Schweiz

Volkskrankheit Terrorfurcht – und was die (Schweizer) Medien damit zu tun haben. Eine Glosse

Medien haben eine Vorbildfunktion, gerade in Zeiten von Terror und Amokläufen. Welche das genau ist, weiss niemand so recht. Sollten sie sich in Zurückhaltung und Mässigung üben angesichts der Flut an Schreckensmeldungen? Sollten sie ihren Lesern und Usern reinen Wein einschenken («Die Welt ist schlimm, schlimm, schlimm!»)? Oder sollten sie so lange herumeiern, bis niemand mehr weiss, wo unten und oben ist und wo die Grenze zwischen realem- und Schlagzeilenterror verläuft?

09.08.16, 14:00 10.08.16, 12:40

Was ist das höchste Gut einer Demokratie? «Sicherheit», sagte CSU-Chef Horst Seehofer an der Trauerfeier für die Opfer des Münchner Terroranschlags.

Das ist seltsam. Denn gemeinhin wird Freiheit als höchstes Gut einer Demokratie genannt. Von Rousseau, über Kant bis zu Tocqueville würden politische Philosophen dem bayrischen CSU-Sonnenkönig ihre Traktate um die Ohren hauen.

Sicherheit ist unbestritten wichtig. Der Staat sollte Leib und Leben seiner Bürger und aller Menschen, die innerhalb des Staatsgebietes leben, garantieren. Er sollte für ein geordnetes und geregeltes Zusammenleben sorgen und dafür, dass wir nicht an der Reformhaus-Kasse von hinten erstochen werden oder in einem unvorsichtigen Moment von einem taumelnden Mob an einen Laternenpfahl aufgeknüpft werden. Das ist die Aufgabe des Staates.

Was nicht – oder nur zu einem Teil – die Aufgabe des Staates ist, ist, seinen Bürgern ebendiese Sicherheit in die Köpfe zu hämmern. Wenn sich jemand unsicher fühlt, fühlt er sich unsicher. Und wenn er sich durch ein Bataillon schwerbewaffneter Polizisten sicherer fühlt, dann kann man sich mit Recht fragen, was denn Sicherheit eigentlich bedeutet.

Hier kommen die Medien ins Spiel. Wachhunde der Demokratie, Hüter der Objektivität und aufmerksame Fiebermesser der Volkskrankheit Terrorfurcht. 

Nach dem Attentat von München, bei dem neun Menschen ums Leben kamen, setzte bei den Medien ein Umdenken ein. Fortan sollten keine Bilder mehr von Attentätern publiziert werden. Den Anfang machte die französische Zeitung Le Monde. In einem Editorial schrieb Chefredaktor Jérôme Fenoglio, man wolle so «eventuelle Effekte der posthumen Glorifizierung» vermeiden.

In der Schweiz zogen «Sonntags Zeitung» und «Tages-Anzeiger», zwei Titel der Tamedia-Gruppe, nach. In einem Leitartikel mit der Überschrift «Den Tätern und ihrer Propaganda keine Bühne geben» schreibt Chefredaktor Arthur Rutishauser, dass künftig nicht nur keine Fotos von Attentätern publiziert würden, sondern dass auch die Namen der Täter abgekürzt würden.

«Sonntags Zeitung», 31.07.16.

So würde verhindert, dass Amokläufer, Dschihadisten, Axtschwinger, Messerstecher, Handgranatenwerfer und Bombenleger, die in ihrem diesseitigen Leben so wenig Sinn sehen, dass sie andere auch gleich davon befreien möchten, irgendeinen Nachahmungseffekt erzeugen könnten.

Der Druck steigt

Der «Tages-Anzeiger» ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Die Absicht ist löblich. Bilder sind die stärkste Form der Übermittlung, mit Bilder lassen sich Emotionen viel leichter und schneller transportieren. Und weiss Gott, es wurde auch höchste Zeit, die Gesichter der Attentäter unkenntlich zu machen, denn:

«Tages-Anzeiger» 5.08.16.

DIE TERRORGEFAHR NIMMT ZU! Gefühlt nimmt die Terrorgefahr ja schon seit langer Zeit zu. Man fragt sich mitunter, ob wir irgendwann alle platzen werden angesichts des permanenten Terrordrucks. Dann wäre allerdings die mühselige Arbeit der Bombenbastler, die seit Kindesbeinen in ihren Hobbykellern mit Schwarzpulver hantieren («Wie man das halt so macht») umsonst. Das kann niemand wollen.

