Schweiz

Sooooo schön: das Bezirksgericht Dietikon. Bild: KEYSTONE

7-Jährige an die Brust gelegt – Mutter von Sex-Vorwürfen freigesprochen 

25.01.17, 05:47 26.01.17, 10:09

Das Bezirksgericht Dietikon ZH hat am Mittwoch eine Frau freigesprochen, die der Schändung und der sexuellen Handlungen mit ihrer Tochter beschuldigt worden war. Das Gericht hatte «erhebliche Zweifel» am eingeklagten Sachverhalt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Ehemann der Beschuldigten hatte die Frau angezeigt, nachdem sie mit der gemeinsamen Tochter in ein Frauenhaus geflüchtet war. Am Gericht präsentierte sich «ein erbittert geführter Trennungs- und Scheidungskampf», wie der Einzelrichter am Bezirksgericht sagte. Der Anzeige vorausgegangen war eine seit Jahren zerrüttete Ehe.

Kampf um Obhut

Nach der Trennung im Dezember 2014 folgte ein Streit um das gemeinsame Kind. Das Eheschutzgericht hatte beiden Elternteilen die Obhut über das Mädchen im Primarschulalter gegeben. Der Vater akzeptierte das nicht, er kämpfte für die alleinige Obhut. Dieser Streit ist vor Bundesgericht hängig.

Erst in diesem Zusammenhang brachte er die angeblichen sexuellen Übergriffe ins Spiel. Er nahm dabei eine Bestrafung als untätiger Mitwisser einer strafbaren Handlung in Kauf. Als nach der Anzeige die Untersuchung lief, schmückte er seine Aussagen immer mehr aus.

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Schon vor der Trennung lag in der Familie vieles im Argen. Alkoholmissbrauch, Geldsorgen und Tätlichkeiten prägten die zerrüttete Ehe. Polizei und KESB schalteten sich ein. Der Mann warf seiner Frau vieles vor – sexuelle Übergriffe waren nie ein Thema.

Dies betonte auch der Richter, und dieses Verhalten sei nur damit erklärbar, dass die strittigen Handlungen nicht stattgefunden hätten. In den Aussagen gebe es zudem «gewichtige Widersprüche». Sie seien für das Gericht nicht stimmig: «Es geht einfach nicht auf».

Nur noch Telefon-Kontakt

«Er will mich vernichten, weil ich ihn verlassen habe», sagte die Beschuldigte. Der Noch-Ehemann stelle sich im Internet als tollen Vater und Märtyrer dar, der die Tochter «vor der bösen Mutter bewahrt». Seit Mitte 2015 haben sich Mutter und Tochter nicht mehr gesehen. Sie haben noch via Telefon Kontakt.

Die Frau wies die Vorwürfe zu sexuellen Übergriffen entschieden zurück, beschönigte aber andere Probleme nicht. Ja, ihre Mandantin habe ein Alkoholproblem gehabt, sagte die Verteidigerin, habe dieses aber überwunden. Und ja, sie habe den Haushalt zeitweise schleifen lassen und eine aussereheliche Affäre gehabt.

Geborgenheit beim Kuscheln

Dass sie aber – wie die Anklage geltend machte – ihre Tochter noch im Schulalter an ihrer Brust habe nuckeln lassen und das Kind die andre Brust dabei in der Hand gehabt habe, stimme nicht. Die Beschuldigte selbst erklärte, sie habe das Kind mit knapp zwei Jahren abgestillt. Danach habe es nie mehr an der Brust gesaugt. Manchmal habe die Tochter Geborgenheit oder Trost gesucht. Dann habe sie sich an die Mutter gekuschelt und auch mal eine Hand auf die Brust gelegt – überm T-Shirt.

Das Kind habe diese Nähe selbst gesucht und auch mit anderen Menschen gern Körperkontakt gehabt. Die Rechtsvertreterin des Kindes machte geltend, dieses sei traumatisiert worden. Dies vor allem wegen der Medienberichterstattung im Vorfeld des Prozesses. An Wochenenden und in den Ferien schlafe das Kind jetzt beim Vater im Bett. Das erstinstanzliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann an die nächste Instanz, das Obergericht, weitergezogen werden.

(sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kastigator 25.01.2017 15:17
    Highlight Grossartige Bildlegende ganz oben! Mein ich ernst.
    2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 13:44
    Highlight Urteli passt perfekt in diese kranke Welt:
    Ein nackt joggender Mann wird schliesslich auch direkt mal eingewiesen: http://www.20min.ch/schweiz/romandie/story/Polizei-stoppt-Nacktjogger-16086785
    Während Frau "Milo Moire" selbiges als "Kunstaktion" sogar noch in jeder Tageszeitung promoted bekäme...
    21 3 Melden
  • Charlie Runkle 25.01.2017 12:58
    Highlight Würd nicht so aussehen wenn ein mann seine siebenjährige nuckeln lassen würde. Völlig daneben, die frau ist krank!!!!
    32 39 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 15:03
      Highlight why?
      0 7 Melden
  • Tomtom64 25.01.2017 10:05
    Highlight Das Beste ist: Weil er nicht eingeschritten sei, habe der Mann die sexuellen Handlungen seiner Frau unterstützt. Deshalb wurde er bereits am 13. April letzten Jahres zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à CHF 30.- verurteilt.

    Heute urteilt dasselbe Gericht (ob auch dieselben Richter, weiss ich nicht) über das gemäss StGB schwerere Vergehen der Mutter.

    Auf das Urteil bin ich gespannt.
    39 1 Melden
    • Jakal 25.01.2017 12:36
      Highlight Das Urteil (Urteil?) wird dir nicht gefallen ...
      19 0 Melden
    • niklausb 25.01.2017 12:44
      Highlight Unglaublich
      15 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 13:17
      Highlight WTF? Sie wird freigesprochen und der Mann bekommt Ärger? Wie krank ist diese Justiz und eine "gleichberechtigte" Gesellschaft in der Männer so verarscht werden?
      44 9 Melden
    • Tomtom64 25.01.2017 14:29
      Highlight Erklärung: .... dieses Verhalten sei nur damit erklärbar, dass die strittigen Handlungen nicht stattgefunden hätten...

