Schweiz

Der Service public trägt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Gerade deshalb soll man ihn hart kritisieren. Bild: SRF/Oscar Alessio

Warum ein Werbeverbot für die SRG diskutiert werden sollte

Fünf Stunden stritten die Nationalräte über die «No Billag»-Initiative. Statt der heiligen Kuh SRG zu huldigen, sollten die Initiativgegner besser darüber nachdenken, wie sie sie wieder fit trimmen können.

14.09.17, 18:04 07.11.17, 14:16

Man sah es den Parlamentariern nach, dass sie zum Ende der fünfstündigen No-Billag-Debatte etwas geschafft wirkten. Hatten sie doch gerade eine Schlacht über Untergang oder Weiterbestehen der Schweiz ausgetragen. Oder zumindest alles daran gesetzt, diesen Eindruck zu erwecken.

Die zahllosen Redner, die während der Debatte ans Mikrofon traten, bemühten den Begriff des «nationalen Zusammenhalts» – respektive der «Cohésion du pays» – laut Wortprotokoll fast 30 Mal. Die Botschaft war klar: Der Klebstoff, der die Landesteile und Bevölkerungsschichten zusammenhält, heisst SRG.

Das mag einen wahren Kern haben. Als Argument, um die «No Billag»-Initiative oder den Gegenvorschlag der SVP zu bodigen, taugen die romantischen Phrasen aber nicht. Denn allzu oft werden sie dazu benutzt, kritische Fragen wegzuwedeln und Kritiker mundtot zu machen. «Du sagst etwas gegen die SRG? – Dann sägst du am Fundament unserer Gesellschaft!»

Dabei gibt es durchaus Punkte, die es zu diskutieren gilt:

Keiner dieser Punkte ist so gravierend, dass er ein Lichterlöschen bei der SRG oder eine Halbierung der Gebühren rechtfertigen würde. Genauso falsch wäre es jedoch, darauf zu hoffen, dass das Volk «No Billag» verwirft – und danach wieder zur Tagesordnung überzugehen. Stattdessen muss schonungslos über Alternativen diskutiert werden.

Einen möglichen Ansatz präsentieren die Grünen, indem sie eine werbefreie SRG propagieren. Die Idee ist auf mehreren Ebenen bestechend: Die Zuschauer müssten sich nicht mehr über Unterbrecherwerbungen ärgern. Auch eine gewisse Verlagerung von Inhalten ins Internet, wo sich die jüngeren Nutzer tummeln, wäre unter diesen Vorzeichen weniger kritisch zu sehen.

Und schliesslich stünden die Programmverantwortlichen der SRG nicht mehr unter dem ständigen Verdacht, Sendungen allein mit dem Ziel zu produzieren, Quote zu bolzen. Man nähme es ihnen ab, dass ein Format wie «Glanz & Gloria» dazu dient, das Showbiz aus Schweizer Sicht zu beleuchten – und nicht dazu, die Werbeplätze rundherum an zahlungskräftige Kosmetikhersteller zu verkaufen.

quelle:srg

Dem Schweizer Radio und Fernsehen bräche mit dem Werbeverbot ein Viertel seiner Einnahmen weg. Ob die Ausfälle vollumfänglich durch andere Finanzierungsquellen kompensiert werden müssten, wie das die Grünen vorsehen, ist fraglich. Angesichts des starken Gebührenwachstums der letzten Jahre soll und darf auch über eine moderate Kürzung der Mittel diskutiert werden.

Die SRG braucht nicht immer mehr und mehr Mittel. Sie braucht gerade genug, um in allen Sprachregionen eine qualitativ hochstehende Berichterstattung garantieren zu können. Was eine solche umfassen muss, kann die Politik im Leistungsauftrag für die SRG definieren, der per 2019 erneuert wird. Medienministerin Doris Leuthard (CVP) hat bereits versprochen, mit der neuen Konzession eine bessere Erreichbarkeit der Jungen und eine Schärfung des Profils anzupeilen. Auch eine Plafonierung des SRG-Gebührenanteils auf 1,2 Milliarden Franken jährlich stellte sie in Aussicht. Wenn es den Parlamentariern mit ihren «Cohésion»-Schwüren ernst ist, sollten sie sie beim Wort nehmen.

