Schweiz

Tech-Unternehmen in den USA bangen um junge Mitarbeiterinnen und wollen, dass sie ihren Kinderwunsch auf Eis legen. Bild: EPA

Ungewöhnlicher Job-Benefit

Bloss keine Kinder jetzt: Apple und Facebook bezahlen ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren ihrer Eizellen

Facebook tut es seit Anfang Jahr, Apple will ab Januar damit beginnen: Die Silicon-Valley-Unternehmen übernehmen die Kosten, wenn weibliche Beschäftigte ihre Familiengründung aufschieben und dafür ihre Eizellen einfrieren lassen. 

15.10.14, 12:01 22.10.14, 10:15

Der Hintergrund sind die tiefen Frauenquoten im Silicon Valley: Bei Facebook gibt es gerade mal 29, bei Apple 30 Prozent Frauen. Irgendwann fallen sie aus und kriegen Kinder. Um dies zu verhindern, nehmen die beiden IT-Riesen nun ihren Mitarbeiterinnen kurzum den Stress mit dem Kinderkriegen: Seit diesem Jahr können angestellte Frauen ihre Eizellen auf Facebook-Rechnung einfrieren lassen – und damit Mutter werden, wann immer sie wollen. 

Auch Apple will Anfang 2015 damit beginnen, wie ein Apple-Pressesprecher gegenüber dem US-Fernsehsender NBC bestätigte. Bis zu 20'000 US-Dollar wollen die Unternehmen dafür ausgeben. 

Kein Geld für Eizellen in der Schweiz

Facebook bestätigt das Benefit-Programm auf Anfrage von watson. Dieses bleibe jedoch vorerst auf die USA beschränkt. Ziel des Programms sei, die Mitarbeiter darin zu unterstützen, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. Auch Fertilitätstests und Unterstützung bei der Adoption würden innerhalb des Programms angeboten.

Auch bei Apple kommen vorerst nur Amerikanische Mitarbeiterinnen in den Vorzug des ungewöhnlichen Benefits: «Apple ist besorgt um das Wohl seiner Mitarbeiter und deren Familien. Wir sind stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um unsere Gesundheitsprogramme deren Bedürfnissen anzupassen», teilt Apple mit. 

Im Netzt löste die Nachricht negative Reaktionen aus. So titelte beispielsweise der Blog «Gawker», Apple und Facebook zahlten die Behandlung, «damit Frauen nie aufhören, zu arbeiten».

Brigitte Adams, Anwältin für Eizellen-Einfrierung und Gründerin von eggsurance.com findet die Idee gut: «Eine erfolgreiche Karriere mit Kindern ist leider immer noch sehr schwierig zu verwirklichen», sagt sie. Mit diesen Anreizen würden die Konzerne in die Frauen investieren und sie darin unterstützen, den Lebensstil zu leben, den sie wollen. 

Unerprobte und aufwendige Technik

In den USA ist die Technik der Eizellen-Aufbewahrung unter «Social Freezing» bekannt, weil die Massnahme weniger medizinische als vielmehr soziale Bedürfnisse erfüllt. Die Altersjahre ab Ende 20 bis Mitte 30 gelten als entscheidend für die weitere Karriereentwicklung. Viele Frauen stehen genau dann vor der Frage: Kinder oder Karriere? Die Möglichkeit, das Kinderkriegen zu verschieben, scheint attraktiv. 

Ein Garant für Kinderglück ist die Technik jedoch noch nicht: Sie ist noch neu und wenig erprobt. Kritiker äussern zudem immer wieder Bedenken zur Familienplanung, wenn die Mütter immer älter werden. 

Nicht jede Frau dürfte sich überdies der körperlich grossen Anstrengung aussetzen wollen: Um genügend Eizellen für die Lagerung zu produzieren, müssen die Frauen ein bis zwei Monate lang die Unannehmlichkeiten einer durch Hormongaben induzierten Superovulation auf sich nehmen. (rar)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 15.10.2014 15:35
    Highlight krank
    1 0 Melden
  • Axl Foley 15.10.2014 12:37
    Highlight die würden das geld besser in kinderbetreuung oder teilzeit stellen investieren, da hätten alle mehr davon. leider sind teilzeitstellen in der it (auch hierzulande) eher rar, dabei währe job sharing ideal um familie und karriere unter einen hut zu bringen. wenn dann noch die krippe im gleichen gebäude ist, ist auch ein grosses logistisches problem gelöst.
    dabei ist das it umfeld ideal um karriere und familie unter einen hut zu bringen, e.g. homeoffice, keine fixen arbeitszeiten u.s.w.
    6 0 Melden
    • Nate Summer-Cook 15.10.2014 13:17
      Highlight An dieser Stelle mache ich doch gleich mal Werbung für meinen Arbeitgeber "Netcetera", der gerade den Prix-Balance von Zürich gewonnen hat... :)
      4 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.10.2014 12:30
    Highlight Schlauer Ansatz für die Firmen aber aus gesellschaftlicher Sicht ein bisschen fraglich: Kind: "Mama, gehen wir zum Spielplatz?" Mama: "Nein, mein Rollator ist kaputt!"
    8 1 Melden

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