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Detektiv (Bild: Shutterstock)

Überwachung soll nur in Einzelfällen und mit hohen Hürden erlaubt werden. bild: shutterstock

Überwachung von IV-Betrügern mit GPS? Ja – unter einer Bedingung

Die IV soll Menschen künftig bei Verdacht auf Missbrauch mit GPS-Peilsendern observieren dürfen. Allerdings soll ein Richter die Überwachung genehmigen müssen. Das hat der Ständerat beschlossen. Eine wichtige und richtige Entscheidung – mit einem Makel.

14.12.17, 15:58 15.12.17, 06:27


Der Ständerat debattierte am Donnerstag über die gesetzliche Grundlage für die Überwachung von IV-Rentnern. 2016 rügte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die Praxis der Schweiz. Denn für die heimliche Überwachung von vermeintlichen Betrügern gibt es bisher keine rechtlichen Grundlagen. Dennoch wurden immer wieder Fälle publik, bei denen Detektive Versicherungsbetrüger mittels Observation überführten.

Der Ständerat stimmte dem Vorschlag des Bundesrates mit 29 zu 13 Stimmen zu. Diese enthält eine Ergänzung, die von FDP-Ständerat Andrea Caroni angestossen wurde. In einem Einzelantrag forderte er, dass beim Einsatz von GPS-Geräten eine Richterin oder ein Richter über die Genehmigung der Observation entscheidet. Damit anerkennt der Ständerat das wahre Problem dieser heiklen Gesetzesvorlage.

Andrea Caroni, FDP-AR, an der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 14. Dezember 2017 im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

FDP-Ständerat Andrea Caroni. Bild: KEYSTONE

Die Überwachung ist nicht das Problem

Denn es ist nicht die Überwachung selbst, die problematisch ist. Versicherungen brauchen Mittel, um Betrüger zu überführen. Dieser Meinung sind auch der Behinderten-Verband Inclusion Handicap sowie viele Staatsrechtler. Zwischen einem Versicherten und seiner Versicherung besteht ein rechtlicher Vertrag. Diese Vertragsbeziehung muss und soll nach Treu und Glauben eingehalten werden.

Der springende Punkt liegt woanders: Bei der Eigenregie der Sozialversicherungen. Denn im Vorschlag des Bundesrates stand ursprünglich: Für die Anordnung der Observation ist die Geschäftsleitung des Versicherungsträgers zuständig. Das ist brandgefährlich. Wer heimlich Ton- und Bildaufnahmen einer Person macht, greift in ein menschliches Grundrecht, den Schutz der Persönlichkeit, ein. 

Und dieser Eingriff muss von einer unabhängigen Stelle, nicht von dem Versicherungsträger selbst, genehmigt werden.

Wenn ein Sozialdetektiv heimlich Bild- und Tonaufnahmen einer Person macht oder sie mit einem Peilsender überwacht, greift er nicht nur in die Sozialsphäre dieser Person ein, sondern berührt bereits ihre Privatsphäre. Hier zu unterscheiden ist wichtig. Das Persönlichkeitsrecht lässt sich in drei Bereiche aufteilen: Die Sozialsphäre, die Privatsphäre und die Intimsphäre. Die Sozialsphäre umfasst alles, was sich in der Öffentlichkeit abspielt – das Berufs- oder Vereinsleben beispielsweise. Die Privatsphäre eines Menschen ist bereits enger gefasst. Alles was sich jenseits der Öffentlichkeit abspielt, beispielsweise zu Hause stattfindet, ist privat.

Die drei Sphären des Persönlichkeitsrecht

bild: piktochart/watson

Weil dieser Eingriff in die enger gefasste Privatsphäre besonders heikel ist, braucht es einen verstärkten Schutz für den Bürger. Observiert werden darf nur dann, wenn ein schwerer Verdacht vorliegt. Überwachungen dürfen zudem nur als letztes Mittel angewendet werden, um Betrüger ausfindig zu machen.

