Schweiz
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GERICHTSZEICHNUNG - Illustration des Angeklagten im Zuercher Obergericht, links aussen, am Dienstag, 24. Maerz 2015, in Zuerich. Vor dem Gericht steht ein Mann, der im Winterthurer Hotel Krone am 28. August 2013 seinen 5-jaehrigen Sohn getoetet hat. Das Gericht verhaengte eine Freiheitsstrafe von 18 Jahren. Der Angeklagte versucht in der Berufungsverhandlung vor dem Obergericht eine mildere Strafe zu erreichen. Er macht eine mittel bis schwer verminderte Schuldfaehigkeit geltend. Die Anklage verlangt erneut die Verwahrung. (KEYSTONE/Zeichnung Linda Graedel)

Der Fall Bonstetten leitete den Wechsel von Laien- zu Profi-Vormundschaftsbehörden ein.  Bild: KEYSTONE

Gute KESB, böse KESB: Wie zwei Kindsmorde die Beistands-Debatte radikal veränderten

In Bonstetten waren die Laien schuld, in Flaach die Profis. In beiden Fällen töteten Eltern ihre Kindern – und brachten damit das Vormundschaftssystem ins Wanken. Nun will eine Initiative die KESB zurückbinden.

20.05.18, 10:33


Weniger Macht den Kindes- und Erwachsenenschutz-Behörden! Mit dieser Forderung trat diese Woche ein Komitee um SVP-Nationalrat Pirmin Schwander vor die Medien. Im Gepäck: Eine Volksinitiative, die die Kompetenzen der KESB stark beschneiden will. Künftig sollen automatisch Verwandte einspringen, wenn eine Person urteilsunfähig wird oder die Eltern das Wohl ihrer Kinder gefährden.

Auslöser für die Initiative war der Fall Flaach: 2015 erstickte in der Zürcher Gemeinde eine junge Mutter ihre beiden Kinder. Schnell richtete sich der öffentliche Groll gegen die KESB, die Alessia (2) und Nicolas (5) davor gegen den Willen der Mutter in einem Heim platziert hatte.

2010 fand in der Schweiz bereits eine ähnliche Diskussion statt – allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Damals hatte ein Vater seinen Sohn Florian (5) in einem Winterthurer Hotelzimmer umgebracht. Zu dieser Zeit waren noch Laienbehörden für Vormundschaftsfragen zuständig. Beobachter machten die mangelnde Professionalität der Behörde für den Tod des Kindes mitverantwortlich. Eine Gegenüberstellung in 6 Zitaten:

Die Frage nach der Schuld

2010:

«Die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde Bonstetten ist schuld am Tod meines Sohnes.» 

Mutter des getöteten Florian im «SonntagsBlick»

2015:

«Aber die wahren Schuldigen sitzen in der KESB Winterthur.» 

Grossvater der getöteten Kinder von Flaach in der «NZZ am Sonntag»

In beiden Fällen war für die Hinterbliebenen klar: Die Behörden hatten versagt. Allerdings lautete im Fall Bonstetten der Vorwurf, die Laienbehörden hätten dem Vater leichtfertig das Sorgerecht für seinen Sohn Florian zugesprochen. Im Fall Flaach hiess es, die Profibehörde KESB habe der Mutter die Kinder kaltherzig weggenommen, was sie zur Verzweiflungstat getrieben habe.

Die Mutter des getöteten Buben erhob im «SonntagsBlick» schwere Anschuldigungen. bild. sonntagsblick

Die Frage nach der Kontrolle

2011:

«Die Behörden hatten nicht genug Distanz zum Vater.»

Gutachter Peter Breitschmid zum Fall Bonstetten im «Tages-Anzeiger» 

2015:

«Hätte man diese Mutter mit ihren Kindern in Ruhe gelassen, würden diese jetzt noch leben.»

