Schweiz
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Oskar Freysinger Conseiller d'Etat valaisan candidat de la formation

Oskar Freysinger als Walliser Staatsrat abgewählt, jetzt will er in den Ruhestand treten. Bild: KEYSTONE

Oskar Freysinger in Rente geschickt – das Wallis ist eben nicht die USA

antonio fumagalli / aargauer zeitung



Oskar Freysinger abgewählt, übertrumpft von einem politisch unerfahrenen Migros-Kadermann. Wer noch vor einem Monat auf dieses Resultat gewettet hätte, wäre nun um eine schöne Stange Geld reicher. Denn damit rechnete kaum jemand.

Gleichzeitig zeigt das Glanzresultat von CVP-Mann Christophe Darbellay, der ein uneheliches Kind hat, dass die Zeiten von moralisierender Politik glücklicherweise auch im katholischen Wallis vorbei sind – und dass Freysingers Kampagne, die auf ebendiese Werte der heilen Familie setzte, ins Leere zielte. Die «konservative Revolution» blieb bei der Ankündigung.

Die von Freysinger gegeisselte Elite identifizierte sich nie mit seinem unorthodoxen Politverständnis, nicht damals in Bern, nicht seither im Wallis. Er hingegen konnte sich stets darauf berufen, die Bevölkerung hinter sich zu haben. Lange ging das gut und die SVP-Parteileitung verzieh ihm angesichts seiner Popularität noch so manche Ausfälligkeit.

Umso schmerzhafter ist für den SVP-Zampano nun, dass das Wahlvolk an seiner Stelle gar einen Nobody bevorzugte. «Egal, wer, Hauptsache nicht Freysinger», lautete die Devise.

Le PLR Frederic Favre reagit apres les resultats des elections au Conseil d'Etat valaisan ce dimanche 19 mars 2017 a Sion. (KEYSTONE/Olivier Maire)

Bisher vor kurzem kannte man ihn kaum im Wallis: FDP-Mann Frédéric Favre erbt den Regierungssitz von Oskar Freysinger. Bild: KEYSTONE

Zum Verhängnis wurde ihm letztlich eine Mischung aus zweifelhafter Amtsführung, hemmungsfreiem Umgang mit Extremisten aller Couleur und ein Wahlkampf, der an das Strickmuster von US-Präsident Donald Trump erinnerte.

Freysinger fühlte sich gar geschmeichelt, mit dem starken Mann vom Weissen Haus verglichen zu werden. Doch das Wallis ist nicht die USA – und auch die Restschweiz dürfte mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, dass hierzulande die Bäume von aufwieglerischen Populisten zumindest bei Exekutivwahlen weiterhin nicht in den Himmel wachsen.

Mehr Informationen zu den Wahlen im Wallis findest du hier:

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spiessvogel 20.03.2017 19:25
    Highlight Highlight Wir registrieren konsterniert, dass Oskis Charakter dem Herrn Freysinger so einen bedauernswerten Abgang eingebrockt hat. Sicher wird er als Scheinasylant bei den Reichsbürgern Unterschlupf finden. Vielleicht geben ihm Madame Le Pen oder Frau Petri als Übersetzer eine Anstellung. Da findet er sicher den richtigen Ton. Wenn alle Stricke reissen, gelingt ihm sicher die Flucht als Wirtschaftsflüchtling in die Üsserschwizz. Die Weltwoche oder die Basler Zeitung halten ihm sicher ein Plätzchen frei für ein Gedichtchen mit Bikini-Reim.
  • piedone lo sbirro 20.03.2017 13:19
    Highlight Highlight schon sehr peinlich wenn man als angeblicher rechtsintellektueller vordenker und lichtgestalt der europäischen rechten gegen einen 37jährigen nobody von der migrosgenossenschaft wallis verliert.
  • piedone lo sbirro 20.03.2017 13:18
    Highlight Highlight als tiger gestartet, als bettvorleger gelandet! erinnert angenehm an die blocher-pleite als BR.

    blocher, freysinger und mörgeli deckten andere leute mit hohn und spott ein, als sie noch im saft waren. da müsste man ein heiliger sein, um ihnen in der stunde der niederlage nicht selber mit hohn zu begegnen.

    freysinger ist SVP-schweiz-vize, und die SVP hat ein problem: mit ihrem verständnis von "bürgerlich" ist die SVP in einem sehr bürgerlich orientierten kanton aufgelaufen. das bürgerliche umfasst u.a. auch anstand, respekt, mässigung und achtung vor den demokratischen institutionen.
  • Samuel6 20.03.2017 09:53
    Highlight Highlight Bravo, so muss es sein, keinen Rechtspopulismus! Freysinger ist schon lange nicht mehr tragbar für die Politische Landschaft!
  • Amboss 20.03.2017 07:59
    Highlight Highlight Ist bestimmt kein Unglück, diese Abwahl.

    Eine Anmerkung aber:
    "...und auch die Restschweiz dürfte mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, dass hierzulande die Bäume von aufwieglerischen Populisten zumindest bei Exekutivwahlen weiterhin nicht in den Himmel wachsen."
    Nicht nur in Exekutivwahlen. Auch in der Legislative gilt: Bei 30% ist Schluss. Ob für Links-Grün oder die SVP.
    Mehr hat noch keiner geschafft und dies finde ich bemerkenswert und beruhigend. Populisten können bei uns zwar Krach machen und nerven. Aber das wars auch schon
  • x4253 20.03.2017 07:53
    Highlight Highlight Dann hat er jetzt genug Zeit sich über Flaggen zu Informieren bevor er welche kauft und aufhängt.
  • atomschlaf 20.03.2017 07:41
    Highlight Highlight Ob das Wallis nicht die USA ist, werden wir erst in 4 Jahren wissen.
    Oder weiss Herr Fumagalli schon, ob Trump wiedergewählt wird? 😉
  • pun 20.03.2017 07:39
    Highlight Highlight Ich finde der Artikel vergisst, dass Freysinger vor vier Jahren im ersten wie zweiten Wahlgang in einem Erdrutsch am meisten Stimmen holte. Wenn Trump sein Amt so schlecht führt wie Freysinger, wonach es aussieht, wird das mit der Wiederwahl auch extrem schwierig. Finde also die These "USA ungleich Wallis" geographisch richtig, inhaltlich könnte Freysingers Abwahl gar Omen für Trump sein, dass niemand eine schlechte Regierung will. Schon eine polternde, laute, aber keine unfähige.
    • B-Arche 20.03.2017 13:36
      Highlight Highlight Ich denke das ist das was bei diesen Rechtspopulisten und Nationalistenstammtischler immer herauskommt:
      Sie haben einmal Erfolg weil Menschen das als Protest ansehen und kaum kommen sie dann in die Verantwortung passiert nichts oder sie produzieren peinliches.
      Siehe AfD in Deutschen Landesparlamenten. Keine Problemlösungen sondern nur Gepolter und dauerhafter Wahlkampfmodus auf Twitter.
      Bei der nächsten Wahl verschwinden sie wieder oder bleiben auf ihrem Stammwählerniveau - ohne Verantwortung.
  • pamayer 20.03.2017 06:37
    Highlight Highlight Gut so.

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