Rechtliche Grundlagen gibt es bereits

Das Schweizer Volk hat im Herbst 2016 über einen ähnlichen Fall abgestimmt: Das Nachrichtendienstgesetz (NDG). Auch hier ging es mitunter um die Überwachung von Bürgern. Mittels Kabelaufklärung – die Auswertung des Datenaustausches im Internet – können verdächtige Personen überwacht werden. Das Schweizer Stimmvolk nahm das Gesetz mit 65,5 Prozent Ja-Stimmen an.

Die Hürde für eine Überwachung ist aber hoch. Denn auch für die Kabelaufklärung braucht es eine Genehmigung eines Einzelrichters im Bundesverwaltungsgericht und vom Verteidigungsminister, der wiederum noch seine Kollegen im Aussen- und Justizdepartement konsultieren muss. So steht es im Gesetz (Artikel 39 ff. NDG).

Ähnlich sieht es auch die Strafprozessordnung. Ein Kapitel behandelt den Tatbestand der geheimen Überwachung. Die Staatsanwaltschaft darf den Post- und Fernmeldeverkehr einer Person überwachen, wenn sie verdächtigt wird, eine Straftat begangen zu haben. Aber auch diese Observation muss zuerst mit einer richterlichen Genehmigung bewilligt werden.

Der Nationalrat soll es richten

Folglich braucht es auch klare Grenzen bei der Überwachung von Versicherungsbetrügern. Dies bestätigte auch der Ständerat mit der Befürwortung des Einzel-Antrags von Andrea Caroni. Ein Richter soll entscheiden, ob eine Überwachung mit GPS-Gerät nötig ist, oder nicht.

Einen Makel hat der Antrag jedoch: Die richterliche Genehmigung bezieht sich nur auf die Überwachung mit Peilsendern. Ton- und Bildaufnahmen sollen weiterhin von der Geschäftsleitung des Versicherungsträgers genehmigt werden. Ein fataler Fehler. Denn auch heimliche Ton- und Bildaufnahmen greifen erheblich in die Privatsphäre einer Person ein und sollten von einer unabhängigen Stelle genehmigt werden. Es liegt nun am Nationalrat, diesen Makel auszubessern.

Dramatische Bilder von Überwachungskameras in Kiew

Video: watson

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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95
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95Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 15.12.2017 20:59
    Highlight Es wäre interessant zu erfahren, wieviel die IV so einem Detektivbüro bezahlt.
    3 1 Melden
  • zialo 14.12.2017 23:36
    Highlight 'Für die Anordnung der Observation ist die Geschäftsleitung des Versicherungsträgers zuständig.'
    Das wären dann auch die Pensionskasse.

