unbedingt, dass gar keine Milch mehr aus der Brust kommt, wenn das Kind schon sieben Jahre alt ist.
      Ich hab meine jüngere Tochter auch ziemlich lange gestillt, so dass sie sich zurückerinnern konnte.
      Da fragte sie mich mal als sie so etwa 11 Jahre alt war. Du Mami kommt da eigentlich noch Milch heraus. Ich massierte und knetete die Brust ein wenig. Da kam tatsächlich sowas wie Milch heraus.
    • Angelo C. 28.12.2016 18:51
      Highlight Highlight @Maya :

      In Ausnahmefällen ist das durchaus möglich, gängiger Norm wird es aber kaum entsprechen....

      In den nordöstlichen Provinzen Brasiliens (z.B. im Bundesstaat Paraiba) ist es übrigens so, dass zahlreiche Kinder - nicht selten bis zu 10 Jahre alt - gestillt werden, obwohl sie auch andere Speisen zu sich nehmen.

      Allerdings ist es dann in der Regel so, dass die Mutter in der Zwischenzeit noch 2-3 weitere Kinder geboren hat und somit praktisch kontinuierlich neue Milch produziert.

      Abschliessend wäre es unter den oberwähnten Fakten interessant, die Nationalität der Mutter zu kennen.



  • JasCar 28.12.2016 11:29
    Highlight Highlight Ich bin ziemlich erstaunt über die Kommentare hier. Habt ihr Kinder?
    Wie lange habt ihr gestillt?
    Ein Baby zu stillen ist das natürlichste der Welt und das darf auch gerne in der Öffentlichkeit sein.
    Beim Kleinkind ist stillen grundsätzlich noch ok, aber so einen 3 jährigen an Mamas Brust zu sehen, find ich schon komisch.
    Aber ein Schulkind? Echt jetzt?
    Ob da grad die Staatsanwaltschaft ermitteln muss, ist wieder eine andere Frage.
    Aber ein 7jähriges Kind zu stillen, find ich nicht ok.
  • Charlie Brown 28.12.2016 11:20
    Highlight Highlight Jetzt schiessen die Wutbürger reflexartig gegen die Staatsanwaltschaft... Gibt es Informationen dazu, aufgrund von was diese überhaupt aktiv wurde? Was sind die Begleitumstände? Liegt eine Anzeige vor, wenn ja von wem? Oder handelt es sich beim Stillen um ein Offizialdelikt?

    Viele Fragen, die interessant zu klären wären.
  • niklausb 28.12.2016 11:18
    Highlight Highlight Also woher kommt der kläger ich meine wer hat die Frau und ihr Kind verpfiffen oder machen die zwei das in der öffentlichkeit falls ja ist es natürlich schon sehr eigen
  • nib 28.12.2016 10:52
    Highlight Highlight Mit 7 Jahren an der Brust zu nuckeln ist sicher nicht mehr normal. Das wäre es auch nicht, wenn es in dem Alter noch einen Nuggi hätte. In dem Alter muss ein Kind lernen mit Frust und Bedürfnis nach Nähe anders umzugehen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das Kind in der Schule deswegen stigmatisiert wird.

    Für mich geht das durchaus in Richtung emotionalem Missbrauch.
    • acvodad 28.12.2016 11:23
      Highlight Highlight Liegt das problem beim kind, wenn es stigmatisiert wird?
      Oder bei den leuten, die anderen ihre vorstellung von normalität aufdrücken wollen?
    • SanchoPanza 28.12.2016 11:34
      Highlight Highlight @acvodad:
      es gibt von Kultur zu Kultur unterschiedliche Normen und Werte. Manche sind gesetzlich verankert, andere wiederum nur in den Köpfen oder gar unausgesprochen. Egal wie man zu diesen steht, es gibt sie.
      mMn macht es wenig Sinn darüber zu streiten ob das Problem beim Kind oder der Gesellschaft liegt. Das Problem so oder so wird sein: wenn das Kind stigmatisiert wird (egal weshalb) soll es lernen damit umzugehen.
      Und von wegen Normalität: Normal ist, was von der Mehrheit praktiziert wird. Und das ist wohl Abstillen im Alter von 1-3 Jahren denke ich.
      Ob man das gut findet ist was anderes.
    • mountaineer 28.12.2016 11:42
      Highlight Highlight @nib: Normal finde ich das auch nicht, aber auch nicht etwas, worum sich Strafverfolgungsbehörden kümmern sollten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • winglet55 28.12.2016 10:45
    Highlight Highlight Ist die Staatsanwaltschaft unterbeschäftigt? Was geht das die Justiz an? Es wäre wohl schlauer diese Schnüffler würden sich um wahre Straftäter kümmern. Aber da fehlt es vermutlich an Motivation und der nötigen Zivilcourage.
  • mountaineer 28.12.2016 10:44
    Highlight Highlight Mehrere hundert Islamisten laufen frei herum, aber die Staatsanwaltschaft kümmert sich um stillende Mütter. Unglaublich!
    • Charlie Brown 28.12.2016 11:14
      Highlight Highlight what-about-ism
    • mountaineer 28.12.2016 11:40
      Highlight Highlight @Brown: Es geht um die fragwürdige Prioritätensetzung der Strafverfolgungsbehörden und nicht um Whataboutism.
    • Charlie Brown 28.12.2016 11:48
      Highlight Highlight Es geht bei whataboutism immer drum, dass jemand das Gefühl hat, Problem A sei wichtiger oder dringender als Problem B. Danke für den Anschauungsunterricht.

