Schweiz

Jürg Jegge: Archivbild aus dem Jahr 1977. Bild: KEYSTONE

Untersuchung gegen Jürg Jegge eingestellt – alle Fälle sexuellen Missbrauchs sind verjährt

22.01.18, 09:53 22.01.18, 10:13

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich hat die Untersuchung gegen den bekannten Reformpädagogen Jürg Jegge eingestellt.

Sein ehemaliger Schüler Markus Zangger hatte in seinem Buch «Jürg Jegges dunkle Seite» publik gemacht, dass er und weitere Schüler von Jegge über Jahre hinweg sexuell missbraucht worden waren. Laut Einstellungsverfügung sind alle bekannten Fälle verjährt.

In der Einstellungsverfügung heisst es, Jürg Jegge habe die sexuellen Kontakte zwischen ihm und Markus Zangger sowie weiteren Schülern bestätigt. Er könne sich nicht mehr an die Namen erinnern, aber es seien weniger als zehn gewesen. 

Markus Zangger wurde von Jürg Jegge sexuell missbraucht und trat damit an die Öffentlichkeit. Bild: KEYSTONE

Nach 1985 sei es aber nicht zu weiteren sexuellen Handlungen mit Kindern gekommen. Wie die Staatsanwaltschaft nun verlauten liess, seien alle Delikte, die vor dem 30. September 1992 vernommen worden waren, verjährt.

Weiter hat der Staatsanwalt 18 männliche Personen ermittelt, die nach diesem Datum noch minderjährig waren und in der Stiftung Märtplatz, wo Jegge arbeitete, eine Ausbildung absolviert hatten. Diese bestätigten jedoch, dass es zu keinen sexuellen Handlungen mit Jürg Jegge gekommen sei, heisst es in der Einstellungsverfügung. Auch ein Aufruf in den Medien sei ergebnislos verlaufen.

Die Verfahrenskosten von 4'400 Franken werden Jürg Jegge auferlegt. Indem er die sexuellen Handlungen mit mehreren Minderjährigen gestanden habe, sei klar, dass er die Persönlichkeit seiner ehemaligen Schüler verletzt habe. Deshalb seien sämtliche Voraussetzungen für eine Kostenauflage an den Beschuldigten erfüllt. (cma)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wezuercher@gmail.com 22.01.2018 17:01
    Highlight war zu erwarten! zu viel macht und einfluss haben mittlerweile gleichgesinnte in dieser ach so modernen, toleranten gesellschaft.
    mit der verherrlichung von homosexualität bekommen auch pädophile auftrieb! forderen immer frecher! beides geht hand in hand! grüne forderten in deutschland vor jahren schon mal die aufhebung des schutzalter für kinder. in norwegen läuft das gleiche! auch im vatikan soll es diese strömungen geben! die gesellschaft nähert sich immer mehr dem ende der fahnenstange!
    aber darüber darf man natürlich nicht sprechen.
    3 13 Melden
    • meine senf 23.01.2018 06:20
      Highlight Was hat Sex mit dem gleichen Geschlecht mit Sex mit Kindern zu tun?
      6 1 Melden
    • SemperFi 23.01.2018 07:50
      Highlight wezuercher@gmail.com: In welchem Jahrhundert sind denn Sie aufgewachsen?
      4 0 Melden
  • Haiderfroh 22.01.2018 14:15
    Highlight Wie sagt man dem, wenn ein Schwein, Schwein gehabt hat?
    14 0 Melden
  • Gavi 22.01.2018 13:55
    Highlight Schön für den Sexgrüsel. Die Sache ist für ihn gegessen. Wie sich wohl die Missbrauchten fühlen? Ist es für sie auch verjährt?
    Gott sei Dank wurde das Gesetz geändert.
    Sexueller Missbrauch sollte nie, nie verjähren.
    Aber das sah die Liebe SP natürlich nicht so.
    Scheinbar sind denen die Opfer egal.
    12 9 Melden
    • Haiderfroh 22.01.2018 16:37
      Highlight Warum sollte sexueller Missbrauch nicht verjähren, aber z. B. schwere Körperverletzung, oder Betrug schon? Das leuchtet mir nicht ein.
      5 3 Melden
    • Echo der Zeit 22.01.2018 20:10
      Highlight Weil viele Kinder in einer sehr schwierigen Situation sind - und so einfach nicht Hilfe holen können - der Fall zeigt ja gerade schön auf wieso solche Fälle nicht verjähren sollen.
      4 0 Melden
    • Haiderfroh 22.01.2018 22:13
      Highlight @Echo der Zeit
      Das trifft für viele Opfer anderer Verbrecher gleichermassen zu, egal wie alt sie zum Zeitpunkt der Tat waren. Warum also sollte Pädophilie als einzige Ausnahme nicht verjähren auch verjähren, wie tausend andere Straftaten?
      Es war vorgesehen die Verjährungsfristen ab erreichen der Volljährikeit des Opfers laufen zu lassen. Hätte das Deinem Anspruch nicht auch genügt?
      Was ist mit einem Kind, das von seiner Mutter verprügelt wird wird? Es ist gleichfalls in einer schwierigen Situation, aber die an ihm begangenen Missetaten verjähren. Das ist nicht gerecht. Findest Du nicht auch?
      5 1 Melden
  • derEchteElch 22.01.2018 13:23
    Highlight Da ist sie wieder, die Verjährung. Ich finde dies bei Kindsmissbrauch unpassend und sollte abgeschafft werden.

