Schweiz

Liebesaffäre wegen Facebook aufgeflogen – jetzt muss Serbe die Schweiz verlassen

Das Bundesgericht attestiert einem mit einer Schweizerin verheirateten Serben aus dem Aargau «fehlenden Ehewillen». Aus einem Facebook-Eintrag wurde ersichtlich, dass er in Kroatien eine Freundin hatte. Nun muss er die Schweiz verlassen.

10.05.17, 17:33 10.05.17, 18:07

Urs-Peter Inderbitzin / az Aargauer Zeitung

Via Facebook flog die aussereheliche Liebesbeziehung eines Serben auf. Dies wird ihm nun zum Verhängnis. Bild: RITCHIE B. TONGO/EPA/KEYSTONE

Der Serbe hatte im September 2011 in seinem Heimatland eine Schweizerin geheiratet. Anfang 2012 reiste er im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Drei Jahre später zog der Serbe aus der ehelichen Wohnung aus. Im Mai 2015 teilte die Ehefrau dem Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau mit, aus dem Facebook-Konto ihres Gatten gehe hervor, dass dieser seit eineinhalb Jahren in Kroatien eine Freundin habe, mit der er seit bald einem Jahr verlobt sei.

Gestützt auf diese Angaben, wurden die Behörden aktiv. Nach Prüfung des Facebook-Profils verfügte das Aargauer Migrationsamt, dass die Aufenthaltsbewilligung des Serben nicht verlängert wird. Gleichzeitig setzte das Amt eine Ausreisefrist an. Der Mann wehrte sich dagegen bis zum Bundesgericht.

In seiner Beschwerde wirft er den Aargauer Behörden vor, der Entzug der Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismässig. Er gehe nicht nur einer Arbeit nach, zahle seine Rechnungen pünktlich und sei nicht von der Fürsorge abhängig, sondern sei auch drei Jahre mit einer Schweizerin verheiratet gewesen, weshalb ihm die Aufenthaltsbewilligung verlängert werden müsse.

Blosse Aufenthaltsehe

Gesetzlich hat ein Ausländer Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn er mehr als drei Jahre mit einer Schweizerin verheiratet und erfolgreich integriert ist. Zudem müssen wichtige Gründe für einen weiteren Aufenthalt in unserem Land vorliegen. Nach den Aargauer Migrationsbehörden ist auch das Bundesgericht zum Schluss gelangt, dass es im konkreten Fall bereits an der geforderten dreijährigen Ehedauer mangelt.

Das Bundesgericht weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nicht allein die Ehedauer, sondern vielmehr auch der Ehewille massgebend ist. Ist dieser Ehewille vor Ablauf von drei Jahren erloschen und wohnen die Eheleute nur noch der Form halber zusammen, ist die gesetzliche Voraussetzung für eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht gegeben.

Da der Serbe, wie dem Facebook-Profil zu entnehmen ist, im Oktober 2014 eine aussereheliche Beziehung geführt und, wegen Streitigkeiten oft bei Freunden übernachtet hatte und bereits 20 Tage nach Ablauf der geforderten Mindestdauer des ehelichen Zusammenlebens aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen war, schloss die Aargauer Migrationsbehörde zu Recht auf einen ab 2014 fehlenden Ehewillen. Der Serbe muss nun die Schweiz verlassen. Dass er immer noch mit der Schweizerin verheiratet ist, spielt dabei keine Rolle. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Hier werden zwei Olympia-Skicrosser spektakulär durch die Luft geschleudert

Rumantsch, du hast die schönsten Fluchwörter! Errätst DU, was sie bedeuten?

Apple veröffentlicht Notfall-Update für iPhone, Mac und Watch (und TV)

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

Swiss-Flug muss in Marseille zwischenlanden

«Massaker» vor den Toren von Damaskus 

Die Reaktionen dieser Basler Fussball-Reporter nach ihrer falschen Prognose? Unbezahlbar

«Vorwärts Marsch!» – hier findest du die schönsten Laternen des Morgestraichs

Die irische Rebellin, die lieber stirbt, als auf die britische Krone zu schwören

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
19
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • who cares? 11.05.2017 07:04
    Highlight Finde ich einen richtigen Entscheid. Dass er einen Job hat zieht nicht als Argument. Und integriert ist er nicht, wenn er neben seiner Ehe noch schnell in sein Heimatland-Umfeld zurück geht zum sich mit einer aus einem ähnlichen Kulturkreis zu verloben, um diese dann vermutlich in die Schweiz zu holen.
    5 0 Melden
  • Denk nach 11.05.2017 01:19
    Highlight Hmmm... Hört sich irgendwie nach einer Neuauflage für "die Schweizermacher" an.