Billag-Debatte wird fortgesetzt

Nach der Hälfte der Rednerliste hat Nationalratspräsident Jürg Stahl die Sitzung für beendet erklärt. Fünf Stunden lang hatten die Nationalräte am Donnerstagmorgen über die No-Billag-Initiative gestritten, die eine Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren fordert. Insgesamt 69 Redner wollten sich zum Thema äussern. 

Neben der Initiative steht ein direkter Gegenvorschlag zur Diskussion: Die SVP schlägt vor, die Gebühren auf 200 Franken pro Jahr zu begrenzen. Die Unternehmen sollen ganz von der Gebührenpflicht befreit werden. Die Beratungen werden am Montag der letzten Sessionswoche fortgesetzt. Dabei dürfte es wieder länger gehen. Es ist eine sogenannte Open-End-Sitzung anberaumt. (jbu)

Und jetzt: Ein paar SRF-Perlen

4m 7s

20170228_SRF_Perlen

Video: watson

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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45
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    Alle Leser-Kommentare
  • Surf & Turf 15.09.2017 22:28
    Highlight Hi, Watson's

    Nur eine Verständnisfrage: Ist dies ein Artikel oder ein Kommentar von Jacqueline?

    Greetz,
    S&T
    0 0 Melden
    • Ralph Steiner 15.09.2017 22:33
      Highlight Es handelt sich um einen Kommentar. Auf der Front ist dies so deklariert.
      1 0 Melden
    • Surf & Turf 15.09.2017 23:06
      Highlight Danke, Ralph. Ich kam über Google. Deswegen die Verwirrung.
      0 0 Melden
  • DailyGuy 15.09.2017 08:37
    Highlight Die Tagesschau ist ja auf dem Internet? Ich verstehe also nicht ganz was geändert werden müsste. Ausserdem kann alles von SRF live gestreamt werden über die Webseite. Das SRF kann ja schlecht die Tagesschau vor der Liveausstrahlung hochschalten. Und kaum jemand bei 50% Marktanteil ist ja ein nicht wirklich überzeugendes Argument.

    Ja, das ganze Konzept müsste ev. überarbeitet werden um die jüngeren Gruppen vielleicht wieder abzuholen. Jedoch wollen die älteren Generationen ihr Heimatfernsehen. Alle wollen alles und verlangen alles, aber es soll ja nichts kosten.
    8 5 Melden
  • Schneider Alex 15.09.2017 08:17
    Highlight SRG ohne Werbung

    SRG ohne Werbung. Dann braucht es keine staatliche Medienförderung mehr, und die SRG könnte sich auf ihren Kernauftrag konzentrieren.
    5 0 Melden
  • Schneider Alex 15.09.2017 08:16
    Highlight
    No-Billag Initiative: NEIN, aber Programmauftrag der SRG öffentlich breit diskutieren!

    Die Gesetzgebung über Radio und Fernsehen ist Sache des Bundes (Art. 93 Abs. 1 BV). Die ständigen Gebührenerhöhungen hätten die Bundespolitiker schon längst aufrütteln müssen, den Programmauftrag der SRG zu hinterfragen.
    11 1 Melden
  • Silent Speaker サイレントスピーカー 15.09.2017 05:51
    Highlight Ich bin für ein generelles Werbeverbot. Werbung nervt ausschliesslich.
    3 2 Melden
    • Wouf usem grab™ 15.09.2017 13:21
      Highlight Dann könntest du aber hier auch nicht kommentieren :>
      1 0 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 15.09.2017 20:18
      Highlight Das wäre dann vielleicht auch nicht mehr nötig.
      0 0 Melden
  • G. Schmidt 15.09.2017 03:13
    Highlight Wie soll das Fernsehprogram zum Nationalen Zusammenhalt beitragen, wenn es niemand schaut?

    Der Fernseher war vor 50 Jahren das einzige Medium. Inzwischen verschiebt sich der Konsum ins Internet. Und die Legitimation fällt folglich weg.