    Wenn das ein Richter entscheidet, bin ich einverstanden.
    Doch anscheinend soll bei Ton- und Bildaufnahmen nach dem Willen des Ständerates eine private Pensionskasse über die Aufhebung der Privatssphäre entscheiden dürfen?
    11 7 Melden
  • Raphael Stein 14.12.2017 22:41
    Highlight Das wäre dann also Sozialterroristen die Steuern hinterziehen.
    4 9 Melden
  • DocM 14.12.2017 21:59
    Highlight Klar gehört den Schmarotzern den Riegel geschoben. Doch dass sich dann Überwachungsfirmen daran bereichern, nur weil die Versicherungen ihre "Klienten" nicht im Griff haben und der ehrliche Versicherungsnehmer in Erklärungsnotstand kommt, weil der "Detektiv" eine kontextfremde Aufnahme gemacht hat.... Sorry, No Go; Wäre ich in einer Überwachungssituation und würde den "Detektiv" bemerken, der wäre ziemlich zahnlos und hätte andere Probleme (und würde von einem anderen "Detektiv" überwacht, da im gleichen Schlamassel)
    17 3 Melden
  • silver*star 14.12.2017 21:42
    Highlight Wie man übehaupt ettwas gegen die Überwachung und dadurch ermöglichte Übeführung von IV Betrügern haben kann, ist mir ein Rätsel.
    Wieso Demagogen daraus eine arm/reich Diskussion vom Tisch ziehen wollen ist mir eine Rätesel.
    19 49 Melden
    • Favez 15.12.2017 06:12
      Highlight Es werden ja nicht nur IV-Betrüger überwacht sondern auch Unschuldige. Wenn man vorher wüsste, wer Betrüger ist und wer nicht, bräuchte es ja keine Überwachung.
      22 2 Melden
    • Fabio74 15.12.2017 07:18
      Highlight Was stört ist dieser massive Angriff auf Sozialhilfe-Empfänger, den Generalverdacht. Während Steuerhinterzieher die uns wesentlich mehr kostet, geschützt werden.
      Rechte Politik die zum Kotzen ist.
      32 4 Melden
  • rodolofo 14.12.2017 21:09
    Highlight So schleicht sich der Orwell'sche Überwachungsstaat auf leisen Sohlen an uns heran.
    Wer hat schon was dagegen, wenn ein IV-Bezüger kontrolliert wird?
    Später wird es dann heissen: "Leute, die gesund leben, haben nichts zu befürchten!"
    Und am Ende wird es heissen: "Hast Du es auch schon aktualisiert bekommen auf Deiner I-Watch? Ungesund soll das neue Gesund sein!"
    Toooiingng! Daas Schreckckmümpfeliiii...
    24 11 Melden
  • andrew1 14.12.2017 21:06
    Highlight Ist halt so das wenn man irgendwo geld bezieht sich auch etwas gefallen lassen muss. Arbeitet man ist man ja auch nicht völlig frei. Der chef schaut einem über die schulter und sagt wann wo usw. Zudem ziehen die betrüger nur den ruf der wirklich leidenden. Wenn jemand verdächtig ist wird ja diese methode schnell klarheit bringen und der betroffene ist den verdacht los.
    14 29 Melden
    • Fabio74 15.12.2017 07:20
      Highlight Was für ein Schwachsinn. Wer Geld benötigt wird abgeklärt vor er Geld kriegt.
      Ihr Rechtsnationalen braucht einfach jemanden auf dem ihr rumtrampeln könnt.
      Weil die Wirtschaftskriminellen wollt ihr ja nicht anfassen.
      22 6 Melden
    • andrew1 15.12.2017 08:30
      Highlight Ja genau es geht nur darum jemanden zu schickanieren. Merkste selber wa? Sonst wollen ja die linken immer die bürokratie aufbauen und zahlreiche beamtenjobs schaffen. Detektiv wäre doch da eine Möglichkeit geld rauszuhauen 😂
      6 15 Melden
    • Fabio74 15.12.2017 11:15
      Highlight Du hast echt keine Ahnung. Es gilt die Unschuldsvermutung und um den Kampf gegen den widerlichen Generalverdacht gegen Sozialhilfeempfänger, und gleichzeitig das Verteidigen von Steuerhinterzieher. Und das ist zum Kotzen
      7 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 14.12.2017 20:32
    Highlight Echt, der Versicherungsindustrie werden mehr Rechte ringeräumt als den Strafverfolgungsbehörden gegen Terroristen?
    Was für Hirnis sind den da in Bern?
    37 7 Melden
  • Rumbel the Sumbel 14.12.2017 19:49
    Highlight Ich persönlich finde eine Überwachung von Sozialbetrügern gut. Aber warum es bei sogenannten Terrorunterstützer usw. mehr Hürden braucht, ist mir schleierhaft.
    33 30 Melden
    • Fabio74 14.12.2017 21:13
      Highlight man überwacht keine Betrüger sondern mutmassliche Betrüger. Noch immer gilt in diesem Land die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen wird.
      26 8 Melden
  • spring1 14.12.2017 19:14
    Highlight Wer mit falschen Angaben eine IV-Rente bewirkt ist ein Betrüger und gehört bestraft. Denn finanziert wird die Rente von den ehrlichen Arbeitstätigen. Wer ehrlich ist hat auch von einer Überwachung nichts zu befürchten. Und für die Andern ist diese Observierung dringen. Die Prognose sind Millionen von Einsparungen. Wetten?
    27 75 Melden
    • Teiwaz 14.12.2017 21:08
      Highlight Da du dich wahrscheinlich zu den ehrlichen zählst kannst du hier ja mal deine Adresse deine Telefonnummer deinen Arbeitgeber und deine Zugangsdaten veröffentlichen. Muss ja nicht gleich veröffentlicht werden du kannst sie mir auch persönlich geben. Ich werde dich dann auch etwas überwachen. Aber das ist dir ja egal, denn du hast ja nichts zu verstecken. Ach ja, ich treibe keinen Schindluder mit deinen Daten, du kannst mir Vertrauen ich bin ein Mitarbeiter des Bundes.
      28 9 Melden
    • Fabio74 14.12.2017 21:15
      Highlight Die Missbrauchsquote dürfte kleiner 1 % sein, während die Steuerbetrüger Milliarden dem Staat vorenthalten, geschützt unserer Rechtsnationalen, tritt man auf denjenigen rum, die von Sozialhilfe leben müssen! Zeigt wie tief gewisse Kreise gesunken sind.
      Und dein Satz: Wer ehrlich ist etc, ist an Dummheit nun wirklich nicht zu überbieten
      24 13 Melden
  • mrsmarple1965 14.12.2017 19:09
    Highlight Ich find schon die Überschrift schräg, es muss ja heissen bei Verdacht auf Betrug, wenn die IV wissentlich Betrüger überwacht, naja.

