Schweiz

«Kühe mit dem Revolver zu bedrohen ist sinnlos», sagt das Bundesgericht

02.03.17, 12:00 02.03.17, 12:19

Ein Mann aus dem Toggenburg ist definitiv zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden, weil er mit einem geladenen Revolver auf Kühe gezielt hat, die sich wiederholt am Rand seines Gartens verköstigt haben. Das Bundesgericht hat seine Beschwerde abgewiesen.

«Die Kuh verstand die Drohung mit einer Waffe, im Gegensatz etwa zum Einsatz von Lärm, zweifellos nicht»

Auch wenn die Bepflanzung des Wegesrandes gemäss dem Verurteilten einen «recht aufwändigen Charakter» haben soll, bestand gemäss den Lausanner Richtern kein Notstand, der das Herumfuchteln mit dem Revolver gerechtfertigt hätte.

Es sei zwar zulässig, seine Interessen und Rechte zu schützen. Es dürfe jedoch bezweifelt werden, ob die vom Revolverbesitzer gewählte Abwehrhandlung überhaupt geeignet war. «Die Kuh verstand die Drohung mit einer Waffe, im Gegensatz etwa zum Einsatz von Lärm, zweifellos nicht», schreibt das Bundesgericht.

«Tätige Mithilfe» wäre sinnvoller

Durchaus als bedrohend erlebte jedoch der Bauer das Vorgehen des erzürnten Gartenbesitzers, dessen Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 350 Franken wegen Drohung und Vergehens gegen das Waffengesetz nun definitiv ist.

Die Nerven des Revolverbesitzers lagen jedoch nicht blank, weil sich der Appetit der Kühe nur an jenem Tag im Juni 2014 auf seine teure Pflanzen richtete. Schon mehrmals hatten die Tiere ihre Gelüste dort befriedigt. Und was nicht im Mund der Kühe verschwand, geriet allenfalls unter deren Klauen.

Dennoch weiss der Gartenbesitzer aufgrund des Entscheids des Bundesgerichts nun, dass der Griff zum Revolver und drohen nicht das richtige Mittel zur Schadensbegrenzung ist. Vielmehr hätte die «tätige Mithilfe» des Mannes wohl eher dazu beitragen können, die 22 Kühe zusammen mit dem Bauer im Zaum zu halten, wie die Richter festhalten. (whr/sda)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Friction 02.03.2017 21:40
    Highlight Der betroffene Bauer handelt unglaublich sensibel. Chapeau!
    0 1 Melden
  • Sheez Gagoo 02.03.2017 19:57
    Highlight Man sollte die Kühe aufklären, was es mit Waffen auf sich hat. Die nächste hat vielleicht weniger Glück.
    11 1 Melden
  • Azrag 02.03.2017 15:54
    Highlight Gilt noch anzumerken, dass es nicht wirklich um einen Garten ging, sondern um einen Strassenrand, der aber noch zum Grundstück des Pistolen-Helden gehört. Soweit ich mich erinnern kann laut SRF-Dok ein Neuzuzüger, während der benachbarte Bauernhof seit Jahrzehnten dort steht.
    42 3 Melden
  • War mal stolz 02.03.2017 15:50
    Highlight Also bei mir hät sie gleich den Rasen "mähen" dürfen
    34 0 Melden
  • glüngi 02.03.2017 14:49
    Highlight glüngi livehack 101:
    du brauchst:
    1 Pfanne
    1 Löffel oder Stock

    Schritt 1: Steh vor die Kuh die deinen scheiss frisst.
    Schritt 2: Hau mit Löffel / Stock auf Pfanne / mach krach
    Schritt 3: ????
    Schritt 4: Profit
    36 1 Melden
  • lukass 02.03.2017 14:38
    Highlight Freut mich für den Bauern, dass das Urteil vom Bundesgericht bestätigt wurde.
    Die Geschichte war mal Teil einer DOK, echt sehenswert: https://goo.gl/VhQmtG

    Laut dem Bauern haben die Kühe die Pflanzen am Wegrand (vor Allem Lavendel) gar nicht gefressen, da sie kein Lavendel mögen.
    33 0 Melden
  • DocM 02.03.2017 13:30
    Highlight nehmt dem typen zu lebzeiten die knarre ab.
    63 7 Melden
    • lukass 02.03.2017 14:39
      Highlight Ja, wäre schon sinnvoller ihm die Knarre zu Lebzeiten wegzunehmen als danach :)

      Du meinst vermutlich Lebenslang.
      54 0 Melden
  • TanookiStormtrooper 02.03.2017 13:29
    Highlight Eine Kuh mit einer Waffe bedrohen? Wie doof kann man eigentlich sein?? Naja, Toggenburg halt, da kann man froh sein, das er die Kuh nicht "geliebt" hat...
    61 9 Melden
    • TanookiStormtrooper 02.03.2017 13:53
      Highlight Hab den hier vergessen: ;)
      17 3 Melden
    • DocM 02.03.2017 13:58
      Highlight Die Kuh aus der Milchwerbung hätten bestimmt die Hufe hochgenommen ;-)
      21 2 Melden
  • paradelica 02.03.2017 13:14
    Highlight Lustige Story. So ein dummer Mensch. :)
    25 5 Melden
  • Lowend 02.03.2017 12:55
    Highlight ROFL! LOL! U made my day!

