Schweiz
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«Die Leute müssen endlich begreifen: Ich bin HIV-positiv, aber ich bin nicht ansteckend»

Bild: shutterstock

HIV-positive Menschen leiden heute weniger an ihrer Infektion denn an ihrer Stigmatisierung. Zwei infizierte Frauen erzählen, warum sich endlich etwas ändern muss.

19.02.18, 10:26 20.02.18, 06:09


Simone*, 53 Jahre alt, aus der Region Bern, ist eine ruhige Frau von zierlicher Gestalt. Sie spricht mit Besonnenheit, macht beim Erzählen Pausen, wirkt manchmal nachdenklich. Jennifer, 25 Jahre alt, Schwyzerin, ist von grosser Statur, der Schritt zackig. Sie spricht in schnellem Tempo, bringt das Gesagte routiniert auf den Punkt.

Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Geschichten. So unterschiedlich sich Simone und Jennifer auch sind, eines eint die beiden: Sie tragen den HI-Virus in ihren Körpern. Simone war zwanzig Jahre alt, als sie damit angesteckt wurde. Jennifer ist seit ihrer Geburt HIV-positiv.  

«Schon 72 Tote in der Schweiz. Die tödliche Sex-Seuche ist unheimlicher als die Pest und rätselhafter als Krebs.»

«Blick»-Schlagzeile 1986

«AIDS!» Es ist nicht lange her, als dieses Schreckgespenst die ganze Schweiz erschütterte. In den 1980er-Jahren infizierten sich Männer und Frauen, darunter viele Homosexuelle und Drogensüchtige, mit dem mysteriösen Virus und starben. Ärzte rangen nach Antworten, Politiker suchten Lösungen, Medien verbreiteten schockierende Bilder von langsam Verelendeten. Die Zeitung «Blick» titelte 1986: «Schon 72 Tote in der Schweiz. Die tödliche Sex-Seuche ist unheimlicher als die Pest und rätselhafter als Krebs.»

Seither hat sich vieles getan, sehr vieles sogar – zumindest was die Behandlung des HI-Virus anbelangt. Dank der sogenannten «Kombinationstherapie», dem Einnehmen verschiedener Medikamenten also, wird der Virus zwar nicht vollständig aus dem Körper vertrieben, aber seine Vermehrung gestoppt. Er zieht sich aus dem Blut und den Schleimhäuten zurück.

Bild: KEYSTONE

2008 wird es offiziell: Die Eidgenössische Kommission für Aids-Fragen publiziert eine Mitteilung, die das Leben von HIV-Infizierten fundamental verändern sollte. Die Ärzte schreiben: Bei einer gut wirksamen HIV-Therapie sei das Risiko einer Übertragung des Virus vernachlässigbar. Konkret heisst das: Mit der richtigen Therapie sind HIV-Positive nicht ansteckend.

Das internationale Echo auf diese Aussage ist enorm. Die Mitteilung geht als «Swiss Statement» in die Geschichte ein. Für HIV-Positive markiert es einen wichtigen Wendepunkt. 

Doch in den Köpfen der Bevölkerung tobt das Schreckgespenst der 80er-Jahre weiter. Weiterhin glauben viele, HIV sei eine tödliche Krankheit, Infizierte ein dem Tod geweihter Bakterienherd. Darum ist heute für viele Betroffene schlimmer als die Diagnose selbst, das damit verbundene gesellschaftliche Stigma.

«Ich bin nicht ansteckend. Das müssen die Leute endlich begreifen.»

Simone will deswegen auch ihren richtigen Namen nicht nennen. Sie will nicht, dass ihre Nachbarn oder ihre Arbeitskollegen von dem Virus wissen. «Darüber kann man nicht reden», sagt sie. Weil man verurteilt, anders behandelt oder gar gemieden wird. Sie weiss von Frauen, die entlassen wurden, von Versicherungen, die HIV-Infizierte abgewiesen haben, von Freunden, die sich abgewendet haben.

«Das muss sich ändern», sagt Simone, die Hände ineinander verschränkt auf dem Tisch, der Blick bestimmt. Dass Trinken aus dem selben Glas und Küssen kein Ansteckungsrisiko bedeutet, wisse man schon lange. Heute sei es aber kein Problem mehr Sex ohne Kondom zu haben, schwanger zu werden und Kinder zu bekommen. «Ich bin nicht ansteckend. Das müssen die Leute endlich begreifen», sagt sie. 

Bild: KEYSTONE

Begonnen hat Simones Geschichte jedoch an einem ganz anderen Punkt. Zu jener Zeit, als sie sich mit dem Virus infizierte, gab es keine Medikamente dagegen. Die Diagnose kam einem Todesurteil gleich. 1984 oder 1986 muss es gewesen sein, rekapituliert Simone. Beim Sex. Zwei Männer kommen in Frage. Welcher es war, weiss sie nicht und will sie auch nicht wissen. «Die Schuldfrage ist nicht wichtig für mich», sagt sie. 

1988 findet sie es heraus. Simone hat viele schwule Freunde, das Thema «Aids» ist in der Szene omnipräsent. Sie denkt: «Ein Test kann ja nicht schaden.» Das Ergebnis wirft sie komplett aus der Bahn. «Jugendliche kokettieren in diesem Alter mit dem Tod, weil es irgendwie interessant wirkt. Doch wird der Tod real, ist das wahnsinnig bedrohlich», sagt sie. Simone zieht sich zurück, fühlt sich alleine. Erzählt hat sie es nur den Eltern und den allerengsten Freunden.