Aber halt, vielleicht ist alles gar nicht so schlimm. Vielleicht ...

«Tages-Anzeiger», 17.11.15.

Oh, was nun? Nimmt sie zu, nimmt sie ab? Wird sie überschätzt oder unterschätzt oder – steile These – ist die Terrorgefahr etwas so Diffuses, dass man sie womöglich gar nicht messen kann?

Gemach, der betreffende Artikel stammt vom vergangenen Herbst. Also vor Belgien, München, Ansbach, Würzburg, Nizza, etc. Da war die Welt noch so einigermassen in Ordnung, zumindest im Vergleich zu jetzt. 

Studien zeigen jetzt nämlich, dass zwei von drei Schweizern bereit sind, auf ihre persönliche Freiheit zu pfeifen, wenn sie nur ein Quäntchen Sicherheit garantiert bekommen. Das haben Forscher der ETH herausgefunden.

«Tages-Anzeiger», 27.05.16.

Und die ETH befasst sich bekanntlich mit Fragen von Relevanz:

ETH-Schönheitsrating: Ist Vujo hot or not? Hier sieht er eher hot aus. bild: screenshot/howhot

Weil man aber keiner Studie trauen soll, die man nicht selber gefälscht hat, hat die Tamedia-Tochter «20 Minuten» kurzerhand eine eigene Umfrage zum Terror ins Leben gerufen. Das Resultat ist wenig überraschend: 

«20 Minuten», 2.8.16.

Jetzt sind es schon drei Viertel anstatt zwei Drittel. Allerdings muss man hier ein wenig relativieren. Drei Viertel aller Schweizer würden am liebsten auch nach Mallorca in den Urlaub fahren und mit kurzen Hemden zur Arbeit kommen. Das zeigt erstens, dass viele Studien mit seltsamen Fragestellungen hantieren und zweitens, dass man nicht alles für bare Münze nehmen sollte, was Menschen einem erzählen.

Überhaupt ist die Angst vor dem Terror etwas reichlich Widersprüchliches. Schliesslich beabsichtigt der Terror letzten Endes ja nichts anderes, als Leuten Furcht einzuflössen. Wenn die Leute nun auch noch Furcht vor der Furcht haben, dann sind die Terroristen womöglich einen Schritt zu weit gegangen. Was ist die Steigerung? Die Furcht vor der Furcht vor der Furcht? Wo soll das enden? 

Utøya im Glattzentrum

Rekapitulieren wir: Die Medien sollten den Attentätern kein Gesicht geben, weil das potentielle Nachahmungstäter ermutigen könnte und so die potentielle Terrorgefahr erhöht wird. Was die Medien hingegen tun sollten (nach dem Gesetz der Marktwirtschaft? Der Nachfrage der Leser? Oder – oh Gott – der vereinigten jüdisch-amerikanischen Weltverschwörung?): Den Lesern immer wieder in Erinnerung rufen, dass sie in einer Welt voller Gefahren leben. 

Sonst läuft man womöglich Gefahr (!), im Alltag Amokläufern über den Weg zu laufen. Oder von ausser Rand und Band geratenen Verkehrsschildern angefallen zu werden.

Apropos Marktwirtschaft: Das Herz der Schweizer Volkswirtschaft pulsiert ja bekanntlich in der Zürcher Peripherie, genauer, im Einkaufszentrum Glatt. Und genau dort, wo tagtäglich Tausende friedfertige Bürger ihre Einkäufe erledigen, sich um Schuhe im Sonderangebot prügeln, auf Steinbänken Fastfood konsumieren und sich verlieben und trennen – kurz: dort, wo das Leben in seiner reinsten, umgeschminkten Form stattfindet, planen die Terroristen ihr nächstes Attentat. 

«Tages-Anzeiger», 8.8.16.

Vielleicht. 

Also, wahrscheinlich eher nicht.

Tages-Anzeiger, 8.8.16.

Aber fragen schadet ja nie.

Und überhaupt: Es sind ja nur Übungen. Und, mit Verlaub, keine «weltfremden» Übungen. 