    Eine grenzgeniale Begründung des Bundesgerichts!

    Bringt unbedingt mehr solche Storys!
    49 4 Melden
  • spaddeloni 02.03.2017 12:41
    Highlight Unglaubliche verschwendung von Ressourcen ! Die Zeit und das Geld hätte der gute Mann lieber in einen Zaun investiert !
    34 1 Melden
    • pedrinho 02.03.2017 14:44
      Highlight oder in "jazz auf dem hof"
      14 0 Melden
  • 3fuss 02.03.2017 12:10
    Highlight Nach dem ersten Schuss hätten die Kühe schon verstanden.
    Also: nicht drohen, sondern gleich abdrücken.
    13 48 Melden
    • Lowend 02.03.2017 13:16
      Highlight Aua! Bitte kurz mal überlegen, was man schreibt.

      Eine tote Kuh versteht so ziemlich gar nichts mehr!

      Aber Hauptsache mal abdrücken, gäll.
      36 13 Melden
    • chabacha 02.03.2017 13:17
      Highlight Das wild West Ding ist glaub' völlig zurecht etwas in die Jahre gekommen, falls du das noch nicht wusstest.
      27 5 Melden
    • 3fuss 02.03.2017 14:59
      Highlight @Lowend: Die tote Kuh versteht sofort ganz genau, dass sie im fremden Garten nichts verloren hat und hält sich dann für den Rest ihres Lebens peinlichst genau daran.
      Die anderen Kühe, die ler nen auch dazu.
      9 22 Melden
    • ThomasHiller 02.03.2017 15:00
      11 0 Melden
    • Lowend 02.03.2017 15:52
      Highlight Ist das 3fusssche Bauernlogik und gleich dazu, ich will keine Bauern beleidigen, nur da spricht einfach einer, der vermutlich Riesenkartoffeln erntet.
      19 1 Melden
    • AL:BM 02.03.2017 16:14
      Highlight Stimmt, macht ja auch Sinn wegrn ein paar Pflanzen einen Verstoss gegen das Waffengesetz, eine mögliche Gerährdung des Lebens, Tierquälerei und eine erhebliche Sachbeschädigung zu begehen. Dazu noch der Einzug sämtlicher, auf die Person registrierte Waffen.
      Das wäre sicher schlau👏👏
      17 0 Melden
    • Datsyuk * 02.03.2017 18:58
      Highlight 3fuss, wie löst du Konflikte mit Menschen?
      6 0 Melden
    • 3fuss 02.03.2017 19:13
      Highlight @AL:BM: Eine Kuh zu töten, ist keine Tierquälerei und keine Gefährdung des Lebens, aber es ist eine geringfügige Sachbeschädigung (im Vergleich zu jedem noch so kleinen Graffiti), wenn es nicht Deine eigene Kuh ist.
      Je nach Umständen ist es straffreie Notwehr.
      1 15 Melden
    • Datsyuk * 02.03.2017 19:51
      Highlight Empathie = 0.
      4 1 Melden
    • AL:BM 02.03.2017 20:45
      Highlight 3fuss:
      Ein Urteil für Tierquälerei spricht ein Richter häufig aus, wenn nicht sachkundige Personen ein Tier töten. Sie können nicht sicher sagen ob die Kuh nach einem Schuss tot ist.

      Ein Urteil wegen Gefährdung des Lebens sprechen Richter häufig, wenn an nicht dafür vorgesehenen, öffentlichen Plätzen Schusswaffen abgefeuert werden und Dritte in Gefahr gebracht wurden. Zudem schrieb ich ja 'mögliche Gefährdung', wie sie sicher gelesen haben. Unter dem Strich wäre das, vorgeschlagene Vorgehen einfach völlig daneben und ungerechtfertigt.
      7 0 Melden
    • AL:BM 02.03.2017 20:47
      Highlight 3fuss
      Ergänzung: WENN dann wäre es ein Notstand, wenn man sich gegen ein Tier verteidigt. Dieser Typ musste sich nicht verteidigen. Rechtfertigungsgründe sind nicht vorhanden.
      6 1 Melden

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