      Kennst du das Konzept "sowohl/als auch"?

      Hast du das Gefühl, die Welt wäre sicherer vor Islamisten, wenn der im Artikel genannte Fall nicht von der Staatsanwaltschaft bearbeitet würde?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Globalteamrider 28.12.2016 10:43
    Highlight Highlight Da Stillen auch eine Funktion hat, die nicht der Ernährung dient, kann ich als Mann von nun an auch Stillen, auch ein 7jähriges Kind. Nimmt mich dann wunder, wie die Reaktionen dann ausfallen würden.
  • chilli37 28.12.2016 10:23
    Highlight Highlight
    Play Icon
    • AllFab 28.12.2016 10:44
      Highlight Highlight Danke, auch für diesen Beitrag. 😂
  • Baba 28.12.2016 09:57
    Highlight Highlight Unsere Gesellschaft ist tatsächlich "oversexed (& underf****d)", dass das Stillen eines Kindes nun vor Gericht verhandelt werden 'muss' *kopfschüttel*...
  • Charlie Brown 28.12.2016 09:54
    Highlight Highlight Sexuell motiviert wahrscheinlich nicht. Aber sicher kein gesundes Verhalten dieser Mutter. Das Kind tut mir ehrlich gesagt leid.
  • Silas89 28.12.2016 09:49
    Highlight Highlight Heute wird in so vieles etwas Sexuelles interpretiert. Der Nuggi ist meines Wissens ein künstlicher Ersatz für die Brust. Die Brust zur Beruhigung ist aus dieser Perspektive natürlicher und somit auch Menschlicher. Leben und leben lassen!
    • Charlie Brown 28.12.2016 11:25
      Highlight Highlight Wenn ein schulpflichtiges Kind noch (emotional) von der Mutterbrust abhängig ist, dann ist etwas schief gelaufen.

      Leben und leben lassen ist so lange ok wie gewisse Grenzen nicht überschritten werden. Das Verhalten der Mutter finde ich (so weit ich es aufgrund der sehr dürftigen Informationslage einschätzen kann) mehr als nur grenzwertig.

      Es muss ja nicht um sexuelles gehen. Aber es kann um Macht / Abhängigkeit gehen. Und das finde ich kein gesundes Verhalten.

      P.S: Auch ein Nuggi ist mit 7 Jahren aus meiner Sicht nicht mehr ideal.
    • Silas89 28.12.2016 12:49
      Highlight Highlight Das mit der Macht und Abhängigkeit ist so eine Sache, Eltern haben sowieso eine riesige Macht, von der die Kinder abhängig sind und das ist auch gut so. Aber wie du sagst, die Informationslage reicht nicht. Vielleicht hätte das Kind kaum Probleme, ohne die Brust auszukommen. Es wäre wichtig, die ganze Beziehung zu kennen. Das kann ja auch Teil einer sehr schönen Beziehung sein. - Oder eben sexueller Missbrauch.
    • Intellektueller 28.12.2016 15:31
      Highlight Highlight Alle hacken auf der Mutter herum, aber keiner fragt, was das Kind will.
      Hinter dieser Haltung steckt eine ganz grosse Portion Menschenverachtung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Calvin Whatison 28.12.2016 09:42
    Highlight Highlight Kommen solche "Geschichten" nicht eigentlich aus Amerika ähh USA ??? 😂
  • pamayer 28.12.2016 09:37
    Highlight Highlight Anklage??
    Die wurden wohl nach 6 Monaten abgestillt ('es het nümme Welle...').

    Am besten Stillen in der Öffentlichkeit unter Strafe stellen. Nestlé Produkte soll man ihnen verfuttern, dass wenigstens jemand dran verdient.

    Wo hört die Privatsphäre auf, wo beginnt das allgemeine Interesse?
    Aber wenn ich meinen Nachwuchs ungefragt in eine Sekte einschleusen, ist das Religionsfreiheit. Auch wenn die Schädigung nachweisbar ist.
    Und wenn ich - dafür werden ich nun geblitzzzzzt - der 6 Monate alten das iPhone als Babysitter gebe, weil's gechillter ist, als mit dem Baby einen Bezug herzustellen.
  • Str ant (Darkling) 28.12.2016 09:27
    Highlight Highlight Die Staatsanwaltschaft macht sich extrem lächerlich!

    Wie eine kaputte Schallplatte machen sich Beamte aller Couleur wiederholt lächerlich, es ist erschreckend wie weltfremd die Bürokratie ist!

«Am besten ist die frische Luft» – Pelins und Dicles (13) Leben nach der Terminal-Odyssee

Nach sieben Wochen im Terminal konnten die Familien von Pelin (13) und Dicle (13) am Freitag den Flughafen Zürich verlassen. Dort hatten die kurdischen Flüchtlinge bei ihrer Ankunft aus Südafrika Anfang September ein Asylgesuch gestellt. Seither lebten sie in der Asylunterkunft im Transitbereich des Flughafens.

Sie wurden in die Notunterkunft (NUK) für Asylbewerbende in Adliswil ZH verlegt. watson hat die beiden Freundinnen am Montag in Adliswil getroffen. Im Video erklären sie, wie es …

Artikel lesen
Link to Article