Tages-Anzeiger, 8.8.16.

Die Verantwortung der Medien

Realität ist keine gegebene Grösse, Realität ist konstruierbar. Mittels Erzählungen, Bildern, menschlicher Kommunikation. Und mittels Schlagzeilen.

Das Thomas-Theorem besagt: «Wenn die Menschen Situationen als real definieren, sind sie in ihren Konsequenzen real.»

Die Terroristen kennen das Thomas-Theorem offenbar. Bei den Medienschaffenden ist das nicht so sicher. 

Das könnte dich auch interessieren:

Wo ist Walter? (Natur-Edition) Diese 14 Tierarten haben Forscher erst vor kurzem entdeckt

Video zeigt dramatische Flucht von nordkoreanischem Soldaten

Til Schweiger hat sich mit diesem Facebook-Post mal wieder in Schwierigkeiten gebracht ...

Uber vertuscht massiven Hackerangriff – 57 Millionen Kundendaten weg

Das sind die beliebtesten (und fairsten) Smartphones der Schweiz

Weil es schon wieder früh dunkel wird: 13 Glühbirnen-Witze zum Abschalten

Hast du auch dieses Teil an deiner Heizung? So funktioniert es richtig

12 geniale Erfindungen, die deinen Koch-Alltag einfacher machen

Nach dem «Haka» der «All Blacks» bleiben die Waliser einfach stehen 

Die 10 witzigsten Rezensionen bei Amazon – zum Beispiel für diese Huhn-Warnweste

Alle Artikel anzeigen

Ein Bild lügt mehr als 1000 Worte: Was dir diese Fotos nicht zeigen

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
43
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • WEBOLA 10.08.2016 03:55
    Highlight Die Frage bleibt offen, ob beim nächsten Terroranschlag tatsächlich alle Medien uneingeschränkt sich an die Vorsätze halten wollen...

    Ich vermute wohl eher nicht.
    9 0 Melden
  • bangawow 09.08.2016 21:01
    Highlight Bei "Medien haben eine Vorbildfunktion" musste ich gerade kichern. Nur ganz kurz.
    Und jetzt überlegen wir uns wie die Stimmung der Paranoiden wäre, gäbe es den pushmitteilenden, livetickernden, falschmeldenden Medienkraken nicht – oder weniger.
    21 0 Melden
  • Spooky 09.08.2016 18:55
    Highlight "Fortan sollten keine Bilder mehr von Attentätern publiziert werden."

    Das bringt überhaupt nichts.

    Erstens werden sich nicht alle Medien daran halten. Irgendeine Zeitung wird die Schlagzeile bringen: "Der Terrorist von XYstadt - das Bild", und alle Leute werden diese und keine andere Zeitung kaufen.

    Zweitens sind Terroristen keine Popstars. Sie wollen nicht bei Vielen, sondern bei Wenigen anerkannt werden. Ihnen ist der Ruhm und die Ehre bei ihren Auftraggebern sicher (glauben die armen Schlucker jedenfalls, obwohl ihre Auftraggeber sie für Dummköpfe halten - in Wirklichkeit.)
    20 11 Melden
    • Olafson 09.08.2016 23:58
      Highlight Als du 'Zeitung kaufen' geschrieben hast, musste ich lachen.
      8 2 Melden
    • Spooky 10.08.2016 12:27
      Highlight @Olafson
      Lachen ist gesund ;-))))
      Aber warum musstest du lachen? Weil die jungen Leute keine Zeitungen mehr kaufen?
      0 1 Melden
  • Stichling 09.08.2016 17:57
    Highlight Terroranschläge verfehlen ihre Wirkung nie, ganz egal ob und wie die Medien darüber berichten. Denn die Menschen sind über Beziehungen zueinander eng vernetzt. Terroranschläge lassen sich deswegen weder kleinreden noch verschweigen. Das Verachten der Täter durch Verschweigen ihrer Identität, ist ein löblicher, aber zweckloser Versuch. Unsere Feinde sorgen selber für die Glorifizierung derer, die uns abschlachten.