    Die ganzen #metoo-Opfer, die ebenfalls erst jetzt damit hervorkommen, gehen in die gleiche Richtung. Warum erst jetzt? Erwachsen und fest im Leben stehen alle schon lange..
    9 1 Melden
    • Hashtag 22.01.2018 15:40
      Highlight Wie kommst du darauf, dass alle Erwachsenen fest im Leben stehen?

      Ich finde Personen die so etwas nie erlebt haben, sollten aufhören darüber zu urteilen, wie sich Betroffene verhalten.
      6 5 Melden
    • derEchteElch 22.01.2018 16:32
      Highlight @Hashtag du bist ein perfektes Beispiel für einen Befürworter von Täterschutz vor Opferschutz. Kannst es nicht leugnen..
      3 7 Melden
    • Hashtag 22.01.2018 16:53
      Highlight Musst du mir jetzt erklären, was dass mit Täterschutz zu tun hat.
      8 1 Melden
  • PhiLem 22.01.2018 12:12
    Highlight Und wieder ein Kinderschänder, der sich nie verantworten muss.
    Traurig und beschämend...
    14 2 Melden
  • goalfisch 22.01.2018 10:41
    Highlight hier hat es doch sicher juristen, die mir erklären können, was der sinn einer verjährung von kindesmissbrauch sein soll.
    80 6 Melden
    • Alex_Steiner 22.01.2018 11:53
      Highlight Klar kommt er ohne Strafe davon. Aber wenigstens konnte er es jetzt zugegeben. Hätte er es zugegeben wenn die Tat noch nicht verjährt wäre? Er hätte es auch einfach leugnen können und man hätte niemals Beweise dafür gefunden. Also hätte man das Verfahren einstellen müssen und niemand wüsste genau ob er es jetzt war oder ob alles nur erfunden wurde.

      So wissen jetzt wenigstens alle das Markus Zangger es nicht erfunden hat. Und alle wissen was Jürg Jegge für ein Mensch ist.
      19 2 Melden
    • roterriese Team #NoBillag 22.01.2018 12:15
      Highlight Dank der Unverjährbarkeitsinitiative und der Pädophilen-Initiative, die übrigens von der SP bekämpft wurde, verjährt Kindesmissbrauch nicht mehr.
      17 23 Melden
    • pamayer 22.01.2018 12:24
      Highlight meines wissens wurde das gesetz, dass missbräuche nicht verjähren, erst vor kurzem (einige jahre) entsprechend angepasst wurde.
      und - offensichtlich - greift das gesetz nicht rückwirkend, sondern ab jetzt.
      alors... alle täter, die vor der gesetzesänderung "aktiv" waren, können beruhigt der verjährung zuschauen und haben nix ernsthaftes zu befürchten.


      die opfer werden's danken.
      24 2 Melden
    • roterriese Team #NoBillag 22.01.2018 13:08
      Highlight @Blitzer ihr könnt gerne Fakten blitzen, dies ändert aber nichts daran, dass die SP beide Initiativen bekämpft hat.
      https://statistik.zh.ch/dam/justiz_innern/statistik/Publikationen/statistik_info/si_2009_10%20abstimmung_2009_09_29.pdf
      10 7 Melden
    • Hans der Dampfer 22.01.2018 13:28
      Highlight @Alex_Steiner