«Ich habe eine chronische Infektion – krank bin ich nicht.»

Simone*

Während es bei ihren schwulen Freunde eine enge Community gibt, die sich gegenseitig mit einem gut organisierten Netz aufzufangen vermag, ist es für Simone als heterosexuelle Frau viel schwieriger, mit dem Thema fertig zu werden. Ein Psychotherapeut schafft es, ihr ein wenig Zukunftsperspektive zurück zu geben. 

Zehn Jahr nach der Diagnose wird Simone krank. Depressionen, Müdigkeit, hohes Fieber, Tuberkulose, Organversagen – das Aids ist ausgebrochen. Sie kann nichts mehr essen, kaum mehr trinken. Im Spital muss sie künstlich ernährt werden. «Da bin ich fast gestorben», sagt sie. Doch sie hat Glück. Der Medizin gelingt in Sachen HIV-Therapie der Durchbruch. Über den Tag verteilt muss Simone einen Cocktail an Tabletten schlucken. Nach einem halben Jahr kommt sie wieder auf die Beine. 

Heute gilt Simone als «Langzeitüberlebende». Mit den Medikamenten – inzwischen ist es noch eine Tablette pro Tag – geht es ihr gut. Nebenwirkungen hat sie keine. Körperlich fühlt sie sich fitter als in ihrer Jugend, sagt sie. Mit ihrem Partner ist sie seit fünf Jahren zusammen und HIV ist in der Beziehung kein grosses Thema. «Ich habe eine chronische Infektion – krank bin ich nicht. Und ich fühle mich auch nicht eingeschränkt. Nur wünschte ich mir, dass ich offen darüber sprechen könnte.»

Was Simone nicht kann, nicht will, löst Jennifer für sich ganz anders. Unfreiwillig zwar, doch darüber ist sie nicht unglücklich. Ihre Adoptiveltern haben sie bereits als Kind geoutet. Als Sechsjährige tritt sie zum ersten Mal in einer Talkshow auf. Heute ist sie eines der Gesichter der oftmals anonymen HIV-Positiven in der Schweiz. «Ich bin froh, dass ich mich nicht verstecken muss», sagt sie.

Jennifer Annen 2016 in der SRF-Sendung «True Talk»

quelle: srf

Ihre leibliche Mutter weiss nichts von dem Virus, als sie schwanger wird. Auch nicht, als sie Jennifer 1992 auf die Welt bringt. Nach der Geburt erkrankt sie, wird nicht mehr gesund. Die Ärzte stellen die Diagnose: Es ist Aids. Die ganze Familie, Vater, Bruder, Jennifer, muss zum Test – doch nur bei dem kleinen Mädchen wird der Virus im Blut gefunden. 

Nach dem Tod der Mutter, Jennifer ist vier Jahre alt, kommt sie bei einer Adoptivfamilie unter. Als Kind ist sie oft krank. Man sagt ihr dann jeweils: «Du hast ein Chäferli im Blut.»

In derselben Familie lebt auch ein zweites Pflegekind mit HIV, Gloria. Sie ist ein Jahr jünger als Jennifer, die beiden sind innig verbunden. Bei Gloria schlagen die Medikamente nicht so gut an, mit zwölf Jahren stirbt sie. Ihr Tod ist für Jennifer ein grosser Schock. Obwohl sie immer wusste, dass da etwas in ihrem Körper ist, versteht sie erst jetzt, was es bedeutet, HIV-positiv zu sein. «Damals habe ich mich fest darauf eingestellt, dass ich auch bald sterben werde», sagt sie.

Bild: KEYSTONE

In der Enge des kleinen Dorfes, in dem Jennifer aufwächst, weiss jeder, was mit ihrer Mutter geschah und dass auch sie den Virus in sich trägt. Sie geht offen damit um, informiert die Kinder auf dem Pausenplatz, dass sie «imfall» nicht ansteckend sei. Die Kinder sind denn auch nicht das Problem. Es sind die Eltern, die nach der Schule anrufen und mit einer Klage drohen, nachdem Jennifer in einem Streit einen Buben gebissen hat. 

Jennifer lernt früh, Verantwortung zu übernehmen. Vor ihren ersten sexuellen Kontakten, informiert sie ihre Partner, bringt ihnen Infomaterial mit, schlägt vor, gemeinsam für ein klärendes Gespräch zum Arzt zu gehen. Die Handhabung, alles möglichst transparent zu halten, stimmt für sie.

«Es ist gar nicht Wut auf diese Personen, die ich verspüre. Vielmehr ist es die Gesellschaft, die mich hässig macht.»

Jennifer Annen

Und doch gibt es sie, die Momente, die nerven, anstrengend sind, weh tun. So, als sie beim Zahnarzttermin offen angibt, HIV-positiv zu sein und der Arzt sie danach kaum anzufassen traut. So, wenn die Leute fragen: «Woher hast du es?», und ihr in wilden Fantasien ein ausschweifendes Sexualleben attestieren. Oder so, wenn man sich erschrocken von ihr abwendet, sobald sie von dem Virus erzählt. «Aber es ist dann gar nicht Wut auf diese Personen, die ich verspüre. Vielmehr ist es die Gesellschaft, die mich hässig macht», sagt Jennifer.  