KESB-Gegnerin Zoë Jenny zum Fall Flaach in der «Schweiz am Sonntag»

In einem Gutachten zum Fall Bonstetten liess der Zürcher Rechtsprofessor Peter Breitschmid kaum ein gutes Haar an der Arbeit der Laienbehörde. Diese habe sich mit dem Vater solidarisiert. Sie sprach dem Mann das Sorgerecht zu, obwohl bekannt war, dass er 1990 bereits versucht hatte, seinen Sohn aus erster Ehe zu töten. Dies sei «schlechthin unverständlich», sagte Breitschmid 2011 vor den Medien.

Im Fall Flaach musste sich die KESB den Vorwurf gefallen lassen, die Familie zu wenig einbezogen zu haben. «Die KESB ist eine reflexionslose Behörde, deren brutale und unmenschliche Interventionen offensichtlich nicht nur destruktiv sind, sondern hochgefährlich», tobte Zoë Jenny nach dem Kindsmord in den Medien. Die Basler Autorin liegt selbst im Clinch mit der KESB. Grund ist ein Streit mit dem Vater ihrer Tochter um das Besuchsrecht.

Die Frage nach der Expertise

2011:

«Der Fall zeigt exemplarisch die Grenzen von rein kommunal tätigen Milizbehörden auf.»

SP-Justizdirektor Markus Notter zum Fall Bonstetten

2015:

«Erst örtliche Nähe und Verbundenheit ermöglichen massgeschneiderte Einzelfalllösungen.»

KESB-Gegner Pirmin Schwander (SVP) zum Fall Flaach im «Tages-Anzeiger»

Welche Konsequenzen aus dem Tod von Florian zu ziehen sind, war für viele Beobachter klar: Nicht mehr Laien, sondern Profis sollten entscheiden, wenn es um heikle Fragen wie jene um die Fremdplatzierung von Kindern geht.

«Professionell arbeitende Behörden sind besser befähigt, die notwendige Distanz und Abgrenzung gegenüber den betroffenen Personen zu wahren, was sich im vorliegenden Fall als Problem erwiesen hat», schrieb die Zürcher Justizdirektion in ihrem Bericht zum Fall Bonstetten.

Bundesrat und Parlament hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits dafür ausgesprochen, das Vormundschaftswesen neu zu organisieren. Viele Politiker und Beobachter sahen im Tod von Florian einen Beleg dafür, dass die Neuorganisation dringend an die Hand genommen werden musste.

Die Umsetzung erfolgte drei Jahre nach dem Tod von Florian: Zu Beginn des Jahres 2013 nahmen 146 regional organisierte KESB-Stellen im Land ihren Betrieb auf. Seither kümmern sich Psychologen, Sozialarbeiter und Juristen um die Fälle vernachlässigter Kinder und dementer Betagter. 

Allerdings dauerte es nicht lange, bis Kritik an den neuen Fachstellen laut wurde. Zu den Gegnern der ersten Stunde gehört SVP-Nationalrat Pirmin Schwander, der nun die nationale Anti-KESB-Initiative lanciert hat. Er kritisiert insbesondere die mangelnde «Bürgernähe» der Fachstellen. 

Konferenz warnt vor Initiative

Die Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) hat diese Woche postwendend auf die Lancierung der Anti-KESB-Initiative reagiert und die «Stimmungsmache» gegen die Vormundschaftsbehörden verurteilt. In einer Mitteilung betonte sie, bereits heute würden «wenn immer möglich» Familienmitglieder als Beistände für ihre Nächsten eingesetzt. 

Allerdings blende die Initiative einen wesentlichen Punkt aus: «In schwer zerrütteten Familien können Massnahmen der KESB durchaus nötig sein, um hilfsbedürftige Personen vor ihren Angehörigen zu schützen.» 

Vor einem Jahr hat auch der Bundesrat eine erste Bilanz zum Systemwechsel gezogen. Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) stellte den neuen Vormundschaftsbehörden ein überwiegend gutes Zeugnis aus. Dennoch versprach sie, das Justizdepartement werde prüfen, wie «nahestehende Personen» künftig noch besser in die Verfahren einbezogen werden können. 