    Es wird mit IV und Soz. leider sehr viel Missbrauch betrieben.

    Vielleivcht schreckt ja schon die Androhung das die Möglichkeit der Überwachung besteht einige ab.

    Allerdings muss ich auch sagen, ich würde mir auch sehr wünschen, das die oberen 10 000 und ihre Steuertricks mal genauer angesehen werden.
    23 11 Melden
    • Fabio74 14.12.2017 21:16
      Highlight wie hoch ist denn der Missbrauch in Prozenten? 1%? Weniger? Wie viel darf es kosten, diese eine % noch zu senken?
      19 5 Melden
  • Haiderfroh 14.12.2017 18:34
    Highlight Ich verzweifle langsam am Unverstand unserer Regierung, den Amtsleitern und IV-Spezialisten.

    Ein Peilsender kann nicht geeignet sein, den Gesundheitszustand eines IV-Rentners festzustellen.
    Ein Peilsender rapportiert einfach nur wann der Peilsender wo war. Daraus kann man nicht schliessen, wo der IV-Renter war. Denn sein Auto kann von seiner Frau, oder sonst wem gefahren worden sein. Daraus kann man nicht schliessen, ob der IV-Renter ohne Hilfe dorthin kam, oder was er für Tätigkeiten ausübte.
    Jeder IV-Rentner hat das Recht, wie jeder andere auch, seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.


    48 7 Melden
    • Commander 14.12.2017 22:02
      Highlight Ich denke der Sender soll ermöglichen, den IV-Rentner zu lokalisieren um ihm dann folgen zu können. Coole Challenge - kurz bevors rot wird noch über den Bahnübergang, von der Überholspur auf die Ausfahrt fetzen und dann in die Tiefgarage wo der GPS-Sender nicht funktioniert. So wird jeder Sozialfall zum Geheimagenten auf der Flucht 😁. Sorry für den Lacher, aber mit Humor geht's leichter.
      17 1 Melden
    • Haiderfroh 15.12.2017 11:52
      Highlight @Commander
      Der Peilsender lokalsiert eben gerade nicht den IV-Rentner, sondern einfach nur den Peilsender.
      Sobald nämlich der Verfolgte sich unbeobachtet vom Peilsender trennt, wird der Peilsender nutzlos.
      Z. B. dann, wenn der Peilsender am Auto montiert ist, aber der IV-Rentner gar nicht damit herumfährt.
      Der Peilsender müsste dem IV-Rentner als Fessel angelegt werden, damit der Peilsender tatsächlich den Aufenthaltsort des IV-Rentners dokumentiert. Dann wäre es aber keine verdeckte Ermittlung mehr.
      Die Nutzung von Peilsendern ist hier einfach nur absurd.
      5 0 Melden
  • Jokerf4ce 14.12.2017 18:32
    Highlight STAAAASIIII
    46 13 Melden
  • einmalquer 14.12.2017 18:30
    Highlight permanente Überwachung ist nichts anderes als ein virtuelles Gefängnis