Dieses Jahr jährt sich die Geschichte der Schweizer Aids-Prävention zum 30. Mal. Beamte des Bundesamtes für Gesundheit sassen damals mit den Betroffenenorganisationen an den Tisch und lancierte die «Stop-Aids»-Kampagne. Deren Plakate waren damals wie heute legendär, Sätze wie «Ohne Dings kein Bums» haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. 

30 Jahre Stop-Aids-Kampagne

Im kürzlich erschienenen Buch Positiv. Aids in der Schweiz wird die 30-jährige Geschichte des Kampfes gegen die Aids-Infektionen in der Schweiz nachzeichnet. Darin zu Wort kommen Betroffene und Akteure der ersten Stunde.  

Simone und Jennifer sind froh um solche Projekte. Denn obwohl es heute Medikamente, Therapien, Selbsthilfegruppen und gut geschultes Personal gibt und obwohl es HIV-Positiven möglich ist, ein völlig normales Leben zu führen, ist klar: Es gibt noch viel zu tun. 

* Name der Redaktion bekannt.

Das musst du über Aids wissen:

Immer mehr Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch

Video: srf/SDA SRF

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Zeno Hirt, 25.6.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • EsKamel 21.02.2018 08:53
    Highlight Gibt da wohl so etwas wie eine Gratwanderung zwischen Ent-Stigmatisierung/ Nicht-Diskriminierung und Verharmlosung.. man sollte wohl klar trennen zwischen Person und Krankheit. HIV-positiven eine vollumfängliche soziale Akzeptanz und Inklusion entgegenzubringen, macht Sinn und ist wichtig und auch, dass Betroffenen ein Recht auf Sexualität und Familie anerkannt wird. dennoch ist HIV nicht heilbar, und niemand wünscht sich das. Aufklärung über Fakten ist wichtig, aber ein Restrisiko bleibt bestehen - und wie bei allen Krankheiten: nicht jedeR spricht gleich gut an auf Medikationen
    4 0 Melden
  • Booker 20.02.2018 13:09
    Highlight Klar ist HIV+ heute kein vorgezogenes Todesurteil und es gibt Medikamente um mit der Krankheit leben zu können. Aber der Cocktail muss lebenslang eingenommen werden und wie jedes Medikament haben diese Nebenwirkungen. Auch nicht zu vergessen sind die immensen Therapiekosten - ein Leben lang! Kosten welche die Krankenkassen zu unseren Lasten trägt. Ich habe keine CH Zahlen, in D betragen diese bei einem 45 jährigen Mann bei durchschnittlicher Lebenserwartung rund 1 Mio €, bei uns wird es aufgrund höherer Medi- und Arzt/Analysekosten höher sein.
    4 1 Melden
  • Swisswolverine 20.02.2018 09:59
    Highlight Ganz aktuell und passend dazu: dieses Jahr jährt sich zum zehnten Mal das sogenannte Swiss-Statement. 2008 leistete die Schweiz Pionierarbeit und gab offiziell bekannt, das HIV-positive Menschen unter wirksamer HIV-Therapie das HI-Virus sexuell nicht weitergeben können: http://www.display-magazin.ch/2018/02/revolution-hiv-positiv-und-nicht-ansteckend/
    2 0 Melden
  • Mai Siegenthaler 20.02.2018 07:52
    Highlight Mir ist aufgefallen, dass manche Leute eines nicht verstehen: AIDS ist nicht ansteckend sondern der HI-Virus. Aus dem HI-Virus kann AIDS entstehen.
    Acquired Immune Deficiency Syndrome, (erworbenes Immunschwächesyndrom) bezeichnet eine spezifische Kombination v. Symptomen, die beim Menschen infolge der durch Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HI-Virus, HIV) induzierten Zerstörung des Immunsystems auftreten.
    So fängt Aufklärung an und ich finde es erstaunlich, dass so viele Menschen immernoch keine Abgrenzung von AIDS und HIV machen in dieser "aufgeklärten" Welt.
    11 1 Melden
  • Roland Bach 19.02.2018 22:54
    Highlight Mich stören vor allem die gängigen Stigmata gegenüber HIV infizierten(Angstmache aus den 80er und 90ern denk ich), solange man nicht ungeschützten Sex hat mit ihnen (mit Antiretroviraler Therapie oder nicht) und nicht mit Blut oder Sperma in Berührung kommt ist alles kein Problem.
    Das andere das mich stört ist aber das einige, vor allem Junge meinen die Krankheit sei nun Heilbar, nur weil es neue Medikamente gibt, ist das so Schwer beim Sex, vor allem mit unbekannten zu verhüten?
    7 2 Melden
  • solum 19.02.2018 19:57
    Highlight Als Labormediziner kann ich nur eines sagen, die Viruslast ist bei einer in Therapie betreuten Person nicht gleich Null und somit besteht ein Ansteckungsrisiko, auch wenn dieses viel tiefer ist.