      Was da abgeht bzw. abging wussten nicht nur Jäggi sondern noch einige andere auch. Vielleicht nicht im Detail aber wer 1 + 1 zusammenzählen hätte können, hätte früher einen Prozess anstreben können. Ergo: Schuld sind alle involvierten. Auch jene die jahrelang weg geschaut haben.
      5 1 Melden
    • Hoppla! 22.01.2018 13:36
      Highlight @ roterriese

      Ich würde mich noch einmal informieren.

      Eine schöne Zusammenfassung findest du z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssische_Volksinitiative_%C2%ABF%C3%BCr_die_Unverj%C3%A4hrbarkeit_pornografischer_Straftaten_an_Kindern%C2%BB

      Oder lies folgenden Artikel: StGB Art. 101 Abs. 1 Bst. e

      Im Initiativtext stehe übrigens "vor der Pubertät". Mit unter 12 Jahre ist dem finde genüge getan.

      Und die Pädophilie-Initiative hatte nichts mit der Verjährbarkeit zu tun.
      6 5 Melden
    • Judge Dredd 22.01.2018 13:37
      Highlight 1/2 @Pamayer, Art. 7 der EMRK umfasst uneter anderem das Rückwirkungsverbot.

      @goalfisch, Ziel der Verjährung Der Gedanke dahinter ist, dass der Berechtigte seine Ansprüche in nützlicher Frist anmeldet und geltend macht. Dies macht für alle Beteiligten Sinn, da die Beweisbarkeit mit fortschreitender Zeit immer schwieriger oder sogar unmöglich wird. Um nur ein Beispiel zu nennen:


      8 0 Melden
    • Judge Dredd 22.01.2018 13:40
      Highlight 2/2
      Die Qualität von Zeugenaussagen nimmt im Laufe der Zeit naturgemäss stark ab und selbst die Genauigkeit der Erinnerungen von Kläger und Beklagtem lässt nach und zwar umso stärker, je länger die Sache zurückliegt. Im Strafrecht kommt hinzu, dass der Wunsch nach Bestrafung eines Täters im Lauf der Zeit abnimmt. Da dieser Grund aber von der Schwere der vorgeworfenen Straftat abhängt, bestehen je nach Delikt unterschiedliche Verjährungsfristen

      Im Bereich des Kindesmissbrauch denke ich stösst die Verjährung an ihre Grenzen.
      8 0 Melden
    • goalfisch 22.01.2018 14:37
      Highlight @judgedredd
      danke für die hinweise!
      1 0 Melden
    • Haiderfroh 22.01.2018 14:50
      Highlight Der Sinn der Verjährung ist, die Justiz vor absurden Verfahren zu schützen und die Opfer zu einer tatzeitnahen Anzeige zu bewegen. Denn je länger man wartet, desto schwieriger ist es, den Täter zu überführen.
      Die Verjährungsfristen dauern 7 bis 30 Jahre, je nach drohendem Strafmass. Ich meine, dass das mehr als genug Zeit ist, um den nächstgelegenen Polizeiposten zu erreichen und das Verbrechen bei der Polizei anzuzeigen.
      Ein Mensch geht 4 Km/h schnell. Zum nächsten Polizeiposten sind's unter 10 Km. D. h. in 7 J. (bei 12h/Tg Schlaf ) könnte man über 7 Tausend mal zur Polizei und zurück gehen.
      4 2 Melden
  • Wald Gänger 22.01.2018 10:12
    Highlight Nun gut, niemand scheint sich gemeldet zu haben.
    Dass aber ein untherapierter Pädophiler, der erfolgreich seinen Neigungen nachging, plötzlich aufgehört haben soll, dies zu tun, ist äusserst unwahrscheinlich.
    6 0 Melden
    • Judge Dredd 22.01.2018 14:34
      Highlight Da gebe ich dir recht, Triebtäter haben in der Regel Mühe nicht mehr straffällig zuwerden.
      Falls es weitere Opfer gibt, deren Taten noch nicht verjährt sind und die sich jetz nicht melden gilt leider der Grundsatz "wo kein Kläger da kein Richter".
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