      Kann ich mir durchaus vorstellen, aber damit müsste nun auch die Verurteilung gegen den Mann aufgehoben werden. Wird wohl nicht automatisch erfolgen, sondern müsste von ihm angestrengt werden. Nur wird er das wegen der bedingen Strafe und seiner (vermutlich) beschränkten Mittel nicht tun. Eigentlich schade ...
      17 1 Melden
    • JoeyOnewood 25.01.2017 17:07
      Highlight Ja, die Verurteilung gegen den Mann müsste aufgehoben und ein neues Verfahren wegen falscher Verdächtiung eingeleitet werden.
      4 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 25.01.2017 09:44
    Highlight Ich kenne eine Mutter, die hat ihrem Jungen noch mit 6 noch die Brust zum Stillen gegeben. Ich fand das schon ziemlich grenzwertig.
    40 7 Melden
    • Pond 25.01.2017 11:44
      Highlight Ich habe lange einen Jungen gehütet, der in der zweiten Klasse noch nackt bei seiner Mutter im Bett schlief und von ihr gestillt wurde. Er wollte das dann auch bei mir machen, weil er es als Zeichen von Zuneigung einordnete.
      37 2 Melden
  • Jakal 25.01.2017 08:51
    Highlight Ich habe hin und wieder das Gefühl, vor dem Gesetz sind nicht alle gleich ...
    55 13 Melden
    • blaubar 25.01.2017 09:26
      Highlight und ich habe hin und wieder das Gefühl, dass die Medien überreagieren.
      38 21 Melden
  • Pond 25.01.2017 07:43
    Highlight Es ist eine Tatsache, dass manche Mütter ihre Kinder sexuell missbrauchen und solche Fälle kaum jemals zur Anklage kommen. Von der Gesellschaft wird eine solche Nähe immer als "Mutterliebe" eingeordnet, obwohl sie schon grenzüberschreitend ist. Wäre es umgekehrt, also die Mutter würde solche Vorwürfe gegen den Vater äussern, würden wahrscheinlich die wenigsten zweifeln.
    131 13 Melden
    • Sapere Aude 25.01.2017 11:00
      Highlight Kenne ich aus eigener Erfahrung, meine Mutter wollte mit mir als ich 12 war gemeinsam in der Badwanne baden als ich bei ihr in den Ferien war. War mir sehr unangenehm, konnte mich glücklicherweise davor verstecken. Geglaubt hat mir dannach niemand bzw. wurde es heruntergespielt.
      45 3 Melden
  • Menel 25.01.2017 07:12
    Highlight Hätte ihr ex-Mann sie auch angezeigt, wenn sie noch zusammen gewesen wären?
    54 61 Melden
    • Jakal 25.01.2017 08:58
      Highlight Nein, vermutlich hätte er das nicht getan ...
      34 3 Melden
    • Amaretro 25.01.2017 09:38
      Highlight und wäre es doch aufgeflogen, hätte man ihn sicher gleich hart bestraft wie die mutter.
      21 4 Melden
    • Gilbert Schiess 25.01.2017 09:40
      Highlight vermutlich hätte er mit ihr die Sache besprochen und ihr erklärt, dass ein Kind mit 7 Jahren nicht mehr gestillte werden soll und er das auch nicht will.
      18 5 Melden
    • PewPewPew 25.01.2017 12:48
      Highlight @Amaretro:
      Das beste ist ja, dass der Mann jetzt der einzige ist, der bestraft wird während die Frau Schadenersatz erhält.
      23 1 Melden
  • pamayer 25.01.2017 06:59
    Highlight Der Ex zeigt sie an und die Staatsanwaltschaft steigt drauf. Wie krank ist die Welt denn?!
    34 97 Melden
    • maljian 25.01.2017 07:23
      Highlight Vor allem scheint es ihn vorher nicht gestört zu haben, wenn er es sich 3 Jahre mit angeschaut hat.
      61 14 Melden
    • Jakal 25.01.2017 08:50
      Highlight Stimmt, sehr ungewöhnlich. Die Ex zeigt ihn an und die Staatsanwaltschaft steigt drauf ist eher der Normalfall ...
      58 9 Melden
    • AL:BM 25.01.2017 09:03
      Highlight Das machen Frauen auch gelegentlich. Fälschliche Beschuldigungen sind in Ermittlungsverfahren betr. sexuelle Gewalt ein erhebliches Problem.
      41 9 Melden
    • axantas 25.01.2017 10:15
      Highlight Na ja, das ist für beide Seiten die effizienteste Methode den/die Ex in Schwierigkeiten zu bringen. Hätte allerdings sie ihn angezeigt, wäre er nullkomaplötzlich in Untersuchungshaft gelandet und hätte jetzt existentielle Probleme. Das hier ist ja nur ein laues Lüftchen der Justiz.
      16 2 Melden
    • Triple 25.01.2017 12:48
      Highlight Vielleicht konnte er sie die ersten 3 Jahre ja nicht anzeigen. Vielleicht litt er unter häuslicher Gewalt und musste sich selber erst mal befreien. Ohne die Hintergründe zu kennen sollte man nicht richten.
      12 2 Melden
    • sch'wärmer 25.01.2017 16:19
      Highlight Ich vermute, dass an den Vorwürfen gar nichts dran ist.
      Wenn es um die alleinige Obhut geht, werden Antragsteller oft "kreativ" und werfen dem andern Elternteil (sexuelle) Übergriffe vor. Ist nach wie vor ein probates Mittel in solchen Fällen, wenn auch ein ziemlich feiges.
      Sollten sich die Unterstellungen dennoch bekräftigen, liegt es am Bundesgericht diese zu bestrafen.

      Anyway, mir tut das siebenjährige Mädchen leid, welches rein gar nichts für das unreife Verhalten ihrer Eltern kann.
      3 0 Melden
    • AL:BM 25.01.2017 18:23
      Highlight Der Mann wurde im vergangenen Jahr wegen Beihilfe verurteilt. So nebenbei.
      1 0 Melden
    • Triple 26.01.2017 12:14
      Highlight Beihilfe zu was?
      1 0 Melden

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