    Wie kann man nur solchen Schwachsinn öffentlich machen?
    65 13 Melden
    • mukeleven 19.02.2018 23:42
      Highlight schoen dass du es auf den punkt bringst.
      8 5 Melden
    • kim2 20.02.2018 09:17
      Highlight Die Viruslast ist unter der Nachweisgrenze, das heisst, man weiss nicht ob sie gleich null ist oder nicht, man kanns ja offensichtlich nicht nachweisen.
      Bisher ist KEIN Fall bekannt von einer Ansteckung trotz ART (antiretroviralen Therapie), sofern die Medikamente regelmässig genommen und die Checks gemacht werden. Daher kommt die offizielle Weisung, dass Menschen mit HIV unter ART sexuell infektiös sind.
      Informier dich selber:
      http://www.aids.ch/de/downloads/pdfs/EKAF-Statment_2008-05-089.pdf
      6 0 Melden
    • Swisswolverine 20.02.2018 11:09
      Highlight solum: Labormediziner hin oder her, ich schlage vor, du machst dich erst schlau, bevor du hier Vermutungen als Tatsachen postest: https://www.drgay.ch/de/undetectable

      Als "Labormediziner" solltest du zudem wissen, das es ein Null-Risiko nicht gibt. Es besteht in jeder Lebenssituation ein Restrisiko. Fakt ist, TasP (Treatment as Prevention = Schutz durch Therapie) funktioniert zuverlässig. Der Schutz ist besser als der Schutz durch Kondome, da bei TasP Kondompannen ausgeschlossen sind.
      7 2 Melden
  • Polaroid 19.02.2018 19:33
    Highlight Danke für den Beitrag und erschreckend wie die Leute nicht aufgeklärt und stigmatisierend sind.
    10 28 Melden
  • SaraSera 19.02.2018 13:33
    Highlight Eine Kritik am Artikel ist, dass er Aids verharmlose. Das ist natürlich nicht meine Intention. Vielmehr wollte ich die mit dem Virus verbundene Stigmatisierung beleuchten und dort enttabuisieren, wo es immer noch viele Vorurteile gegenüber HIV-Positiven gibt. Natürlich gilt nichtsdestotrotz: Aids ist eine ernstzunehmende Krankheit und Safer Sex die Voraussetzung, um sich davor zu schützen.
    117 14 Melden
    • Dr. B. Servisser 19.02.2018 15:41
      Highlight Merci Sarah für den Artikel.

      Ich finde ihn überhaupt nicht verharmlosend. Die Zeit in der HIV/Aids quasi das Todesurteil bedeutete und verteufelt wurde ist vorbei.

      Trotzdem: Ohne Dings kein Bums.
      44 5 Melden
    • Swisswolverine 19.02.2018 18:04
      Highlight Danke für den Artikel. Es ist ein Fakt, das HIV-positive Menschen unter wirksamer Therapie das HI-Virus nicht weitergeben. Diese Tatsache ist viel zu wenig bekannt, darum Danke für den Artikel. Übrigens: Schutz durch Therapie IST Safer Sex. Mehr dazu hier: https://www.drgay.ch/de/undetectable
      23 1 Melden
  • Klangkartoffel 19.02.2018 12:44
    Highlight Sicher ein wichtiges Thema, aber der Artikel ist vielleicht doch gerade ein wenig zu locker... Zwischen 'vernachlässigbarem' Risiko und 'keinem' Risiko besteht für mich bei so etwas wichtigem doch noch ein Unterschied..

    Ich hätte ein richtig mulmiges Gefühl dabei, so völlig ohne Schutz...
    64 13 Melden
    • mille_plateaux 19.02.2018 13:44
      Highlight Die Chance, sich durch Geschlechtsverkehr mit einer unbehandelten (!) Trägerperson mit HIV zu infizieren, wird (je nach Studie) mit 1/750 bis 1/1250 ausgewiesen. Menschen mit Medikamention weisen eine Virendichte in Blut und Sperma von quasi (bis wortwörtlich) 0 auf; für eine «erfolgreiche» Infektion bräuchte das Virus das über Tausendfache.

      Bis heute ist weltweit kein Fall bekannt, wo eine Ansteckung über eine korrekt behandelte Trägerperson erfolgt wäre.

      Ab und an darf man der Wissenschaft auch einfach vertrauen. 😉
      61 5 Melden
  • Christof1978 19.02.2018 12:27
    Highlight enttabuisierung und aufklärung ist sicher wichtig - gehe ich mit dem artikel einig. nichtsdestotrotz wird hier eine hiv-infektion verharmlost. es nicht soweit kommen zu lassen, also die ursache zu bekämpfen, das sollte das ziel sein.
    37 15 Melden
    • phreko 19.02.2018 16:47
      Highlight Genau das ist das Stigma das sie an den Kopf geworfen bekommen. Es geht nicht auf, es zu enttabuisieren und trotzdem dem Vorwurf der Verharmlosung ausgesetzt zu sein.
      18 2 Melden
  • Matti_St 19.02.2018 12:25
    Highlight Ich mit Jahrgang 73 habe die ersten prominente Todesfälle mitbekommen. Kurz danach auch noch im privaten Umfeld. Wir würden gut aufgeklärt wie man sich nicht anstecken kann.

    Aber das HIV heute so gut behandelt werden kann, war mir nie bewusst. Und ich kann von mir sagen, ich lese täglich die Medien. Aber eine solche Meldung kam mir nie bis ins Bewusstsein. Eigentlich schade. Bad News sind anscheinend immer noch wirkungsvoller als Good News.