    Die Furcht bleibt und sie wird wachsen. Wer dabei nicht den Verstand verlieren will, der muss in sich seine Tapferkeit und seine Entschlossenheit umso grösser wachsen lassen.
    13 10 Melden
  • Lutz Pfannenstiel 09.08.2016 17:50
    Highlight Gut gebrüllt, William Stern!
    24 1 Melden
  • Kookaburra 09.08.2016 17:50
    Highlight Ja die Freiheit. Sie wurde verschenkt. Die Einschränkungen in Sachen Freiheit werden immer grösser. Die Überwachung nimmt zu. Und wieso?

    Nur weil einige unbedingt eine möglichst grosse Zuwanderung aus immer weniger kompatiblen Gesellschaften fördern. Integrierbar oder assimilierbar ist dies schon lange nicht mehr, aber hey, Menschen und Bürger zählen ja eh nichts mehr. Nur noch die Ressource Kunde und Arbeitsnehmer. Multikulti mit zehn oder zwanzig Prozent mit Migrationshintergrund reichte ja nicht (was ev. noch integrierbar wäre), man musste es unbedingt immer noch schlimmer machen...
    22 52 Melden
    • _kokolorix 09.08.2016 21:32
      Highlight Du hast auf jeden Fall die Freiheit sofort nach Ungarn auszuwandern. Dort bist du dann nur noch unter Gleichgesinnten. Andersdenkende werden zügig ausgewiesen oder weggesperrt, genauso wie du es dir wünschst.
      Mir sind tatsächlich hundert erithreische Deserteure lieber als ein Arier wie du. Darunter sind nämlich etwa 60 anständige...
      24 11 Melden
  • Wilhelm Dingo 09.08.2016 17:36
    Highlight Die Risikowahrnehmung des Menschen ist eine spannende und vor allem irrationale Angelegenheit.
    26 4 Melden
    • Stichling 09.08.2016 18:17
      Highlight Gottseidank ist die Risikowahrnehmung des Menschen intiuitiv und nicht rational, besonders während der Schaltsekunde, die über Leben und Tod entscheidet.
      Die Forschung hat längst herausgefunden, dass die Intuition ein überlebenswichtiger, blitzschneller Reaktionsmechanismus des Gehirns ist, viel schneller als der Verstand.
      Intuition kann unter Umständen dem Verstand überlegen sein, d. h. bessere Entscheide liefern. Dann nämlich, wenn es viele Einflussgrössen gibt, oder die Einflussgrössen nicht oder nur ungenau bekannt sind.

      Kurz: Im Leben zählt mehr, das gut geraten wird, wie gut gerechnet.
      14 4 Melden
    • Firefly 09.08.2016 19:28
      Highlight @Stichling das stimmt wohl für den einzelnen Menschen in einer konkreten Situation. Wenn der Mensch aber in Massen auftritt und sich gegenseitig ein Angstkonstrukt aufbaut, dann hat das auch nicht mehr viel mit Intuition zu tun.
      18 0 Melden
    • Stichling 09.08.2016 20:59
      Highlight @firefly: Das sehe ich anders. Eine Massenpanik ist das kollektive Ergebnis individueller Intuitionen. Dass die Intuition "Flucht um jeden Preis" falsch war, zeigt sich erst hinterher. Im Augenblick der Entscheidung kann sie durchaus rational folgerichtig gewesen sein, auf Grund der dem Individuum zu diesem Zeitpunkt bekannten Fakten. Hinterher sind mehr und genauere Fakten bekannt, was den Entscheid hinterher für falsch erscheinen lassen kann.
      Hinterher ist man eben immer schlauer.
      2 5 Melden
    • Firefly 09.08.2016 22:36
      Highlight Eine Massenpanik tritt auch nur bei einem konkreten Ereignis auf das gerade geschieht, zum Beispiel Feuer. Bei einer diffusen Gefahr aber, die mehr auf einer Vostellung beruht und sich gedanklich als Idee verbreiten lässt, da gibts nichts Intuitives, das ist rein intelektuell.
      8 1 Melden
    • AllFab 09.08.2016 23:08
      Highlight @Stichling: Also hast du grad ziemlich schwafelig dargelegt, dass du unrecht hast?
      Oder wolltest du nur sagen, dass sich mit der Massenpanik wiederlegen lässt, dass Intuition eine gute Sache ist?

      3 1 Melden
  • Matrixx 09.08.2016 17:21
    Highlight „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“ - Yoda
    Aus Star Wars, Episode 1, Kapitel 30.

