Schweiz
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Migusto und Fooby, Kochplattformen von Migros und Coop

«Migusto» vs. «Fooby» – Migros und Coop lancieren das Battle der Kochportale

Wo sich die beiden Grossen künftig messen – und warum der Supermarkt der Zukunft Mundart spricht.

FABIAN HOCK / Aargauer Zeitung



Das ewige Duell zwischen Coop und Migros geht in die nächste Runde. Diesmal wird gekocht. Innert weniger Tage präsentierten beide grossen Schweizer Detailhändler ihre eigene Kochplattform.

Die Migros machte mit Migusto letzte Woche den Anfang, gestern zog Coop mit Fooby nach. Es wirkt, als hätten sie sich abgesprochen: Auf den Websites finden sich Einsteigertipps, Rezepte und Hintergrundgeschichten rund ums Essen.

Trendig statt regional

Alles hip und durchgestylt, bei Migusto hat die Essiggurke ein Gesicht, auf Fooby heisst Essen Food. Coop duzt konsequent (die Migros ist höflicher) und Erklärvideos heissen nicht Erklärvideos, sondern «How-To-Videos». Dass sich das ein wenig mit dem omnipräsenten Mantra des Regionalen beisst – geschenkt.

Denn sowohl die Migros als auch Coop schaffen es mit ihren Portalen, Lust aufs Kochen zu machen. Fooby, erklärte Philipp Wyss aus der Coop-Geschäftsleitung gestern anlässlich der Präsentation des Jahresergebnisses in Muttenz BL, erscheine auch in gedruckter Form: Ein Magazin mit einer Auflage von vier Millionen Exemplaren. Damit wäre es das grösste publizierte Magazin der Schweiz.

Das Besondere online ist indes, dass sowohl Coop als auch Migros den hungrigen Nutzer komplett einfangen. Von der Inspiration über die notwendigen Handgriffe und das Rezept bis hin zur direkten Bestellung der Zutaten – alles passiert innerhalb des Migros- respektive Coop-Universums.

Was die Basler den Zürchern allerdings voraushaben: Coop gibt dem Hobbykoch gleich die passende Weinempfehlung aus dem Mondovino-Shop an die Hand.

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Wachstumstreiber Internet

Dass beide ihre Online-Auftritte pushen, verwundert angesichts der gestern vorgelegten Coop-Bilanz nicht. Um mehr als 14 Prozent wuchs der Online Umsatz der Coop-Gruppe. 1.4 Milliarden Franken betrug der Nettoerlös 2016.

Ein wichtiger Treiber im Online-Handel ist der Internet-Marktplatz Siroop, den Coop im Mai zusammen mit Swisscom lancierte. 300 Händler sind bereits vertreten, sagte Coop-Chef Joos Sutter gestern.

Das Interesse sei enorm: «Wir haben eine lange Warteliste.» Rund 2000 Händler stehen laut Sutter bereits an, um auf die Plattform zu kommen. Zu Kennzahlen bei Siroop wollte sich Sutter nicht äussern.

Das Wachstum im Online-Bereich trug neben einem satten Plus im Grosshandel von über 15 Prozent im Vorjahresvergleich zum Rekordumsatz von 28.3 Milliarden Franken bei: Coop hat im vergangenen Jahr mehr verkauft als je zuvor.

2016 sei gut gewesen, sagte Sutter. Vorsichtig positiv sei er mit Blick auf 2017 gestimmt – auch wenn der Schweizer Markt nach wie vor anspruchsvoll sei.

Beliebtes neues Ladenkonzept

Während sich Teile der Gruppe positiv entwickelten, harzt es bei den «eigentlichen Coops» – nämlich im Detailhandel. Preisreduktionen führten zu einem leichten Umsatzrückgang von 0,2 Prozent auf 10.3 Milliarden Franken.

Erfreulich sei jedoch, dass das neue Ladenkonzept der Supermärkte gut ankomme, sagte Sutter. In den Märkten verkauften sich vor allem die Bio- und die Regionalprodukte immer besser. «Regionalität hat eine enorme Bedeutung», so der Coop-Chef. Das zeige das 20-Prozent-Wachstum beim Label «Miini Region».

Und da das so gut ankommt, lernen nun auch die Supermärkte Mundart: In den einzelnen Regionen sollen Kunden künftig von Schildern und Plakaten in den Läden im regionalen Dialekt angesprochen werden.