    Danke für den Artikel.
    73 1 Melden
    • phreko 19.02.2018 16:48
      Highlight Ist ja auch nicht im Interesse der Gesundheitsbehörden, da jegliche Safer Sex erfolge auf der Angst vorHIV aufgebaut wurden.
      Genau deshalb wurde es nicht an die grosse Glocke gehängt.
      12 2 Melden
    • Matti_St 19.02.2018 17:51
      Highlight Ich glaube ein gesunder Mensch kann schon unterscheiden zwischen präventiv und jetzt gibt's ernst. Zumal noch andere Geschlechtskrankheiten im Umlauf sind.
      5 0 Melden
  • reich&schön 19.02.2018 12:16
    Highlight Guter Artikel, aber warum wurde nicht 1 Mann und 1 Frau portraitiert?
    Immerhin sind Männer die Hauptbetroffenen.
    22 8 Melden
    • SaraSera 19.02.2018 13:28
      Highlight Weil ich insbesondere auf die Situation der Frauen aufmerksam machen wollte. Bei den Männern sind es vor allem Homosexuelle, die sich mit HIV infizieren. Ihre Netze, Strukturen, Hilfsorganisationen sind schon sehr stark. Stecken sich hetero-Frauen mit HIV an, ist das strukturell für sie schwieriger.
      50 14 Melden
    • reich&schön 19.02.2018 13:33
      Highlight Danke für die Antwort!
      21 3 Melden
    • Roman h 19.02.2018 20:49
      Highlight @sarasera
      Bei den Männern sind es vor allem homosexuelle.
      Da Frage ich mich doch wie sich Frauen anstecken können?
      Homosexuelle haben ja keinen geschlechtsverkehr mit Frauen.
      Entweder stecken sich die Frauen nicht durch geschlechtsverkehr an oder es gibt ca so viele heterosexuelle Männer mit HIV wie es Frauen gibt.
      Daher bezeichnen sie und viele andere also HIV positive Männer gleich als Homosexuell.
      Ist es dann für denn heterosexuellen Mann nicht am schwierigsten da er gleich mit 2 Vorurteilen kämpfen muss?
      10 5 Melden
  • wydy 19.02.2018 12:05
    Highlight Hier sollte man evtl. noch eins zwei Punkte erwähnen:
    - Mittels Medikamente kann der HIV Virus so stark unterdrückt werden, dass er nicht mehr nachweisbar ist. Solche Leute können den Virus auch nicht weiter übertragen
    - Es gibt Leute, vor allem in Amerika die nehmen das entsprechende Medikament, obwohl sie gesund sind. So dass sie ohne Gummi vögeln können.
    - Das Medikament heisst Prep
    - Es gibt noch andere Krankheiten, die genauso gefährlich sind! Also trotzdem NICHT ohne Gummi.
    56 1 Melden
    • Snowy 19.02.2018 17:14
      Highlight @wydy: Preps werden v.a. von Schwulen eingenommen, damit sie mit wechselnden Partnern ungeschützt verkehren können.
      Wenig erstaunlich, dass seit Prep gross im Kommen ist nun auch die anderen sexuell übertragbaren Krankheiten einen sprunghaften Anstieg verzeichnen.
      11 0 Melden
    • Swisswolverine 19.02.2018 18:16
      Highlight 1. Kondome schützen nicht zuverlässig gegen andere sexuell übertragbare Infektionen (STI)
      2. woher hast du die Info, dass STIs einen sprunghaften Anstieg verzeichnen? Das Gegenteil ist der Fall! Warum? Weil die einzige wirklich wirksame Schutzmassnahme gegen STIs regelmässiges Testen (und falls nötig Behandeln ist). PrEP-User und Menschen unter Therapie haben engmaschig Kontrollen, bei denen auch STIs getestet werden. So wird eine Verbreitung eingedämmt.
      3. Moral ist in dieser Diskussion fehl am Platz. Sex ist nicht schlecht sondern was Gutes.
      12 5 Melden
    • Snowy 19.02.2018 19:02
      Highlight 1. Klar

      2. Hab kurz für Dich gegoogelt: https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/geschlechtskrankheiten-breiten-sich-in-der-schweiz-rasant-aus-124894167

      Auch watson hat darüber geschrieben: https://www.watson.ch/Schweiz/Gesundheit/842896335-Mehr-Schweizer-leiden-unter-sexuell-uebertragbaren-Krankheiten

      Siehe auch diverse LInks uter aids.ch etc

      3. Sehe ich ganz genau gleich wie Du. :-)
      7 0 Melden
    • Swisswolverine 19.02.2018 21:55
      Highlight Der Artikel ist von 2012! Darin gehts zudem nicht um die PrEP (gab es da gar noch nicht). Relevant sind hier Studien in Städten wie z.B. London, in denen PrEP weit verbreitet ist (dies ist bei uns nicht der Fall).