    Ein grosser Staatsapparat hat natürlich genug Macht im Parlament. Aber das Ende naht.
    5 6 Melden
  • trömp 15.09.2017 00:15
    Highlight kohäsion ist wichtig und dafür bin ich auch bereit zu zahlen. aber was die mit unserem geld anstellen ist meilenweit entfernt von dem was möglich ist. ergo - privatisierung nein, neuausrichtung JA!
    5 2 Melden
  • mikemike 15.09.2017 00:01
    Highlight Ich persönlich muss sagen: ich finde die Diskussion gut. Wichtig finde ich, dass es vor allem auch eine inhaltliche Diskussion ist! Braucht es pro Sprachregion 3 Sender? Nein. Braucht es Alternativ-Sender wie Virus? Unbedingt!

    Was die Journalistin hier nicht versteht: Ein Grossteil konsumiert nach wie vor lineares TV und Radio. Und v.a. beim Radio macht SRF einen tollen Job und versucht, im Gegensatz zum Einheitsbrei der Privaten, ab und an auch mutig und anders zu sein.

    Die Diskussion geht hoffentlich bald weg von der Geldbörse, und hin zum Inhalt. Zum Service Public!
    4 4 Melden
  • Steffou 14.09.2017 22:34
    Highlight Das macht keinen Sinn. Keine Werbung heisst weniger Mittel für die SRG, heisst weniger Leistungen und weniger Qualität. Das kann nicht im Interesse des Publikums sein.
    27 35 Melden
  • Gelöschter Benutzer 14.09.2017 21:28
    Highlight Ich schätze das werbefreie SRG-Radio sehr; dafür zahle ich auch gern.

    Beim Fernsehen fühle ich mich aber vera*scht wenn ich zahlen muss und dann noch zusätzlic Werbung ertragen muss.
    (Abgesehen davon wäre ich sowieso für ein PayTV-Modell, aber auch das müsste werbefrei sein)
    48 16 Melden
    • Sportfan 14.09.2017 22:01
      Highlight Aber PayTV ist überhaupt nicht werbefrei, das Kino auch nicht, die Zeitung noch viel weniger, die Illu am Kiosk ebenfalls nicht, der Fussball Match im Stadion vollgepappt. Sogar auf dem Skilift, im Zug und auch auf dem Klo überall Werbung. Also lasst dem SRF seine Werbung. Sie macht alles etwas günstiger und die SRG "muss" auch ein bisschen marktwirtschaftlich denken. Ist doch alles rund so.
      37 17 Melden
    • marmuel 14.09.2017 23:16
      Highlight @sportfan Naja nicht wirklich. Nirgends bei den genannten Beispielen wird der Inhalt unterbrochen und Werbung derart stark aufgezwungen. Grundsätzlich finde ich das PayTV marktwirtschaftlicher wäre : Im Sinne von "je besser der Inhalt desto mehr Einnahmen".
      4 1 Melden
    • G. Schmidt 15.09.2017 03:05
      Highlight Hmm kann mich nicht erinnern wann ich das letzte mal bei Netflix Werbung gesehen habe 🤔
      5 0 Melden
    • Amboss 15.09.2017 05:52
      Highlight @rich: verstehe dich. Man zahlt Gebühren und erhält dafür ein Fernsehen, welches fast so viel Werbung wie RTL sendet...

