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Sexuelle Kontakte mit Schülern – jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft im Fall Jürg Jegge

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Bildungsdirektion in Zürich werden bezüglich den Missbrauchsvorwürfen an Jürg Jegge aktiv. Der bekannte Schweizer Pädagoge hatte am Freitag zugegeben, dass es in den 1970er-Jahren zu sexuellen Kontakten mit Schülern kam.

09.04.17, 03:30 09.04.17, 12:59

Jürg Jegge, Aufnahme aus dem Jahr 1977. Bild: KEYSTONE

Die Staatsanwaltschaft Zürich klärt ab, ob der ehemalige Lehrer Jürg Jegge Straftaten begangen hat, die noch nicht verjährt sind. «Im Zusammenhang mit den publik gewordenen Vorwürfen gegen Jürg Jegge hat die Staatsanwaltschaft am späten Freitagnachmittag ein Vorabklärungsverfahren eingeleitet», sagt Sprecherin Corinne Bouvard in der «NZZ am Sonntag».

Der bekannte Pädagoge hat am Freitag als Reaktion auf ein Buch seines Opfers Markus Zangger zugegeben, dass er in den 1970er Jahren mit mehreren Schülern sexuellen Kontakt hatte. Von «höchstens zehn Personen» sprach er. 

Diese Taten sind zwar verjährt. Offen ist, ob es auch später noch zu Übergriffen gekommen ist, für die Jegge allenfalls noch belangt werden könnte. In diesem Falle müsste die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren einleiten. Wahrscheinlich ist, dass die Fahnder prüfen, ob sich Jegge auch nach 1987 noch an Kindern vergriffen hat.

Die Unverjährbarkeits-Initiative ist seit 2013 in Kraft. Seither können auch Jahrzehnte alte Übergriffe geahndet werden, allerdings nur, wenn die Taten im Jahr 2008 noch nicht verjährt waren. 

Auch Bildungsdirektorin Silvia Steiner will die Angelegenheit untersuchen. «In welcher Form wir die Aufarbeitung vornehmen, müssen wir im Detail noch bestimmen», sagt sie in der «NZZ am Sonntag». «Die Kinder standen unter der Obhut der damaligen Verantwortlichen. Darum trägt das Gemeinwesen eine moralische Verantwortung.» Ob es auch zu Entschädigungen komme, könne sie noch nicht sagen. 

Bruder von Markus Zangger outet sich als weiteres Jegge-Opfer

Daniel Zangger (62), der Bruder von Buchautor Markus Zangger, war ebenfalls ein Opfer von Jürg Jegge. Gegenüber «SonntagsBlick» schildert er erstmals öffentlich, was er als Schüler Jegges erlebte. Im Gegensatz zu seinem Bruder fällt es ihm immer noch schwer, über die Erlebnisse von damals zu sprechen. Viele Erinnerungen kann er noch nicht in Worte fassen, wie er gegenüber «SonntagsBlick» sagt.

Ein Bild hat sich ihm eingebrannt: «Jegge lud mich zu sich in seine Wohnung ein, wo ich mich auf sein Bett legen musste. Dann fasste er mich überall an.» Mit Weisswein machte Jegge sein Opfer gefügig. «Die sexuellen Übergriffe – getarnt als Therapie – haben sich ins Endlose gesteigert.»

Um sein Opfer zum Schweigen zu bringen, manipulierte Jegge es auch psychisch: «Er hat mir eingebläut, dass ich von diesen Sitzungen nichts erzählen solle.» Zangger liessen die Ereignisse nie los: Beziehungen scheiterten, erst spät fasste er im Arbeitsleben Tritt. «Ich denke schon, dass Jürg Jegge mein Leben zerstört hat», sagt er im «SonntagsBlick». (cma/az)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 09.04.2017 13:24
    Highlight Jegges Leistung im Bereich der Pädagogik sind unschätzbar wertvoll. Er räumte radikal mit der Schwarzen Pädagogik auf. Dies hat die Schulen wesentlich menschlicher gemacht.

    Seine pädophilen Taten hingegen unverzeihlich.
    15 19 Melden
    • Rendel 09.04.2017 15:15
      Highlight Du übertreibst, von wegen unschätzbar. Er hat gute Inputs geliefert, aber er war nicht der Einzige und nicht weltbewegend. Er war der Bekannteste, vor allem unter Nicht-Pädagogen.

      Nein er hat nicht radikal aufgeräumt, schwarze Pädagogik findet ja nicht nur im Schulzimmer statt. Und Missbrauch ist tiefschwarz.






      21 1 Melden
  • satyros 09.04.2017 11:23
    Highlight Gleich vorweg, damit man keinen falschen Eindruck bekommt: Was Jegge getan hat, ist zutiefst verwerflich und lässt sich nicht mit irgendwelchem "ich wollte nur helfen und es war eine andere Zeit" rechtfertigen. Zu Recht stehen solche Machenschaften unter Strafe und werden gesellschaftlich geächtet.