    Unser Verstand kann durch die Geschehnisse in der Welt sehr beunruhigt und aufgewühlt werden. Wer sich fürchtet, lässt dies zu. Und deshalb fürchte ich mich nicht.
    57 2 Melden
    • Normi 09.08.2016 18:40
      Highlight Kann man zum jedi konvertieren ?
      19 0 Melden
    • Matrixx 09.08.2016 20:02
      Highlight Weshalb soll man dazu konvertieren?
      6 0 Melden
  • wossname 09.08.2016 16:22
    Highlight Ich möchte an dieser Stelle wieder einmal das grandiose Känguru des Marc-Uwe Kling zitieren:

    „Warum wird uns pausenlos von Terror, Krisen, Katastrophen, ja von der Apokalypse und den daraus resultierenden Sachzwängen und Alternativlosigkeiten erzählt? Ich sage euch, warum: Furcht gebiert Gehorsam!"

    Manchen Politikern scheint es durchaus wilkommen, lassen sich mit der Terrorangst bestimmte Themen bewirtschaften.

    Ausserdem auch noch passend: Breitbild - Angscht vor dr Angscht vu da Lüüt vor da Lüüt
    64 3 Melden
    • HabbyHab 09.08.2016 20:29
      Highlight Ach das Känguru.. finde es super :)
      7 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.08.2016 15:24
    Highlight Watson, watson, watson... Macht nur weiter so, dann werdet Ihr noch die beste Online-Zeitung der Schweiz! Momentchen. Das seit Ihr ja eh schon... Macht einfach weiter so! Toller Artikel, bei dem man auch lachen kann, trotz allem. Danke!
    91 21 Melden
    • pamayer 09.08.2016 19:07
      Highlight 👍
      10 2 Melden
    • WEBOLA 10.08.2016 03:37
      Highlight Die beste Online-Zeitung?
      Watson ist bloss eine 0815 #Repost-Online-Zeitung mit gutem Design.
      5 5 Melden
  • N. Y. P. 09.08.2016 15:21
    Highlight Viele Medien sind bereits auf dem richtigen Weg mit

    Dem Täter keine Bühne geben

    denn, meiner Meinung nach, ist das eine Hauptmotivation der Täter, mit Bild und Namen in den Medien zu erscheinen.

    Liveticker finde ich wichtig.
    Sollte mal ganz, ganz in der Nähe etwas passieren, wäre ich gerne auf dem Laufenden. In einem Liveticker laufen verschiedenste Infos (Polizei, Verkehr, Zoll, Politik etc.) zusammen.

    Sehr guter Bericht.
    33 11 Melden
    • MrJS 09.08.2016 15:57
      Highlight Ich finde eben genau den Liveticker falsch, vor allem wenn man dazu noch Push-Meldungen im 1/4stunden Takt bekommt, wie jede Minute wieder jemand stirbt. Genau das schürt doch die Angst, wenn man so live dabei ist... Zudem werden sehr schnell Falschinformationen verbreitet, weil die Informationslage bei Anschlägen sehr schlecht ist... Oft wird einfach gemutmast, anstatt einfach zu sagen, es gibt keine Infos...
      44 3 Melden
    • Lichtblau 09.08.2016 21:33
      Highlight Erst grad noch ermüdende Liveticker ohne Ende, kurz darauf faktische Informationssperre? Also ein Mittelweg sollte schon gefunden werden. Plötzlich muss man Infos über z.B. "Charleroi" suchen. Schon strub, irgendwie.
      4 1 Melden
    • _kokolorix 09.08.2016 21:45
      Highlight Die Hauptmotivation der Täter ist:
      -a: Für die Religiösen, dass sie im Jenseits besser dastehen als im Diesseits.
      -b: Dass die Leute, die sie jetzt geringschätzen, eine bessere Meinung von ihnen haben.
      -c: Dass sie all denen, die sie sonst verachten ans Bein pinkeln können.
      Im Ernst. Wer so einen Scheiss macht und dafür sein Leben opfert, ist vorher gründlichst fertiggemacht worden. Ob das Mitschüler, Arbeitskollegen, rassistische Wichser oder gar die eigene Familie war ist zweitrangig. Wir sollten daran arbeiten, dass unsere Gesellschaft weniger Verlierer produziert
      12 3 Melden
    • Anam.Cara 10.08.2016 00:01
      Highlight Danke _kokolorix.
      Diese "Siegermentalität", die in den letzten Jahren stärker wurde, halte ich für gefährlich.
      Es gibt aktuell eine Werbung, die sinngemäss fragt, ob man sich an den zweiten Mann auf dem Mond erinnert (weil: nur der Erste/Beste/Schnellste ist wichtig).
      Ich erinnere mich (obwohl ich damals noch sehr klein war): Buzz Aldrin. Und Michael Collins war jener, der die Rückreise ermöglichte und daher nicht auf dem Mond spazieren durfte.