      Ein Ärgernis
      4 2 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 14.09.2017 20:14
    Highlight Wenn es eine Staatsausgaben ist, dass es ein staatliches Medienangebot gibt (ich stimme dem zu), sollte das über die Steuern finanziert werden.
    31 6 Melden
    • mrcharliebrown 14.09.2017 21:45
      Highlight Die SRG-Abgabe ist eigentlich eine "versteckte" Steuer, da sie im Moment alle Personen bedingungslos bezahlen müssen. Es ist somit eigentlich unhaltbar, dass einkommensunabhängig alle denselben Betrag bezahlen müssen.
      33 9 Melden
  • Platon 14.09.2017 20:10
    Highlight Die Initiative ist gar nicht einmal so schlecht. Es wird endlich einmal darüber diskutiert, welchen Service Public wir wollen. Im Ansatz ist sie total schädlich und radikal, genau wie der SVP-Gegenvorschlag. Denn sie spricht nur den finanziellen und eben nicht den inhaltlichen Aspekt an. Ich werde ganz bestimmt NEIN stimmen, auch wenn ich nicht alles toll finde an der SRG. Deshalb begrüsse die Diskussion, die durch die Initiative angestossen wird.
    33 20 Melden
  • Hempoli 14.09.2017 20:04
    Highlight Das Rezept ist ganz eifach: Aufhören mit den höchsten Gebühren Europas den grössten Mist zu senden. Und aufhören mit den horrend teuren Eigenproduktionen. Jeder deutsche 0815 Sender hat ein besseres TV Programm (Ausser RTL und Pro 7: Die Meister der Müllsendungen).
    18 49 Melden
    • esmereldat 14.09.2017 22:11
      Highlight Nun ja, "der grösste Mist" gefällt unter Umständen ganz vielen Leuten, die das gern schauen...
      22 11 Melden
    • trömp 15.09.2017 00:21
      Highlight "gern schauen" und "inhaltlich wertvoll" sind zweierlei dinge. um schrott zu schauen schalte ich netflix ein. um mich geistig berieseln zu lassen schalte ich zdf ein. das schweizer fernsehangebot sollte sich an den kollegen ein beispiel nehmen. ich will sozialkritisches tv mit niveau!
      4 0 Melden
  • chrimark 14.09.2017 19:53
    Highlight Es muss unbedingt die Frage der Effizienz gestellt werden. Ist es nötig 3 Radiosender pro Sprachregion + Virus zu betreiben? Oder reicht 1 pro Sprache dafür ein brauchbares Olineangebot in allen Landessprachen und einer Plattform für Internetradios anstelle eigener Spartenradios.
    Warum erhalten auch private Medien mit pseudo Service Public Geld aus dem Gebührentopf?
    Und ja, es besteht in der Wirtschaft das Bedürfnis auf einem nationalen Öffentlichen Sender Werbung zu schalten, das sollte nicht abgeschafft werden.
    24 10 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.09.2017 21:31
      Highlight Die Radiosender sind aber größtenteils ihr Geld wert und zudem werbefrei - nur schon Echo der Zeit als weit und breit beste Informationssendung lohnt die Radiogebühr.
      47 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.09.2017 21:43
      Highlight Prazisierung: Ich meinte die SRG-Radiosender.
      Die privaten Radios mit den nahezu deckungsgleichen Musikprogrammen sind ein Ärgernis. Warum gibt es in der Schweiz keine privaten Spartenradios?
      14 4 Melden
    • Makatitom 14.09.2017 22:45
      Highlight Einverstanden. Dann könnte es aber auch wie bei den deutschen Öffentlichen gehandhabt werden. Keine Werbung mehr nach zwanzig Uhr
      12 3 Melden
  • #10 14.09.2017 19:47
    Highlight (2/2) Und dann noch was zur Demokratie: natürlich gibt es wirtschaftliche UND politische Interessen, dass die Auseinandersetzungen zu politischen Thema nicht mehr im Service public bei SRF geführt werden. Weil da halt ganz offensichtlich zu viele Positionen dargestellt werden. Die privaten Medienhäuser haben da weniger Verpflichtungen, ausser jener gegenüber ihren Aktionären. Die Schwierigkeit wird sein, dem Publikum darzulegen, was passiert, wenn politische Debatten ausschließlich von Privaten geführt würde. Aber, möglicherweise ist ein Teil der Zeitgenossen nicht mal mehr daran interessiert.
    12 3 Melden
  • #10 14.09.2017 19:38
    Highlight (1/2) Was die Anhänger einer Reduktion der SRG-Einnahmequellen nicht sehen (oder nicht sehen wollen), egal ob es sich um Gebühren- oder Werbeerträge handelt: es gibt keine SRG light. - SRF funktioniert nur als Vollprogramm (gleiches gilt für RTS und RSI). Müsste sich SRF beschränken auf eine "Kernaufgabe" wie die Info und Kultur, brächen massive Zuschaueranteile weg. Damit wären die Werbeeinnahmen überproportional futsch und die "nationale Kohäsion" ginge den Rhein resp. die Rhone, den Ticino runter. Die anderen Landesteile würden gar nicht mehr stattfinden im Programm.
    17 12 Melden
  • Bruno Wüthrich 14.09.2017 18:57
    Highlight Da hat Frau Büchi etwas gar viel Eigenes hinein interpretiert. Für eine Journalistin scheint es mir wichtig zu sein, nicht nur in ihrem Bekanntenkreis und nicht nur in ihrer Altersgruppe nachzuforschen. Und weshalb so viele beim RTVG Nein gestimmt hat, lässt sich ebenfalls nicht so pauschal sagen. Es gab und gibt viele Gründe, ein Gegner des Gesetzes zu sein. Und immerhin. Es gab ja auch noch eine kleine Mehrheit. Und diese war zahlenmässig grösser als die grosse Minderheit. Dies wollen wir nicht vergessen.

