Schweiz

Kosten für Gesundheit sind höher als die gesamten Staatsausgaben für Armee, Bildung & Co.

13.06.17, 14:00 13.06.17, 15:28

Die Gesundheitskosten steigen konstant und auf hohem Niveau: Nach Prognosen der Konjunkturforschungsstelle KOF wachsen sie in diesem Jahr um 4,1 Prozent, im nächsten Jahr um 3,9 Prozent. Für 2018 ergäbe das pro Person Gesundheitsausgaben von über 10'000 Franken.

Die neuesten verfügbaren Zahlen veröffentlichte das Bundesamt für Statistik im April für das Jahr 2015. Damals waren die Gesundheitsausgaben gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf rund 77.8 Milliarden Franken gestiegen. Zum Vergleich die gesamten Staatsausgaben betrugen damals rund 67 Milliarden Franken.

Demographische Faktoren

Eine wichtige Rolle beim Wachstum der Gesundheitsausgaben spielt das Wirtschaftswachstum. Denn je mehr die Leute verdienen, desto mehr können sie für ihre Gesundheit ausgeben. Im letzten Jahr habe sich das konjunkturelle Umfeld etwas erholt und die Schweizer Wirtschaft sei moderat gewachsen, teilte die KOF am Dienstag mit.

Daneben spielten auch demographische Faktoren eine wichtige Rolle. So habe der Anteil älterer Menschen an der Schweizer Bevölkerung 2016 weiter zugenommen. Dadurch dürften die Gesundheitsausgaben um 3,8 Prozent auf insgesamt rund 80.8 Milliarden Franken oder 9601 Franken pro Person zugelegt haben.

10'189 Franken im Jahr 2018

Im laufenden Jahr rechnet die KOF mit einer weiteren Erholung der Wirtschaft; auch der Anteil der älteren Menschen werde weiter steigen. Nur eine «geringmässige» Wirkung auf das Kostenwachstum sei von den Einsparungen durch die Überprüfung der Medikamentenpreise zu erwarten. Deswegen geht die KOF für 2017 von einem stärkeren Anstieg der Gesundheitsausgaben um 4,1 Prozent auf rund 84.1 Milliarden Franken oder 9898 Franken pro Person aus.

Sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter stabil bleiben und die politischen Massnahmen Wirkung zeigen, könnte der Kostenanstieg der Gesundheitsausgaben im nächsten Jahr dann wieder auf 3,9 Prozent zurück gehen. Das ergäbe ein Total von rund 87.4 Milliarden Franken oder 10'189 Franken pro Person. (whr/sda)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Rendel 13.06.2017 18:16
    Highlight Ein Grund sind unnötige Operationen. Wir haben zu viele Spezialärzte und zu wenig Hausärzte.
    6 2 Melden
    • Lami23 13.06.2017 19:25
      Highlight Schwierig zu sagen, welche Operationen unnötig sind...
      3 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.06.2017 14:55
    Highlight Gemäss diesem Artikel ist also einer der Hauptgründe für den Anstieg einfach, dass die Leute mehr verdienen (aufgrund des Wirtschaftswachstums) und folglich mehr für die Gesundheit ausgeben? Wer denkt sich nach einer Lohnerhöhung: "Oh geil. Ein MRT hab' ich schon lang nicht mehr gemacht. Das wär's jetzt!"???
    94 7 Melden
    • qumquatsch 13.06.2017 15:59
      Highlight Der Zusammenhang ist etwas grösser, ein kurzes Beispiel:

      Du verdienst mehr und denkst: Ohä, wie wär's mit ner Privaten, statt ner allgemeinen Versicherung. Jetzt hast Du ne OP und gehst ins Spital. Du kostest sofort EINIGES mehr. Weiter läuft unter Gesundheit auch die (nicht Nuru-) Massage, und rate mal wer diese eher bezieht?! Der reichere, bei dem diese btw. auch durch die KK (teils) abgedeckt ist. Sozusagen alles was (teils) die KK bezahlt (Fitness, Checks, etc.)

      Ich könnte noch x solche Beispiele bringen.

      Zudem sagt der Artikel, dass wohl DER Hauptgrund die Alterung der Bevölkerung ist.
      21 0 Melden
    • Noach 13.06.2017 16:02
      Highlight Muss dir Recht geben!Was für ein idiotisches Argument!
      5 1 Melden
    • axantas 13.06.2017 16:07
      Highlight Ja. Das ist so. Und jetzt können sich alle wieder zurücklehnen, denn wir haben ja kein Problem mit den Gesundheitskosten. Das ist doch prima...

      Hör auf rumzumotzen und mach dein MRT oder sonst was. ;-)
      2 8 Melden

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