      Was ich damit sagen will: wenn wir alle Menschen und auch ihre weniger "glamourösen" Leistungen respektieren, gibt's automatisch weniger Verlierer.
      6 0 Melden
    • _kokolorix 10.08.2016 07:41
      Highlight @anam.cara
      Auch wenn ich deinen Kommentar unterstütze und dein Beispiel sehr anschaulich ist, möchte ich doch anmerken, dass wir eben gerade nicht auf das schauen sollten was die Menschen 'leisten'. Wir sollten den Menschen mit Wohlwollen und Vertrauen begegnen statt mit Erwartungen, Forderungen und Misstrauen. Die Leistung stellt sich dann meist von selbst ein und die paar Querulanten renken sich unter solchen Umständen auch wieder ein
      4 0 Melden
    • Anam.Cara 10.08.2016 07:58
      Highlight @kokolorix: Guter Einwand.
      Vielleicht definieren wir den Begriff Leistung unterschiedlich. Für einige Menschen ist es schon eine anerkennenswerte Leistung, wenn sie morgens aufstehen und aus dem Haus gehen.
      Ich meine, wenn wir den Menschen das Gefühl geben, dass ihr (noch so kleiner) Beitrag wichtig ist, können wir etwas bewirken.
      Wir beide können mit Wertschätzung etwas verändern. Vielleicht nur ein ganz kleines Bisschen. Aber wir verändern damit ein kleines Stück Welt.
      3 0 Melden
  • Karl Müller 09.08.2016 15:08
    Highlight Ich bin mit dem Artikel im Grossen und Ganzen einverstanden. Aber die Passage mit der "Furcht" macht keinen Sinn. Wenn man schreibt, Terroranschläge beabsichtigen Furcht einzuflössen, dann ist "Angst vor Terror" nicht "Furcht vor der Furcht", sondern bleibt simpel die Angst vor Terroranschlägen. Da wurde irgendwie eine Ebene zu weit gedacht ...
    24 7 Melden
  • K3tsch 09.08.2016 14:51
    Highlight Sehr guter Bericht! Danke!

    Auf der einen Seite muss man sagen, dass es traurig ist, dass das Volk grundsätzlich einfach nichts mehr hinterfragt und praktisch nur noch das Schlechte sieht, welches Ihnen vor den Latz serviert wird.

    Auf der andernen Seite muss man aber auch ein Medium verurteilen, welches gezielt mit Titeln, Bilder und Anekdoten daher marschiert gekommt als gäbe es ein massives Problem bei uns (bei deren Geschichten man aber in der Mitte des Berichtes merkt, dass eigentlich gar keine Gefahr gibt, sondern nur durch den ersten Blick *muss ein Zufall sein* Angst generiert wird).
    43 7 Melden
    • Luki Bünger 09.08.2016 15:24
      Highlight Man kann die Medien verurteilen, klar. Aber in einer Gesellschaft, die kuratierte Informationsvermittlung (aka Journalismus) je länger je mehr als kostenlose Dienstleistung versteht, sieht sich jedes Medienunternehmen zwangsläufig irgendwann mit folgender Frage konfrontiert:

      Wie wirtschaftlich ist eine sachliche Schlagzeile?