Sommaruga verwies zudem auf die Statistik: Demnach ist die Zahl der Schutzmassnahmen bei Kindern seit Einführung der KESB leicht zurückgegangen.

Angriff auf die KESB – Kritiker lancieren Volksinitiative

Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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58
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58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rafalesia1 21.05.2018 13:33
    Highlight Woher kommt dieses Misstrauen gegenüber der Familie lieber Herr Marbert von der KOKES?

    Wo echte Misstände herrschen, sollen Profis einschreiten. Präventiv die Familie durch Behördeninterventionen und die unsäglichen Gefährdungsmeldungen zu entrechten ist der Schweiz nicht würdig. Lassen Sie Familien entscheiden ob sie übernehmenden wollen, wenn es nötig wird.

    Der Vorsorgeauftrag ist übrigens Augenwischerei. Die Urkunde im Fall der Handlungsunfähigkeit ausgestellt, wird von vielen Stellen nicht anerkannt. Meine Mami dachte ich könnte übernehmen und ihr helfen. Dumm gelaufen!!!!
    5 8 Melden
  • Pearlriver 21.05.2018 13:15
    Highlight Es geht bei der Initiative nicht nur um Kinder. Werden wir einmal alt und gebrechlich, vielleicht dazu noch vergesslich, werden wir Klienten von der KESB. Der Vorsorgeauftrag, beglaubigt mit Urkunde von der KESB ist da nicht sehr hilfreich. Die Urkunde wird nämlich von vielen Banken nicht akzeptiert. Da steht die Vertrauensperson (Vorsorgebeauftragte) dann ziemlich blöd da, wenn sie Rechnungen bezahlen sollte.

    Vorsorgeauftrag und Urkunde sind recht teuer. Werden aber nicht breit anerkannt. Lieber Gesetzgeber diese Rechtsunsicherheit ist nicht gut.
    6 1 Melden
  • wintergrün 20.05.2018 18:29
    Highlight Grundsätzlich bin ich ja für die KESB.
    Allerdings könnte die ruhig ein bisschen transparenter werden und im Falle von öffentlichem Streit wie diesem https://www.watson.ch/Schweiz/Deutschland/751145035-Dieser-KESB-Fall-betrifft-kein-Kind--Neffe---entfuehrt---seinen-88-jaehrigen-Onkel-und-bringt-ihn-nach-Deutschland
    auch mal öffentlich Stellung nehmen, gerne auch mal selbstkritisch.
    8 13 Melden
    • Fabio74 20.05.2018 20:59
      Highlight Kann sie nicht. Soll sie nicht. Darf sie nicht. Nennt sich Amtsgeheimnis
      16 2 Melden
    • wintergrün 21.05.2018 09:48
      Highlight @Fabio74
      Auch das Amtsgeheimnis ist nicht gottgegeben.
      4 7 Melden
  • Trasher2 20.05.2018 17:47
    Highlight Das ist doch einfach wieder so eine gequirlte Wahlkampf sch... der sünnelipartei. Mit dem Thema lässt sich bei den Senioren wunderbar Wahlkampf betreiben.
    19 7 Melden
  • Burdleferin 20.05.2018 17:12
    Highlight Da ich selber psychisch krank bin und ein psychiatrisch vorbelastetes Umfeld habe, weiss ich einerseits, dass die KESB für viele Menschen eine Hilfe sein könnte. Und andererseits macht der Gedanke an den absoluten Verlust von Autonomie Angst. Ich verstehe, dass es Gegner gibt, aber nicht aus den Gründen, die die SVP anführt (Die Familie ist heilig, es gibt in jedem Fall kein besseres Umfeld für Kinder als das eigene Elternhaus...)
    27 1 Melden
  • Bronko 20.05.2018 16:35
    Highlight Die KESB ist auf jeden Fall eine sinnvolle Institution. Das Problem: Ihre Mittel sind beschränkt, auch hier wird leider gespart (was wie auch im Bildungswesen am falschen Ort ist). Also müssen ein paar dauerüberlastete Menschen bzw. Profis hocheffizient und sehr sorgfältig wichtigste und richtige Entscheide fällen und komplizierteste Fälle beurteilen und Massnahmen aussprechen. Dies verlangt Profi-Massarbeit unter Hochdruck und steigert folglich das menschliche Risiko und Potenzial für Fehlentscheide, gerade bei komplizierten Fällen.
    25 11 Melden
    • zialo 20.05.2018 18:00
      Highlight Der Fehler der KESB ist fehlende Augenhöhe. Da geht es um Respekt, der kommt gratis und franko ist bei Fachleuten nicht häufiger als bei einer Laienbehörde.
      9 18 Melden
    • Fabio74 20.05.2018 21:00
      Highlight @zialo Respekt ist wichtig aber nicht entscheidend
      6 3 Melden
  • meine senf 20.05.2018 16:07
    Highlight Egal ob es Professionelle oder Laien sind, sie verüben einen sehr undankbaren Job:

    Wenn etwas schlimmes geschieht, dann sind sie schuld, weil sie zu spät oder nicht oder falsch reagiert haben. Wenn sie reagieren, dann sind sie die böse Behörde, die sich in das Heiligtum "Familie" einmischt. Und was ohne die Reaktion geschehen wäre, kann man ja nicht wissen.

    Ausserdem schaffen es nur extreme Fälle in die Medien. Gegen allgemeine Vorwürfe wehren können sie sich auch kaum, da sie aus Persönlichkeitsrechtsgründen nichts konkret über die anderen Fällen sagen dürfen.
    28 2 Melden
  • ludi 20.05.2018 14:12
    Highlight So wie die KESB leider in den meisten Fällen arbeitet, besteht dringend Handlungsbedarf & es ist zu wünschen, dass die Initiative durchkommt! Meine Stimme haben sie auf jeden Fall...!!!
    LuLe
    16 79 Melden
    • Hierundjetzt 20.05.2018 15:24
      Highlight Interessant, es gibt 26 KESB und alle sind dem absoluten (nicht relativen) Amtsgeheimnis unterstellt.

      Sämtliche Fälle von denen wir lesen wurden nur von den Betroffenen bekannt gemacht. Es gab dazu nie eine konkrete Stellungnahme seitens KESB.

      Woher also stammt den Dein Wissen? Oder ist das jetzt einfach so ein Gefühl weil aus Gründen? Weils der Primin gesagt hat?
      37 8 Melden
    • Fabio74 20.05.2018 15:26
      Highlight Toll argumentationsloses Bashing
      Wie arbeitet die KESB und wie soll sie arbeiten?
      24 3 Melden
    • Charlie Brown 20.05.2018 16:57
      Highlight Wie arbeitet denn „die KESB“ „in den meisten Fällen“?

      Gibts da Fakten (von welcher der vielen KESB?) oder nur grundsätzliche Wut?
      25 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 20.05.2018 13:05
    Highlight Ich kenne die Details der Einzelfälle nicht um darüber ein Urteil abgeben zu können. Grundsätzlich ist eine professionelle Betreuung immer besser, als wenn Laien, die meist nur emotional handeln, Entscheide treffen. Das Problem bei einigen KESB sehe ich bei der Überforderung einerseits, denn bei gewissen KESB fehlen die benötigten Ressourcen, und andererseits sind nicht alle Mitarbeiter auf dem ähnliche professionellen Niveau. Ich habe auch erleben müssen, dass Mitarbeiter Opfer der Routine und der Prozesse werden und das Menschliche dabei vergessen geht. Denn jeder Fall ist individuell!
    25 6 Melden
    • Töfflifahrer 20.05.2018 14:09
      Highlight Professionell heisst für mich, psychologisch geschult und dabei auch im Umgang mit Menschen in Extremsituationen Erfahren.
      36 4 Melden
    • Asho 20.05.2018 14:14
      Highlight watson könntet ihr die Fallbelastung pro KESB-Mitarbeiter abklären? Ich habe mal etwas von 200-300 Fällen pro Mitarbeiter gehört, weiss aber nicht, ob diese Zahlen stimmten.
      14 0 Melden
    • Fabio74 20.05.2018 15:27
      Highlight Ja sille eher als Laien wie früher
      11 5 Melden
  • Roman Stanger 20.05.2018 11:44
    Highlight Ich konnte die Kritik an der KESB im Fall Flaach nie nachvollziehen. Wie kann man, nachdem diese Frau ihre zwei Kinder getötet hat, im nachhinein noch ernsthaft dafür plädieren, dass es grundsätzlich ungerechtfertigt sei, einer Mutter die Kinder wegzunehmen? Man stelle sich vor, bei einem sogenannten "erweiterten Suizid" mit männlichem Täter hiesse es: "Hätte sie ihn halt nie verlassen wollen, wären sie und die Kinder nie getötet worden!"