    bei solchen Parlamentsbeschlüssen dürfen sich alle 33 Jahre jünger fühlen...
    34 9 Melden
  • Sophia 14.12.2017 17:14
    Highlight Wir schlittern langsam in einen Überwachungsstaat. Warum denn nicht gleich eine Stasi einrichten, dann haben wir Verhälnisse wie in der seligen DDR.
    Das ganze ist doch nur neidgelenkt. Wer sagt mir denn, dass man einem Menschen von aussen ansieht, ob er IV-Unterstützung benötigt? Und das ist jetzt schon ganz sicher: Diese Überwachungsübungen werden sich derart verselbständigen, dass wir sie kaum wieder abschaffen können! Links wie rechts werden dann die geschaffenen Stellenverluste ins Feld führen!
    Ja, unrentabel und teuer wird so ein Überwachungssystem auch werden!
    98 19 Melden
    • ands 14.12.2017 19:08
      Highlight Dann war die Schweiz bis Mitte Jahr ein Überwachungsstaat? Bis Ende Juli war die Überwachung gemäss dem Vorschlag des Bundesrats nämlich die gängige Praxis. Da das Bundesgericht dann festgestellt hat, das die bestehende rechtliche Grundlage nicht ausreicht, schafft das Parlament jetzt eine neue rechtliche Grundlage. In der Praxis werden also die Hürden für eine Überwachung erhöht.
      10 29 Melden
    • ands 14.12.2017 21:28
      Highlight Falsch. Die Praxis war vorher bereits legal und durch diverse Bundesgerichtsurteile gestützt. Wenn das Bundesgericht seine Rechtssprechung ändert, gilt dies nicht rückwirkend.
      8 1 Melden
    • Baccara 15.12.2017 12:59
      Highlight Deine Argumente sind aber hauchdünn, Sophia. Da gibts einige Fälle, die bekannt sind: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/31143577

      Und ja, man kann bei einigen IV-Bezügern mit sehr einfachen Mitteln nachweisen, dass sie wohl nicht ganz so krank bzw. geschädigt sind, wie sie beim Arzt angeben. Ich habe selber mit einem Fall zusammengearbeitet - im Geschäft keine Lasten heben können aufgrund stetiger Schmerzen in den Gelenken, zu Hause heiter flockig das eigene Haus umgebaut. Inkl. Gartenplattenlegen.
      (und nein, ich weiss das nicht vom Hörsen sagen)
      0 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Elpolloloco 14.12.2017 16:52
    Highlight Der Argumentation der Verfasserin nach würde sich die Observation mit Bildmitteln aber auf die Sozial- und nicht die Privatsphäre beziehen - es darf ja nicht in Gebäuden überwacht werden. Oder habe ich das falsch verstanden?
    7 29 Melden
    • Asmodeus 14.12.2017 17:07
      Highlight Ich darf Dir durch Dein Fenster spannern wenn ich glaube dass Du IV-Betrüger wärst.
      53 7 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 17:14
      Highlight Der Garten ist auch privat.
      8 6 Melden
    • Elpolloloco 14.12.2017 17:28
      Highlight ja gut, das darfst aber halt nur du ;)

      Scherz beiseite. Eben nicht. Im öffentlich einsehbaren Garten ja, im Haus klar nein (bzw. wenn gemacht dann gerichtlich nicht verwertbar bzw. strafbar).
      4 11 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 14.12.2017 16:51
    Highlight Man sollte sich mal darüber im klaren sein, dass die Missbrauchsquote im Sozialbereich, wegen der jetzt schon extremen Überwachung der Bedürftigen, irgendwo im Promillebereich liegen!

    Anders gesagt; Mehr als 99% der Leistungen werden zu recht bezogen, aber die SVP hat es leider mit unzähligen Kampagnen geschafft, dass die Bevölkerung glaubt, dass die Mehrheit der Bezieher solcher Leistungen Betrüger sind.