      Hier ein Artikel über den Rückgang von STI durch den Gebrauch von PrEP, zwar auch rund ein Jahr alt, aber der Trend bestätigt sich: https://www.out.com/news-opinion/2017/2/22/new-study-suggests-prep-reducing-chlamydia-gonorrhea-40

      In der Schweiz stimmt es, dass STIs zunehmen. Würden sich die Leute regelmässiger testen lassen (wie das PrEP-User und Menschen unter HIV-Therapie tun) und wissen, dass Kondome eben nicht schützen, würde sich das auch bei uns ändern.
      2 3 Melden
  • Snowy 19.02.2018 11:29
    Highlight Guter Artikel - wichtiges Thema!
    49 6 Melden
  • G.Oreb 19.02.2018 11:26
    Highlight Danke für den tollen Artikel Frau Serafini🙂
    Nicht ganz klar geworden ist mir im Artikel wie der Sex ohne Kondom heute kein Problem mehr ist? Ist es wegen den Medikamenten, dass man sich auch ohne Kondom nicht mehr ansteken kann?
    50 3 Melden
    • Beasty 19.02.2018 11:57
      Highlight Richtig. Die Medikamente drücken die Viruslast so tief runter, dass der HI-Virus nicht mehr nachweisbar ist - ergo ist man auch nicht ansteckend.
      17 3 Melden
    • Me, my shelf and I 19.02.2018 12:05
      Highlight Ja. Wegen der Medikation.
      10 0 Melden
    • raphe qwe 19.02.2018 12:06
      Highlight Durch Medikation kann die Virenzahl so stark verkleinert werden, dass sie nicht mehr nachweisbar ist. Völlig frei davon ist man trotzdem nicht. Eine Ansteckung wird extrem unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.
      17 1 Melden
    • abishot 19.02.2018 12:13
      Highlight Ist im Text ersichtlich: Ist eine Person HIV-Positiv und nimmt Medikamente, zieht sich das Virus aus dem Blut und den Schleimhäuten zurück (es wird aber nicht komplett aus dem Körper vertrieben). Somit kann man mit einem Partner, der den HI-Virus hat, problemlos ungeschützten Sex haben.
      11 7 Melden
    • reich&schön 19.02.2018 12:17
      Highlight Ja, wenn das Virus im Blut nicht mehr nachweisbar ist, dann besteht keine Ansteckungsgefahr.
      Dies gilt aber natürlich nur für HIV, daher sollte man sich ausserhalb einer festen Beziehung weiterhin schützen!
      29 0 Melden
  • bcZcity 19.02.2018 11:00
    Highlight Sex ohne Kondom ist also kein Problem, AIDS ist nur noch eine Infektion, man soll nicht so blöd tun wegen dem Ganzen.

    Leute, auch wenn die Medizin so weit ist dass man nur noch eine Tablette schluckt, ist das Virus kein Spass, Sex ohne Kondom mit fremden Menschen immer verantwortungslos (Gibt ja noch andere Krankheiten) und die Wahrnehmung für meinen Geschmack ein wenig zu locker.
    348 34 Melden
    • TJ Müller 19.02.2018 12:46
      Highlight Im ganzen Text wird doch nirgends Sex ohne Kondom mit fremden Menschen propagiert! Es gibt imfall durchaus aus Positive Menschen, welche einen Partner haben und dann ist es definitiv nicht verantwortungslos, wenn die Medikation wirkt.
      30 9 Melden
    • Töubii 19.02.2018 13:08
      Highlight Ich glaube du hast den Text nicht verstanden. Es geht ja darum, dass viele noch immer glauben, jeder HIV-Positive sei hochansteckend...
      27 8 Melden
    • TJ Müller 19.02.2018 17:26
      Highlight Ich verstehe echt nicht, warum mein Kommentar geblitzt wird. Die Ansteckungsrate bei unbehandelten HIV-infizierten Personen beträgt bei vaginalem Geschlechtsverkehr 8/10'000. Wenn nun zusätzlich die Virenlast auf ein nicht nachweisbares Niveau gesenkt wird, dann ist es wirklich nicht verantwortungslos auf ein Kondom zu verzichten.
      9 3 Melden
    • Swisswolverine 19.02.2018 17:50
      Highlight Wenn du glaubst, Kondome schützen von anderen sexuell übertragbaren Infektionen wie Syphilis, Tripper, Chlamydien etc. wiegst du dich in falscher Sicherheit. Dieser Irrglaube ist gefährlich, weil Menschen mit STIs diese weitergeben, ohne es zu wissen (STIs sind oft symtomlos). Der beste Schutz für Menschen mit wechselnden Sexpartnern ist regelmässiges testen und (falls nötig) behandeln. Ansonsten bleibt es dabei: HIV-positive Menschen unter wirksamer Therapie geben das Virus sexuell nicht weiter.
      9 5 Melden
    • B-Arche 19.02.2018 18:42
      Highlight Ich glaube nicht dass der Artikel das ausdrücken möchte. Ich habe es so verstanden dass die HIV positive Frau immer noch Kinder haben kann und dass dies möglich ist ohne grosse Risiken für ihren Partner/Ehemann.
      Und das ist schon ein grosser Fortschritt!
      8 2 Melden
    • Tanea 20.02.2018 10:38
      Highlight Ist das Leseverständnis etwas auf der Strecke geblieben? Sex ohne Kondom gilt für Menschen wie Simone und Jennifer, die den Virus zwar in sich tragen, aber nicht ansteckend sind und in einer monogamen Partnerschaft leben.
      Es wird im Artikel niegends ungeschützter Sex propagiert, aber vielen ist nicht bewusst, dass es HIV-positive gibt, deren Virengehalt dank der Medikamente so minim ist, dass sie nicht mehr ansteckend sind. D.h. ein Kondom ist dann, wie oben erwähnt, nicht notwendig.
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    • Tabi76 21.02.2018 10:01
      Highlight Die Medizin ist gar nicht so weit wie hier vorgegaukelt wird. Längst nicht bei allen wirken die HIV-Medikamente so gut. Ich schlucke jeden Tag 7 Stück, habe massive Nebenwirkungen und bin kaum jemals unter der Nachweisgrenze. Auch musste ich die Therapie letztes Jahr für einen Mt. absetzen, weil die Krankenkasse nicht zahlte.
      Also alles nicht so rosig, und ansteckend bin ich wahrscheinlich trotz Therapie (die Ärzte haben noch nie darüber informiert, weil als nicht-schwule HIV-Patientin bin ich für die edlen Doktoren keine 5 Min. wert).
      1 1 Melden
  • AllumeTaSalade 19.02.2018 10:59
    Highlight Na ja den Titel des Artikel finde ich etwas verwirrend. AIDS ist nur nicht ansteckend wenn es richtig behandelt wird, und das ist nicht immer der Fall. Mann muss ja erstmal wissen, dass man HIV-positiv ist.
    176 9 Melden
    • Beasty 19.02.2018 11:58
      Highlight Aids lässt sich nicht übertragen. Aids ist die Krankheit aus der Summe der Symptome von HIV. HIV lässt sich übertragen, Aids nicht.
      34 2 Melden
    • Theor 19.02.2018 14:37
      Highlight Und gleichzeitig steht im Artikel, dass die Schwester der einen Person trotz Medikamenten daran gestorben ist?