    Aber: Der Fall zeigt für mich, wie unsinnig die Unverjährbarkeitsinitiative war. Wären die Taten nicht verjährt, wären sie nicht mehr beweisbar und Jegge würde sie wohl kaum eingestehen. Er würde Zangger einen Lügner schimpfen und ein weiteres Mal zum Opfer machen.
    16 27 Melden
    • Rendel 09.04.2017 13:07
      Highlight Die Initiative war sehr sinnvoll. Sie wollen die ehemaligen Opfer entmündigen und pseudoschützen, _das_ macht sie wiederum zum Opfer.
      13 6 Melden
    • satyros 09.04.2017 15:05
      Highlight Ich will überhaupt niemanden entmündigen. Ich halte einfach das Strafrecht nicht für ein taugliches Mittel, Gerechtigkeit für etwas zu schaffen, das vor über 40 Jahren geschah.

      Die Abstimmung ist aber vorbei, sexuelle Handlungen mit Kindern unter 12 Jahren verjähren nicht mehr und was das konkret bedeutet, werden wir in ein paar Jahren wohl wissen.

      P.S. So wie ich den Fall verstehe, würden die Taten auch nach neuem Recht verjähren, da das Opfer bereits 13 war, als der Missbrauch einsetzte.
      4 12 Melden
    • Rendel 09.04.2017 16:17
      Highlight Ah ihnen geht es nun plötzlich Gerechtigkeit? Vorher wollten sie noch die Opfer schützen. Ja, die Opfer hätten gern Gerechtigkeit und begrüssen darum, dass die Verjährungsfrist teilweise aufgehoben wurde. Die Freiheit zu einer späteren Klage soll jedes ehemalige Opfer haben. Mit 5 oder 10 schafft man das nämlich meist nicht. Und da meist ein Elternteil Täter ist schon gar nicht.
      4 2 Melden
    • Madison Pierce 09.04.2017 18:50
      Highlight satyros, ich verstehe Deine Argumentation. Aber so wie es jetzt ist, finde ich es auch nicht gut. Der Täter steht hin, gibt alles zu und sagt, es seien halt "andere Zeiten" gewesen früher. So selbstgerecht äussern kann er sich nur, weil er weiss, dass ihm keine Strafe droht.
      7 0 Melden
    • satyros 09.04.2017 18:59
      Highlight Deshalb ist es äusserst sinnvoll, dass solche Delikte eh erst mit dem Erreichen des 25. Altersjahrs des Opfers verjähren können. Im Übrigen ist es nicht einfach die Freiheit der Opfer, Klage einzureichen. Diese Delikte sind Offizialdelikte, d.h. sobald eine Behörde davon erfährt, ist ein Strafverfahren durchzuführen. Auch gegen den Willen der Opfer. Ob man sich so etwas antun will, wenn seit der Tat 20, 30 oder 40 Jahre vergangen sind und man unter Umständen auf seine ganz eigene Art mit der Vergangenheit abgeschlossen hat, ist dann eine ganz andere Frage.
      2 1 Melden
    • Rendel 09.04.2017 19:30
      Highlight Dann müssten sie darüber diskutieren, ob Missbrauch ein Offizialdelikt bleiben soll und nicht über die Verjährung reden.
      1 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.04.2017 10:28
    Highlight Missbrauch darf nicht verjähren!
    47 13 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.04.2017 12:52
      Highlight An die Blitzer: Darf ich Euch fragen, weshalb Ihr meine Meinung nicht teilt?
      14 4 Melden
    • gesetzesbecher 09.04.2017 14:33
      Highlight Missbrauch verjährt auch nicht, Art. 101 Abs. 1 lit. e StGB.
      Was allerdings auch nicht sein darf, ist dass Strafgesetze rückwirkend angewendet werden - das wäre ein gröbster Verstoss gegen den Grundsatz nulla poena sine lege, wäre menschenrechtswidrig und einem Rechtsstaat zutiefst unwürdig. Deshalb können Straftaten, welche vor Inkrafttreten der jeweiligen Unverjährbarkeitsbestimmung bereits verjährt sind, nicht mehr geahndet werden (eine abgelaufene Verjährungsfrist kann nicht wiederaufleben).
      14 8 Melden
    • satyros 09.04.2017 15:21
      Highlight @Mockingbird: Ja das kann ich, aber nicht in 600 Zeichen. Kurzgefasst: Die Beweisproblematik bei Sexualdelikten ist, dass üblicherweise Aussage gegen Aussage steht. Ist ein Delikt sehr lange her, kann das Gericht die Glaubwürdigkeit der Aussagen kaum mehr überprüfen. Wenn der Täter dann kein Geständnis ablegt, muss ein Freispruch erfolgen.