    Davon abgesehen hatte die KESB kein andere Wahl, da die Mutter ins Gefängnis musste, und die Grosseltern nicht vorab davon informiert werden durften.
    288 35 Melden
  • büezer83 20.05.2018 11:29
    Highlight ich bin eindeutig für die kesb. und ich werde die anti-kesbinitiative ganz klar ablehnen. ja die kesb hat in der vergangenheit in gewissen fällen versagt, oder ihren angestellten nicht auf die finger geschaut. (jugendstraftäter carlos z.b)
    hingegen ist mir eine national geregelte behörde, welche professionelle fachkräfte beschäftigt viel lieber als lokale behörden mit ehrenamtliche musterbürgern, welche dann einfach mal mit bauchgefühl oder ähm... lebebserfahrung über das schiksal von soz. querschlägern oder psych. kranjen menschen entscheiden.
    def. keine aufgabe für Laien!
    256 30 Melden
    • Gubbe 20.05.2018 12:02
      Highlight Der mit den professionellen Fachkräften war gut. Also Leute aus der Sozialindustrie. Wieso nicht diese Fachkräfte mit den die aus dem Bauchgefühl und Lebenserfahrung aus entscheidenden 'Laien' zusammen eine Lösung suchen lassen?
      18 83 Melden
    • büezer83 20.05.2018 12:48
      Highlight GUBBE: ähm ja wenn du's so siehst, dann mach doch bitte mal in zukunft einen grossen bogen um die schulmedizin. denn die wollen dir auch nur die kohle aus der tasche ziehen und machen dich vorsätzlich krank, damit du nochmehr geld zum fenster rausschmeisden musst.
      ich empfehle dir in zukunft denn äh... hexendoktor auf zu suchen.
      23 13 Melden
    • Pasch 20.05.2018 12:59
      Highlight Ja und wer arbeit letztlich in deiner "regional Filiale" ???
      Genau!! Deine von dir erwähnten ehrenamtlichen Musterbürger!

      Oder hast du das Gefühl Bundesbern entsendet per Superpuma seine besten Leute in den Brennpunkt?

      Da sitzt er dann dein ehrenamtlicher Musterbürger, weil er ja seit Jahren seine Schäfchen um sich kennt.
      Nur ist sein Urteil jetzt aufeinmal amtlich!

      Viel Spass auf dem Rechtsweg.
      11 15 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Daniel Caduff 20.05.2018 11:25
    Highlight Das Framing der SVP hat gut funktioniert. Die Mutter begeht einen brutalen Doppelmord - Schuld ist die Behörde. Für einen solchen Coup braucht man normalerweise teure PR-Profis. Aber die SVP verteidigt eine Doppelmörderin um eine ihr verhasste Behörde zu diskreditieren. Sekundiert von Leuten wie Zoë Jenny, die selber stark befangen ist.

    Nur damit es mal wieder gesagt ist: wäre die Kesb wirklich in Flaach herzlos gewesen, hätte sie die Kinder nie mehr in die Obhut der Mutter entlassen. - Dann würden sie heute noch leben.