      Sorry, aber der Artikel ist keine gute Leistung wenn es darum ging, den Leuten die Ängste vor AIDS zu nehmen. Ich bin nun sogar verunsicherter als vorher.
      3 17 Melden
    • AllumeTaSalade 19.02.2018 14:43
      Highlight Ok, dann halt HIV, aber das ändert nichts an der Sache oder?
      3 5 Melden
    • Swisswolverine 19.02.2018 17:56
      Highlight Genau. Darum sollte man sich regelmässig testen lassen und falls nötig mit der Therapie beginnen. Man tut damit der eigenen Gesundheit einen Gefallen und verhindert eine (unwissentliche) Verbreitung des HI-Virus.
      4 0 Melden
  • kupus@kombajn 19.02.2018 10:46
    Highlight Wenn es um Gesundheit geht, bin ich mir zuerst einmal selber am nächsten. "Vernachlässigbar" und "nicht ansteckend" sind für mich nicht dasselbe. Selbst wenn es von jemandem "nicht ansteckend" heisst, würde ich nie im Leben ungeschützten Verkehr mit dieser Person haben wollen.

    Viel wichtiger als zu wissen, ob jemand ansteckend ist, ist nach wie vor zu wissen, auf welchem Weg ich mich anstecken kann. Das alleine sollte eigentlich reichen, um HIV-positive nicht zu stigmatisieren.
    40 5 Melden
    • TJ Müller 19.02.2018 12:43
      Highlight Bei einer wirksamen Therapie wird die Virenlast soweit gesenkt, dass die Viren im Blut nicht mehr nachweisbar sind, insofern ist dann die Ansteckungsgefahr wirklich vernachlässigbar. Man kann nicht "nicht ansteckend" sein, da es eine 100% Sicherheit nie geben wird. Bei regelmässiger Überprüfung der Blutwerte liegst du aber nahe bei 100%. Nebenbei, beim Gebrauch von Kondomen liegt die Ansteckungsgefahr immer noch bei etwa 5%, also definitiv unsicherer als bei erfolgreicher Medikation.
      23 2 Melden
  • N. Y. P. 19.02.2018 10:44
    Highlight Die Ärzte schreiben: Bei einer gut wirksamen HIV-Therapie sei das Risiko einer Übertragung des Virus vernachlässigbar.

    Sex ohne Kondom sei heute längst kein Problem mehr. «Ich bin nicht ansteckend. Das müssen die Leute endlich begreifen»

    Vernachlässigbar und nicht ansteckend ist nicht dasselbe. Ist eine Ansteckung nun zu 100% ausgeschlossen oder ist das Risiko einer Ansteckung vernachlässigbar ?
    223 16 Melden
    • Beasty 19.02.2018 11:59
      Highlight Statistiken gehen von einem höheren Schutz als mit Kondomen aus. 100% kriegst du nie - mit meiner Präventionsstrategie (ausser vielleicht auf Sex verzichten...)
      26 2 Melden
    • FCZurigo 19.02.2018 12:20
      Highlight Sie ist ausgeschlossen. Durch die medikamentöse Behandlung sinkt das Virus unter die nachweisbare Grenze einer Infektion. Betroffene können deshalb ungeschützten Sex haben und Kinder gebären, die nicht vom Virus betroffen sind.
      16 3 Melden
    • TJ Müller 19.02.2018 12:40
      Highlight "HIV-infizierte Menschen ohne sexuell übertragbare Krankheiten sind unter wirksamer antiretroviraler Therapie sexuell nicht infektiös". Wirksam heisst, dass die Viren im Blut nicht mehr nachweisbar sind. Diese Infos sind von der AIDS-Hilfe Schweiz
      Und laut aktuellen Studien ist die Ansteckungsgefahr sowieso geringer als mit Kondom, da hierbei die Übertragungsrate trotzdem noch bei 5% liegt.
      18 4 Melden
    • N. Y. P. 19.02.2018 13:18
      Highlight Danke. Jetzt bin ich informiert. Ich finde, man sollte also von 👉nicht nachweisbar, ergo 👉nicht infektiös, sprechen.