      Anders ist es bei den anderen Delikten nach StGB, die nicht verjähren können (Völkermord u.ä.). Dort liegen üblicherweise massenhaft sog. objektive Beweismittel vor und das Gericht muss sich nicht nur auf die Aussagen der Opfer abstützen.
      4 6 Melden
    • Rendel 09.04.2017 16:18
      Highlight Es gibt grad bei Missbrauch in der Familie meist Mitwisser, die weggeschaut haben.
      9 0 Melden
  • Wie funktioniert das! 09.04.2017 09:47
    Highlight Fü mein Outing erhielt ich gestern "9"Blitze. Nehme an, dass das alle Pädophile sein müssen, welchen meine Worte nicht passen und es stimmt. Das Leben wird belastet und gestört/
    zerstört. Punkt.
    29 16 Melden
    • Wie funktioniert das! 09.04.2017 11:51
      Highlight Aha! Nur noch ein Pädophiler ist gegen meine Erfahrungen/Empfindungen über das zerstören der kindlichen Seele, welche wichtige, entscheidene Fragmente ins Erwachsenenleben mitnimmt.
      11 23 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.04.2017 12:53
      Highlight Steh zu deiner Meinung und foutiere dich über die Blitze. Allen kann man es eh nicht recht machen. Viele von den Blitzern habe gar keine Meinung und plappern alles nach wie etwa der Schnauzer mit Edelweiss-Hemd in der Arena des SRF vom letzten Freitag.
      9 8 Melden
    • Rendel 09.04.2017 18:32
      Highlight Es gibt auch nicht pädophile Menschen, die sexuelle Übergriffe verharmlosen und der Meinung sind, man muss das in jedem Fall überwinden können, sonst ist das Opfer selber schuld.
      4 2 Melden
  • Asalato 09.04.2017 09:09
    Highlight Moment. DER Daniel Zangger der 1985 bei der Gründung der Stiftung Märtplatz als Jegges Stellvertreter aufgeführt wurde. Ähmmm....
    6 23 Melden
    • Rendel 09.04.2017 13:11
      Highlight Wenn sie alle Artikel zum Thema gelesen hätten, würden sie nicht ähmen.
      9 4 Melden
    • Allblacks 09.04.2017 14:28
      Highlight Ja, und, was willst du damit sagen???
      Verstehe deinen Kommentar nicht!
      8 4 Melden
    • Rendel 09.04.2017 18:26
      Highlight Ja, ähmen ist etwas schwer zu verstehen, bezieht sich auf das Ähmmm, aus dem ich ein Verb gemacht habe. Es geht um ein Abhängigkeitsverhältnis, das sich ins Erwachsenenalter fortgesetzt hat, was klar ist, wenn man die Artikel gelesen hat.
      4 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.04.2017 08:26
    Highlight Hoffentlich auch. Dieser Typ ist uneinsichtig und meint er könne seine Straftaten als Kinderschänder mit seinen Sprüchen von früher rechtfertigen.
    30 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.04.2017 07:12
    Highlight Die Weltwoche wird Jegge sicher noch zum "Schweizer des Jahres" vorschlagen.
    41 67 Melden
    • Roterriese 09.04.2017 08:35
      Highlight Nein eher die WOZ. Pädophilie ist eher ein Ding der Linken.
      33 71 Melden
    • Candy Queen 09.04.2017 08:48
      Highlight Falco, Jegge wurde vor allem von linken Kreisen gefeiert. So wie diese wusste wohl auch die Weltwoche nichts von Jegges Taten.
      34 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.04.2017 11:04
      Highlight Darüber noch Witze reissen ist einfach nur eine Schande!
      35 11 Melden
    • p4trick 09.04.2017 11:48
      Highlight Sex mit Minderjährigen ist linkes Gedankengut und nicht SVP. Siehe SP in den 70ern?
      22 44 Melden
    • Lord_Mort 09.04.2017 11:58
      Highlight @Falco und roterriese. Euch gehts doch nicht mehr gut. Hier sexuellen Missbrauch mit einer politischen Einstellung verknüpfen zu wollen ist einfach nur unterste Schublade und eine pauschale Unterstellung an all jene, die nichts damit zu tun haben. Zum Glück diskutiert nur die Minderheit der Watsonuser auf so einem unterirdischen Niveau wie ihr beiden.
      23 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.04.2017 12:46
      Highlight Pädophilie hat nichts mit politischer Gesinnung zu tun. Köppels Bünzliwoche relativiert gerne... so wie bei Mafifa-Boss Sepp Blatter, den sie zum Schweizer des Jahres erkor...
      6 12 Melden
    • pamayer 09.04.2017 13:22
      Highlight Roterriese
      Sex mit Minderjährigen ist so alt wie die Menschheit quer durch alle Stände und Ideologien.
      Die Grünen in Deutschland haben sich die Weile lang öffentlich zur Pädophilie geäussert.
      Das ist alles.
      7 6 Melden
    • Roterriese 09.04.2017 17:04
      Highlight @Lord_Mort ähm genau das macht ja der erste Kommentar von Falco.
      3 1 Melden
  • elivi 09.04.2017 03:53
    Highlight Recht so.
    40 5 Melden

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