    Die SVP will einfach den Neid derer schüren, die selber kaum etwas zum Leben haben, damit die in ihrer Wut nicht merken, was für ein Raubzug der SVP gegen die ehrlichen Bürger im Gange ist!
    211 57 Melden
    • Elpolloloco 14.12.2017 16:59
      Highlight ist dieser Promillebereich auch irgendwo festgestellt oder einfach eine Vermutung?
      40 34 Melden
    • Unangemeldeter Nutzer 14.12.2017 17:16
      Highlight Ganz im Gegensatz zur Steuerhinterziehung: Da geht es nicht um Promille, sondern um Milliarden.
      28 8 Melden
    • Theor 14.12.2017 17:40
      Highlight Die Frage ist schon berechtigt. Die Aussage von Lowend wirkt nämlich sehr absolutistisch. Worauf stützten Sie sich, bei dieser Promilleangabe?
      13 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • EvilBetty 14.12.2017 16:43
    Highlight Eine kleine Nebensächlickeit, ganz unbedeutend: Wie kommt der GPS Sender zum/an den IV-Bezüger? Einbruch?
    51 4 Melden
    • Sageits 14.12.2017 17:01
      Highlight Nein. Es ist eindeutig Bond. James Bond. alias Daniel Craig.
      34 4 Melden
    • Asmodeus 14.12.2017 17:07
      Highlight Einbruch, Befestigung am Fahrzeug und andere unlautere Methoden. Yep.
      45 10 Melden
    • ksayu45 14.12.2017 19:00
      Highlight Mobiltelefon?
      6 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Siebenstein 14.12.2017 16:27
    Highlight Da darf man gespannt sein was dabei herauskommt. Bislang schert man sich bei uns ja kaum um Menschenrechte, Wutbürgertum und vermeintliche Rechtschaffenheit regiert... ich nenne es Selbstgerechtigkeit!
    59 13 Melden
  • piedone lo sbirro 14.12.2017 16:27
    Highlight dürfen steuerhinterzieher und offshore-haie auch mit einem GPS-peilsender observiert werden?
    291 42 Melden
    • EvilBetty 14.12.2017 16:40
      Highlight Nein, natürlich nicht, das sind wertvolle Mitglieder der Gesellschaft!
      72 8 Melden
    • Asmodeus 14.12.2017 16:42
      Highlight Die muss man ned peilsendern. Die sitzen ja im Parlament
      72 7 Melden
    • Cubbie 14.12.2017 16:49
      Highlight Wer blitzt hier?
      Nichts dagegen, wenn Milliarden am Fiskus vorbeigeschoben werden? Legal?
      64 14 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • piedone lo sbirro 14.12.2017 16:23
    Highlight die rechte will uns den hass auf arme schmackhaft machen.

    hass gegen die armen ist eine strategie, die eigene angst vor dem sozialen abstieg zu verdrängen.

    https://tageswoche.ch/form/kommentar/svp-will-hass-auf-arme-schmackhaft-machen/

    211 76 Melden
    • walsi 14.12.2017 16:51
      Highlight Nur weil einer IV bezieht ist er nicht automatisch auch arm. Wenn er rechtzeitig vorgesorgt hat und in seiner 3. Säule eine IV-Rente eingeschlossen hat kann er durchaus auf ein normales Einkommen kommen mit dem sich vernünftig leben lässt. Ich z.B. bekomme aus meiner 3. Säule im invaliditätsfall CHF 1'000.--/Mt. zur IV und 2. Säule ausbezahlt.
      13 51 Melden
    • Asmodeus 14.12.2017 17:06
      Highlight @walsi
      Doch. Wer IV bezieht ist arm oder wird es sehr bald sein.

      Wenn Du nun Invalid würdest, bekämst Du allerbestenfalls 2350 CHF im Monat. Mit 3ter Säule also insgesamt 3350 CHF im Monat.

      Viel Spass damit über die Runden zu kommen.


      58 13 Melden
    • Gummibär 14.12.2017 17:14
      Highlight Hass auf Arme, woher denn. Eher Belustigung darüber, dass mein Nachbar 20 Jahre lang wegen eines Unfall-Traumas (der schwere Unfall geschah tatsächlich) IV bezog, an seinem Haus werkelte, Rad-Touren bis nach Marokko unternahm, aktives Mitglied des Tennisclubs war, jeden Winter ergiebig skifahren ging und schliesslich auf einer Wanderung im benachbarten Ausland einen Herzinfarkt erlitt.
      23 52 Melden
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