Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Startfreigabe für zwei Flieger

Wegen Beinahe-Crash in Kloten: Fluglotse muss sich vor Gericht verantworten

28.11.14, 07:55 28.11.14, 08:20
The control tower seen from the observation deck at Zurich Airport in Kloten in the canton of Zurich, Switzerland, pictured on February 18, 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Sicht auf den Kontrolltower von der Zuschauerterasse aus am Flughafen Zuerich in Kloten im Kanton Zuerich, aufgenommen am 18. Februar 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Tower am Flughafen Zürich: Am 15. März 2011 wäre es beinahe zur Katastrophe gekommen. Bild: KEYSTONE

Am 16. Dezember muss sich ein Fluglotse vor dem Bezirksgericht Bülach für einen Vorfall vom 15. März 2011 verantworten. Der Lotse hatte damals am Flughafen Zürich zwei Flugzeugen auf sich kreuzenden Pisten gleichzeitig die Startfreigabe erteilt. Nur dank der Geistesgegenwart eines der Piloten konnte eine Katastrophe verhindert werden: Die Maschine brach den Start sofort ab und vermied so eine Kollision. 

Die Staatsanwaltschaft Bülach sieht es als gegeben, dass sich der Lotse der fahrlässigen Störung des öffentlichen Verkehrs schuldig gemacht hat und fordert eine bedingte Geldstrafe von 18'000 Franken. Der Flugverkehrsleiter war bereits zu einem früheren Zeitpunkt in einen schweren Vorfall am Flughafen Zürich verwickelt, wie der Tages-Anzeiger schreibt.  

Kaum Gerichtsfälle 

Dass ein Fluglotse aufgrund fehlerhaften Verhaltens vor Gericht gestellt wird, kommt in der Schweiz äusserst selten vor. Zwar werden einzelne Vorkommnisse juristisch untersucht, zu einem Gerichtsfall kommt es aber kaum einmal. Eine interne Meldekultur soll dafür sorgen, dass Fehler bei der Flugsicherung von den Fluglotsen gemeldet werden, ohne dass diese mit einem Strafverfahren rechnen müssen. 

Das sogenannte straflose Meldewesen wird von Verantwortlichen als schützenswerte Errungenschaft bezeichnet. Falls die Schule mache, so sei dieses Meldewesen in Gefahr, zeigen sich Flugsicherheits-Stellen besorgt. 

Das letzte Mal, dass ein Fluglotse wegen fehlerhaften Verhaltens vor Gericht stand, war nach der Katastrophe von Überlingen 2002. Damals kollidierten zwei Flugzeuge in der Nähe der norddeutschen Stadt. 71 Personen kamen bei dem Zusammenstoss ums Leben. Vier Skyguide-Mitarbeiter wurden wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Der diensthabende Lotse wurde vom einem Angehörigen der Opfer getötet. (wst)



Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • droelfmalbumst 28.11.2014 10:52
    Highlight Was ein undankbarer Job. macht man einen klitzekleinen fehler und schon ist man der buh-mann und kriegt eine strafe von 18'000.-...

    andere hocken den ganzen tag herum, drücken die ESC taste, machen nix und wenn dann falsch und kassieren dafür 7'000.-

    was für eine welt :)
    2 0 Melden

Wird der Vaterschaftsurlaub wieder abgelehnt?

Das Parlament tut sich schwer damit, den Männern auch nur das Minimum an Vaterschaftsurlaub zuzugestehen.

Der Vaterschaftsurlaub hat im Parlament einen schweren Stand. Zwei Dutzend Vorstösse dazu wurden abgelehnt, mal knapp, mal sehr deutlich. Mit der Initiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub gelang es den Initianten, Druck aufzubauen. Zwar sieht der Bundesrat nach wie vor keinen Handlungsbedarf. Frisch gebackene Väter dürfen demnach weiterhin nur einen freien Tag beziehen. Zuletzt hat jedoch der Ständerat erklärt, dass Vätern wenigstens zwei Wochen Vaterschaftsurlaub zustehen …

Artikel lesen