    Recht hat Frau Büchi allerdings damit, dass man darüber diskutieren kann und soll.
    40 7 Melden
  • Madison Pierce 14.09.2017 18:54
    Highlight Ich bin mit der SRG eigentlich ganz zufrieden. Die Tagesschau, die Nachrichten im Radio, das Regionaljournal und die längeren Sendungen auf SRF4 liefern mir gut aufbereitete Informationen.

    Aber ich sehe Formel 1-Rennen, Sportübertragungen und Quizsendungen nicht als wichtig für den nationalen Zusammenhalt. Deshalb wäre eine Kürzung der Gebühren ein guter Kompromiss.
    34 40 Melden
  • Hptm Arnold Schick 14.09.2017 18:39
    Highlight Daran krankt unser Land:
    "Das heisst: Fast die Hälfte des Stimmvolks wollte nicht, dass alle Haushalte und grösseren Unternehmen für den Service public bezahlen müssen."
    Nein, heisst es nicht. Es heisst nur, dass die Hälfte der an die Urne gegangenen Stimmberechtigten damals gegen das RTVG war. Diese leidigen Interpretationen von Abstimmungergebnisse ist eine Respektlosigkeit gegenüber dem Souverän. Es gibt wohl soviele Begründungen zum Abstimmungsverhalten wie gültige Stimmen.
    70 13 Melden
    • Richu 14.09.2017 19:09
      Highlight @Hptm Arnold Schick: Ich habe bei der von Ihnen erwähnten Abstimmung auch NEIN gestimmt, akzeptiere aber das Ergebnis mit 50,08% JA Stimmen, wenn auch nur ca. die Hälfte der Stimmberechtigten an der Abstimmung teilgenommen haben und das Resultat ein Zufalls-Mehr (die Differenz betrug total nur ca. 3'700 Stimmen) war. In einer Demokratie muss man auch sehr knappe Entscheide akzeptieren können.
      Nun habe ich aber die Möglichkeit, bei der No-Billag-Initiative JA zu stimmen, wenn das Parlament nicht bereit ist, dem Stimmvolk einen Gegenvorschlag zu dieser Initiative zu unterbreiten.
      35 11 Melden
  • Richu 14.09.2017 18:34
    Highlight Richtig ist u.a. auch folgende Aussage von der watson-Journalistin in diesem Bericht: "Als Argument, um die No-Billag-Initiative oder den Gegenvorschlag der SVP zu bodigen, taugen die romantischen Phrasen aber nicht!".
    Das Ergebnis einer LIVE - Umfrage von "20Minuten" muss sehr enttäuschend sein für die SRG-Gebührenbefürworter.
    Die Frage war, wie würden Sie abstimmen betr. SRG-Gebühren?
    Das Ergebnis lt. wie folgt:
    - 22% NEIN zur Initiative und zum Gegenvorschlag,
    - 7% NEIN zur Initiative und JA zu Gegenvorschlag,
    - 71% JA zur Initiative und zum Gegenvorschlag.
    30 21 Melden
    • gupa 14.09.2017 19:00
      Highlight 20 Minuten ist ja so repräsentativ
      43 15 Melden
    • Rendel 14.09.2017 19:15
      Highlight Ist absolut nicht repräsentativ. Könnten auch Bots sein von Milliardären ;-) , die gern die Medienhoheit in der Schweiz übernehmen möchten.
      36 16 Melden
    • wasabitom 14.09.2017 19:24
      Highlight 20min lol
      14 7 Melden
    • Urs457 14.09.2017 21:15
      Highlight Schlimmstenfalls bekommen die Dummen das Fernsehen, das sie verdienen - Helvetia quo vadis?
      13 6 Melden
  • Sportfan 14.09.2017 18:31
    Highlight Werbung im normalen Ausmass gehört dazu, genau wie im Kino, in der Oper, in der Zeitung, in der SBB, im öffentlichen Leben. Deshalb in einem "guten Mass" auch bei der SRG. Denn dies entlastet unsere Gebühr um einen Viertel. Also alles gut. Klar ARD/ZDF kommen auch ohne aus, aber in Deutschland bezahlt man 250 .-- Franken pro Jahr Gebühr. Auf die Schweizer Preise übertragen ist das etwa gleich viel und die Deutschen senden nur in einer Sprache und haben etwa das Zehnfache an Gebührenzahler. Also alles gut bei uns!
    37 42 Melden
  • Rendel 14.09.2017 18:30
    Highlight "Kaum mehr jemand schaut um halb acht Nachrichten."