    Fazit: Lasst diese Leute täubelen. Ernst nehmen ist zu viel der Ehre.
    239 30 Melden
    • Echo der Zeit 20.05.2018 12:58
      Highlight Das Krasse ist ja das die SVP dieser Fall Benutzt um Stimmung zu machen - Sozialpolitik von der SVP das ich nicht Lache. Der Fall und die Kesb bittet sich gerade zu an um denn Wutbürger zu Füttern
      27 7 Melden
    • DerTaran 20.05.2018 14:09
      Highlight Bei einer Abstimmung, werde ich für das beibehalten der KESB stimmen, versagt hat sie trotzdem. Entweder nehme ich der Mutter die Kinder weg, weil sie in Gefahr sind oder nicht. Wegnehmen aber dann unbeaufsichtigtes Besuchsrecht gewähren geht aber gar nicht. Das ist nicht “zu professionell”, das wiederspricht dem gesunden Menschenverstand. Da könnte man ja gleich auch einen Vergewaltiger von eine Frau zur Therapie bringen lassen.

      All diese Fälle sind für mich fahrlässige Tötung und die Entscheider sollten sich dafür vor Gericht verantworten müssen, dann wären sie eventuell vorsichtiger.
      4 12 Melden
  • zialo 20.05.2018 11:17
    Highlight Darf eine Behörde gegen Kritiker so vorgehen wie das diea KESB tut?
    15 108 Melden
    • Phrosch 20.05.2018 12:22
      Highlight „Die Behörde“ darf eben gerade nicht gegen ihre Krituker vorgehen. Sonst dürften die jeweiligen KESB über all die Fälle berichten, die zu guten Ergebnissen führen.
      Dass die Konferenz für Kindes-und Erwachsenenschutz sich zur Initiative äussert, ist m.E. jedoch wichtig. In einer Demokratie will ich die Ansichten beider Seiten hören, um mir dann eine eigene Meinung bilden zu können.
      54 2 Melden
    • Hierundjetzt 20.05.2018 12:23
      Highlight Gegenfrage: Geht den „eine“ Behörde gegen „Kritiker“ vor? Und wenn ja, welche? Wann?

      Ebe
      45 4 Melden
    • Maracuja 20.05.2018 12:39
      Highlight @zialo

      Wie geht denn die KESB gegen Kritiker vor? Können Sie uns Beispiele geben? Soweit ich das überblicke, ist die KESB im öffentlichen Diskurs mit Kritikern eher im Nachteil, weil für diese Behörde Amtsgeheimnis/Schweigepflicht gilt.
      49 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 20.05.2018 11:10
    Highlight Das Problem ist, alle wollen 100% Sicherheit und die 100% richtige Lösung. Aus Erfahrung wissen wir, dass es beides nicht gibt. Die Frage ist also, mit welcher Lösung kommen wir näher an das gewünschte Ziel? Die KESB dürfte unter dem Strich besser sein, als das alte Regime. Dennoch werden der KESB Fehler unterlaufen. Am Ende des Tages sind es auch nur Menschen die in der KESB arbeiten und Menschen machen nun mal Fehler.
    105 7 Melden
  • Gubbe 20.05.2018 11:05
    Highlight Hätte, wäre, wenn und aber sind die Themen. Ob die KESB oder die Laien...Auch in der KESB sitzen doch Laien, aber sie sind Angestellt. Was schön ist, ist der Heiligenschein über den 6 Herren.
    11 103 Melden
    • Hierundjetzt 20.05.2018 12:22
      Highlight Unter uns, das sind alles ausgebildete Spezialisten.

      Im vorherigen „Regime“ gabs nur Laien. Dafür zahlen wir jetzt (zurecht) 300‘000‘000 (300 Mio) Schadenersatz an unsere Verdingkinder.