      29 6 Melden
    • Alnothur 09.08.2016 17:42
      Highlight Das Volk hat schon vor hundert, zweihundert, ja zweitausend Jahren nicht mehr hinterfragt, als dies heute der Fall ist. Denn hinterfragen ist anstrengend.
      9 1 Melden
    • Luki Bünger 09.08.2016 21:35
      Highlight @dziltener:
      Richtig. Daher ist es doch umso bemerkenswerter, dass sich nun ebenjene Kaste, die traditionsgemäss die Deutungshoheit hielt, sich den Interessen einer nicht interessierten Mehrheit beugen muss.
      Die Schlange beisst sich selbst in den Schwanz. Tja.
      3 0 Melden
  • Madison Pierce 09.08.2016 14:44
    Highlight Medien sollten keine Bilder und Artikel veröffentlichen, welche die Ziele der Attentäter übermässig unterstützen.

    Also keine Fotos, Namensnennungen und Beschreibungen wie "das Monster von ...". Das animiert evtl. andere Verlierer, sich so "unsterblich" zu machen.

    Aber man sollte auch nur noch gesicherte Informationen bringen, also "50 Tote nach Attentat in ..." statt "Panik in ... - hier klicken für Liveticker", "Was droht und allen noch?" etc. Ziel der Terroristen ist neben den Toten immer auch die Panik. Und da können die Medien viel Einflusd nehmen.
    60 2 Melden
    • chnopf 09.08.2016 15:17
      Highlight Leider verkauft sich sachliche Informierung nicht. Medien sollten sich generell einer Meinung entziehen (meiner Einstellung nach). Gerade in der Ausländerfrage - man nehme das Beispiel "Attentat München", wo Politiker WÄHREND dem Anschlag [eines Rechtsradikalen] bereits über die Gefahr von Asylsuchenden gewarnt hatten - nervt es mich tierisch! Hat ein Ausländer einen Kaugummi geklaut, gibt's gleich überall Titelschlagzeilen. Ein Schweizer Unternehmer hat 50 Millionen Steuern hinterzogen und seine Fabrik in Indien mit Kinderarbeit aufgebaut; eine kleine Randnotiz ohne Hinweis auf seine Herkunft
      31 7 Melden
    • Alnothur 09.08.2016 17:43
      Highlight Also soo schlecht geht es der NZZ jetzt auch wieder nicht...
      5 1 Melden
  • Luca Brasi 09.08.2016 14:32
    Highlight Interessanter Artikel.
    Eine Kleinigkeit noch: Der bayrische Sonnenkönig heisst Horst Seehofer. ;)
    26 6 Melden
    • Zuagroasta 09.08.2016 15:01
      Highlight Haha. Genau das wollt ich auch sagen. xD Der übrigens einen netten Spitznamen. Drehhofer. Seine Meinung ändert sich, je nachdem woher der Wind (aka die Meinung des Volks) weht. Konstanz ist etwas anderes. ;-)
      15 3 Melden
    • pun 09.08.2016 15:27
      Highlight @Zuagroasta: Konstanz liegt ja auch in Baden-Württemberg und nicht in Bayern, da kann der Horst jetzt wirklich nichts dafür. ;-)
      21 1 Melden
    • Zuagroasta 09.08.2016 15:37
      Highlight Doch doch. Dem Seehofer ist alles zu zutrauen. ;)

      Es natürlich Konstante. ;P
      9 2 Melden
    • HabbyHab 09.08.2016 20:31
      Highlight Für Seehofer gilt ja die heisenberg'scge Unschärferelation
      5 0 Melden

Spielball der Mächte: Weshalb der Syrien-Konflikt in erster Linie ein Stellvertreterkrieg ist

Die westliche Berichterstattung über den Syrien-Konflikt sei einseitig, unreflektiert und spiegle die Interessen der Industriemächte, schreibt der langjährige SRF-Korrespondent Helmut Scheben. Dabei gehe oft vergessen, dass am Anfang des syrischen «Bürgerkriegs» ein Kampf um die Vormacht im globalen Energiemarkt stand.

Die Hauptakteure der ausländischen Parteien, die in Syrien Krieg führen, sind Gas-Exporteure mit Interessen in einem von zwei umkämpften Pipeline-Projekten. Dabei geht es um die Ausbeute der weltgrössten Erdgasreserven, nämlich des Gasfeldes South Pars/North Dome, welches auf dem Grund des Persischen Golfs liegt und zum Teil dem Iran, zum Teil Katar gehört. Beide Länder begannen 1989 mit der Förderung.

2009 schlug Katar vor, eine Pipeline zu bauen, die Erdgas durch Saudiarabien, Jordanien und …

Artikel lesen