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sophie Luise 16.02.2017 13:24
    Highlight Highlight Als Alternative gibt es auch noch HelloFresh seit circa einem Jahr in der Schweiz mit Schweizer Produkten und coolen Rezepten.
  • Gavi 15.02.2017 14:43
    Highlight Highlight Migros machts und Coop machts nach. Immer!!! Einfach lächerlich!
    Ich bin mit Migros aufgewachsen und meine Mutter hat mir unter Todesstrafe verboten jemals in den "Konsum" zu gehen. Coop war zuerst Konsum, dann Lebensmittelverein und dann Coop.
    Migros ist seit jeher Migros und ist sich treu geblieben.
    Die paar Male, wo man mich im Coop antrifft, kann man an einer Hand abzählen. Er ist und bleibt einfach teurer als Migros.
    Ich bin halt ein Migros-Kind!
    • Gavi 19.02.2017 11:56
      Highlight Highlight Rendel, ich gebe dir Recht. Ich kaufe auch sehr gerne bei Manor ein. M und C haben immer das gleiche Gemüsesortiment. Man muss schon Glück haben mal Schwarzwurzeln, Pastinaken, petersilienwurzeln oder Topinambur zu finden. Vermutlich gehe ich meistens zu M, weil ich weiss wo sich alles befindet und schnell wieder draussen bin.
  • avelarius 15.02.2017 11:23
    Highlight Highlight Migusto hiess früher Saisonküche und existiert schon lange. Die Kritik an der mangelnden Saisonalität und Regionalität lässt sich entkräften, wenn man sich die Mühe macht, auf "Rezepte" zu klicken. Dort finden sich die entsprechenden Filter.
  • seventhinkingsteps 15.02.2017 08:18
    Highlight Highlight Die besten Food News hat immer noch Watson!
  • Marie-Isabelle Bill 15.02.2017 08:17
    Highlight Highlight Unsäglich, das Pseudo-Saisonalgetue und Regio-Mantra der beiden Grossverteiler. Denn so ganz nebenbei werdenzu absoluten Horror-Discount-Super-Tiefpreisen Erdbeeren aus Marokko, Spargeln aus Peru und Tomaten aus Spanien angeboten. Die Rezepte dazu werden auch gleich geliefert. Denn dann kann man ja auch behaupten, dass die schlimmen Konsumenten das so wollen und man sich nur marktgerecht verhält...
    • Lord_ICO 15.02.2017 08:42
      Highlight Highlight Tja Marie, es ist nunmal so, dass die Nachfrage das Angebot regelt. Wenn keiner mehr diese Produkte kaufen würde und endlich wieder stärker regional eingekauft würde, müssten Coop und Migros auf diesen Trend reagieren.
      Als Konsument kann und darf man sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen, wir entscheiden mit unserem Kaufverhalten, wie das Sortiment der Detailhändler aussieht. Solange diese Ware gekauft wird, wird ein wirtschaftlich geführtes Unternehmen nicht darauf verzichten können.
    • Bits_and_More 15.02.2017 09:39
      Highlight Highlight Ausserregionale Produkte müssen per se nicht ökologisch negativ bewertet sein. Viel wichtiger ist die Art und Weise wie produziert wird. Ein guter Artikel ist unter http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/Die-Oekobilanz-von-Lebensmitteln/story/15787300 zu finden.
  • Amboss 15.02.2017 07:51
    Highlight Highlight Offenbar braucht es das.
    Offenbar braucht der schweizer Konsument seine Umgebung seines Grossverteilers, dass er sich wohl fühlt. Und da gehört nun mal eine Kochplattform dazu. Genauso wie Familienplattformen. Oder Familientage im Europapark. Und Punkte sammeln, damit man uuuuu viel sparen kann. Oder Rabattmärkli ufchläbe.
    CH-Konsumenten schauen auf alles, nur nicht auf den Preis.

    Zum Glück gibt es mittlerweile ebenso gute Alternativen zu Coop und Migros, mit günstigen Preisen, mit denen man nicht solchen Unsinn unterstützt.
  • Queershnitt 15.02.2017 07:42
    Highlight Highlight Schade, dass es beides (noch) nicht als App gibt.
    • Swarup 15.02.2017 08:43
      Highlight Highlight Fooby gibts
  • oliversum 15.02.2017 07:25
    Highlight Highlight "harzen" bei über 10 Milliarden Umsatz und nur 0.2% Rückgang. Momol.
  • Raembe 15.02.2017 06:49
    Highlight Highlight Lasst den Baroni bitte mal beides bewerten.
  • Kaspar Floigen 15.02.2017 06:48
    Highlight Highlight Wurde aber auch Zeit. Seit es blue apron gibt, habe ich mich gefragt, wann Coop und Migros endlich auf dem Zug aufspringen. Das nervigste am Kochen ist ja das Einkaufen.
    Dass beide gleichzeitig damit kommen, bestätigt nur wieder, dass Migros und Coop eigentlich der gleiche laden sind und es umgebucht an Diversität im Schweizer Detailhandel fehlt.

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