      Wenn ein Arzt "vernachlässigbar" sagt, ist das für mich zuwenig präzise.

      Heute wieder was gelernt.
      23 2 Melden
    • phreko 19.02.2018 17:11
      Highlight N.Y.P. aus juristischen Gründen sagt ein Arzt vernachlässigbar, weil er sonst für haftbar werden könnte, falls sich doch jemand anstecken würde...
      Und da in der Medizin kaum was bloss schwarz-seiss ist, ist der Ausdruck zudem äusserst präzise. Der Rest ist eher ein Problem des Empfängers der Botschaft.
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    • TJ Müller 19.02.2018 17:31
      Highlight @mich selber
      Merke gerade, dass ich hier etwas schlampig geschrieben habe... die Ansteckungsgefahr ohne Kondom liegt nicht bei 5%! Richtig sollte es heissen, die Ansteckungsgefahr kann mit Kondom um 95% gesenkt werden, mit der Therapie aber um mehr als 95%, ergo ist die Therapie wirkungsvoller als ein Kondom. Die Ansteckungsgefahr allgemein liegt bei etwa 8/10'000, je nach Art des Geschlechtsverkehrs
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    • Swisswolverine 19.02.2018 17:53
      Highlight Eine 100%ige Sicherheit gibt es nie. Fakt ist, Schutz durch Therapie ist bezüglich HIV sicherer als der Gebrauch von Kondomen.
      7 0 Melden
    • kim2 19.02.2018 19:21
      Highlight Es ist mit wissenschaftlichen Methoden (momentan) nicht möglich das Risiko zu 100% auszuschliessen. Wie beim küssen wäre eine Ansteckung theoretisch vielleicht möglich, faktisch ist dies aber nie passiert. Dass das Risiko vernachlässigbar ist beruht also auf Erfahrung.
      "In einer Längsschnittstudie mit 393 hetero- sexuellen serodifferenten Paaren fand sich im Verlauf von 14 Jahren keine Infektion bei Part- nern von Personen unter ART, während unter den Paaren ohne ART die Transmissionsrate 8,6 % betrug."

      zum selber nachlesen: http://www.aids.ch/de/downloads/pdfs/EKAF-Statment_2008-05-089.pdf
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    • Julian Heierle (1) 19.02.2018 20:16
      Highlight Eine Ansteckung kann mittlerweile 100% Ausgeschlossen werden. Safer Sex ist natürlich trotzdem wichtig.
      HIV ist aber auch anderst übertragbar, von dem her ist dies auch ausserhalb des sexuellen Bereiches eine bereicherung.
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    • Booker 20.02.2018 13:11
      Highlight Das ist wie russisch Roulette. Vor Dir 50 Pistolen, aber nur eine hat eine Patrone. Das Risiko also vernachlässigest ? Ist ja zu über 99% sicher. Drück ab !
      0 4 Melden
    • phreko 20.02.2018 15:38
      Highlight @Booker,
      Wenn bei einer UNbehandelten Person bei ungesch. Sex eine Übertragumgsquote von 0,5Promille pro Akt besteht, wie gross ist sie dann unter Behandlung?
      Da ist warscheinlich schon das Risiko grösser vom häuslicher Gewalt umzukommen. Ist Heiraten russisches Roulette?
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    • Swisswolverine 20.02.2018 16:10
      Highlight @Booker: echt jetzt? Deine Aussage macht keinen Sinn. Oder ist für dich Sex mit Kondom auch russisches Roulette? Denn Schutz durch Behandlung ist sicherer als Kondomgebrauch. Eigentlich ist ja dann alles russisches Roulette, nicht? Das Leben ist voller Risiken, get used to it! Wir schützen uns dort, wo wir können und wägen ab, welche Risiken wir bereit sind einzugehen. Das ist überall so. Beim Autofahren, beim Fliegen, beim Skifahren, beim Strasse überqueren usw.
      Mach dich schlau: https://www.avert.org/professionals/hiv-programming/prevention/treatment-as-prevention
      2 0 Melden
  • Hugo Wottaupott 19.02.2018 10:42
    Highlight Das perverse ist doch: Ist nicht möglich es ganz zu heilen aber täglich 7 verschiedene Pillen einnehmen bringts.
    17 18 Melden
    • reich&schön 19.02.2018 12:20
      Highlight Die Zeiten mit den 7 Pillen sind längst vorbei.
      Im Idealfall braucht jemand heute 1 Pille täglich.
      Ist natürlich auch nicht so toll, aber kein Vergleich zu früher.
      27 0 Melden
  • BoJack 19.02.2018 10:36
    Highlight Guter Artikel!
    Vielen Dank Frau Serafini 😊
    42 7 Melden

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