    Gehe mal Emil fragen ob er Zeit hat
    1 3 Melden
  • stamm 11.05.2017 00:06
    Highlight Und tschüüss! Wird ja wohl auch seine Gründe haben. Und schön von seiner Frau, dies auch gemeldet zu haben. Denke, dies braucht auch ein ganzes Stück Mut.
    41 1 Melden
  • MaxHeiri 10.05.2017 22:57
    Highlight Heftig finde ich auch seine Argumentation: "Ich bezahle Rechnungen und lebe nicht von der Fürsorge." Aber hoffentlich doch, sonst Platz für andere schaffen.
    25 0 Melden
  • Pasch 10.05.2017 19:49
    Highlight Da sind mir aber andere bekannt die eher gehen sollten.
    45 15 Melden
  • pamayer 10.05.2017 19:34
    Highlight Schlicht dumm, dreist und selber schuld.
    123 8 Melden
  • Gelöschter Benutzer 10.05.2017 19:16
    Highlight Mir tun die Menschen leid, die auf solche Betrüger reinfallen, die nur einen Pass wollen. Egal ob Mann oder Frau.
    122 5 Melden
    • pamayer 10.05.2017 21:47
      Highlight Ja. Die haben das grosse Einsehen.
      In Artikel wird nur von ihm berichtet.
      Ihr Part ist dann was für Yonnihof oder Kafi...
      Und dieser Part ist nicht mit etwas Jurisprudenz abgehakt.

      Wünsche der Noch-Ehefrau gutes verheilen der Wunden.
      37 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.05.2017 09:24
      Highlight Oh weh, Yonnihof ok; die ist klug und feinfühlig. Aber Kafi? Die prügelt doch mit Vergnügen noch auf Leute ein, die schon am Boden liegen. Aber Hauptsache, sie kann wieder ein hübsches Föteli von sich posten.
      6 0 Melden
  • Wolf2000 10.05.2017 19:03
    Highlight Sage es ja immer . Die " sozialen medien " sind eine Krankheit der heutigen Gesellschaft. Die Menschen sind süchtig nach "likes" und interpretieren es als " Liebe ". Irgendwie haben wir dass nicht unter Kontrolle.....
    36 45 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.05.2017 20:06
      Highlight Differenzierte Einschätzung. Danke!
      24 4 Melden
    • Rendel 10.05.2017 20:40
      Highlight Schon wieder entdecke ich sie, bei einem Beitrag, bei dem sie nicht auf das Thema eingehen und über das Internet wettern. Sie nutzen es doch auch. Wenn sie es so Scheisse finden, lassen sie es doch ganz.
      47 19 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 11.05.2017 01:30
      Highlight Er wettert ja nicht gegen das Internet, sondern spezifisch gegen die "Social Media". Damit kann man schön kontrollieren/entlarven, logisch entstehen so vermehrt Konflikte.

      Leserbriefe gab es früher in abgedruckter Form schon, ohne Herzchen und Blitzchen. Die müssten auch nicht unbedingt sein, erhöhen aber die Attraktivität einer Kommentarsektion offenbar. Da eins hoch, dort eins runter, schön feste drauf. Es hat schon seine pathologischen Züge und ist für ein gesundes Zusammenleben offenbar nicht besonders zuträglich.

      Das Internet selbst ist durchaus genial, solange man es intelligent nutzt.
      1 1 Melden
    • Rendel 11.05.2017 15:18
      Highlight Na ja, Silent Speaker, der Beitrag passt nicht zum Thema. Und ich hab hier auch öfters gefordert auf Herzchen und Blitzchen zu verzichten. Aber diese Diskussion passt hier einfach nicht her.
      0 0 Melden
  • Pegi9999 10.05.2017 18:44
    Highlight Sehr gut, dass hier die Behörden mal wirklich durchgreifen.
    Wer so dumm ist und alles im Internet "öffentlich" macht hat es nicht anders verdient..
    111 5 Melden
    • Mantarochen 10.05.2017 20:36
      Highlight Bringt doch nichts, der Typ ist in einem halben Jahr doch eh wieder hier und versucht es wieder. Ist die traurige Wahrheit. Vielleicht schreckt es den einen oder anderem trotzdem ab.

      27 11 Melden
  • AskLee 10.05.2017 18:11
    Highlight Wege FB 😰
    40 7 Melden
  • G. Del'Hermansvillare 10.05.2017 18:01
    Highlight Das sind gute Nachrichten. Die Richter haben richtig entschieden.
    90 5 Melden
  • Sageits 10.05.2017 17:57
    Highlight Zurück auf Feld 1......
    69 5 Melden

Vierfachmord von Rupperswil: So wird der Prozess gegen Thomas N. beginnen

Im Prozess zum Vierfachmord von Rupperswil AG werden zwei psychiatrische Gutachter befragt. Ein 34-jähriger Schweizer muss sich sich ab dem 13. März vor dem Bezirksgericht Lenzburg wegen mehrfachen Mordes verantworten.

Die auf vier Tage angesetzte Verhandlung findet in den Räumlichkeiten der Mobilen Polizei in Schafisheim statt. Der erste Verhandlungstag beginne mit der Befragung von zwei Gutachtern, teilte das Generalsekretariat der Gerichte Kanton Aargau am Dienstag mit.

Die Staatsanwaltschaft …

Artikel lesen