    Wenn sie eine ganze Bevölkerungsgruppe, die Älteren ausblenden, dann stimmt das, sonst nicht.
    Übers Internet schauen andere Altersgruppen und SRG bedient derzeit noch beide Gruppen. Eine Gruppe wird nach und nach aussterben, aber noch ist es nicht so weit.

    44 8 Melden
    • esmereldat 14.09.2017 22:23
      Highlight Die Hauptausgabe der Tagesschau schauen im Durchschnitt täglich über 600'000 Leute. Die Sendung hat einen Marktanteil von fast 50%. Ich glaube kaum, dass all die Leute zeitversetzt übers Internet schauen....
      Die Tagesschau nur noch online bereitzustellen, würde "die Alten" sicher deutlich benachteilen. Also wird der Sendung halt ein bestimmter Sendeplatz zugewiesen, das ist schon richtig so. Alle, die nicht um halb 8 schauen wollen, haben bereits heute andere Möglichkeiten, die Tagesschau zu einem anderen Zeitpunkt zu schauen.
      8 1 Melden
  • DerTaran 14.09.2017 18:14
    Highlight Warum gibt es eigentlich keinen multilingualen Sender wie Arte in der / für die Schweiz? Das wäre was für den Zusammenhalt, nicht so wie das aktuelle nebeneinander her senden der klassischen Sender.
    56 7 Melden
    • MrBlack 14.09.2017 19:03
      Highlight "26 minutes", eine Comedy-/Unterhaltungssendung vom RTS, wird seit Neustem auf SRF 2 gezeigt. Weitere Bemühungen in diese Richtung würde ich begrüßen. Also RTS-Sendungen auf SRF 2, SRF-Sendungen auf RTS 2.
      26 4 Melden
    • Hierundjetzt 14.09.2017 20:04
      Highlight RSR (Rumantsch) sendet auf SRF 1, daher doch wir haben einen bilingualen Sender (ok nicht zu 100%...)

      Multilguale Sender gibts wohl nur in Afrika z. B. in Nigeria mit seinen 10+ Amtssprachen.
      10 3 Melden

«No-Billag-Propaganda» – Forscher schäumt wegen Bericht über «linke» SRG-Journalisten

Medienprofessor Vinzenz Wyss erhebt happige Vorwürfe gegen die Redaktion der «SonntagsZeitung»: Diese habe seine Studie benutzt, um politisch Stimmung zu machen. Die Verantwortlichen dementieren. 

Die Meldung verbreitete sich in Windeseile: Die SRG-Journalisten hätten einen Linksdrall, vermeldeten gestern die Newsportale im ganzen Land – auch watson. Anlass war ein entsprechender Artikel der SonntagsZeitung, der sich auf eine Untersuchung der ZHAW stützte. Nun meldet sich Studienautor Vinzenz Wyss zu Wort und erhebt schwere Vorwürfe gegen die verantwortlichen Redaktoren.

Herr Wyss, «fast drei Viertel aller SRG-Journalisten» seien links, schrieb die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf …

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