      Nie mehr soll ein Käser, Buchhalter oder Pfarrer über das Leben Dritter entscheiden dürfen.
      74 5 Melden
    • Phrosch 20.05.2018 12:27
      Highlight Wie definierst du Laue? Früher sassen Lehrer oder Handwerker oder Hausfrauen ohne konkrete Ausbildung in den Behörden. Nichts gegen gesunden Menschenverstand, aber der reicht nicht überall. In den heutigen Vehlrden haben die Leute eine Ausbildung, die zum gesunden Menschenverstand hinzukommt. Auch das garantiert nicht Fehlerfreiheut. Aber Gubhe, Sie werden auch eine Arbeit machen, für die Sie ausgebildet sind, und trotzdem passieren Ihnen hie und da Fehler.
      43 3 Melden
    • Sandro Lightwood 20.05.2018 12:29
      Highlight Diese Laien werden aber viel stärker an die Kandare genommen und stehen unter ständigen Beobachtung - auch der Wutbürger. Wie wir hier sehen.

      In dem Sinne eigentlich genau das, was sich die KESB-Gegner wünschen!?!
      7 2 Melden
  • Charlie Brown 20.05.2018 10:57
    Highlight Man nimmt Eltern die Kinder weg, welche das Kindeswohl gefährden. Der traurige Beweis, dass die Massnahmen eigentlich richtig waren, zeigt sich in der darauf folgenden Handlung dieser Eltern.

    Aber die „wahren Schuldigen“ danach bei den Behörden suchen?

    Egal ob Laien oder Profis. Das ist einfach nur absurd. Und ein super Thema, welches die SVP bewirtschaften kann.
    109 9 Melden
  • Amaranth17 20.05.2018 10:57
    Highlight Vielen Dank für diesen Artikel. Mich ärgeren diese Vorwürfe schon lange. Ich kann und will nicht bewerten ob die KESB einen guten Job macht, dafür kenne ich mich zu wenig aus.

    Fakt ist aber, dass es extrem schwierige Entscheidungen sind. Es ist wortwörtlich eine Gratwanderung. Wenn es dann heisst, die böse KESB habe der Mutter die Kinder weggenommen und Monate später heisst es dann, 'Kind von Mutter getötet: Warum hat die KESB nichts unternommen?', zeigt es das exemplarisch auf.

    Von den Fällen, die gut ausgehen und über die nicht berichtet wird, ganz zu schweigen.
    93 5 Melden
  • Piri 20.05.2018 10:49
    Highlight Ich denke dramatische Einzelschicksale gibt es immer. Egal ob Laien oder Profis involviert sind. Man muss die Gesamtsituation analysieren und daraus ein Fazit ziehen.
    37 3 Melden
    • derEchteElch 20.05.2018 13:22
      Highlight Da bin ich abdolut Ihrer Meining! Vertreten Sie dies aber auch beim Thema Waffen?

      Es gibt jmmer wieder msl einen Terroranschlag(Extreme) mit illegalen, nicht registrierten Waffen, sollen deshalb jetzt alle legalen Waffenträger/-sammler darunter leiden und kritisiert werden?
      7 15 Melden
    • *klippklapp* 20.05.2018 15:16
      Highlight Ich wollte schon eine Antwort schreiben, als mir aufgefallen ist, wie absurd es ist, diese beiden Themen zu vermischen...

      Nun zur Kesb. Ich arbeite selbst in diesem Umfeld und ich kann die Ohnmacht und die Wut der Eltern oft nachvollziehen, auch wenn ich die Entscheidung der Kesb (in den Fällen die ich kenne) meist richtig finde.

      Die Kesb muss eine heikle Aufgabe erfüllen, daher muss man auch besonders gut hinschauen, überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Die Dämonisierung der Kesb ist aber nicht hilfreich.
      12 1 Melden
  • Str ant (Darkling) 20.05.2018 10:41
    Highlight Es braucht Profis mit Einfühlungsvermögen und Empathie anstatt Laien oder Beamtentrampel.
    55 6 Melden

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